Schweiz

Das Flugblatt der Kantonspolizei Aargau. 
screenshot: tele m1

Rupperswil-Drama: Polizei sucht dringend nach Dashcam-Aufnahmen und verteilt Flugblätter

Nach der überraschenden Wende im Fall Rupperswil suchen Polizisten mit Flugblättern nach dem Täter oder den Tätern. Wer ist für den Vierfach-Mord verantwortlich?

25.12.15, 10:48 25.12.15, 17:40

Im Fall Rupperswil sprach erst alles für ein Beziehungsdrama. Doch nun scheint möglich, dass die Täterschaft unbekannt gewesen sein könnte und die Opfer erpresst hatte.

So hatte die Mutter wenige Stunden vor dem Drama auf zwei Banken Geld abgehoben – woraufhin sie, ihre beiden Söhne sowie die Freundin des älteren Sohnes tot im Wohnhaus aufgefunden wurden. Die vier Opfer wurden niedergestochen, danach hatte die Täterschaft am Tatort ein Feuer gelegt. Wie die Aargauer Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft mitteilen, seien aufgrund eines Zeugenaufrufs bereits mehrere Hinweise eingegangen.

Weil die Sicherheitsbehörden aber noch niemanden festnehmen konnten, gehen sie nun im Dorf aktiv auf die Bewohner zu und verteilen Flugblätter und rufen Autofahrer, die am vergangenen Montag zwischen 07.00 Uhr und 11.30 Uhr in Rupperswil sowie der näheren Umgebung unterwegs waren und die in ihren Autos über eine Dashcam verfügen, die Videoaufnahmen selbiger den Untersuchungsbehörden zur Verfügung zu stellen (Details siehe Kasten).

Untersuchungsbehörden suchen Dashcam-Aufnahmen

Die Medienmitteilung im Wortlaut: «Die Bevölkerung wird gebeten, mögliche Aufnahmen von Dashcams (Videokameras in Fahrzeugen), - welche am Montag, 21. Dezember 2015, in der Zeit von 07.00 und 11.30 Uhr bei Fahrten in Rupperswil sowie der näheren Umgebung (Autobahnanschluss Aarau-Ost, Möriken-Wildegg, weitere angrenzende Gemeinden) aufgezeichnet wurden, der Kantonspolizei Aargau zur Verfügung zu stellen.»

Auf den verteilten Flugblättern ist das bereits über die Medien publizierte Bild der Mutter zu sehen sowie ein umfassender Zeugenaufruf zu lesen. Bei der Flugblatt-Aktion in Rupperswil und den umliegenden Gemeinden waren mehrere Dutzend Polizisten beteiligt gewesen. 

«Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Eine von vielen Massnahmen, die wir nun mit enorm viel Personal eingeleitet haben, ist diese Flugblatt-Aktion, mit der wir das Ziel verfolgen, hier im Dorf an die Leute heranzukommen, und fragen, ob jemand etwas gesehen hat», sagt Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, gegenüber Tele M1.

Carla Schauer hob am Montagmorgen unter anderem in Wildegg Geld ab.
bild: kapo AG

Die Kantonspolizei richtet sich nach wie vor mit folgenden Fragen an die Bevölkerung:

(az)

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
3Alle Kommentare anzeigen
3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!

«Ein Fehler im System» – Mohamed Wa Baile und sein Kampf gegen das «Racial Profiling»

Jung + schwarz = verdächtig. Gegen dieses Vorurteil kämpft Mohamed Wa Baile. Er will dem «Racial Profiling» von Polizisten ein Ende setzen. Und geht dafür bis vor Bundesgericht.   

Sein Fall sorgte für Aufsehen. Der 43-jährige Schweiz-Kenianer Mohamed Wa Baile wurde am 5. Februar 2015 am Zürcher Hauptbahnhof von zwei Stadtpolizisten kontrolliert. Wa Baile liess sich widerstandslos kontrollieren, weigerte sich aber, seinen Ausweis zu zeigen, weil er sich diskriminiert fühlte. Dafür kassierte der 43-Jährige eine Busse von 150 Franken, wegen Nichtbefolgens polizeilicher Anordnungen. 

Wa Baile war mit dem Strafbefehl nicht einverstanden und verlangte eine gerichtliche …

Artikel lesen