Schweiz

Künstlich befruchtete Embryos dürfen ab 1. September untersucht werden

21.06.17, 11:56 21.06.17, 12:19

Künstlich befruchtete Embryos dürfen neu vor der Einpflanzung in den Mutterleib untersucht werden. Das revidierte Fortpflanzungsmedizingesetz, das die so genannte Präimplantationsdiagnostik (PID) regelt, tritt per 1. September in Kraft.

Der Bundesrat hat am Mittwoch auch das Ausführungsrecht zum Gesetz per 1. September in Kraft gesetzt, wie er mitteilte. Das Schweizer Stimmvolk hatte sich im Juni 2016 deutlich für die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik ausgesprochen.

Das Gesetz lässt die genetische Untersuchung von Embryonen nur in zwei Fällen zu. Einerseits können sie Paare in Anspruch nehmen, die Träger einer schweren Erbkrankheit sind. Zum anderen können Paare davon profitieren, die auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen können. Alle weitergehenden Anwendungen bleiben verboten.

Embryonen einfrieren

Neu dürfen für eine künstliche Befruchtung maximal zwölf statt wie bisher drei Embryonen pro Behandlungszyklus entwickelt werden. Ausserdem sieht das revidierte Fortpflanzungsmedizingesetz vor, dass nicht verwendete Embryonen im Hinblick auf eine spätere Behandlung eingefroren werden können.

Labors, die in der Fortpflanzungsmedizin und der Präimplantationsdiagnostik tätig sind, müssen zudem höhere Anforderungen an Personal und Infrastruktur erfüllen. Die Vorgaben sind in der Fortpflanzungsmedizinverordnung (FMedV) sowie in der Verordnung über die genetische Untersuchung beim Menschen (GUMV) festgelegt. In der Vernehmlassung sei das Ausführungsrecht auf breite Zustimmung gestossen, schreibt der Bundesrat.

2020 Kinder

In der Schweiz bieten rund 30 Zentren Behandlungen zur medizinisch unterstützten Fortpflanzung an. 2015 versuchten laut Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) 6055 Frauen über eine künstliche Befruchtung schwanger zu werden. Bei 39,1 Prozent klappte dies auch. 72,9 Prozent der auf diese Weise entstandenen Schwangerschaften führten schliesslich zu einer Geburt.

So wurden insgesamt 2020 Kinder lebend geboren. Der Anteil der Mehrlinge betrug 29,2 Prozent. In 0,1 Prozent der Fälle kam es zu einer Totgeburt. (whr/sda)

Das könnte dich auch interessieren:

«Steckt euch eure Schokolade sonst wo hin» – so schreiben die Nordiren über Gegner Schweiz

Sterbender Schimpanse umarmt zum letzten Mal seinen Freund und sorgt für Hühnerhaut-Moment

Bis zu einer Milliarde für Olympiakandidatur

Er hat sie schon, so kriegst du sie: Die neue 10-er-Note ist im Umlauf

Bevor geboxt wird, küsst die Herausforderin die verdutzte Weltmeisterin

Liebe Männer, lasst euch von der Sexismus-Debatte nicht verunsichern. Benutzt euer Hirn.

7 ewige Online-Kommentar-Kriege, die dir die Freude an der Demokratie verderben

Bürki patzt: BVB blamabel auf Zypern 

So kriegst du die neue 10-er-Note schon heute

1 Franken pro Tag – die Billag wird günstiger

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0Alle Kommentare anzeigen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!

Schmäh-Mails aufgetaucht! Wie Cassis' Schützen-Connection Maudet in drei Tagen demontierte

Waffenfreunde um Pro Tell setzten sich für den Tessiner ein. Und attackierten dessen Gegner Pierre Maudet mit Massenmails. 

Die Affäre von Ignazio Cassis mit den Waffenfreunden von Pro Tell war eine kurze. Am 11. September trat er dem Klub bei. Und jetzt, nach öffentlichem Druck, schon wieder aus («Die Nordwestschweiz» berichtete). Aber der Flirt könnte Cassis die Schützenhilfe verschafft haben, die ihn zum Bundesrat machte, wie ein Blick auf die Zeitachse zeigt.

10. September 2017

11. September 2017

12. September 2017

Schützenhilfe der Schützen. Kann sich Bundesrat Cassis die zeitliche Nähe seines Pro-Tell-Beitritts …

Artikel lesen