Schweiz
Ein Junge spielt auf dem Rasen vor einem Block der Wohnsiedlung "Wyde" in Birr, Schweiz, aufgenommen am 3. April 2007. Ab 1955 entwickelte sich Birr vom Bauerndorf zur Industriegemeinde. In der Wohnsiedlung "Wyde" wurden mehrheitlich auslaendische Familien angesiedelt, alles Arbeitnehmer des damaligen Industriekonzerns Brown Boveri Corporation BBC. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Günstiger Wohnraum durch verdichtetes Bauen. Bild: KEYSTONE

Positionspapier «Faires Wohnen für alle»

CVP will neue Bauzonen ausschliesslich für gemeinnützigen Wohnraum

Die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt erfordert aus Sicht der CVP ein stärkeres Engagement des Bundes. Ihre Forderungen hat die Partei  in einem 18-Punkte-Plan veröffentlicht.

31.07.14, 09:49

Als besonders problematisch erachtet die CVP die Situation für Familien und sozial schwächere Personen, wie es im Positionspapier «Faires Wohnen für alle» heisst. Ihnen gegenüber trage der Staat eine besondere Verantwortung.

Konkret soll die öffentliche Hand vermehrt Bauparzellen für den Bau von Genossenschaftswohnungen bereitstellen, um Wohneigentum zu fördern. Dazu will die CVP neue Zonen in der Raumplanung schaffen, die ausschliesslich für den gemeinnützigen Wohnungsbau bestimmt sind.

Ansetzen will die Partei auch bei der Finanzierung. Personen unter 40 Jahren sollen mehr Geld in die Säule 3a einbezahlen können. Mit diesem Steueransporn könnten sich mehr Junge und junge Familien Wohneigentum leisten, hofft die CVP.

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Militärareale für Wohnbau nutzen

Ein Schwerpunkt des Positionspapiers bildet die Zersiedelung und nachhaltiges Bauen. Damit knüpft die Partei an ihre Resolution vom letzten August an, als sie die Wichtigkeit von preiswertem Wohnraum hervorhob. Es sei wichtig, dichter zu bauen und den Raum besser zu nutzen.

Dazu schlägt die CVP eine Reihe von Massnahmen vor. Nicht mehr benötigte Militärareale und Industriebrachen in urbanen Regionen sollen für Wohnbau genutzt werden können. Um die Umwandlung in Wohnquartiere einfacher zu gestalten, müssten Industriebetriebe bereits früher regelmässig einen Betrag für die allfällige Sanierung bereitstellen.

Investoren stärker an Infrastrukturkosten beteiligen

In die Pflicht nimmt die CVP aber auch Investoren. Diese sollen sich finanziell stärker am Ausbau der Infrastruktur in der Gemeinde beteiligen. Im Gegenzug würden Investoren grössere Freiheiten bei den Projekten eingeräumt.

Erleichtern will die Partei administrative Hürden bei Bauprojekten. Künftig soll es nur noch erlaubt sein, einmal gegen ein Bauvorhaben Einspruch zu erheben. Daneben fordert die CVP, die regional unterschiedlichen Baubewilligungskosten zu prüfen, um diese schweizweit zu senken. (sda)

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  • MediaEye 31.07.2014 12:42
    Highlight Die "Sozialbauten" müssen aber dem heutigen Standard entsprechen und dürfen keinesfalls eingeschränkt werden, weder in der Fläche noch im Ausbau.
    Und die sogenannte "Verdichtung" hat auch ihre Grenzen !!!
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  • MediaEye 31.07.2014 12:40
    Highlight Um sich für die Wahlen im nächsten Jahr zu profilieren, isr der CVP wohl gar nichts mehr heilig, sonst würde sie nicht im Feld der SP und der Grünen wildern!
    Mit der Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus wird wohl die Wohnungsnot gemindert, aber kein neues Wohneigentum gefördert, da in gemeinnützigen Genossenschaften kein Wohneigentum möglich ist.
    Höhere Beiträge in Säule 3a ist ok, aber dann auch gesetzliche Beiträge für alle in der 2. Säule
    Infrastrukturbeitrag ist sowieso schon lange fällig, resp. wird bereits in einzelnen Gemeinden umgesetzt.

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  • Schneider Alex 31.07.2014 10:15
    Highlight Sind diese Vorschläge alle kompatibel mit dem Mehrheitswillen des Volkes, möglichst wenig neue Bauzonen zu schaffen?
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    • phreko 31.07.2014 13:03
      Highlight Dann lassen wir die unbenötigten Militärareale und Industriebrachen wie sie sind. Wenn wir der Natur genügend Zeit lassen, kann auch sie sich leer stehende Gebäude zurück holen und dann in 1000 Jahren hat sie dann die alten Fabrikhallen und Kasernen und deren Parkplätze in Wald umgewandelt.
      p.s. Solche Zonen sind ja schon faktisch Bauzonen, einfach nicht WOHNZONEN.
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