Schweiz

Volkswagen kommt nicht zur Ruhe.
Bild: EPA/DPA

VW-Abgas-Affäre: «Wir ermitteln auf Hochtouren»

Volkswagen plant in den kommenden Wochen eine Rückrufaktion für die von den Abgas-Manipulationen betroffenen Autos. Aus Italien, Belgien und der Schweiz droht unterdessen weiteres Ungemach.

27.09.15, 16:14

Ein Artikel von

Im Skandal um die Manipulation der Abgaswerte von Diesel-Fahrzeugen will Volkswagen nach Angaben eines Sprechers in den nächsten Wochen aktiv werden. «Es läuft auf eine Rückrufaktion hinaus, die für den Kunden kostenlos sein wird», sagte der Konzernsprecher am Sonntag. In der kommenden Woche wolle VW erste Erkenntnisse präsentieren. Dazu würden auch Gespräche mit den Behörden geführt.

Die umstrittene Software müsse mit einem Update «in den Zustand versetzt werden, dass sie der Gesetzgebung entspricht», sagte der Sprecher. «Die meisten Fahrzeuge werden mit einem solchen Update den Regularien entsprechen.» Ob noch weitere Änderungen vorgenommen werden müssten, kläre das Unternehmen gerade. «Sollten wir mehr machen müssen als ein Software-Update, werden wir das machen».

Kunden drohen höherer Verbrauch und weniger PS

Für die Kunden könnte der Rückruf ärgerliche Folgen haben. So dürfte das Software-Update den Verbrauch erhöhen oder die Leistung beeinträchtigen oder gleich beides. Was Besitzer von VW-Dieselautos jetzt wissen müssen, steht hier.

Eine Frist des Kraftfahrtbundesamtes für den Volkswagen-Konzern, über die die «Bild am Sonntag» («BamS») berichtete, konnte der Sprecher dagegen nicht bestätigen. Die «Dringlichkeit» sei dem Unternehmen aber «mehr als bewusst», sagte er. «Wir ermitteln auf Hochtouren und werden die Ergebnisse, sobald wir sie haben, bekanntgeben». In einem von der «BamS» veröffentlichten Brief des Kraftfahrtbundesamtes heisst es, Volkswagen solle bis spätestens zum 7. Oktober einen «verbindlichen Massnahmen- und Zeitplan» vorlegen.

Der Skandal rund um VW schädigt die Marke nachhaltig. 
Bild: EPA/DPA

Wegen des Verdachts, dass VW Abschalteinrichtungen verbaut und unzulässig verwendet habe, wird zudem der Status der erteilten Typengenehmigungen geprüft. Die Behörde könnte die diese entziehen, wenn VW nicht handelt. Dann dürften die betroffenen Autos nicht mehr verkauft und gefahren werden.

Italien will 1000 Autos testen

Die italienische Regierung will im Zuge des Skandals landesweit 1000 VW-Fahrzeuge stichprobenartig untersuchen lassen. «Jeder Test kostet rund 8000 Euro, aber das ist es uns wert. Wir werden die Ergebnisse in zwei bis drei Monaten haben», sagte Verkehrsminister Graziano Delrio der Zeitung «La Stampa». Man werde nicht warten, bis man die von VW und dem deutschen Kraftfahrtbundesamt erbetenen Daten erhalten habe.

Das Schweizer Bundesamt für Strassen hatte am Freitag sogar ein vorübergehendes Zulassungsverbot für Fahrzeuge mit dem betroffenen Motor angekündigt. Es soll am Montag in Kraft treten. Allerdings ist laut Importeursverband unklar, wie viele Autos mit der älteren Abgasnorm Euro 5 überhaupt noch im Handel sind. Bereits zugelassene Fahrzeuge sind nicht betroffen.

In Belgien hat ein VW-Importeur 3200 Diesel mit dem fraglichen Motor EA 189 vorsorglich vom Markt genommen. Der Verkauf sei gestoppt, bis es von Volkswagen weitere Informationen gebe, hiess es am Samstag. Dann könnten auch die Besitzer informiert werden, die ein Auto mit der betrügerischen Software fahren. Das belgische Wirtschaftsministerium schätzt, dass dies im Land etwa 500'000 Autos betrifft.

nck/dpa/AFP

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1Kommentar anzeigen
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • E. Edward Grey 28.09.2015 00:25
    Highlight Verbrauch und Leistung sind wesentliche Merkmale im Kaufvertrag. Sollten diese nachher signifikant abweichen so besteht ein Mangel. Kann dieser nicht behoben werden so besteht ein Recht auf Wandlung.
    0 0 Melden

CVP-Boss Pfister flirtet mit No Billag – und verärgert damit seine eigene Partei

Keine andere Partei gilt als so SRG-freundlich wie die CVP. Prominente Ausnahme: Präsident Gerhard Pfister. Auf Twitter provoziert er SRF-Chefredaktor Tristan Brenn heftig.

Wie ein Ritter in silberner Rüstung ist CVP-Nationalrat Martin Candinas stets zur Stelle, wenn es um die Verteidigung des medialen Service public geht. Für den nationalen Zusammenhalt sei eine starke SRG unerlässlich, betont er, wann immer Kritik an Schweizer Radio und Fernsehen laut wird.

Er ist in seiner Partei in guter Gesellschaft: Als der Nationalrat in der Herbstsession über die Initiative «Ja zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren» – kurz No Billag – debattierte, meldete …

Artikel lesen