Schweiz

Gras: Da lacht das Kifferherz. Denkt es an Via Sicura, lacht es nicht mehr. Bild: KEYSTONE

Via Sicura sei Dank: Müssen Pilotprojekt-Kiffer ganz auf ihr Auto verzichten?

Publiziert: 04.11.16, 09:45 Aktualisiert: 04.11.16, 11:03

Die Via Sicura, das Massnahmenpaket des Bundes für mehr Sicherheit im Strassenverkehr, entpuppt sich immer mehr als «Via Rigida». Offenbar unterläuft das Programm auch Pilotversuche mit der legalen Abgabe von Cannabis, wie sie Zürich, Genf und andere Städte anstreben, wie die NZZ schreibt. Im Klartext: Die Projekt-Verfechter befürchten, dass die Teilnehmer während des Versuchs ganz auf das Autofahren verzichten müssen. Denn THC ist im Blut deutlich länger nachweisbar als etwa Alkohol – auch Tage nach dem Konsum.

Wer regelmässig kifft, wird den Grenzwert von 1,5 Mikrogramm THC pro Liter Blut mit aller Wahrscheinlichkeit übertreffen. Die Initianten um den Soziologen Sandro Cattacin bangen nun um ihr Projekt. Sie befürchten, unter diesen Bedingungen – die letztlich den Radikalverzicht auf die eigenen vier Räder bedeuten – nicht genügend Probanden zu finden.

Die Kontroverse um Via Sicura

Es ist ein weiterer Stolperstein für das wissenschaftliche Projekt, das vor sechs Jahren lanciert wurde und seither kaum vorankommt. 2017 sollen erste Gesuche für Bewilligungen eingereicht werden. Dabei stecken nicht nur die Cannabis-Befürworter in einem Dilemma, sondern auch die Städte: Gerade in urbanen Gebieten pfeifen sich Herr und Frau Schweizer Lungentorpedos ohne Ende rein.

Wie der weltweite Marihuana-Tag jeweils zelebriert wird:

Die Kriminalisierungspolitik in Sachen Cannabis ist krachend gescheitert, die Polizei kann das Verbot kaum durchsetzen. Jüngst sorgte der Fall eines jungen Jus-Studenten für Schlagzeilen, der die Zürcher Behörden mit seinem erfolgreichen Kampf gegen eine Ordnungsbusse blamierte.

watson hatte das Thema Via Sicura in den vergangenen Monaten immer wieder in ausführlichen Artikeln thematisiert. Für viel Gesprächsstoff sorgte der Fall von Theo, der nach einer Alkohol-und-Koks-Fahrt auf dem Velo die ganze Härte des Gesetzes zu spüren bekam: Führerschein für sechs Monate weg, regelmässige Haarproben, insgesamt über 7000 Franken Kosten.

(tat)

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User-Review:
naja, mir - 16.4.2016
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26 Kommentare anzeigen
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  • saukaibli 04.11.2016 14:07
    Highlight Eigentlich könnte die Polizei doch die Situation nützen um mit den Studienteilnehmern zusätzlich eine Studie zum bekifften Autofahren durchzuführen. Würde mich interessieren ob sie zu den gleichen Schlüssen kämen wie bei den bisher durchgeführten Studien. Hier gibt's links zu einigen davon: http://www.cannabislegal.de/studien/fahren.htm
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  • Angelo C. 04.11.2016 13:31
    Highlight Obwohl mich diese gesetzlichen Ungereimtheiten angesichts meines vorgerückten Alters seit Jahren nicht mehr persönlich tangieren, ärgere ich mich masslos über diese massive Rechtsungleichheit in der Beurteilung (im Vergleich) von Alkoholkonsum und Cannabis 🤔!

    Es mutet wie ein schlechter Witz an, wenn man jemand der vor TAGEN bekifft war, dasselbe angedeihen lässt wie einem bei der Polizeikontrolle akut stockbesoffenen Automoblisten - eine absolute Frechheit, dem Drogengesetz in dieser unwürdigen Weise zum Durchbruch zu verhelfen 😠!

    Es sollte da endlich jemand den Schritt ans EGMR wagen!
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  • moccabocca 04.11.2016 11:40
    Highlight Ich kann immer noch nicht nachvollziehen, warum man bei meist harmlosen Kiffern die grosse Keule schwingt und bei meines Erachtens viel gefährlicheren Dingen wie Handy am Steuer verhältnismässig glimpflich davon kommt...
    <<honi soit qui mal y pense>>
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  • saukaibli 04.11.2016 11:04
    Highlight Auch wenn ich das nicht tue, aber ich würde bekifft immer noch besser fahren als 50% der anderen Autofahrer, da bin ich wirklich überzeugt. So oder so wurde mit Via Sicura weit übers Ziel hinausgeschossen.
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    • Charlie Brown 04.11.2016 12:30
      Highlight Der Anteil der Autofahrer, die ihre Fahrkünste besser als den Durchschnitt einschätzen, liegt bei weit über 50%.

      Ein statistisches Mysterium? Nein. Grenzenlose Selbstüberschätzung.
      24 14 Melden
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  • elmono 04.11.2016 10:29
    Highlight Via Secura, ein weiteres Beispiel dafür, dass aus einer gut angedachten Sache etwas fürchterlich bürokratisches wird. Zuviel behördliche Macht, als Bürger ist man hier nur noch machtlos und fühlt sich ohnmächtig.
    90 4 Melden
    • deleted_904825345 04.11.2016 11:14
      Highlight Das passiert, wenn der Rechtsstaat (Verhältnismässigkeitsprinzip) übergangen wird. In diesem Fall von links-grün.
      45 14 Melden
    • bokl 04.11.2016 11:24
      Highlight Warum machtlos? Die Regeln sind klar und einfach. Wer säuft oder kifft, fährt nicht Auto. Dass sich der Alkohol im Blut schneller abbaut als der THC-Wert ist ärgerlich für die Kiffer. Sie müssen sich halt entscheiden, was ihnen wichtiger ist.
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    • LaPaillade #BringBackHansi 04.11.2016 11:28
      Highlight @Zaafee: Nicht nur links-grün. Oder sind CVP, BDP, GLP und FDP linke Parteien?

      http://www.politnetz.ch/parlament/nr/abstimmung/7591/via-sicura-mehr-sicherheit-im-strassenverkehr
      16 5 Melden
    • Charlie Brown 04.11.2016 12:41
      Highlight @Zaafee: Gesetze können von einer links-grünen Minderheit eingeführt werden? Erzähl mal...
      20 7 Melden
    • trio 04.11.2016 12:49
      Highlight @Zaafee aber wenn das Verhältnismässigprinzip bei der DSI Flöten geht ist es egal?!
      14 4 Melden
    • elmono 04.11.2016 13:37
      Highlight @bokl...schon mal gekifft? Wenn ich kiffe und einen oder zwei Tag später absolut nüchtern und insbesondere absolut fahrfähig in eine Kontrolle komme - was dann? Einfach nur lächerlich diese Gesetzgebung.
      12 1 Melden
    • Charlie Brown 04.11.2016 13:41
      Highlight @LaPaillade: Jetzt komm doch du nicht auch noch mit Fakten!
      6 2 Melden
    • deleted_904825345 04.11.2016 14:02
      Highlight LaPaillade, ja, alle ausser der SVP haben zugestimmt. Wortführer waren aber klar links-grün. In der Arena beispielsweise Jositsch (SP), F. Teuscherv (GP) und natürlich Initiantin V. Zaugg (RoadCross). Gegner war Geitzedaner (SVP). Die Vision Zero stammte von BR Leuenberger (SP).

      Charlie, Mehrheiten werden per Definition immer über die Mitte erreicht.

      Trio, und das sage ich wo genau?
      8 4 Melden
    • bokl 04.11.2016 14:31
      Highlight @elmono
      Laut Gesetz bist du eben mit dem zu hohen THC-Wert nicht absolut fahrtüchtig. Wie aussagekräftig der Wert ist, kann ich nicht beurteilen.
      2 8 Melden
    • Charlie Brown 04.11.2016 14:44
      Highlight @Zaafee: Warum sagst DU dann, dass links-grün Schuld ist? Wenn exakt nur die 30% von rechtsaussen nein gesagt haben? Weil alles links von SVP links-grün ist?
      9 2 Melden
    • deleted_904825345 05.11.2016 01:20
      Highlight Charlie, Schuld? Wie schon gesagt waren links-grün die Wortführer. Die SVP war dagegen, die FDP teilweise, die SP und die Grünen warben aktiv dafür. Die Mitte stimmte zu.

      Verstehe es als Plädoyer für die Verhältnismässigkeit, die von rechts und links zum Nachteil der Menschen zu leicht übergangen wird.

      Das Schema böse Rechte/ Linke führt nirgends wo hin.
      2 4 Melden
    • Charlie Brown 05.11.2016 09:07
      Highlight @Zaafee: Deine Argumentation ist lächerlich. Oben machst du links/grün für etwas verantwortlich, was alle ausser rechts(aussen) wollten. Und jetzt sagst du, das "rechts/links" führt nirgends hin. Momol. Konsistente Argumentation...
      5 2 Melden
    • deleted_904825345 05.11.2016 11:08
      Highlight Charlie, wenn ich sage "diesmal" von links-grün, sage ich doch schon im ersten Post, dass dies in anderen Fällen von anderer Seite aus passiert? Du hasst schon recht, dass ich damit selber in die links-rechts Falle tape, allerdings betone ich das bewusst als GeGengewicht, zur hier weit verbreiteten Ansicht, dass die SVP sich z.B. mit der DSI als einzige Partei über das Verhältnismässigkeitsprinzip hinwegsetzte.

      --> Meine Aussage ist und war es schon bei der DSI: es tun beide/ alle, und ist immer problematisch.
      1 2 Melden
    • deleted_904825345 05.11.2016 11:13
      Highlight Charlie, es gibt natürlich Vorlagen, die von bestimmten Parteien/ Kreisen besonders unterstützt, verfechtet und teils initiiert werden, auch wenn es für die Zustimmung im Parlament immer Mehrheiten über die Mitte oder mit Unheiligen braucht. ViaSicura war klar links-grün motiviert, Das neue NDG klar bürgerlich-rechts. In beiden Fällen stimmten weite teile des Parlaments zu.
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  • Hanslishans 04.11.2016 10:23
    Highlight Das grösste Schwein im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.
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  • Chrigi-B 04.11.2016 10:13
    Highlight Es kann nicht sein, dass die Polizei Drogen- und Alkohltests bei Fussgängern oder Taxikunden macht! Das ist in meinen Augen reine Geldmacherei. Kontrolliert lieber die Autofahrer.
    68 8 Melden
    • deleted_904825345 04.11.2016 11:16
      Highlight Und die Velofahrer. Obwohl es schon Sinn macht, besoffen besser Velo als Auto zu fahren - gefährlich ist es trotzdem. Vielleicht sollte man di null Toleranz Politik, sowie Vision Zero grundsätzlich überdenken.
      32 5 Melden
    • Chrigi-B 04.11.2016 11:42
      Highlight Nun, für mich wären auf dem Velo die gleichen Regeln angebracht wie im Auto. Toleranzwerte bei Alkohol und Drogen, welche auch Sinn machen (Junglenker 0.0 Promille?). Via Secura ist das Werk von unfähigen Bürokraten welche die Polizei anweist mündige Bürger zu jagen. Mithilfe der Staatsanwaltschaft und der Strassenverkehrsämter werden Gelegenheitskonsumenten zu Kriminellen gemacht und Existenzen unnötig gefährdet!
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    • Toerpe Zwerg 04.11.2016 12:23
      Highlight Vision Zero kann nur von in Statistik unbedarften überhaupt ins Auge gefasst werden ...
      12 0 Melden
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  • Toninio 04.11.2016 10:05
    Highlight Come on WTF. In Holland sowie in den Bundestaaten der USA wo Canabis legal ist, hat man festgestellt, dass es sogar weniger Autounfälle gibt, da die Leute die Kiffen aufs Autofahren verzichten. Via Sicura ist eher darauf ausgelegt die Autofahrer zu bestrafen und mehr Bussen einzunehmen,.
    81 6 Melden
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