Schweiz
Energie

Erhöhte Werte: Radioaktivität bei AKW Leibstadt festgestellt

Erhöhte Werte: Dem AKW Leibstadt entweicht radioaktive Strahlung

05.07.2016, 11:3605.07.2016, 12:06
Mehr «Schweiz»
Weil Gammastrahlung durch das Dach des Maschinenraums dringt, wurden erhöhte Messwerte registriert.
Weil Gammastrahlung durch das Dach des Maschinenraums dringt, wurden erhöhte Messwerte registriert.Bild: KEYSTONE

Bei Messflügen über dem AKW Leibstadt AG hat ein Helikopter der Nationalen Alarmzentrale (NAZ) direkt über der Anlage eine leicht erhöhte Radioaktivität festgestellt. Auch im Bergell, weitab von Kernanlagen, wurden überdurchschnittlich hohe Werte registriert.

Die erhöhten Werte direkt über dem AKW Leibstadt seien schon in den vergangenen Jahren beobachtet worden, heisst es in dem am Dienstag veröffentlichten NAZ-Bericht. Bei Siedewasserreaktoren wie Mühleberg und Leibstadt werde Frischdampf mit Stickstoff N-16 aus dem Reaktor in das Maschinenhaus geleitet.

Gammastrahlung dringt durchs Dach

Wegen der geringen Dachabschirmung könne die Gammastrahlung des Stickstoffisotops N-16 deshalb unmittelbar über dem Maschinenhaus von der Luft gut festgestellt werden. Aus dem Reaktor selber dringe aufgrund der dicken Schutzhülle keine Gammastrahlung nach aussen.

Die NAZ-Flüge über den Kernanlagen im nördlichen Aargau fanden am 27. Juni statt. Ein Helikopter der Schweizer Luftwaffe überflog während dreieinhalb Stunden die Kernkraftwerke Leibstadt und Beznau, das Zentrale Zwischenlager in Würenlingen sowie das Paul Scherrer Institut in Würenlingen und Villigen.

Auch im Bergell erhöhte Werte

Die Flughöhe betrug rund 90 Meter über Grund. Die Messwerte entsprachen laut NAZ-Angaben den Erwartungen. Ausserhalb der AKW-Areale wurden keine Auffälligkeiten festgestellt. Alle Schweizer Kernanlagen werden im Auftrag der Aufsichtsbehörde ENSI im Zweijahresrhythmus ausgemessen.

Zwischen dem 27. Juni und dem 1. Juli wurden auch andere Teile der Schweiz überflogen. Dabei stellten die Messgeräte in der Umgebung von Vicosoprano GR im Bündner Südtal Bergell überdurchschnittliche Radioaktivitätswerte fest. Ursache dafür sind die relativ hohen Anteile an natürlich vorhandenem Thorium und Uran in den örtlichen Gesteinen. (sda)

Atomkraft in der Schweiz

1 / 13
akw
Atomkraftwerk Gösgen mit Schnee, aufgenommen im Dezember 2012.
quelle: keystone / gaetan bally
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
9 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9
Streit um Herzchirurgie in St.Gallen: Jetzt ziehen die Krankenkassen vor Gericht
Die Pläne für Herzchirurgie am Kantonsspital St.Gallen stossen auf Widerstand. Die Krankenversicherer wollen sie verhindern, weil sie um um die Behandlungsqualität fürchten und vor steigenden Kosten warnen.

Die St.Galler Spitäler kommen nicht zur Ruhe. Nach der Massenentlassung von 440 Stellen im letzten Herbst ist nun ein Streit um der geplante Leistungsauftrag für Herzchirurgie am Kantonsspital entbrannt. Anfang März hatten die drei Kantone St.Gallen und beider Appenzell entschieden, bei der Spitalplanung zusammenzuspannen. Ihr Ziel: Sie wollen teure Doppelspurigkeiten vermeiden.

Zur Story