Schweiz

Das Atomkraftwerk Beznau, aufgenommen im Mai 2011.
Bild: KEYSTONE

«Die Anlage darf nicht in Betrieb gehen» – Insider erhebt Pfusch-Vorwürfe gegen AKW Beznau

Ein Insider sieht Mängel bei der Notstromanlage des AKW Beznau. Unter dem Strich passe zu viel nicht zusammen. Die Axpo weist die Vorwürfe zurück.

06.09.15, 05:52 06.09.15, 10:55

Ein Insider aus der Atomindustrie erhebt Vorwürfe gegen die Betreiber des AKW Beznau. Bei der Entwicklung der elektrischen Steuerungsanlage für die neue Notstromanlage Autanove seien die Schalter kurzfristig ausgewechselt worden. Wie dem «SonntagsBlick» vorliegende Dokumente zeigen, wurden Teile verbaut, die gemäss den damaligen Verantwortlichen nicht in die Anlage passten.

Laut dem Insider ist die Autanove-Schaltanlage nicht typengeprüft und damit weder thermisch noch auf Kurzschlüsse getestet worden. Die Schaltanlage sei aber das Herzstück der Notstromversorgung: «Fällt sie aus, nützen die stärksten Generatoren nichts.» Ein weiteres Problem sei die Verkabelung mit dem AKW. Durch den Tausch der Schalter habe sich die Grösse der Schaltschränke verändert. «Die neuen Masse entsprachen nicht den Vorgaben der fertiggestellten Betonbauten.»

«Die Anlage darf nicht in Betrieb gehen.»

Ein Insider aus der Atomindustrie

Unter dem Strich passe zu viel nicht zusammen bei Autanove: «Die Anlage darf nicht in Betrieb gehen», so der Insider. Die Beznau-Betreiberfirma Axpo weist die Vorwürfe zurück. Die verwendete Schalttechnik entspreche der Standardspezifikation, sagt Sprecher Antonio Sommavilla. Für die verwendeten Schalter lägen die notwendigen Nachweise vor. Befürchtungen, der Austausch der Schalter tangiere die Sicherheit, seien «nicht nachvollziehbar». Auch die Firma ABB, welche für den Bau der Schaltanlage verantwortlich war, weist die Vorwürfe zurück. (dwi)

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Brikne, 20.7.2017
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  • Jürg Müller #BringBackHansi 06.09.2015 13:05
    Highlight So so, ein "INSIDER". Momoll, super. Und warum steht er nicht dazu, der "INSIDER"? Da scheint mir etwas anderes zu Grunde zu liegen. Ich frage mich nur, was? Frust? Entlassen? Greenpeace?
    11 12 Melden
  • atomschlaf 06.09.2015 11:22
    Highlight Der Betrieb der Uralt-Reaktoren in Beznau und Mühleberg ist in höchstem Mass unverantwortlich. Wenn einer dieser Schrotthaufen hochgeht, dann ist das Mittelland und damit die ganze Schweiz Geschichte.
    Das Perverse daran ist, dass der Betrieb beim gegenwärtigen Stromüberschuss in Europa noch nicht mal notwendig wäre. Abschreiben und zurückbauen!
    23 8 Melden
    • E7#9 06.09.2015 16:45
      Highlight Dass erneuerbare Energie die Zukunft ist bezweifle ich nicht. Die sollten auch gefördert werden. Jetzt aber übereilt die AKW's einfach runter zu fahren... ajajajaj... weiss nicht so recht.

      Der wegen der Energiewände übersubventionierte Billigstrom aus Deutschland, bringt sogar unsere Wasserkraftwerke (eine der saubersten Energien) in Konkurrenzschwierigkeit. Dreckigen Importstrom aus Frankreich möchte ich auch nicht unbedingt.

      So viel ich weiss ist Beznau zwar eine der ältesten AKW's, aber es wurde immer auf den neuesten Stand gebracht. Aber da müsste man ein Fachmann sein.

      Obwohl ich sicher viele Dislikes ernten werde: Müssen wir uns vorher nicht vergewissern, dass die Alternativen sicher sauberer und trotzdem einigermassen wirtschaftlich sind?

      Ich selber wohne genug nahe an Beznau, dass ich Jod-Tabletten für den Fall zugestellt bekam 😨
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    • Gelöschter Benutzer 06.09.2015 18:59
      Highlight @sound: Beznau 1 ist nicht "eines der ältesten" sondern das älteste AKW der Welt. Inbetriebnahme 1969. Das marode AKW Fessenheim im Elsass ist 8 Jahre jünger.
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    • _kokolorix 06.09.2015 20:47
      Highlight ganz deiner meinung.

      betreffend gau ist die frage nämlich nicht ob, sondern wann er eintritt. das beweist ein blick in die geschichtsbücher.

      wenn heute jemand ein schiff als unsinkbar anpreist, dann wird er nur belächelt... mir unerklährlich warum kernanlagen nicht gleich streng bewertet werden.
      5 3 Melden
    • E7#9 07.09.2015 20:24
      Highlight Ok, überzeugt. Das Risiko ist wahrscheinlich zu gross. Da habt ihr sicher recht. Ich verstehe nicht sehr viel davon und sollte deshalb meine Klappe nicht zu weit öffnen bei diesem Artikel. Danke für so abgeklärte Kommentare. Hab jetzt einen etwas anderen Blickwinkel. So macht es spass.
      4 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 06.09.2015 11:00
    Highlight Es ist mir vorallem bei Themen wie Diesem wichtig, das die Köpfe der Politiker hier genauer hinsehen, und kein Risiko aufgrund von Geld in kauf nehmen. Nicht ein so grosses wie Dieses. Echt leute, es ist das älteste Ding das noch läuft. Ich sag ja nicht alt = schlecht nein. aber Risiko ist scheissgross das es hald mal schief gehen könnte. Sind ja alles Menschen die dahinter stehen, die machen oft Fehler. Nur hier dürfen wir uns sicher keinen Leisten. Also bitte klährt das lieber 10 mal ab als nur 3mal.
    15 5 Melden
  • Gelöschter Benutzer 06.09.2015 08:39
    Highlight Wenn die Anlage hochgeht, müssen sich wenigstens die Konservativen über keine Flüchtlingsströme mehr aufregen *lol*
    32 16 Melden
    • Angelo C. 06.09.2015 11:03
      Highlight Es geht eben nichts über Mutterwitz und geistreiche Kommentare....
      12 10 Melden
    • Gelöschter Benutzer 06.09.2015 11:45
      Highlight Angelo, sowas nennt man Satire :-)
      9 10 Melden
    • HabbyHab 06.09.2015 11:48
      Highlight Angelo, wenn auf andere Kritik nicht reagiert wird, kann man ruhig mal etwas zynisch werden.
      7 7 Melden

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