Schweiz

Die BKW-Chefin Suzanne Thoma geht davon aus, dass die Schweizer AKW noch einige Jahre betrieben werden können. Bild: KEYSTONE

Stehen Atomkraftwerke «nutzlos herum»?

Atomausstieg: Für BKW-Chefin Thoma ist die Initiative für einen «geordneten Ausstieg aus der Atomenergie» überhastet – den Grünen liefern die Pannen-AKW Munition.

Publiziert: 12.10.16, 04:18 Aktualisiert: 12.10.16, 08:10

ANTONIO FUMAGALLI / Aargauer Zeitung

Ein Abstimmungskampf ist immer auch ein Ringen um die Deutungshoheit über Schlagworte. Stimmt die Schweizer Bevölkerung am 27. November nun über einen «geordneten Ausstieg aus der Atomenergie» ab – wie der Originaltitel der Initiative verheisst – oder eben doch über ein ungeordnetes Abschalten der hiesigen Kernkraftwerke, wie es Bundesrätin Doris Leuthard an der gestrigen Pressekonferenz nannte?

Zur Erinnerung: Mit ihrem Volksbegehren verlangen die Grünen, dass die drei ältesten AKW der Schweiz (Beznau I und II sowie Mühleberg) im Jahr 2017 vom Netz gehen. Gösgen (2024) und Leibstadt (2029) sollen folgen.

«Es ist eine teure Scheinlösung.»

BKW-Chefin Suzanne Thoma.  

Bei ihrer Argumentation, warum die von der Initiative geforderte Marschroute überhastet sei, beziehen sich die Gegner der Initiative auch auf die Erfahrungen des Atomkraftwerks Mühleberg. Dessen Betreiber, der Berner Energiekonzern BKW, entschied 2013, das Werk im Jahr 2019 vom Netz zu nehmen – zwischen dem Abschaltbeschluss und dem effektiven Abschalten vergehen also sechs Jahre. «Diese Zeit ist notwendig, um den Ausstieg, die Stilllegung und den Rückbau vorzubereiten», sagte gestern BKW-Chefin Suzanne Thoma vor den Medien.

Schneller kein Ertrag mehr

Der Hintergrund ihrer Aussage ist klar: Ein «schneller» Atomausstieg, wie er von der Initiative gefordert wird, ist für die Gegner nicht nur aus versorgungstechnischer Sicht problematisch, sondern auch aus finanzieller. «Es ist eine teure Scheinlösung. Teuer darum, weil die drei kurzfristig abgestellten Kraftwerke über mehrere Jahre nutzlos – man kann es nicht anders sagen – herumstehen würden», so Thoma.

Das Kernkraftwerk Mühleberg soll 2019 vom Netz. Bild: KEYSTONE

Während dieser Übergangszeit bis zur Abschaltung, in der das AKW Mühleberg nun gerade steckt, fallen gemäss Thoma praktisch die gleichen Kosten an wie zuvor. Wenn die drei ältesten Werke aufgrund eines allfälligen Volksentscheids nun aber innerhalb eines Jahres abgeschaltet werden müssten, gebe es viel schneller keinen Ertrag mehr. Es stimme zwar, dass die Schweizer Kernkraftwerke im aktuellen Marktumfeld bereits heute kaum Geld verdienten. «Zwischen keinem Gewinn und null Umsatz gibt es aber einen Unterschied», sagt Thoma.

Die BKW-Chefin geht demnach davon aus, dass die Schweizer AKW noch einige Jahre betrieben werden können – sofern das Stimmvolk die Atomausstiegs-Initiative ablehnt. Doch nicht bei jeder Anlage ist das so klar: Beznau I ist seit März 2015 vom Netz, erst Ende 2016 dürfte die Anlage wieder hochgefahren werden. Und auch Leibstadt, das neuste AKW der Schweiz, steht aus Sicherheitsgründen voraussichtlich bis Februar 2017 still.

«Es ist eine Realität, dass die bestehenden Kraftwerke laufend ungeplante Ausfälle haben und damit viel Geld verlieren.»

Grünen-Präsidentin Regula Rytz.

«Initiative hin oder her»

Für Grünen-Präsidentin Regula Rytz sind die derzeit abgestellten AKW geradezu ein Beweis dafür, dass die Annahme der Initiative nötig ist. «Es ist eine Realität, dass die bestehenden Kraftwerke laufend ungeplante Ausfälle haben und damit viel Geld verlieren. Der Ausstiegsfahrplan, wie er von der Initiative gefordert wird, macht deshalb Sinn», sagt sie. Nur so werde rechtzeitig in sauberen Strom investiert.

BKW-Chefin Thoma habe recht, dass die Vorbereitung eines AKW-Rückbaus Jahre in Anspruch nehme und teuer sei. «Doch das muss so oder so eines Tages passieren – Initiative hin oder her», so Rytz. Wenn man die AKW hingegen ohne Befristung weiterlaufen lasse, handle man sich ein doppeltes Sicherheitsrisiko ein. Eines für die Bevölkerung und eines für die Stromversorgung. Die Tatsache, dass derzeit zwei und letztes Jahr während einer kurzen Zeit gar alle fünf Kraftwerke keinen Strom lieferten, zeige diese Unwägbarkeiten schonungslos auf. «Mit der Initiative hingegen weiss man, woran man ist und hat Planungssicherheit», sagt Rytz.

66 Kommentare anzeigen
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  • max bruppbacher 13.10.2016 11:48
    Highlight seit den 50er jahren wurden weltweit etwa 600 kernkraftwerke gebaut.. und weltweit gab es genau 32 Reaktorunfälle der Stufe 4 und höher.. Das heisst im schnitt gibt es bei 5% aller atomkraftwerke einen unfall!! Jedes 20.!!
    Stellen sie sich mal vor, jedes 20. flugzeug würde abstürzen.. würden sie noch fliegen?
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    • Nonsens Ursus 13.10.2016 15:38
      Highlight Sie haben da ein Trugschluss; die allermeisten schwerwiegenden Unfälle hatten als Ursache fehlerhafte Wartung oder allgemeine Konstruktionsmängel. Werfen wir einen Blick auf Tschernobyl so sehen wir, das Gebäude zu grossen Teilen aus Holz gebaut war (das ist doch das Zeug, das brennt? Nicht?). und Fukushima hat als Kühlung das Meer welches in einem der aktivsten Erdbeben- und Tsunamigebiet liegt.
      Abgesehen von Mühleberg mit dem Wohlensee, ist kein Schweizer Atomkraftwerk auch nur annähernd so gefährdet.
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  • Stipps 12.10.2016 18:38
    Highlight Sowas von fadenscheinig, hier den grossen Atomkraftgegner und -warner machen und gleichzeitig davon ziehen. Niemand verharmlost den Faktor Mensch, aber die Dinger stehen rum und liefern Bandenergie - eure ganzen Applegadgets laufen damit und eure Eltern konnten in einer Industrie Löhne beziehen (falls) basierend auf günstiger Energie. Life's tough!
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    • max bruppbacher 13.10.2016 11:33
      Highlight Immer das selbe argument mit der bandenergie.. wir haben unser stromnetz um die AKWs herum gebaut und argumentieren jetzt dass es ohne diese nicht geht.. aha.. dann müssen wir halt das grid anpassen.. pumpkraft werke, intergrid, angepasster konsum der industrie und private speicher lösen das problem. sogar die economiesuisse hörige avenir suiss kommt zu diesem schluss.
      und zum preis:
      Das Max Planck institut im Juni16 und das Caltech im september 16 haben beide gezeigt das Photovoltaik bereits heute die günstigste energiequelle ist.
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    • Stipps 13.10.2016 14:44
      Highlight Genau, wohl nach den 103 Milliarden CHF Investitionen für den Netzumbau ...
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  • Tom Garret 12.10.2016 11:45
    Highlight Könnte es nicht sein, dass die AKW Betreiber insgeheim sogar wollen, dass diese Vorlage angenommen wird? Immerhin könnte man dann versuchen die Horrenden Kosten die anfallen werden und für die klar zu wenig zurückgestellt wurde aufgrund des Volksentscheides auch auf dieses abzuwälzen? Nur so ein Gedanke...
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  • fcsg 12.10.2016 10:49
    Highlight So wie es momentan läuft, nehmen sich die AKW ja ständig selbst vom Netz (siehe Leibstadt oder Beznau I)... Letztes Jahr war zeitweise kein AKW am Netz. Das Thema Versorgungssicherheit ist damit wohl vom Tisch. Wegen ein paar Franken offensichtlich fehleranfällige AKW weiterlaufen lassen und damit unsere Lebensgrundlage gefährden, macht keinen Sinn. Die Schweiz ist in der komfortablen Lage über gigantische Speichermöglichkeiten zu verfügen um erneuerbare Energien zu speichern, jetzt ist die Zeit um sie zu nutzen.
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    • Nonsens Ursus 12.10.2016 14:38
      Highlight Diese Aussage strotzt ja gerade nur von Inkompetenz und purem Unwissen. "Das Thema Versorgungssicherheit ist damit wohl vom Tisch". Schon mal was von Stauseen gehört? Die tragen den Begriff Speicherkraftwerk auch nicht umsonst. Sie brauchen den Begriff ja selbst (scheinbar ohne zu wissen was es ist). Auch hat die Schweiz in den vergangenen Jahren auch öfters Strom aus dem Ausland bezogen um etwaige Lücken in der Stromversorgung "auszubügeln". Auch ich bin für den Atomstromausstieg, doch ihre Argumentation ist ja mal so was von falsch...
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    • fcsg 12.10.2016 16:53
      Highlight Klar weiss ich, was ein Speicherkraftwerk ist. Ich weiss auch wie das europäische Stromnetz funktioniert. Aber ich nehme den Vorwurf der kompletten Unwissenheit und Inkompetenz gerne zur Kenntnis. Aber belehren sie mich doch: Inwiefern ist denn meine Aussage inkompetent? Es ist doch eine Tatsache, dass AKW desöftern ausfallen und damit oft wenig zur Versorgungssicherheit (wie als Argument vorgebracht im Artikel) beitragen. Fakt ist auch, wir haben die Kapazitäten um die schwankende Stromproduktion durch Speicherkraftwerke auszugleichen. Was noch fehlt ist ein Ausbau von erneuerbaren Energien.
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    • Nonsens Ursus 13.10.2016 15:20
      Highlight Sie bringen als Argument gegen das Problem der Versorgungssicherheit die Tatsache vor, dass zu einem Zeitpunkt alle Reaktoren vom Netz waren.
      Dies ist ein Trugschluss, weil wir solche Engpässe mit unseren Stauseen und Stromimport kompensieren können. Fakt ist, dass wir aktuell ,ohne die 5 Reaktoren, die Schweiz dauerhaft nicht ohne den Import von dreckigem Kohlestrom versorgen können.

      Und hätte ich die Wahl würde ich jederzeit Atomstrom dem Kohlestrom vorziehen. Wobei auch Atomstrom bekannterweise meilenweit vom Optimum entfernt ist.
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  • Tom Garret 12.10.2016 10:17
    Highlight Dann sollen die Betreiber jetzt der Initiative zuvor kommen und die Abschaltung einleiten...
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  • Maranothar 12.10.2016 10:13
    Highlight Die AKWs müssen wegen und zwar über einen Zeitraum der uns erlaubt den Ausfall durch Erneuerbare Energiequellen zu ersetzen. Das ist das einzige Kritererium das zählen darf wenn es darum geht wann man sie abschaltet.
    Denn wenn uns so eines um die Ohren fliegt, dürfen wir uns schonmal überlegen in welches Land wir flüchten.
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    • pamayer 12.10.2016 10:44
      Highlight Nein. Wir werden keine zeit mehr zum flüchten haben....
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    • Maranothar 12.10.2016 11:01
      Highlight DAS hängt davon ab wo man wohnt wenn ich die Karte richtig gelesen hab. Die in direkter Nachbarschaft sind zweifellos am Allerwertesten.
      Zone 3 kann eine Chance haben, je nach geologischen Gegebenheiten.
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  • deleted_420198696 12.10.2016 09:44
    Highlight Fukushima galt - wie jedes AKW - auch als sicher. Und alle Unfälle sind immer total ungefährlich und harmlos.

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    • Richu 12.10.2016 14:00
      Highlight Dass Fukushima nicht mit den Schweizer AKW's verglichen werden kann, sollte jeder normal denkenden Person "einleuchten"!
      Übrigens hat gerade letzten Monat England beschlossen, bei ein französischen Firma ein neues AKW mit der neuesten Technik in Auftrag zu geben. Die AKW's "verschwinden" also auch in Europa noch lange nicht!
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    • deleted_420198696 12.10.2016 16:40
      Highlight Weil radioaktive Strahlung in der Schweiz weniger schädlich wäre als in Japan?

      Fukushima ist nur ein Beispiel, das jeder kennt. Jeder Unfall ist anders.
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    • max bruppbacher 13.10.2016 11:36
      Highlight @Richu weshalb kann man dies nicht vergleichen? weil wir keine tsunamis haben? dafür aber andere nicht vorhergesehene naturkatastrophen.. und oder menschliches versagen..
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  • 7immi 12.10.2016 09:26
    Highlight irgendwie fehlt der mittelweg. die abschaltung nächstes jahr ist überstürzt (obwohl auch ich atomgegner bin), eine unbegrenzte laufzeit ist aber auch falsch. unsere stromnetze müssen angepasst werden können, sonst bringt das ganze nichts. diese anpassung braucht zeit. wenn man zb 2020 als deadline nehmen könnte, wäre das deutlich realistischer. wir haben in der vergangenheit geschlafen. das heisst aber nicht, dass man nun überstürzt handeln muss.
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    • max bruppbacher 13.10.2016 11:37
      Highlight nur das total überaltete beznau 1 soll nächstes jahr abgestellt werden (ist ja eh seit 1 1/2 jahren offline und trägt nichts zur versorgungssicherheit bei)
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  • amore 12.10.2016 09:20
    Highlight Wie dumm kann man nur sein, wenn man ein paar Mio. Franken Mehreinnahmen einem Risiko eines total verseuchten auf Jahrzehnte unbewohnbares Schweizer Mittelland gegenüberstellt.
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    • Stipps 12.10.2016 18:34
      Highlight *schreibt er in seiner warmen Wohnung (Atomstrom)*
      2 4 Melden
    • max bruppbacher 13.10.2016 11:38
      Highlight @stipps elektroheizungen sind zum glück in der Schweiz verboten..
      0 3 Melden
    • Stipps 13.10.2016 14:45
      Highlight @max: hihi, stecken sie mal ihrer Heizung, egal welcher Machart, den Stecker aus ....
      2 0 Melden
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  • Tavares 12.10.2016 08:25
    Highlight Die Initiative der Grünen zieht auf die Sicherheit der Einwohner und Einwohnerinnen in unserem Land und auch der angrenzenden Ländern ab. Und Thoma argumentiert mit ein paar Franken mehr oder weniger.
    So viel muss uns die Sicherheit wert sein. Ansonsten darf man gerne mal in Fukushima und Tschernobyl nachfragen, was ihnen noch ein paar Fränkli mehr bringen.
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    • Libertas 12.10.2016 09:27
      Highlight Die Sicherheitsfrage ist irrelevant. Das Risiko, dass es in einem Schweizer AKW zu einem grösseren Unfall kommt ist = 0. Atomenergie ist eine sichere Energie.
      8 21 Melden
    • Ruedi89 12.10.2016 09:46
      Highlight Offensichtlich hast du keine Ahnung. Denkst du, nur weil das AKW nicht mehr am Netz ist, ist es nicht mehr gefährlich? Der Ausstiegsplan des Bundes dünkt mich sicherer, weil so die Betreiber die Abschaltung und den Rückbau planen können und nicht um Kosten zu sparen irgendwelche Schnellschüsse tätigen. So ein AKW ist kein Transistorradio, das man einfach mit EIN/AUS-Knopf abschaltet und alles ist gut.
      8 5 Melden
    • Sir Jonathan Ive 12.10.2016 10:41
      Highlight Ausserdem wird das abschalten nur noch teurer umso länger man wartet...
      7 3 Melden
    • max bruppbacher 13.10.2016 11:45
      Highlight @libertas deshalb fliegen auch ungefähr 5% der AKWs in die luft..
      1 1 Melden
    • Ruedi89 13.10.2016 12:23
      Highlight @max bruppacher: Das musst du mir erklären. Es gibt weltweit 438 aktive Meiler. 155 sind stillgelegt. Macht knapp 500. Ich kann mich nicht an 25 Unfälle erinnern. Harrisburgh, Tschernobyl, Fukushima waren die einzigen (zivilen) GAUs. Also 5% ist etwa so falsch wie zu behaupten, es sei eine 100% sichere Energie.
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    • Tavares 14.10.2016 06:35
      Highlight 3 von 500 ist aber immer noch ein recht hohes Risiko für Reaktoren, welche in mitten von bewohntem Gebiet stehen...
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  • sassenach 12.10.2016 07:35
    Highlight Die Atomenergie ist nicht nur eine Katastrophe bezüglich atomarem Abfall, sondern auch ein Sicherheitsrisiko. Wenn einmal ein Unfall passiert, und das ist immer möglich (z.B. auch durch einen Anschlag), dann kann man nacher nicht einmal durchwischen und die Sache ist wieder ok. Die Folgen wären brutal und würden unzählige Generationen betreffen. Bei diesem Thema darf man nicht mit dem Portemonnaie denken. Atomenergie hat positive Aspekte, aber die negativen sind zu verheerend, als dass sie von den positiven aufgehoben werden könnten. Atomenergie ist nicht und niemals sicher.
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    • Tom Garret 12.10.2016 10:21
      Highlight Man stelle sich mal vor bei Gösgen passiere das schlimmst anzunehmende (analog Japan) und 30Km Umkreis sind für immer (ok stand jetzt 1000e Jahre) unbewohnbar. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Leute dort. A1, Eisenbahn, alles fährt dort durch. Alles weg von heute auf Morgen!
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  • kleiner_Schurke 12.10.2016 07:32
    Highlight Atomkraftwerke sind Geld Druckmaschinen und die stellt man hat ungern gerne ab. Wenn ich die Politiker so Herum labern höre wird mir schlecht. Man erkennt wer hier wen besticht und so weiter. Auch das Endlager Problem ist noch nicht einmal ansatzweise gelöst. Kein Wunder, da gibt es wohl auch keine sichere Lösung. Natürlich müsse die alten Atom Oldtimer schnellstens vom Netz, wir benutzen heute sonst ja auch keine Technologie aus den 60er Jahren mehr. Aber eben, dann kann man damit kein Geld mehr machen. Sicher gibt es auch noch Verträge mit Selafield bis 2199, damit die ihr Geld verdienen.
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    • Sir Jonathan Ive 12.10.2016 10:44
      Highlight Nicht, dass ich nicht mit der allgemeinen Message deines Kommentars einverstanden wäre, aber der korrektheit halber muss man schon sagen, dass wir heute noch viel Technologie aus den 60ern und älter verwenden.
      Allerdings keine mit solchen verhehrenden Auswirkungen sollte etwas schief laufen.
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    • pun 12.10.2016 11:09
      Highlight "wir benutzen heute sonst ja auch keine Technologie aus den 60er Jahren mehr."

      "Ausser meine Frau als Küchen- und Haushaltsgerät. Höhö." Zitat: ein anonymer Bundesrat.
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  • deleted_420198696 12.10.2016 07:22
    Highlight Beznau 1 ist das ÄLTESTE AKW der WELT.

    Was wollt ihr?
    Bizzeli Geld für die Betreiber + steigendes Risiko für alle?
    Oder mehr Sicherheit?

    Mir wär's relativ egal, wenn's uns putzt. Ich hab soweit schon ein sehr interessantes Leben genossen. Aber es ist zutiefst krank, dass ein paar Profiteure und ihre Lobbyisten wegen bizzeli Geld diese Entscheidung für Millionen Menschen treffen.

    Gefahrenzonen:
    http://www.srf.ch/news/infografik/schweizer-akw-die-gefahrenzonen

    Oder:
    http://www.greenpeace.org/switzerland/Global/switzerland/de/publication/Nuclear/Greenpeace_Zonenpass_Z1_sie_leben_D.pdf
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    • kleiner_Schurke 12.10.2016 08:46
      Highlight
      Wenn ein AKW knallt, einfach nicht in den Blitz schauen, Jodtablette einwerfen und weiter arbeiten und Steuern zahlen. Wie Militär gelernt, Auftrag einfach weiter ausführen.

      Keine Anekdote am Rande. War mal mit dem Militär in Gösgen. Unser Guide erklärte, dass das Reaktor Gebäude selbst den Aufprall eines Flugzeuges überstehen könne. Ich fragte ob das auch für den Castor Behälter auf einem Bahnwagen vor Gebäude gelten würde. Die Antwort hat mich verblüfft: Wenn das unsicher wäre, dürfte der Castor gar nicht dort stehen... Seufz! Wir haben alles unter Kontrolle, Situation normal, Seufz!
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  • Töfflifahrer 12.10.2016 07:07
    Highlight Nun Frau Thoma, mir hat ein Ex-Chef mal gesagt, wer sich selbst nicht bewegt, der wird bewegt. Sie und der ganze Energiebereich hatte jahrelang die Möglichkeit sich am Energiewandel aktiv zu beteiligen. Nein, sie versuchten lediglich den alternativen Energien Hürden in den Weg zu legen um ihre goldenen Kälber zu schützen und soviel Profit daraus zu ziehen wie es nur geht. Das geht aber nicht auf, nicht dass sie das nicht wüssten. Aber statt vorwärts zu blicken, schützen sie ihre Pründe immer noch! Haben sie Angst vor dem was da bei einer Stilllegung noch kommt?
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  • Rolf Gschwend 12.10.2016 06:36
    Highlight Ich finde es sogar gut, dass die zwei Akw's wegen Sicherheitsgründen momentan stillstehen.
    Wenn sie's nicht täten wärs prekär.
    90 4 Melden
    • zigi97 12.10.2016 07:42
      Highlight genau, das zeigt wie gut die sicherheitsvorkehrungen sind.
      9 27 Melden
    600
  • Saul_Goodman 12.10.2016 06:23
    Highlight Den ausstieg und Rückbau kann man auch vorbereiten wenn das kraftwerk nicht mehr läuft. Das ist überhaupt kein Problem. Versorgungsengpässe? Wohl kaum, wenn bereits dieses Jahr alle Atomkraftwerke still standen...

    Es kann einfach nicht sein, dass die schweiz unbewohnbar wird wegen ein paar investoren, die noch gerne ein paar fränkli mehr verdienen möchten.

    Mehr muss dazu eigentlich gar nicht sagen.
    127 21 Melden
    • deleted_904825345 12.10.2016 07:24
      Highlight Die paar Investoren (hauptsächlich der Staat), verdienen nicht ein paar Fränkli mehr, sonder verlieren ein paar Fränkli weniger, wenn sie die AKW während der Planung des Rückbaus betreiben können (Kein Gewinn ist nicht gleich kein Umsatz). Das sie bei Sicherheitsbedenken trotzdem nicht laufen gelassen werden zeigt der aktuelle Stillstand. Wozu also den Verlust unnötig mehren und den Umsatz innert einem Jahr stoppen (die Kosten kaufen weiter), wenn doch die Rückbauplanung mehrere Jahre in Anspruch nimmt?
      8 8 Melden
    • HansDampf_CH 12.10.2016 07:54
      Highlight Dieser Investor sind sie und ich. Die Eigentümer sind größtenteils einige Kantone.
      16 0 Melden
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  • Pius C. Bünzli 12.10.2016 06:12
    Highlight Anscheinend muss uns erst so ein Ding um die Ohren fliegen bis es alle kapiert haben..
    101 19 Melden
    600
  • Toerpe Zwerg 12.10.2016 05:53
    Highlight Die Uralt-Werke müssen vom Netz. Die Nuklearenergie wird zurückkommen. Sicherer, leistungsfähiger, günstiger.
    35 49 Melden
    • Z&Z 12.10.2016 06:14
      Highlight Bezweifle ich. Wenn, dann wird die Fusionsenergie Schule machen. Aber dafür wird es wohl noch einige Zeit dauern. Prognosen sagen bis ende des 21. Jahrhunderts. Bis dahin müssen wir nur sehen, dass wir nicht verstrahlt, verdampft oder verbombt werden.
      62 14 Melden
    • kleiner_Schurke 12.10.2016 07:26
      Highlight Aber es ist doch längst alles verstrahlt und verbombt- Tschernobyl, Fukushima, Three Mile Island, Hanford, LA Hague, Selafield, 3 gesunkene Russisch Atom U Boote, ein gesunkenes US Atom-U-Boot und etwa 2 Dutzend verlorene US Atombomben. Die Pakistaner haben die Islamische A-Bombe, Kim Jong bastelt an der A-Bombe und wenn Trump Präsident würde dann hatten wir eine Wahnsinnigen der über 7000 A-Bomben befiehlt....also viel schlimmer kann es ja eigentlich nicht mehr kommen.
      19 3 Melden
    • Scaros_2 12.10.2016 07:42
      Highlight Fusionsenergie ist ebenso nuklearenergie wie die spaltende variante
      15 4 Melden
    • zigi97 12.10.2016 07:44
      Highlight Natürlich kann man nie wissen was in der Zukunft sein wird. Momentan wird jedoch viel Forschung zu sogenannten Brutreaktoren betrieben. Diese Forschung aus ideologischen Gründen jetzt vorzeitig einzustellen wäre definitiv ein Fehler.
      8 1 Melden
    • HansDampf_CH 12.10.2016 07:56
      Highlight Haha selten so gelacht. Seit 1950 verspricht man den fusionsreaktor. Es ist der Traum der Kapitalisten, die Energie zu zentralisieren und somit zu kontrollieren.
      Aber das hat keine Zukunft. Dream on
      9 11 Melden
    • Domino 12.10.2016 08:36
      Highlight Die heutigen Atomkraftwerke sollen kontrolliert heruntergefahren werden. Die Zukunft liegt aber trotzdem bei der Atomkraft. Die heutigen Reakoren sind alle unsicher, da sie für die Gewinnung von Plutonium ausgelegt sind, also für den Bau von Atombomben. Die zivile Variante ist der Flüssigsalzreaktor, der mit Thorium anstatt Uran funktioniert. Er wird in rund 10 Jahren verfügbar sein. Billige Energie ohne Risiko. Wer mehr über die Vergangenheit und Zukunft von Atomkraft erfahren will schaut sich diese Doku:
      2 2 Melden
    • ast1 12.10.2016 08:58
      Highlight @Z&Z Laut Forschungsprojekt ITER sollte es um 2050 möglich sein, Fusionsreaktoren zu bauen.

      @Scaros_2 Stimmt, beides ist Nuklearenergie, mit dem Unterschied, dass bei Fusionsreaktoren die Reaktion sofort stoppt, wenn die Energiezufuhr abgestellt wird – Kernschmelze u.Ä. also unmöglich, und dass dabei keine radioaktiven Abfälle entstehen.

      @HansDampf_CH Stellt sich heraus, dass es einiges komplizierter ist, eine Fusion zu starten als eine Fission. Experten sprechen von mehreren Grössenordnungen schwieriger. Aktuell gibt es aber bereits funktionierende Reaktoren, nur noch nicht marktreif.
      2 0 Melden
    • zigi97 12.10.2016 11:08
      Highlight @hansdampf ja die bösen, bösen Kapitalisten. Damit Geld verdienen anderen ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Müssen schreckliche Menschen sein.

      Ob mit oder ohne Fusionsreaktor: es hält dich keiner davon ab Solatzellen aufs Dach zu montieren und so eine unabhängige Energiezufuhr zu erstellen.
      1 0 Melden
    • Toerpe Zwerg 12.10.2016 21:14
      0 0 Melden
    • HansDampf_CH 13.10.2016 17:29
      Highlight So ein Blödsinn rechnet doch einfach mal all das Geld zusammen was bisher in der Erforschung der Nukleartechnologie investiert wurde. Ihr glaubt auch immer die selben Märchen. Der Fussionsreaktor wurde schon x mal versprochen! Nie gehalten... Also kommt mir doch nicht mit den Märchen. Es geht im Kern darum die Energie zu monopolisieren auf biegen und brechen...
      0 1 Melden
    • Toerpe Zwerg 13.10.2016 22:57
      Highlight Sehr qualifiziertes Statement.

      Haben Sie sich mit der Technologie der Flüssigsalzreaktoren befasst? Sagt Ihnen Energiedichte etwas? Ist ihnen bewusst, dass eine Lösung für nahezu unbegrenzte Verfügbarkeit von Energie ohne CO2 Emissionen sehr viele Probleme der Menschheit lösen würde?

      Denk- und Technologieverbote sind idiotisch. Nehmen sie sich 2h Zeit und versuchen Sie dss Konzept zu verstehen.
      1 0 Melden
    • kleiner_Schurke 14.10.2016 07:25
      Highlight Wenn etwas wirklich ohne jeden Zweifel belegt ist, dann das Menschen NICHT mit Atomtechnologie umgehen könnte. Der Mensch hat noch nicht die ethische Reife für eine so gefährliche Technologie. Ferner ist das Endlagerproblem, egal ob mit viel oder wenig Abfall, egal aus welchen Reaktortyp, nicht Ansatzweise gelöst.
      1 1 Melden
    • kleiner_Schurke 14.10.2016 07:25
      Highlight Der Schwachpunkt der Atomtechnologie ist nicht die Technologie an sich, sondern der Mensch. Dieser hat in Tschernobyl, Fukushima, Three Mile Island, La Hague und insbesondere Sellafield gezeigt dass er nicht mit der Atomtechnologie umgehen kann.

      Ich erinnere daran, dass wir heute nicht wissen wovon von was man wie viel, wo verklappt hat. Im Ärmelkanal hat man vor der Französischen Küste den Atommüll genau dort versenkt wo die Munition aus den 2. Weltkrieg lag. Wow! Bravo! Was braucht es noch? Noch ein paar versenkte Atom U-Boote? die vor sich hin rosten?
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    • Domino 14.10.2016 09:14
      Highlight Danke Toerpe Zwerg, schön das es auch hemand so sieht und nicht mit Schäuklappen rumläuft.

      Flüssigsalzreaktoren wurden sehr früh von den USA verworfen, da man damit kein bombenfähiges Material herstellen kann.
      China ist jetzt am Flüssigsalzreaktor dran, darum wird es nicht mehr lange dauern, bis auch andere Staaten aufwachen. Schaut euch die Doku, echt empfehlenswert.
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    • Domino 14.10.2016 10:57
      Highlight Flüssigsalzreaktoren lösen teils auch das Problem der Endlagerung der bisherigen Reaktoren. Sie selber produzieren keinen bis sehr wenig Abfall, da sie alles spalten. Das Konzept sieht vor, das Flüssigsalzreaktoren in einer Fabrik gebaut werden und nach etwa 10 Jahren neu befüllt werden. Da wird nicht wie bisher vor Ort gebaut, was viele Fehler fördert. Das macht das ganze noch sicherer und günstiger.
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    • zigi97 14.10.2016 12:12
      Highlight @HansDampf Ökonomie Lektion 1: ein Monopol ist ein Unternehmen, das als einziges das Recht hat ein bestimmtes Gut herzustellen. Monopole bieten typischerweise schlechten Service zu hohen Preisen. Auf einem freien Markt kann kein Monopol entstehen, da sofort ein Konkurrent dasselbe Gut in besserer Qualität und/oder zu einem günstigeren Preis anbieten würde.
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    • zigi97 14.10.2016 12:15
      Highlight @Hansdampf Sie scheinen gar nicht an einer Lösung ineressiert zu sein. Stattdessen Stattdessen, vermutlich aus ideologischen Gründen, kritisieren sie lieber, offensichtlich ohne ihn verstanden zu haben, den Kapitalismus, dasjenige Wirtschaftssystem, das uns zu Wohlstand geführt hat und als einziges in der Lage ist, ihn auch in Zukunft sicherzustellen.
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    • zigi97 14.10.2016 12:43
      Highlight Der Flüssigsalzreaktor braucht vermutlich noch etwas mehr Zeit, es gibt aber noch weitere neue Reaktortypen, von denen die ersten vermutlich ca 2030 serienreif sein werden.

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Generation_IV_International_Forum
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    • HansDampf_CH 15.10.2016 12:44
      Highlight Ihr fällt auch immer auf diegleichen lügen rein! Lässt doch mal alte feuchte atomträume von 1950-2000 durch. Es wurden Billionen verlocht. Schnelle Brüder, endloser atomkreislauf. Es gibt kein kommerziell erfolgreichen project. Man will nur Investitionen binden anstatt das zu machen was funktioniert. Lahme Propaganda eines gutgläubigen Technikers du bist sicher so ein Ingenieur... Jedenfalls glaubst du wohl auch an den Osterhasen.
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    • Toerpe Zwerg 16.10.2016 01:29
      Highlight Klar. Investitionen binden ist cool.
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    600

Forscher untersuchen die Möglichkeit eines neuen Atom-GAUs – das Resultat ist nicht sehr beruhigend

Die Atomenergie geniesst nicht gerade einen hervorragenden Ruf. Schuld daran sind nicht nur allfällige unterschwellige Assoziationen mit der Atombombe oder die nach wie vor ungelösten Probleme der Abfallentsorgung. Nachhaltig beschädigt wurde das Vertrauen in die Atomkraft vor allem durch zwei katastrophale Unfälle: Tschernobyl (1986) und Fukushima (2011). 

Die Antwort auf die Frage, ob Atomenergie überhaupt noch eine Zukunft hat, hängt auch davon ab, wie wahrscheinlich eine weitere …

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