Schweiz

SVP stellt sich bei BR-Wahl mehrheitlich hinter Cassis, Grüne sind noch unentschlossen

12.09.17, 18:06 12.09.17, 19:55

Im Fokus: Ignazio Cassis. Bild: KEYSTONE

Am Dienstagnachmittag haben die ersten Fraktionen den drei Bundesratskandidaten der FDP auf den Zahn gefühlt. Die SVP-Fraktion gab anschliessend bekannt, dass sie mehrheitlich den Tessiner Nationalrat Ignazio Cassis unterstütze.

45 Stimmen gingen an Cassis, wie Fraktionschef Adrian Amstutz im Bundeshaus vor den Medien sagte. 11 Stimmen gingen an die Waadtländer Nationalrätin Isabelle Moret. Chancenlos war in der SVP-Fraktion der Genfer Staatsrat Pierre Maudet. Er erhielt lediglich eine Stimme im ersten Wahlgang.

Die SVP-Fraktion zählt insgesamt 74 Mitglieder. Anwesend waren aber nicht alle. Es habe Absenzen aus medizinischen Gründen und wegen Schwangerschaften gegeben, sagte der Fraktionschef.

Tessin im Vordergrund

Den Ausschlag für Cassis gab laut Amstutz dessen Herkunft. Die SVP sei der Überzeugung, dass die Sprach- und Landesregionen im Bundesrat angemessen vertreten sein sollten, wie es die Verfassung vorsehe, sagte er.

Und die Fraktion sei überzeugt, dass gerade für die italienische Schweiz eine Vertretung im Bundesrat nötig sei, da dort gewisse Probleme vorhanden seien. Weil das für die SVP klar sei, kommuniziere sie ihren Entscheid bereits jetzt und nicht erst kurz vor der Wahl.

Fragen zu Europa

Auf die Frage, welche Rolle die europapolitische Haltung der Kandidatinnen und Kandidaten gespielt habe, sagte Amstutz, die SVP-Fraktion habe allen dieselben Fragen dazu gestellt. Sie habe im Wissen um die Antworten der Kandidierenden entschieden. Inhaltlich wolle er darauf nicht eingehen.

Dass die SVP Cassis unterstützen würde, zeichnete sich schon vor den Hearings vom Dienstag ab. Parteipräsident Albert Rösti hatte sich entsprechend geäussert.

Die Grünen haben nach den Hearings noch keine Wahlempfehlung abgegeben. Sie werden sich fraktionsintern nochmals beraten

Cassis zuversichtlich

Ignazio Cassis, Isabelle Moret und Pierre Maudet präsentierten sich am Dienstag auch der CVP und den Grünen. Die Anhörungen in den übrigen Fraktionen finden am kommenden Dienstag statt.

Cassis gab sich zuversichtlich. «Ich bin zufrieden, ich war mich selber», sagte er zwischen zwei Anhörungen. Das Interesse sei gross gewesen. Cassis liess aber auch politische Differenzen durchblicken: «Alle möchten sieben Bundesräte der gleichen Partei», sagte er. «Aber die Regeln sind anders.»

Maudet gab sich aufgeräumt: «Es war ein interessanter Austausch. Ich freue mich auf eine mögliche künftige Zusammenarbeit.» Moret erklärte, es sei eine gute Erfahrung gewesen, ihre Visionen und Ideen präsentieren zu können. (sda)

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  • gaga 12.09.2017 18:29
    Highlight War doch klar, in der SVP ist die Krankenkassemafia auch am Ruder.
    Volkspartei, lach mich krank.
    Nein, sonst steigt die Prämie.
    24 31 Melden
    • Bijouxly 12.09.2017 20:59
      Highlight Momentane Zusammensetzung BR:
      NE, VD, 2xBE, AG, ZH

      Wahl zwischen:
      VD, VD, TI

      Ganz im Ernst: Wie willst du zwei BR aus der Waadt rechtfertigen, wenn bereits 4 BR aus der Region vertreten sind? Es gibt absolut kein Argument dafür, die Tessiner zu Gunsten von 2xVD, 2xBE, NE zu verprellen! Einfach wirklich keines, egal wie unsympathisch dir Cassis ist, er ist der kompetenteste Kandidat des Tessins aller Parteien!
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    • Luca Brasi 12.09.2017 21:26
      Highlight @Bijouxly: Maudet kommt aus Genf, nicht aus der Waadt.
      18 1 Melden
    • Sveminem 12.09.2017 21:29
      Highlight Ich glaube nicht, dass im BR die Herkunft von entscheidender Bedeutung sein sollte, dafür haben wir den Ständerat. Wichtiger scheint mir, dass am Ende die kompetenteste Person gewählt wird, und wenn diese halt aus Genf oder der Wadt kommt, so ist mir das auch recht.
      20 7 Melden
    • Scott 12.09.2017 22:25
      Highlight @gaga
      Nomen est omen...
      6 2 Melden
    • atomschlaf 12.09.2017 22:38
      Highlight @gaga: Das Risiko von noch höheren Prämiensteigerungen besteht wenn schon bei Moret.

      Diese ist ist nämlich Präsidentin des Spitalverbandes.

      Die Krankenkassen als reine "Durchlauferhitzer" haben kaum Interesse an mehr Umsatz und damit höheren Gesundheitskosten - die Spitäler aber sehr wohl!
      11 1 Melden
    • atomschlaf 12.09.2017 22:39
      Highlight @Sveninem: Ich sehe bisher keine Anhaltspunkte dafür, dass Moret oder Maudet kompetenter wären als Cassis. Du schon?
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