Schweiz

Nora (Marie Leuenberger) macht Wahlkampf. Für ein simples Menschenrecht. Bild: Filmcoopi

Der Kampf ums Schweizer Frauenstimmrecht: Als Film göttlich absurd und höllisch traurig

Die 52. Solothurner Filmtage eröffnen mit «Die göttliche Ordnung». Dem Film, den sich alle Schweizerinnen anschauen sollten. Alle Schweizer übrigens auch. Und: Saga Norén macht mit!

19.01.17, 18:00 20.01.17, 17:22

Okay, es werden in den nächsten Tagen in Solothurn auch ein paar Filme laufen, über die zusammenfassend sagen kann: Diese Schweizer Filme haben weder Chancen noch Zuschauer verdient. Wobei man ja bei Schweizer Filmen eh nie den ganz grossen Zuschaueransturm befürchten muss. Ausser es handelt sich um Kinderbuchverfilmungen wie «Heidi», «Schellenursli» oder «Mein Name ist Eugen». Kinder können wir. 

Aber was für ein grossartiger Eröffnungsfilm! Er heisst «Die göttliche Ordnung» und gipfelt in jenem historischen Wahlsonntag 1971, als die Schweizer (die Schweizerinnen durften logischerweise noch nicht) Ja zum eidgenössischen Frauenstimmrecht sagten. 

Das Frauenstimmrecht und die Schweiz

Die Frau hinter dem Film ist Petra Volpe (Regie und Drehbuch) und sie hat schon mit dem Drehbuch für «Heidi» gezeigt, wie man einen Riesenerfolg – sogar einen internationalen – macht. In «Die göttliche Ordnung» nimmt sie nun einen schwierigen, störrischen, auch schmerzhaften Stoff und macht daraus gekonnt enorm beschwingtes Mainstream-Kino.

So kurz nach der Nichtwahl von Hillary Clinton wirkt «Die göttliche Ordnung» wie das innig herbeigesehnte Trostpflaster.

Obwohl 1971 noch gar nicht so lange zurückliegt, scheint fast unvorstellbar, was damals alles möglich ist. Ungezogene Töchter können in die Erziehungsanstalt oder gleich ins Gefängnis gesteckt werden. Die Ehefrau ist ihrem Mann in allem Untertan, arbeiten darf sie nur mit seiner Einwilligung. Ihre finanzielle Abhängigkeit ist absolut.

Eine dieser Frauen, eine Brave, Unglückliche vom Dorf, ist Nora (Marie Leuenberger). Nora. So heisst auch das berühmteste Theaterstück des norwegischen Dramatikers Henrik Ibsen. Seine Nora ist eine unglückliche Gattin, die in ein neues Leben aufbricht und Mann und Kinder verlässt. Doch die Nora von 1971 will ihr altes Leben gar nicht verlassen, sie will bloss ein paar ganz realistische Dinge dazu: das Stimmrecht, einen kleinen Job als Sekretärin bei Kuoni und den ersten Orgasmus in ihrem Leben.

Die Dorfbeiz wird von streikenden Frauen besetzt, Nora und ihr Mann (Max Simonischek) nähern sich der Ehekrise. Bild: Filmcoopi

Dass die Sache mit dem Orgasmus gar nicht so schwierig ist, lernt sie in Zürich beim Sexworkshop nach einer Frauendemo. Die schwedische Sexpertin, die den Schweizerinnen zeigt, wie untenrum alles funktioniert, ist übrigens Sofia Helin. Und wer ist Sofia Helin? Genau, keine andere als Saga Norén aus der dänischen Krimiserie «The Bridge». 

Saga Fucking Norén. In einem Schweizer Film. Soviel Glück muss man erst einmal verdauen.

Petra Volpe hat ihre Nora in einem Dorf mit komplexen Beziehungsstrukturen zwischen den Generationen und den Geschlechtern angesiedelt. Hat unzählige Figuren erfunden, die dem Mysterium der Emanzipation ganz unterschiedlich gegenüber stehen, hat ihnen Geschichten geschenkt, die hässig machen, lustig sind oder rühren (der Losweinen-Wollen-Faktor in diesem Film ist enorm hoch). Die «Verpolitisierung der Frau» beschäftigt vom Stammtisch bis ins Ehebett alle, das «vernachlässigte Kind» ist die Horrorvorstellung schlechthin.

Das ist Sofia Helin als Saga Norén. Im Trailer seht ihr sie als schwedische Sexpertin Indra. Bild: zdf

Rund um das Dorf brodelt und lodert die Welt: Woodstock, die Hippies, Strassenkrawalle, die Frauenbefreiung. All dies schwingt mit in «Die göttliche Ordnung», nicht zuletzt im Soundtrack einer Bewegung. Und die Schweizer Hausfrau Nora Ruckstuhl liest das gleiche feministische Standardwerk von Betty Friedan wie die amerikanische Hausfrau Betty Draper in der Serie «Mad Men».

Die Welt hat das Dorf längst durchdrungen in Petra Volpes Film, und mit der 224. Volksabstimmung am 7. Februar 1971 passt sich auch das Grossdorf Schweiz der Welt an. Respekt, liebe Petra Volpe. Kinder können Sie, das haben Sie mit «Heidi» bewiesen. Frauen auch.

An den Solothurner Filmtagen (19. bis 26. Januar) gibt es «Die göttliche Ordnung» noch am Mo, 23. Januar, um 20.45 Uhr in der Reithalle zu sehen. Hier geht es zum ganzen Programm.

Offizieller Kinostart ist der 9. März.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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  • Gelöschter Benutzer 20.01.2017 10:03
    Highlight Jedem seine Entwicklung und Tempo. Mir ist es lieber wenn eine Mehrheit einen Sinn in etwas sieht und dafür stimmt, als eine kleine Obrigkeit die verordnet.
    Blättert man ein paar Jahre zurück hätte man auch einen Dok Film über das Allgemeine Wahlrecht drehen können. Allerdings waren wir (und F) hier schneller als andere. In GB besassen nur ca. 52% Männer tatsächlich das Wahlrecht, denn ein Wahlrecht gab’s erst ab einem bestimmten Einkommen od. Vermögen. Erstaunlich eigentlich wie viele CHer sich mit Neuzuzüger solidarisieren, die auch 2017 in einer diskriminierenden Geschlechterordnung leben.
    16 41 Melden
    • Liselote Meier 20.01.2017 12:53
      Highlight Ein Wahlrecht rein für Männer kann nicht als allgemeines Wahlrecht tituliert werden. Zweitens der Steurzensus als Wahlrecht wurde erst im Jahre 1915 als Verfassungswidrig erklärt. Drittens bis 1971 durften Männer die eine Verurteilung hatten und Männer in finanziellen Prekären Situationen auch nicht Wählen. Dein Leitsatz ist auch schon Falsch bei der Gründung 1848 waren legendlich 23% der Bevölkerung Wahlberechtigt, ist daher genau Umgekehrt die Obrigkeit und die herrschende Klasse sperrt/e sich gegen die Partizipation Gestern wie Heute.
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    • Fabio74 20.01.2017 13:00
      Highlight Wir wären ohne Napoleon nicht besser. Der Druck zu gleichen Rechten kam stets von aussen. Ob Wahlrecht. Ob Aufgabe der Untertanengebiete oder Niedrlassungsfreiheit auch für Juden.
      Die diskrimierende Geschlechterordnung findet man in allen Religionen.
      17 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 21.01.2017 11:13
      Highlight @Liselote 1. Selbstverständlich nicht. Allgemeines Wahlrecht haben wir heute. Damals stand dieser Begriff nur für Männer. Zuordnung und Definition dieses Begriff ist nicht auf meinem Mist gewachsen. 2. Richtig und in GB kam es 1918. Habe ich was anderes gesagt?! 3. War einiges los 1971. Mein Leitsatz ist die direkte Demokratie, unabhängig wie sich eine Gruppe von Menschen zusammenstellt. Ich lebe im jetzt. Nicht im (vor)gestern. Ich ärgere mich nicht über Vergangenes. Falsch? Ok. @Fabio74 Ja, wären wir nicht. Wenn man etwas in allen Religionen findet, macht es das noch lange nicht gut.
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  • fischbrot 20.01.2017 09:17
    Highlight Wenn Saga mitspielt, steht er definitiv auf der To-Watch-Liste :)
    8 2 Melden
    • Gilbert Schiess 20.01.2017 11:11
      Highlight das unterschreib ich, Mann war ich von der Frau in "The Bridge" begeister!
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  • Gelöschter Benutzer 19.01.2017 21:29
    Highlight Mir ist es in Schauern über den Rücken gelaufen beim Betrachten dieses Trailers. Diesen Film muss ich gesehen haben. Meine Mutter heiratete 1969 meinen Rheintaler Felsengrindpapi und kam aus Ungarn in die Schweiz. Plötzlich hatte sie Rechte nicht mehr, die für sie vorher selbstverständlich waren. Das Stimm- und Wahlrecht. Es war ein Schock. Wenn auch nur für kurze Zeit, glücklicherweise. Blocher war gegen das Frauenstimm- und Wahlrecht. Blocher hasst es noch heute. Mein Vater, der alte Haudegen, war dafür. Als ewiger Patriarch. Er wollte meiner Mutter Stimme. Auch darum hat sie ihn verlassen.
    64 9 Melden
    • Simone M. 20.01.2017 08:53
      Highlight Danke für diesen schönen Kommentar. Es ist tatsächlich erschütternd, wie spät die Schweiz im Gegensatz zu allen umliegenden Ländern das Frauenstimmrecht eingeführt hat.
      37 9 Melden
    • bebby 20.01.2017 10:09
      Highlight Statistisch gesehen war es mehrheitlich die männliche Arbeiterklasse, die in den erfolglosen Abstimmungen jedes Mal ein "Nein" eingelegt hat. Schliesslich waren die Frauen die Einzigen, welche noch unter ihnen waren.
      9 9 Melden
    • Entenmann 20.01.2017 11:12
      Highlight Ungarn 1969 würde ich in Sachen Stimm- und Wahlrecht nun nicht gerade als Vorbild bezeichnen, auch wenn Frauen formal gleichberechtigt gewesen sein mögen.
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    • Liselote Meier 20.01.2017 13:06
      Highlight @bebby; Nein, die bewusste Arbeiterklasse war dafür, war schon eine Forderung im Landesstreik von 1918. PdA, SP, Gewerkschaften usw. waren stets dafür. Die Liberalen kamen dann später dazu. Der katholische Frauenbund, der Vorläufer der SVP die BGB, CVP usw. waren dagegen. Du machst einen groben Schnitzer da du wohl die Bauern zur Arbeiterklasse zählst, die waren Mehrheitlich dagegen, Bauern sind aber keine Lohnarbeiter.
      19 2 Melden
    • Lichtblau 20.01.2017 20:35
      Highlight @poor poet: In wenigen Zeilen eine Geschichte erzählt: Sehr schön. Der Rheintaler "Felsengrindpapi" ist ja eine Formulierung für die Ewigkeit.
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    • Gelöschter Benutzer 21.01.2017 20:07
      Highlight Lichtblau

      Das ist sehr schön, was Sie schreiben. Ich hoffe, Ihre Antwort kommt an bei meinem Vater in der Ewigkeit.
      0 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 21.01.2017 20:15
      Highlight Simone M.

      Es ist in der Tat erschütternd. Es gibt kein besseres Wort dafür. Und darum steht die Schweiz in der Pflicht Helvetia zu ihrem Recht auch heute zu verhelfen. Helvetia... Mutterland.
      0 1 Melden
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  • Kaiserin 19.01.2017 20:32
    Highlight Ich bin all den Frauen, die für unsere Rechte kämpfen und gekämpft haben, unglaublich dankbar! Dankbar, dass ich abstimmen und wählen darf, dankbar, dass ein Studium für mich selbstverständlich war. Und ich bin unglaublich stolz! Weiter so!
    115 9 Melden
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  • Leon1 19.01.2017 20:22
    Highlight Ist für mich persönlich aus heutiger Sicht (habe damals noch nicht gelebt) unfassbar wie so etwas überhaupt jemals zur Diskussion stehen konnte.

    Was ich den Frauen (und Männern, klar) allerdings ein wenig übel nehme, ist wie sie mit diesem Stimmrecht umgingen, als die Männerwehrpflicht zur Debatte stand.

    Für das wird man in einigen Jahrzehnten (so hoffe ich) auch nur noch Kopfschütteln übrig haben...
    54 18 Melden
    • Gelöschter Benutzer 20.01.2017 09:12
      Highlight Leon1 da hast du einiges scheinbar nicht verstanden. Gleichberechtigung gilt nur für die Frau. Der Mann ist da grundsätzlich ausgeschlossen.
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    • Charlie Brown 20.01.2017 09:54
      Highlight Ach Aron777... Ich habe Mitleid mit dir und uns Männern. Wenn ich dann mal Zeit habe.
      37 18 Melden
    • Anna Rothenfluh 20.01.2017 14:28
      Highlight @Aron777. Du hast das Unglück, dass grad eine Frau die Kommentare freischaltet. Deine Äusserungen lösche ich gerade, einer nach dem anderen. Nur fürs Protokoll: Er will den Frauen das "politische Mitspracherecht und die Entscheidungsgewalt" absprechen. Deine sexistischen Parolen kriegen hier keinen Platz. Reiss dich zusammen.
      45 15 Melden
    • Charlie Brown 20.01.2017 14:30
      Highlight @Anna: <3
      24 5 Melden
    • Gelöschter Benutzer 20.01.2017 14:34
      Highlight Anna Kommentare werden je nach Geschlecht des Moderators aufeschaltet oder eben nicht? Nur weil meine Kommentare nicht deinem Weltbild entsprechen, gilt auch für diese die Meinungsfreiheit. Oder eben scheinbar nicht.
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    • Anna Rothenfluh 20.01.2017 14:38
      Highlight @Aron777: Es läuft nicht alles unter Meinungsfreiheit, Aron777. Und deine sexistischen Kommentare hätte auch jeder Mann hier auf der Redaktion gelöscht. Und jetzt hab ich Besseres zu tun als mich vor dir zu rechtfertigen. Zum Beispiel ENTSCHEIDEN, worüber ich heute noch schreibe.
      39 12 Melden
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  • MykillWF 19.01.2017 20:11
    Highlight Beschämend dass es bei uns so lange ging.
    71 22 Melden
    • ostpol76 19.01.2017 21:07
      Highlight Wir dürfen nicht vergessen, in der EU haben weder Männer noch Frauen ein richtiges Stimmrecht.
      44 112 Melden
    • who cares? 20.01.2017 06:23
      Highlight @ostpol76 Die Unionsbürger dürfen in Direktwahlen ihre Abgeordneten für das Europäische Parlament bestimmen (schon seit 1979). Die einzelnen Mitgliedstaaten sind ausserdem repräsentiert im Ministerrat und im Europäischen Rat (EU-Gipfel). Die Kommission ist das einzige unabhängige Organ. Wobei es sehr mit unserem Bundesrat zu vergleichen ist, der auch unabhängig von Weisungen seiner Partei und Herkunft agieren soll und ebenfalls im Kollegium entscheidet und geschlossen dahinter steht. Das europ. Parlament kann mit einem Misstrauensvotum die Kommission ihres Amtes entheben.
      29 7 Melden
    • Fabio74 20.01.2017 07:01
      Highlight @ostpol:Falsch und am Thema vorbei. Selbstverdtändlich wählen EU-Bürger das EU-Parlament neben den nationalen Wahlen.
      38 8 Melden
    • Gelöschter Benutzer 20.01.2017 08:39
      Highlight Auch wenn es am Thema vorbei ging, genau genommen schreibt er von Stimm- und nicht von Wahlrecht.
      12 3 Melden
    • Fabio74 20.01.2017 13:02
      Highlight @Malin und was sol das heissen? Es geht ums Wahlrecht
      3 6 Melden
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  • dracului 19.01.2017 19:48
    Highlight Ein Argument von damals war: "Die Politik sei ein zu unsicheres und schmutziges Geschäft für eine Frau." Das gilt eigentlich heute noch, im Rahmen der Gleichberechtigung jedoch inzwischen auch für die männlichen Mitbürger! Ich hätte, wie Nora 1971, realistische Wünsche: Dass meine Stimme endlich einen Wert hat, dass mein Lohn nicht immer mehr von Steuern und Abgaben aufgefressen würde und dass es sich die Politiker nicht für sich selber machen und dem Bürger ab und und an auch ein Orgasmüschen gönnen würden. Die Steuererklärung als einzigen Kontakt mit dem Bürger ist ein Lusttöter!
    33 37 Melden
    • alex DL 19.01.2017 22:28
      Highlight Flash/Herz Ratio nicht erklärbar: ein Kommentar zum Ausschneiden und Einrahmen...
      9 19 Melden
    • ujay 21.01.2017 03:45
      Highlight Ach,soviel Selbstmitleid.....ist dir das nicht peinlich? Zum Fremdschaemen!
      7 1 Melden
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  • Gelöschter Benutzer 19.01.2017 19:46
    Highlight Es waren damals auch Frauen gegen das Frauenstimmrecht wie letztes Jahr auch Frauen für Trump waren. Es ist kein Kampf der Geschlechter, sondern vielmehr der einer Weltbilder.
    65 5 Melden
    • Bruno Wüthrich 19.01.2017 22:31
      Highlight Das sehe ich auch so. Folglich sollten die Frauen aufhören, gegen die Männer zu kämpfen, sondern gegen das Weltbild, welches gegen sie gerichtet ist. Dieses Weltbild haben auch sehr, sehr viele Frauen. Zu viele!
      49 8 Melden
    • Confused Dingo #teamhansi (an intolerant asshole) 20.01.2017 08:46
      Highlight Um Menschen zu mobilisieren braucht es ein klares und einfaches Feindbild. Ein Weltbild lässt sich da schwer zum Feind machen, der Mann/das andere Geschlecht jedoch schon.

      Dieses Instrument funktioniert sehr gut, was die Geschichte beweist, im positiven, sowie im negativen Sinne.

      Einfach gesagt: das ist der Grund warum die Rechte soviel erfolg hat, im Gegensatz zur Linken. Klare und einfache Feindbilder (sorry, für diese Abschweifung im letzten Abschnitt)
      16 2 Melden
    • Simone M. 20.01.2017 08:54
      Highlight Das stimmt. Das zeigt der Film auch sehr schön.
      12 1 Melden
    • Bruno Wüthrich 20.01.2017 09:26
      Highlight Das heisst im Umkehrschluss, dass die Männer, wenn sie nicht ständig die Dummen im Umzug sein wollen, sich die Frauen zum Feindbild machen müssen.

      Ich denke, wenn das geschehen würde, hätten wir den Schlamassel. Irgendwie sollten wir diesen «Weltbild-Konflikt» anders lösen können.

      Ich jedenfalls kann das feministische, gegen die Männer gerichtete Geschwafel längst nicht mehr hören, obwohl ich sehr für die Gleichstellung von Frau und Mann bin und auch weiss, dass diese noch längst nicht zur Genüge vollzogen ist.
      17 4 Melden
    • Confused Dingo #teamhansi (an intolerant asshole) 20.01.2017 10:48
      Highlight @Bruno Wüthrich
      Natürlich nicht. Ich wollte nur andeuten wie der Hase läuft :)

      Natürlich wäre es schön wenn man den Konflikt aufs Weltbild festlegen könnte. Das würde ich persönlich auch begrüssen, aber das ist für viele Menschen zu abstrakt.

      Auch ist es korrekt, dass es blödsinnig ist, die Frauen nun als Feindbild zu machen (was womöglich sogar mal so war, wenn man die Unterdrückung der Frau in unserer Geschichte mal genauer betrachtet). Ich persönlich denke, dass ein einfaches Feindbild gut sein kann um das "Feuer" zu entfachen, danach jedoch muss eine Weiterentwicklung stattfinden.
      4 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 20.01.2017 14:50
      Highlight "Einfach gesagt: das ist der Grund warum die Rechte soviel erfolg hat, im Gegensatz zur Linken. Klare und einfache Feindbilder (sorry, für diese Abschweifung im letzten Abschnitt)"

      Ah ja, die Linke hat ja keine Feindbilder. Stichwort Kapitalismus, Nationalstaaten, Familienwerte, Atomkraft und so weiter und so fort. Klare Feindbilder, jedoch sehr mässige Erfolge, weshalb?
      6 19 Melden
    • Fabio74 20.01.2017 16:49
      Highlight @aron777 Ausser dir sehe ich keinen der Feindbilder bewirtschaftet. Selbstverständlich ohne Argumente.
      Was sind Familienwerte die die Linken bekämpfen?
      AKWs haben keine Zukunft solange nicht das Müllproblem gelöst ist, schon gar nicht.
      Der heutige Kapitalismus schafft nur Opfer plus eine hauchdünne Schicht Profiteure somit sind Reformen nötig
      15 5 Melden
    • Confused Dingo #teamhansi (an intolerant asshole) 20.01.2017 23:18
      Highlight @Aron777
      Du nimmst dir selbst ein bisschen den Wind aus den Segeln. ZB. Sag mir eine Kamapagne der z.B. Linken wo sie gezielt die von dir erwähnten Feindbilder verwenden, wie die SBB z.B. die Burka?
      10 1 Melden
    • Confused Dingo #teamhansi (an intolerant asshole) 20.01.2017 23:21
      Highlight Ehm SVP. Meine autokorrektur ist so Links, sie versucht sogar SVP aus meinem Wortschatz zu streichen xD.
      9 2 Melden
    600
  • Monti_Gh 19.01.2017 19:46
    Highlight interessant wäre es zu erfahren wie viele sog. rückständige, islamische Länder das Frauenstimmrecht vor der fortschrittlichen Schweiz eingeführt haben...
    42 11 Melden
    • Sauäschnörrli 19.01.2017 20:53
      Highlight Habe nur das gefunden

      1934 Türkei
      1963 Iran

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Frauenwahlrecht#Seit_1920
      47 2 Melden
    • ostpol76 19.01.2017 21:08
      Highlight Und was würde Ihnen diese Information bringen?
      8 26 Melden
    • Kaiserin 19.01.2017 21:09
      Highlight Viele... Die Schweiz war nicht nur in Europa eines der letzten Länder!
      31 7 Melden
    • Kaiserin 19.01.2017 21:21
      Highlight http://www.frauennet.ch/index.php/frauengeschichte/14-crhonik-zum-frauenstimmrecht
      11 3 Melden
    • Monti_Gh 20.01.2017 08:40
      Highlight @ostpol76

      um Leute wie Ihnen zu zeigen, dass die Welt nicht in weiss und schwarz eingeteilt werden kann...
      21 4 Melden
    • Sam1984 20.01.2017 09:00
      Highlight Was bringt Ihnen als Frau in der Türkei oder im Iran das Stimmrecht, wenn Sie das Haus nicht ohne Männliche Begleitung verlassen dürfen ?

      Ich finde es ein wenig übertrieben die Islamischen Länder als Vorreiter der Gleichberechtigung hochzustilisieren.
      9 23 Melden
    • Yes. 20.01.2017 09:46
      Highlight Die Türkei und Iran waren dazumals auch sehr fortschrittliche, liberale Länder. Seitem ging es im Zuge der (radikaleren) Islamisierung aber steil bergab. Kopftücher z.B. waren in beiden Ländern selten. Heute sind sie in der Türkei häufig und im Iran vom Gesetz her pflicht.
      32 0 Melden
    • Olaf! 20.01.2017 09:53
      Highlight @Sam1984 Du kennst wohl keine Türkinnen, wenn du das Gefühl hast die dürfen nicht ohne Männliche Begleitung das Haus verlassen.
      20 2 Melden
    • Kaiserin 20.01.2017 09:55
      Highlight Sam1984
      Es geht ja auch eher darum, aufzuzeigen, dass die Schweiz nicht unbedingt die Moral hat die Moralkeule zu schwingen...
      10 11 Melden
    • Fabio74 20.01.2017 13:03
      Highlight @sam Iran oder die Türkei sind nicht Saudi Arabien
      9 1 Melden
    • Lichtblau 20.01.2017 20:57
      Highlight @Yes: Genau das ist ja das Drama - dieser grausame Rückschritt innert weniger Jahrzehnte, vor allem zu Lasten der Frauen. Aber die Olafs dieser Welt üben sich im Relativieren ...
      6 1 Melden
    • Olaf! 21.01.2017 11:30
      Highlight Das ist kein realitivieren sondern Bullshit sagen, wenn die Sams dieser Welt Dinge behaupten die schlicht und einfach nicht stimmen.
      4 3 Melden
    600
  • Meinungsvielfalt 19.01.2017 19:44
    Highlight Moment mal, wie war das mit dem aktiven Kampf des heiligen SVP Schutzpatron" Chrigel B", gegen das Frauenstimmrecht?
    46 13 Melden
    • Karl Müller 19.01.2017 23:20
      Highlight Ähm ja, wie war das denn? Laut Wikipedia hat Blocher 1971 gerade mal seine Dissertation geschrieben und war politisch noch nicht mal Gemeinderat. Falls Du mehr weisst, sind also nicht nur die Watson-Leser, sondern bestimmt auch alle Schweizer Historiker sehr gespannt!
      10 4 Melden
    • satyros 20.01.2017 02:23
      Highlight Der Chrigel war nicht gegen dad Frauenstimmrech (auf jeden Fall nicht öffentlich), sondern gegen das neue Eherecht (irgendwann Mitte der 80er), das Frauen erlaubte, ohne Einverständnis ihres Mannes zu arbeiten, eigenes Geld zu haben und bei der Wohnsitzwahl mitzureden.
      49 1 Melden
    • JoeyOnewood 20.01.2017 06:51
      Highlight das macht es aber auch nicht viel besser...
      40 2 Melden
    600
  • Calvin WatsNon 19.01.2017 19:38
    Highlight Der Trailer macht schon mal Lust auf mehr, diese Frauenpower gönn und schenk ich mir. 💪🏻😊
    35 5 Melden
    600
  • Karl Müller 19.01.2017 19:31
    Highlight "... als die Schweizer Ja zum eidgenössischen Frauenstimmrecht sagten. "

    Na toll! Wo bleibt die Spoilerwarnung? Ich hab den Film noch nicht gesehen!
    57 5 Melden
    • nilson80 19.01.2017 20:50
      Highlight Dafür drei Einhörner 🦄🦄🦄
      26 3 Melden
    • Luca Brasi 19.01.2017 21:50
      Highlight Spoileralarm:

      Nicht alle Kantone haben das Frauenstimmrecht angenommen.
      *hust*Appenzell Innerrhoden*hust*
      41 2 Melden
    • Simone M. 20.01.2017 08:56
      Highlight Es gab auch schon einzelne Kantone, die das Frauenstimmrecht lange VOR der eidgenössischen Abstimmung angenommen hatten.
      22 1 Melden
    • obi 20.01.2017 09:49
      Highlight Basel hatte es in den 50ern eingeführt glaub. Ist ja auch reichlich spät ...
      13 2 Melden
    • Luca Brasi 20.01.2017 10:41
      Highlight @Herr Baroni: Kann passieren, wenn das "unberechenbare" Stimmvolk eine Entscheidung treffen soll. *hust* Brexit *hust*
      8 3 Melden
    600
  • FancyFish 19.01.2017 18:40
    Highlight Bin ich blöd, wenn ich Saga Norén nicht kenne?
    26 2 Melden
    • Simone M. 20.01.2017 08:56
      Highlight Nee, aber kannst du immer gerne googeln.
      5 1 Melden
    • saugoof 20.01.2017 13:35
      Highlight Ja
      1 7 Melden
    • tipsi 20.01.2017 16:03
      Highlight Nein natürlich nicht. Ich kann dir die Serie Die Brücke aber wärmstens empfehlen, sie spielt dort die Hauptrolle wahnsinnig gut.
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  • Alnothur 19.01.2017 18:40
    Highlight "So kurz nach der Nichtwahl von Hillary Clinton wirkt «Die göttliche Ordnung» wie das innig herbeigesehnte Trostpflaster."

    ...okeeee...
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  • Evan 19.01.2017 18:26
    Highlight Gut haben wir heute das Frauenstimmrecht. 💪
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    • blobb 19.01.2017 18:54
      Highlight Man beachte die Blitze ;D
      54 6 Melden
    • Evan 19.01.2017 22:26
      Highlight 80% Herzchen, das toppt jede Schweizer Abstimmung. 😊
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    • blobb 19.01.2017 23:20
      Highlight Auch wieder wahr :)
      Wäre intressant zu wissen. wie heute so eine Abstimmung ausgehen würde. Und wie die SVP dazu stehen würde ;)
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    • zwan33 20.01.2017 00:37
      Highlight 80%: Das ist sogar mehr als "das Volch"!!! Ich schätze etwa 1.6 Volch müssten das schon sein.
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  • Ruffy 19.01.2017 18:15
    Highlight "das weib hat in der gemeinde zu schweigen" hach die guten alten zeiten 😁
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    • zwan33 19.01.2017 19:01
      Highlight Ach, die guten alten Zeiten, als es unter den Online-News noch keine Kommentarspalten gab. :-P
      54 3 Melden
    • Ruffy 19.01.2017 21:05
      Highlight Wir können ja einen Deal machen und beides wieder abschaffen 😜
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    • Closchli 19.01.2017 22:51
      Highlight Satire: Ruffy ist von einer "Emanze" flach gelegt und über den Tisch gezogen worden. Er ist dabei als edler Ritter und Gentleman derart vom Leben enttäuscht worden, dass er keine Kraft hat sich in diesen männerfeindlichen Zeiten durch die Realität kämpfen zu können. Er sehnt sich nach der Neandertalerzeit wo Männer noch problemlos Frauen an den Haaren aus der Höhle schleifen konnten und Männer ihre Überlegenheit noch nicht beweisen mussten. Ach Adam, warum hast du dich so blauäugig von Eva hereinlegen lassen?
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    • Ruffy 20.01.2017 06:51
      Highlight Hui bei diesem Thema versteht aber einer gar keinen Spass 😂
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    • Lichtblau 20.01.2017 21:20
      Highlight @Closchli: Oder Ruffy hat einfach ein Scherzchen gewagt? Und noch nicht mal das schlechteste?
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Prostata-Rocker in Deckung! Der Shit, der Sophie Hunger entgegen stürmte, fliegt zurück

Gefühlte 100'000 Neider empören sich über den Grand Prix Musik an Sophie Hunger. Die Zürcher Musikerin Nadja Zela eilt ihr auf Facebook grandios zu Hilfe.

Zahlenmystiker werden jubeln: Die bisherigen Preisträger des Schweizer Grand Prix Musik heissen Heinz Holliger (77), Franz Treichler (55) und Sophie Hunger (33). Zwischen ihnen liegen je 22 beziehungsweise 2 mal 22 Jahre. In Holliger und Treichler zusammen (132) haben also 4 Hungers Platz. Alles gehört zusammen. Irgendwie.

Darüber dass Treichler (von den Young Gods) und Holliger die 100'000 Franken Preisgeld des Bundesamts für Kultur (BAK) erhielten, nervte sich in den letzten beiden Jahren …

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