Schweiz

Neue Meldestelle für homo- und transphobe Gewalt

Publiziert: 14.11.16, 09:36 Aktualisiert: 14.11.16, 09:56

Die Schweiz erhält eine nationale Meldestelle für homo- oder transphobe Gewalt. Bei der «LGBT+ Helpline Schweiz» können Gewaltdelikte an Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transmenschen anonym gemeldet werden. Ziel ist es, Gewaltakte, die auf der sexuellen Orientierung basieren, zu erfassen.

Wie die neue Meldestelle am Montag mitteilte, würden Polizeistellen und Strafverfolgungsbehörden Gewaltakte, die auf der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität des Opfers basieren, nicht als solche erfasst. Dies führe zu einem Informations- und Wissensdefizit.

Mittels eines standardisierten Online-Fragebogens und einer 24-Stunden-Hotline können nun Opfer, Zeuginnen und Zeugen Diskriminierungen, Gewalt- und Hassverbrechen an Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transmenschen (LGBT) anonym melden. Rund 30 Personen, die als psychologische Berater arbeiten, unterstützen die Ratsuchenden, vermitteln Spezialisten oder helfen beim Gang zur Polizei.

Ab 2017 wird die Meldestelle zudem einmal jährlich sämtliche Vorfälle in einem Diskriminierungs- und Gewaltbericht der Öffentlichkeit und den Behörden zur Verfügung stellen und sie anonymisiert an die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) melden.

(sda)

Hol dir die catson-App!

Die flauschigste App der Welt! 10 von 10 Katzen empfehlen sie ihren Menschen weiter.
Themen
14 Kommentare anzeigen
14
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • Fumo 14.11.2016 11:58
    Highlight Der Gedanke ist zwar lobenswert, aber es suggeriert dass Verbrechen gegen die Betroffenen nur aus Hass geschehen. Ob das wirklich eine Hilfe ist?
    Wie der Fall wo ein Schwuler ausgeraubt wurde und es hiess es wäre geschehen weil er schwul ist, was keinen Sinn ergibt.
    16 4 Melden
    • Fabio74 14.11.2016 13:11
      Highlight Es ist leider dringend nötig, dass solchr Stellen geschaffen werden.
      Denke man findet raus ob "einfacher" Überfall oder Hatecrime
      4 10 Melden
    • Fumo 14.11.2016 13:20
      Highlight Durch einen standardisierten Fragebogen und ein par Psychologen? Finde es wirklich bedenklich wenn man hier aussortiert noch bevor man zur Polizei geht.
      Wäre eine gute Opferhilfe, das steht ausser Frage. Aber wenn dann wie für alle anderen auch erst durch Vermittlung der Polizei.
      8 2 Melden
    • smarties 14.11.2016 16:35
      Highlight Fumo - geh mal auf die Homepage und schaus dir an. Da steht klar und deutlich für was das ist inkl Polizeiverweis
      3 1 Melden
    • Fabio74 14.11.2016 17:37
      Highlight Würde man in unserem bürgerlichen Parlament das Problem nicht negieren, sondern handeln, wären die Anstrenungen nicht nötig.
      Aber Burkaverbot und Rabatte für Steuerhinterzieher sind wichtiger
      3 3 Melden
    • Fumo 14.11.2016 19:52
      Highlight Wie sollen sie den die Probleme lösen? Mit härtere Strafen zur Abschreckung? Wäre das Demokratisch, wenn gewisse Gruppen anders behandelt werden?
      Verbrechen gegen Menschen sind Verbrechen gegen Menschen, egal warum das Verbrechen begangen wurde. Da zu differenzieren ist falsch.
      5 0 Melden
    • Fabio74 14.11.2016 22:06
      Highlight Verbrechen aus Hass ist ein Verbrechen auf niedrigstem Nivau und gehört meiner Meinung nach wesentlich härter bestraft
      Wenn man nicht betroffen ist, kann man so leichtsinnig daherschwafeln!
      Hat mit Demokratie nichts zu tun, sondern mit Rechtsstaat und Minderheitenschutz
      2 4 Melden
    • Fumo 14.11.2016 22:30
      Highlight Eine andere Meinung ist also Schwafeln? Offene Diskussionsbereitschaft.
      Gewaltverbrechen geschehen immer aus Hass. Minderheitenschutz ist gut und recht aber es geht hier nicht um lgbt gegen alle anderen sondern um eine Minderheit gegen eine andere Minderheit. Warum also differenzieren? Sie selbst wollen doch auch nur "gleich" behandelt werden, nicht?
      4 3 Melden
    • Fabio74 14.11.2016 22:40
      Highlight Schwafeln weil nicht betroffen. Ganze Sätze lesen
      Es geht nicht um LGBT gegen andere Minderheiten, sondern um Minderheiten im Allgemeinen. Da der Staat nichts tut, machens halt LGBT Organisationen. Besser als nichts.
      0 4 Melden
    • Fabio74 14.11.2016 22:41
      Highlight im Übrigen sehe ich das Problem nicht, dass es eine solche Meldestelle gibt?
      2 3 Melden
    • smarties 15.11.2016 09:16
      Highlight Eine Meldestelle zeigt, dass Gewalt/Diskriminierung von Minderheiten nicht toleriert wird. Es zeigt auch, dass sie da sind. Beides Grundlage zur Akzeptanz und weniger Hass
      0 2 Melden
    • Fumo 15.11.2016 11:14
      Highlight Gewalt/Diskriminierung von nicht-Minderheiten darf also toleriert werden?
      Wenn also eine Religion als Grundlage sagt: "Seid alle nett zueinander" ist es weniger wert als ein: "Seid nett zu Minderheiten"?
      Wenn alle zu alle nett sind, gibt es ja keine Minderheiten. Da sehe ich keinen Sinn in einer Differenzierung.
      1 0 Melden
    600
  • Beasty 14.11.2016 11:33
    Highlight Sehr gut!
    7 8 Melden
    600
  • Calvin WatsOn 14.11.2016 09:43
    Highlight Gute Sache👏🏻👍🏻
    12 11 Melden
    600

Vom Lehrmeister belästigt: «Die junge Frau hat sehr mutig gehandelt»

Susanne Nielen, Leiterin der Opferhilfe Aargau-Solothurn, nimmt Stellung zum aktuellen Fall von sexueller Belästigung einer jungen Frau durch ihren Lehrmeister. Und es gibt News zum Täter und weiteren Fällen.

Frau Nielen, wie beurteilen Sie das Verhalten der Lernenden im aktuellen Fall?Susanne Nielen: Sie hat sehr mutig und selbstbewusst gehandelt, indem sie sich nicht einschüchtern liess, sondern gekündigt und den Lehrlingsverantwortlichen angezeigt hat. Wir hätten eher dazu geraten, sich vorerst krankschreiben zu lassen und den Fall beim kantonalen Lehrlingsamt zu melden. So hätte die junge Frau ihren Lohnanspruch nicht verloren – aber sie hat sich offenbar selber für einen anderen Weg …

Artikel lesen