Schweiz

Zahl der Asylgesuche so tief wie seit 2010 nicht mehr

19.07.17, 16:36

Die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz ist auch im zweiten Quartal gesunken. Von Januar bis Juni haben insgesamt 9123 Menschen um Asyl gebeten. Das ist der tiefste Wert für das erste Halbjahr seit 2010.

Gemäss den neusten Zahlen der Asylstatistik wurden in der Schweiz im zweiten Quartal 4392 Asylgesuche eingereicht, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Mittwoch mitteilte. Das sind gut ein Viertel weniger als im selben Quartal des Vorjahres.

Im Juni gingen die Gesuche gegenüber Juni 2016 um fast einen Drittel auf 1634 zurück. In der zweiten Jahreshälfte würden die Zahlen in der Regel zwar ansteigen, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Schweiz sei jedoch nicht primäres Zielland der Menschen, die nach Westeuropa gelangen wollten.

Aufgrund der Abnahme im ersten Halbjahr hat das SEM seine im Januar publizierte Jahresprognose der Asylgesuchzahlen für das ganze Jahr 2017 nach unten korrigiert. Die Eintretenswahrscheinlichkeit des tiefsten Szenarios mit 19'500 Asylgesuchen wird neu gleich hoch bewertet wie die des bisher wahrscheinlichsten Szenarios von 24'500 Asylgesuchen.

Allerdings bleibe unsicher, wie sich die Lage in den Konfliktregionen und entlang der Migrationsrouten entwickeln werde. Deshalb verwende das SEM weiterhin die Prognose von 24'500 Gesuchen als Basis für die Planung.

Rund 2200 erledigte Gesuche im Juni

Das SEM erledigte im Juni 2205 Asylgesuche in erster Instanz. Dabei erhielten laut Mitteilung 618 Menschen Asyl, und 667 Personen wurden vorläufig aufgenommen. Auf 476 Gesuche wurde auf Grundlage des Dublin-Abkommens nicht eingetreten.

Im selben Zeitraum sind 609 Personen kontrolliert aus der Schweiz ausgereist oder wurden rückgeführt. Bei 642 Personen ersuchte die Schweiz einen anderen Dublin-Staat um Übernahme, wovon 197 Personen in den zuständigen Dublin-Staat überführt werden konnten.

Gleichzeitig wurde die Schweiz von anderen Dublin-Staaten um Übernahme von 471 Personen ersucht, wovon 73 Personen der Schweiz überstellt wurden. (sda)

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
14Alle Kommentare anzeigen
14
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • wipix 19.07.2017 18:20
    Highlight Oje, der SVP geht ein "Gärtli" verloren! Nächste ausbeutbare Schlagzeile suchen, damit der Angstmotor am laufen bleibt!
    9 42 Melden
    • andrew1 19.07.2017 20:05
      Highlight Der angstmotor der sp mit "gefährlichen" Autofahrer und umweltschutz läuft dafür toll.
      23 5 Melden
    • Fabio74 19.07.2017 21:20
      Highlight @andrew1: Falsches Thema, das ich-nicht-du-auch ist langweilig
      3 15 Melden
    • andrew1 19.07.2017 21:52
      Highlight Naja so furchbar langweilig findest du es offenbar nicht wenn du dich zu einem Kommentar hinreissen lässt. Ich-nicht-du-aber von dir ist auch langweilig 😂
      18 2 Melden
    • Wisegoat 19.07.2017 22:31
      Highlight @wipix: auch möglich, dass dank u.a. der svp und dem
      restriktiven umgang mit dem thema asyl hier noch alles im grünen bereich läuft. ihnen
      als weltoffenem "citoyen du monde"
      dürfte nicht entgangen sein, dass bei unseren südlichen nachbaren nicht mehr alles tacco ist. das potenzial für den roten bereich ist also durchaus vorhanden. wie lange es bis zu diesem
      zustand bei asylpolitik à la glättli, wermuth und juso dauert möchte ich nicht wissen. oder reicht ihre geistige auffassung nur bis chiasso?
      18 3 Melden
  • Michael Mettler 19.07.2017 17:32
    Highlight Die Stacheldrahtzäune, die Seepolizei und die Politik ziehen Grenzen des Grauens. Hier reden wir über die Probleme der Integration, dort verrecken Sie an Cholera...
    5 53 Melden
  • α Virginis 19.07.2017 16:44
    Highlight WO ist denn die von der SVP so viel erwähnte Flüchtlingsflut?
    20 64 Melden
    • Bijouxly 19.07.2017 16:58
      Highlight Ist schon länger nicht mehr national-populistisches Thema Nr. 1. Das ist die Integration, nicht mehr die jetzige Flut. Man sieht nun auch, dass die Massnahmen greifen. Nur weil weniger "kommen", heisst das nicht, dass es hier weniger "hat".
      62 13 Melden
    • Jaing 19.07.2017 17:08
      Highlight Das Problem sind momentan auch sehr starke jene, die bleiben.
      49 10 Melden
    • Angelo C. 19.07.2017 17:52
      Highlight Jaing :

      ...und vor Allem auch Jene, deren kürzlich gemeldete grosse Zahl hierzulande Untergetauchter.

      Und wenn man die noch immer grösser werdende Anzahl Wirtschaftsmigranten, welche die Fährdienste der NGOs täglich in italienischen Häfen anlanden, mit in Betracht zieht, dann wird man auch ohne Brille gewahr, dass es noch viel zu früh ist, um vollmundig Entwarnung zu geben
      29 6 Melden
    • andrew1 19.07.2017 18:56
      Highlight Die türkei, italien und die balkansperre halten viele zurück. Ohne diese effekte hätten sie ihre flut. Wenn es angie mit erdogan verscherzt haben sie die flut ebenfalls.
      27 5 Melden
    • α Virginis 19.07.2017 19:17
      Highlight Schon interressant, was auf so einen Post folgt. Trotzdem, die SVP arbeitet mit diffusen Ängsten und... naja, abenteuerlichen Theorien. In diesem Sinne, danke an alle, die auf meinen kleinen Post antworteten ;)
      5 30 Melden
    • α Virginis 19.07.2017 19:18
      Highlight P.S.; Habe allen ein Herzchen geschenkt :))
      8 21 Melden
    • Fabio74 19.07.2017 21:21
      Highlight was erwartest du von SVP-Fans?
      4 23 Melden

CVP-Boss Pfister flirtet mit No Billag – und verärgert damit seine eigene Partei

Keine andere Partei gilt als so SRG-freundlich wie die CVP. Prominente Ausnahme: Präsident Gerhard Pfister. Auf Twitter provoziert er SRF-Chefredaktor Tristan Brenn heftig.

Wie ein Ritter in silberner Rüstung ist CVP-Nationalrat Martin Candinas stets zur Stelle, wenn es um die Verteidigung des medialen Service public geht. Für den nationalen Zusammenhalt sei eine starke SRG unerlässlich, betont er, wann immer Kritik an Schweizer Radio und Fernsehen laut wird.

Er ist in seiner Partei in guter Gesellschaft: Als der Nationalrat in der Herbstsession über die Initiative «Ja zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren» – kurz No Billag – debattierte, meldete …

Artikel lesen