Schweiz

Es fehlen noch knapp 10'000 Unterschriften. Bild: shutterstucks

Schlussspurt für den Vaterschaftsurlaub – noch knapp 10'000 Unterschriften fehlen

Die Initianten der Vaterschaftsurlaub-Initiative haben bereits 90'000 Unterschriften für ihr Anliegen sammeln können. Ein Spaziergang soll die Initiative nun ins Ziel retten.

18.05.17, 14:05 18.05.17, 15:00

Die Initiative «Vaterschaftsurlaub jetzt!» ist auf der Zielgeraden. «Uns fehlen noch gut 10'000 Unterschriften, damit ihr Anliegen vors Volk kommt», sagt Nicolas Zogg, Leiter Politik von Männer.ch, des Dachverbands der Schweizerischen Männer- und Väterorganisationen. Allerdings könnten die nötigen Unterschriften schon bald vorliegen. 

Dies, weil auf Wecollect bereits 55'000 Unterstützer zugesagt haben, zu unterschreiben. Das Prinzip der Seite funktioniert so, dass sich Unterstützungswillige auf der Seite registrieren können und anschliessend den Unterschriftenbogen zugeschickt bekommen. Diesen können sie dann zuhause unterzeichnen und zurückschicken. 

Bisher bekommen Väter bei der Geburt ihres Kindes einen Tag bezahlt frei. Dies will die Initiative «Vaterschaftsurlaub jetzt!» ändern und fordert 20 Tage bezahlten Vaterschaftsurlaub, der flexibel und tageweise innert einem Jahr nach der Geburt bezogen werden kann. 

Zogg ist zuversichtlich, dass die Initiative genügend Unterschriften zusammenbekommt. Dennoch brauche es weiter Präsenz auf der Strasse.

Männer.ch hat nachgefragt, wieso die Schweiz einen Vaterschaftsurlaub braucht. Video: YouTube/Männer CH

Für einen weiteren Schub soll deshalb eine Aktion führen: Am 1. Juni findet ein Väterspaziergang statt. Die Väter wollen dazu vom Zürcher Bürkliplatz bis zur Bäckeranlage spazieren, wo dann gemeinsam gepicknickt wird. 

Am 3. Juni – dem Tag vor dem diesjährigen Vätertag – werden die nächsten Zahlen zum Stand der Unterschriften publiziert. Ziel der Initianten ist, die Unterschriften bis zum Beginn der Sommerferien zusammenzuhaben. Ablauf der Sammelfrist wäre erst Ende November. 

Die Gegner der Initiative empfinden den Urlaub als staatliche Zwangsverordnung. Der Vaterschaftsurlaub sei zu teuer und organisatorisch aufwändig, da Arbeitgeber eine Stellvertretung für ausfallende Väter finden müssen. Die Wichtigkeit des Vaters nach der Geburt sei dazu überhöht: Der vom Staat verordnete Vaterschaftsurlaub suggeriere, dass ein für jeden Fall geltendes Vaterdefizit nach der Geburt behoben werden müsse. Dabei könne ein Vater auch in der späteren Kindheit fehlen und damit die Vater-Kind-Beziehung belasten.

Wie der Vater, so der Sohn

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Brikne, 20.7.2017
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  • ev0lution 20.05.2017 21:55
    Highlight Unbedingt Formular ausdrucken und zurück senden, eine super Sache für die Gleichberechtigung und für das Kindeswohl!
    Unterschrifften-Sammelmöglichkeit unbedingt auch für weitere Sozial-/Umweltanliegen etc. ermöglichen!
    0 0 Melden
  • stef77 18.05.2017 19:02
    Highlight gute sache, schliesslich fehlt man wenn man ins militär muss auch 3 wochen pro jahr (notabene nur zeitverschwendung im wk). somit sollten 20 freitage sicherlich drin liegen, ab der geburt sollte der vater doch nahe beim kind sein und zeit haben
    23 3 Melden
  • Señor Ding Dong 18.05.2017 18:31
    Highlight Der masochistische Schweizer Stimmbürger wird doch nicht völlig altruistisch für 4 Wochen Vaterschaftsurlaub stimmen, von denen er vielleicht nicht mal was hat, nachdem er 6 Wochen für ALLE abgewatscht hat.

    Man steckt einfach zu tief im Ar*** all der grundgütigen Arbeitgeber, die ja ach so schauen müssen, wo sie bleiben...
    16 6 Melden
  • Sblue 18.05.2017 18:22
    Highlight Ich empfehle das Buch "Do Fathers Matter?" von Paul Raeburn

    Das Buch fasst Studienergebnisse zusammen, die eindeutig in die Richtung zeigen, dass Väter viel wichtiger sind für die Entwicklung des Kindes als angenommen
    18 5 Melden
  • insomniac 18.05.2017 15:50
    Highlight Ich freu mich schon das als kinderloser Steuerzahler bezahlen zu dürfen. Wo ist mein Urlaub? Über Kinder kann man denken was man will aber dass man vom Staat noch bestraft wird weil man keine hat kann ja wohl nicht sein.
    13 101 Melden
    • chleber 18.05.2017 16:15
      Highlight mir als autolosem steuerzahler gehen die strassen auch schon lange auf die nerven!
      82 7 Melden
    • Duweisches 18.05.2017 16:22
      Highlight Wieso immer dieser Neid? Es wird eher ein wenig erleichtert, wenn man Woche bekommt als das man bestraft wird wenn man keine hat. Bisher mussten die Väter Ferientage opfern um bei ihren Kleinen zu sein und die Mutter zu entlasten. Das Eltern werden ist sehr anstrengend, für beide Elternteile...
      45 7 Melden
    • insomniac 18.05.2017 16:52
      Highlight Das hat mit Neid nichts zu tun, es stört mich nur dass eine private Entscheidung vom Staat belohnt bzw. bestraft wird. Ich kenne Mütter mit Neugeborenen und klar, man schläft unregelmässig aber ansonsten wird vor allem zu Hause rumgegammelt. Die ganzen Haushaltsaufgaben muss ich abends nach meiner Arbeit auch erledigen, meine Wäsche macht mir niemand und mein Bad putzt mir auch keiner. Ein Kind ist kein 2 Personen Job.
      12 58 Melden
    • Mantarochen 18.05.2017 17:03
      Highlight Ja gut meine Güte, 20 Tage machen das Land nun auch nicht ärmer, da gibts echt schlimmere Geldverschwendungen.
      31 8 Melden
    • Pachyderm 18.05.2017 17:08
      Highlight Die Kinder bezahlen deine AHV wenn du alt bist, also beschwer dich nicht über ein, zwei Wochen Vaterschaftsurlaub.
      35 7 Melden
    • Arutha 18.05.2017 17:13
      Highlight Also ich verstehe, dass man gegen Mutterschafts- oder Vaterschaftsurlaub sein kann. Aber zu sagen, dass zu Hause nur rumgegammelt wird ist absolut beleidigend.
      In den ersten Tagen nach der Geburt sind viele Frauen sehr müde, da eine solche Geburt einfach verdammt anstrengend ist. Und wenn noch ein Kaiserschnitt gemacht werden muss, dann darf die Frau theoretisch wenige Wochen lang nichts schweres tragen. Das bedeutet beim zweiten (oder dritten) Kind muss der Mann Unterstützung leisten, damit die ersten Kinder auch versorgt werden können.
      27 5 Melden
    • insomniac 18.05.2017 17:26
      Highlight Arutha, wie gesagt, ich kenne Mütter mit Neugeborenen und ich kann dir nur sagen was ich dort miterlebe. Vielleicht hast du andere Erfahrungen gemacht, aber ich nicht.
      Pachyderm, was ist denn das für ein Argument? Was hat denn Vaterschaftsurlaub mit meiner AHV zu tun? Ich zahle auch selbst ein, bekomme trotzdem keinen Extraurlaub.
      Früher hatten die Menschen deutlich mehr Kinder und haben auch mehr gearbeitet. Hat auch geklappt. Aber heutzutage werden Kinder und Eltern verhätschelt, das ist fast schon krank.
      8 35 Melden
    • RacKu 18.05.2017 17:57
      Highlight Kinderkriegen ist Privatsache! Vaterschaftsurlaub? Gehts noch? Ich würde den Mutterschaftsurlaub auf 3 Tage kürzen. Kinder kriegen sollen nur diejenigen die den Steuerzahler nicht belasten! Sowieso sollten Menschen mit niedrigem Einkommen per Gesetz keine Kinder kriegen dürfen.
      10 17 Melden
    • Sblue 18.05.2017 18:12
      Highlight "Früher" war auch die Lebenserwartung viel tiefer als heute
      7 3 Melden
    • phreko 18.05.2017 19:20
      Highlight Nach mir die Sintflug. Ich danke euch Leuten dafür, dass ihr für alle anderen das Leben so unlebenswert wie möglich machen wollt!
      6 4 Melden
    • Macke 18.05.2017 20:01
      Highlight Insomniac: Der Vaterschaftsurlaub basiert auf dem Solidaritätsprinzip. Du kannst gerne gegen den Vaterschaftsurlaub sein, dann aber auch bitte gegen die Krankenkasse, Strassenbau, Sozialwesen, Krankentaggeldversicherung - eigentlich kannst du gerade gegen jede Art von öffentlichem Gemeinwesen und auch den Staat sein. Denn z. B. eine Polizei brauchts dann ja auch nicht mehr, solange du nicht Opfer eines Verbrechens wirst. Ich vermute mal, dass du vieles, das heute durch das Solidaritätsprinzip finanziert wird, magst. Dein Argument geht dann nicht auf.
      7 3 Melden
    • Tartaruga 18.05.2017 21:11
      Highlight Insomniac macht sich zu viele Sorgen. Deshalb klappts auch mit dem Schlag nicht.

      Mal ernsthaft. Bestraft werden weil man keine Kinder hat? Wie negativ muss man eingestellt sein um auf so eine Ansicht zu kommen?
      2 2 Melden
    • Tartaruga 18.05.2017 21:15
      Highlight *Schlaf
      1 2 Melden
    • insomniac 18.05.2017 21:39
      Highlight Leider sehe ich, dass an vielen Orten Menschen ohne Kinder benachteiligt werden. Ein brüllendes Kind im Flugzeug? Ich bin das kinderfeindliche Arschloch. Ich möchte Ferien nehmen? Nein, zu dieser Zeit haben die Kollegen mit Kinder Vorrang. Meine Katze ist krank? Kümmer dich da bitte in deiner Freizeit drum, nur ein krankes Kind ist ein legitimer Grund für eine Abwesenheit. In der heutigen Gesellschaft haben Familien so viele Vorteile, langsam reicht es einfach.
      5 3 Melden
  • Wehrli 18.05.2017 14:55
    Highlight Finde ich eine super Sache, und wer bezahlts? Der Staat? So wie den Mutterschaftsurlaub, nehme ich an.
    23 7 Melden
    • Jarl Ragnar 18.05.2017 15:42
      Highlight Man könnte zum bsp. den Wk um 6 wochen kürzen. Wird ja aus der selben Kasse bezahlt. Denke da wäre jedem geholfen, dem Arbeitgeber von jungen männern, der Frau, dem Papa und allen die Wk leisten müssen und ausser zeittotschlagen kiffen und saufen nichts besseres machen
      48 11 Melden
  • Yelina 18.05.2017 14:15
    Highlight Super Sache, das wird doch wohl noch klappen! 👍
    56 13 Melden
  • Darth Unicorn 18.05.2017 14:12
    Highlight Ich kann es nur unterstützen!
    https://wecollect.ch/de/campaign/vaterschaftsurlaub/
    41 9 Melden
  • Arutha 18.05.2017 14:11
    Highlight Ich unterstütze grundsätzlich das Anliegen eines Vaterschaftsurlaubes. Konnte ich doch vor 1.5 Jahren selbst die ersten 4 Wochen zuhause sein und empfand dies als sehr wertvoll. Doch wenn direkt mit 20 Tagen eingestiegen wird, dann sehe ich die Chancen, dass dies angenommen wird sehr gering.
    Besser wären zuerst mal 10 Tage. Das ist auch eine Zeit, welche die Arbeitgeber und die Arbeitskollegen irgendwie überbrücken können.
    15 44 Melden
    • Amboss 18.05.2017 15:00
      Highlight Ich finde auch, zehn Tage zu fordern wäre besser gewesen. Diese zehn Tage wären für Arbeitgeber wirklich kaum spürbar und es tönt auch vernünftig: "Kind bekommen - zwei Wochen frei" Ist völlig okay.

      20 Tage ist aber immerhin die Verdopplung der Ferien.
      Verdopplung der Ferien nur weil man ein Kind bekommen hat...? irgendwie absurd. Kinder werden ja nicht weniger anstrengend, wenn sie älter sind...

      Kommt dazu: Es ist ein Ausbau des Sozialstaats ohne ein echtes Bedürfnis
      Ob das Chancen hat? Ich sehe schwarz
      19 35 Melden
    • Knächbläch 18.05.2017 15:59
      Highlight ich möchte nicht dein anstrengendes Kind sein... Es gibt sicher viele, die ein Bedürfnis nach den schönen Sachen im Leben haben :-)
      8 5 Melden
    • tipsi 18.05.2017 21:06
      Highlight Ich finde, es dürfte ruhig mehr sein als 4 Wochen. Schaut mal in die Nachbarländer. Ist doch tragisch, dass die Initiative nur 4Wochen verlangen kann, weil es sonst abgelehnt würde.
      3 4 Melden
    • Tartaruga 18.05.2017 21:13
      Highlight Es sagt ja niemand, dass die 20 Tage am Stück genommen werden müssen. Auch 1 freier Tag während 20 Wochen kann eine Lösung sein.
      2 2 Melden
    • Amboss 18.05.2017 21:21
      Highlight @knächbäch: interessant, wie böswillig man gewisse Ausdrücke interpretieren kann.


      @tipsi: Welches Land meinst du?
      in unseren Nachbarländern gibt es Vaterschaftsurlaube im Bereich von 0 bis Ca 15 Tage...
      3 1 Melden
    • tipsi 18.05.2017 23:02
      Highlight @amboss tatsächlich habe ich Elternzeit mit Vaterschaftsurlaub vermischt. Schlussendlich läuft es aber doch darauf hinaus, dass ein Vater in Deutschland, Österreich oder Italien mehrere Monate zuhause bei der Familie bleiben kann wenn er möchte.
      Gedacht habe ich auch an Schweden (und dann Nachbarländer statt europäische Länder geschrieben), das uns in vielen Dingen einen Schritt voraus ist.
      https://m.srf.ch/static/infografix/_2016_12/2016_12_Initiative_Vaterschaftsurlaub_nau/
      1 1 Melden
    • Amboss 19.05.2017 11:45
      Highlight @tipsi:
      Richtig, du hast Elternzeit mit Vaterschaftsurlaub verwechselt. Ist einfach nicht dasselbe.

      Deshalb würde ich es eher so sagen: Ein Vater kann in genannten Ländern mehrere Monate zuhause bei der Famile bleiben, wenn er es sich leisten kann.

      Anders gesagt: Toll für die Reichen, blöd für die Armen...

      Aber unbezahlt Urlaub zu nehmen ist bei uns grundsätzlich auch möglich.

      Dass uns die nordischen Ländern einen Schritt "Voraus" sind, ist richtig. Dort ist aber einiges anders. Ganz andere Einstellung zum Staat zum Beispiel
      0 0 Melden

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