Schweiz

Romands zahlen 670 Franken pro Jahr mehr Krankenkassenprämien als Deutschschweizer

25.10.16, 10:28 25.10.16, 10:41

Die Westschweiz bezahlt mehr für die Krankenkasse als der Rest der Schweiz Bild: KEYSTONE

Die Westschweizer bezahlen mit Abstand die höchsten Krankenkassenprämien in der Schweiz: Sie müssen laut einer Studie dafür über 670 Franken pro Jahr mehr aufwenden als die Deutschschweizer.

Der Online-Vergleichsdienst moneyland.ch untersuchte 250'000 Prämiendaten von 53 Krankenkassen in den drei Sprachregionen, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst. Demnach bezahlen die erwachsenen Versicherten in der Westschweiz für ihre Krankenkasse im nächsten Jahr im Durchschnitt 407.20 Franken pro Monat, im Tessin sind es 385.20 Franken und in der Deutschschweiz 351.10 Franken.

Auf das gesamte Jahr hochgerechnet, sind die Krankenkassenprämien in der Westschweiz damit mehr als 670 Franken höher als in der Deutschschweiz. Spitzenreiter ist der Kanton Genf: Dort belaufen sich die durchschnittlichen Prämien für erwachsene Versicherte auf 460.60 Franken pro Monat.

Prämiengraben verläuft durch das Wallis

Im Wallis verläuft der «Prämien-Röstigraben» sogar durch den Kanton: So bezahlen die erwachsenen Oberwalliser im Durchschnitt 299.60 Franken pro Monat, die französischsprachigen Unterwalliser dagegen 325.50 Franken pro Monat. Das sind 310 Franken mehr pro Jahr.

Ähnliche Unterschiede können bei den Prämien der jungen Erwachsenen und der Kindern ausgemacht werden: Personen im Alter von 19 bis 25 Jahren bezahlen in der Westschweiz im Durchschnitt 373.20 Franken pro Monat, im Tessin 345.30 Franken und in der Deutschschweiz 315.40 Franken.

Für Kinder bis 18 Jahre kostet die Krankenkasse in der Westschweiz im Durchschnitt 107.50 Franken, im Tessin 100.60 Franken und in der Deutschschweiz 94.50 Franken. Auch das gibt auf das Gesamtjahr hochgerechnet noch einen Unterschied zwischen West- und Deutschschweiz von 156 Franken.

Den Grund für die markanten Unterschiede zwischen den Sprachregionen sieht moneyland.ch darin, dass die Krankenkassen in der Romandie wesentlich mehr an die Versicherten zahlten als in der Deutschschweiz. Deshalb sei es auch nicht verwunderlich, dass die Idee einer Einheitskasse in der Westschweiz eher auf Sympathien stosse als in der Deutschschweiz. (sda)

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  • Gelöschter Benutzer 25.10.2016 20:02
    Highlight La système suisse de LaMal est que les primes diffèrent selon la région. Ça veut que les régions que utilisent plus de services médicaux payent plus.
    (Aus Respekt der Romandie ist dieser Kommentar auf Französisch).
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  • Einer Wie Alle 25.10.2016 14:23
    Highlight Warum nicht eine Einheitskasse, mit einem Preis, der für alle gilt?

    Es wäre so viel einfacher und es würde weniger Diskussionen geben.

    Leute die die Kosten nicht stämmen können, könnten ja weiterhin bei der Prämienverbilligung anklopfen.

    Diskussion erwünscht.
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    • DonPedro 25.10.2016 16:13
      Highlight Einheitskasseninitiativen wurden seit Einführung des KVG von Volk und Ständen zweimal abgeleht!
      Eine Einheitkasse ändert nichts an den Hauptgründen der steigenden Kosten im Gesundheitswesen ( Medizin. Fortschritt,höhere Lebenserwartung, Anspruchsmentalität vieler Patienten etc)
      In den Westschweizer Kantonen sind zudem die Kosten historisch gesehen höher als in der Deutschschweiz, aber auch die Taxpunktwerte im ambulanten Bereich sind dort höher, was zu einem höheren Preis beiträgt,
      Ein Weg die Eigenverantwortung zu stärken ist eine höhte Franchise, die das Parlament anpeilt.
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