Schweiz

Claudia Pfleger erzählt, wie es ihrer Tochter heute geht. screenshot tele züri

Der Fall Céline: «Das waren die letzten Worte, die ich von meiner Tochter gehört habe»

2008 erschütterte der Fall Céline die Schweiz: Die damals 16-Jährige nimmt die Antibabypille «Yasmin» vom Pharmakonzern Bayer ein. Kurz darauf erleidet sie eine schwere Lungenembolie und ist seither schwerstbehindert. Ihre Familie zog den Fall bis vor Bundesgericht. Dieses wies die Klage 2015 ab. Wie geht es Céline heute?

16.06.17, 08:40 16.06.17, 10:16

Chantal Gisler / az Aargauer Zeitung

Fast zehn Jahre ist es her. Hautnah musste Claudia Pfleger 2008 miterleben, wie das Leben ihrer Tochter Céline innerhalb von Sekunden zerstört wurde.

In der Sendung «TalkTäglich» auf Tele Züri erinnert sie sich: «Am Morgen habe ich Céline geweckt, wie sonst auch immer. Sie wollte das so. Ich lief mit ihr ins Badezimmer, sie nahm ihre Zahnspange heraus. Dann sagte sie, sie fühle sich komisch, sie habe einen Muskelkater.»

Damals wusste Mutter Claudia nicht, dass sich eine Lungenembolie so anfühlt. «Ich konnte nur noch wenige Worte mit ihr wechseln. Plötzlich wurde sie ganz weiss und klappte bewusstlos zusammen. Sie hatte leicht starre Augen. Ich wusste sofort, dass es etwas Schlimmes sein musste.»

Claudia Pfleger erzählt vom Tag, als Céline zusammenbrach und was die letzten Worte ihrer Tochter waren. Video: © Tele Züri

Die Mutter reagierte, rief den Notarzt. Im ersten Moment habe sie die Situation gar nicht begreifen können. Auch heute könne sie kaum fassen, was damals passiert ist. «Das waren die letzten Worte, die ich bis heute von meiner Tochter gehört habe.»

Die Diagnose: Beidseitige schwere Lungenembolie mit Herzstillstand. Diese führte zu einem Sauerstoffmangel, der eine schwere Hirnschädigung zur Folge hatte. Die junge Frau ist heute spastisch gelähmt und schwer invalid. Schnell war die Ursache gefunden. «Mehrere Ärzte bestätigten, dass nur die Antibabypille Schuld daran sein kann», erzählt Pfleger.

Ähnliche Fälle in den USA

Die Familie verklagte die Firma Bayer auf Schadenersatz von 5,3 Millionen Franken und eine Genugtuung von 400'000 Franken, zog die Klage bis vor Bundesgericht. Doch der Pharmariese gewann. 

Doch auch heute ist Claudia Pfleger überzeugt: «Ich bin mir sicher, dass man das hätte verhindern können, wenn ich das Wissen von heute damals schon gehabt hätte», erklärt Pfleger. Bereits vor 2008 gab es in den USA ähnliche Fälle, von denen man in Europa nichts gewusst hatte. Obwohl man nur selten davon hört, «bedeutet das nicht, dass es keine mehr gibt.»

Gefangen im eigenen Körper

Heute lebt die mittlerweile 27-jährige Céline in einem Heim für körperbehinderte Menschen in Schaffhausen. «Mir war es wichtig, dass sie in die Nähe ihrer Familie kommt, dorthin, wo sie aufgewachsen ist», erklärt Pfleger.

Körperlich sei sie auf dem Stand eines Kleinkindes, ihr Verstand arbeite jedoch weitgehend normal: «Sie ist gefangen im eigenen Körper.» Sie könne sich nicht mitteilen, sehe schlecht.

Claudia Pfleger spricht darüber, wie ihr grösster Wunsch, dass Céline wieder sprechen kann, zerschlagen wurde. Video: © Tele Züri

«Es war lange der Wunsch der Familie, dass sie wieder sprechen kann», erzählt Pfleger. Céline mache zwar Fortschritte, aber nicht in diese Richtung. Die Chance, dass sie jemals wieder sprechen kann, sei minimal.

«Es war hart, das zu akzeptieren.» Dennoch ist Claudia Pfleger unglaublich stolz auf ihre Tochter. «Sie meistert die Situation gut und hat gelernt, damit zu leben. Obwohl, sie hatte ja keine Wahl.»  

Antibabypillen genau prüfen

In einem Buch hat Célines Mutter die ganze Geschichte aufgeschrieben. Damit möchte sie Eltern und Jugendliche auf die Risiken aufmerksam machen, sie sensibilisieren und dazu animieren, Nebenwirkungen und Risiken genau abzuklären. «Man sollte sich die Pillen wirklich genau anschauen und auch über Alternativen nachdenken.»

In Italien sei beispielsweise ein Test obligatorisch, der Frauen zeigt, ob sie emboliegefährdet sind. Wieso sich das in der Schweiz nicht durchgesetzt hat, ist für Pfleger unverständlich. 

«Der Fall ist jetzt zwar abgeschlossen – für uns ist es aber nie abgeschlossen.» Video: © Tele Züri

Vor Gericht ist der Fall abgeschlossen, aber für die Familie wird er es nie sein. «Die älteste Tochter heiratet bald. Aber für Céline wird das nie möglich sein, denn sie ist in den Zustand eines Kleinkindes zurückversetzt.» Dennoch gibt es für die Familie auch schöne Momente. «Die Solidarität für Céline war riesig und dafür sind wir unglaublich dankbar.»

Hier kannst du die ganze Sendung mit Célines Mutter anschauen:

2008 erlitt Céline eine schwere Lungenembolie nach der Einnahme der Antibabypille «Yasmin». Seither ist sie schwerstbehindert. Die Klage gegen Bayer wurde vor Bundesgericht abgewiesen. Video: © TeleZüri

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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  • Gulasch 17.06.2017 10:03
    Highlight Das Schicksal von Céline und der Familie Pfleger sind schrecklich. Man wünscht dies nicht seinem ärgsten Feind.
    Jedoch haben alle Medikamente schwächere und seltener schwierige und gefährluche Nebenwirkungen. Ein Einzelschicksal sollte nicht als Standard gesehen werden. Es ist eine ähnliche Diskussion wie beim Impfen.
    Die Verschreibung von Medikamenten wird vom Arzt indiziert, der Patient entscheidet jedoch alleine. So bitter es klingt, Komplikationen gehören dazu.
    Weder Arzt, Medikament noch Pharmafirma sollten vertäufelt werden!
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  • DaBoong 16.06.2017 19:00
    Highlight Liebe Leute.... einmal mehr: es gibt keinen Staat der für euch sorgt. Sondern lediglich einer, der dafür besorgt ist, die Taschen der Eliten weiter zu füllen... Und ein Eingeständnis, das die Pharmaindustrie fehlbar ist ist, liegt damit einfach nicht drin. SCHLIESSLICH SEIT IHR ALLE NUR EIN TEIL EINES BRUTTOSOZIALPRODUKTS UND NICHTS ANDERES.... Dies sieht man täglich in den Entscheidungen, die die von uns gewählten Politiker "im Sinne des Volkes" fällen. Wacht auf und wehrt Euch.... Mein höchstes Mitgefühl an die betroffene Familie! Ihr seit nicht allein...
    5 14 Melden
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  • El Schnee 16.06.2017 13:04
    Highlight In so vielen Bereichen des Lebens werden Rankings erstellt. Es gibt Bestsellerlisten oder Goût Mieux-Punkte, Bestenlisten noch und noch. Wieso müssen sich Pharmaprodukte diesem Messen nicht stellen? Zahlen über Tote, schwere Nebenwirkungen zu Produkten gibt es sogar offiziell. Sag ich mal: her damit! Solche Informationen tun nur korrupten Lobbyisten, Pharmaunternehmen, Ärzten und Apothekern weh.
    11 13 Melden
    • Gulasch 17.06.2017 09:44
      Highlight Gault-Millau
      9 0 Melden
    • El Schnee 18.06.2017 15:55
      Highlight Ja Gulasch die meinte ich, aber die gibt's tatsächlich auch: http://www.goutmieux.ch
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    • Gulasch 19.06.2017 02:08
      Highlight @El Schnee: wusste ich nicht, gleich besucht, gefällt mir... danke!
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  • miss_gürps 16.06.2017 12:25
    Highlight Diese Geschichte erinnert mich wieder daran, dass ich schleunigst eine Patientenverfügung erstellen sollte.
    21 3 Melden
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  • El Schnee 16.06.2017 11:46
    Highlight Im heutigen Fachbeschrieb dieser Pille steht, dass die klinischen Studien nur mit Frauen über 18 gemacht wurden. Trotzdem wird diese Pille an 16jährige und sogar jünger abgegeben. Stellt sich die Frage: stand diese Information vor 10 Jahren auch schon im Beschrieb? Oder noch wichtiger die Frage: Wieso werden Medikamente im sogenannten Off-Label-Use angewendet und dann die Ärzte trotzdem nicht zur Verantwortung gezogen? Und wieso gibt es bei Medikamenten nicht einen grösseren Kinder- und Jugendschutz. Auch im Bereich Psychopharmaka herrscht eine haarsträubende Verantwortungslosigkeit.
    15 2 Melden
    • chicadeltren 19.06.2017 09:52
      Highlight Weil es beinahe unmöglich ist Studien mit Minderjährigen durchzuführen. Die Pharmafirmen haben Angst davor, es ist unglaublich teuer und wenn was passiert ist es viel schlimmer als wenn es Erwachsene wären. Aus rechtlichen Gründen wird das Medikament dann oft nicht für Kinder zugelassen obwohl im Prinzip nichts dagegen spricht. Ohne off-label use würden viele Kinder sterben, denn es gibt einfach kaum Medis speziell für Kinder. Off-label ist aber kein Freibrief, die Behandlung muss unter Experten allgemein akzeptiert sein.
      0 0 Melden
    • chicadeltren 19.06.2017 09:53
      Highlight Im Fall der Pille sollte dies aber eh kein Problem sein, jüngere haben nämlich viel weniger Thrombosen als ältere Frauen und 16 gilt in der Medizin auch nicht mehr als Kind.
      0 0 Melden
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  • Daniel Caduff 16.06.2017 10:46
    Highlight Seit 10 Jahren wird dieser Fall durch die Medien gezerrt. Ich sehe absolut keinen Sinn dafür. Auch dieser Artikel hier. Ich lese ihn und habe wenig bis keinen Erkenntnisgewinn. Wie werden die Risiken heute beurteilt? Wie häufig treten die beschriebenen Nebenwirkungen ein, in Relation zu allen Konsumentinnen?

    Wieso wird journalistisch nicht nachgehakt, wenn die "Begründung" «Mehrere Ärzte bestätigten, dass nur die Antibabypille Schuld daran sein kann» lautet? Trotz Niederlage vor Bundesgericht. Ich als Laie kann das nicht beurteilen.

    Mieser Betroffenheitsjournalismus für die Tränendrüse.
    52 11 Melden
    • chicadeltren 16.06.2017 12:57
      Highlight Ich kann mir bei bestem Willen nicht vorstellen, dass sich so viele Ärzte zu so einer Aussage hinreissen liessen. Klingt uneriös. Es ist unmöglich zu sagen, ob sie die Lungenembolie auch ohne Pille bekommen hätte. Man kann da realistischerweise nur mit Wahrscheinlichkeiten arbeiten.
      11 1 Melden
    • chicadeltren 16.06.2017 13:36
      Highlight Es gibt eine ganze Liste von absoluten und relativen Kontraindikationen, die bei der Verschreibung beachtet wird. Auf 10'000 Frauen gibt es jedes Jahr etwa 2 Thrombosen, mit Pille je nach Präparat etwa 4-11. Mit den meisten Varianten dürfte sich das Risiko ungefähr verdoppeln. Etwa 10% der Patientinnen mit Thrombose entwickeln dann eine Lungenembolie. Weshalb die Präparate mit mehr Thrombosen immernoch verwendet werden? Sie haben wohl bezüglich anderer Wirkungen/Komplikationen ein besseres Profil.
      10 1 Melden
    • Daniel Caduff 16.06.2017 13:37
      Highlight @chicadeltren

      Haben diese Ärzte Céline vor oder nach der Embolie untersucht? Haben Sie weitere Ursachen ausschliessen können, oder nur keine anderen entdeckt? Wurde die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen durch diese Pille unterschätzt, oder entspricht der Fall der statistischen Verteilung?
      Wo sind die Quellen für die Behauptung, es habe solche Fälle schon vor 2008 in den USA gegeben?

      Leider wirklich einer der schlechtesten Artikel, die ich je auf Watson gelesen habe. Da war ich mir sehr viel besseres gewohnt.

      Dieser Artikel hier passt vom Niveau her zur Glückspost oder zu 20 Minuten.
      11 6 Melden
    • Maracuja 16.06.2017 15:33
      Highlight @chicadeltren: 1. Auf 10'000 Frauen gibt es jedes Jahr etwa 2 Thrombosen. 2. Weshalb die Präparate mit mehr Thrombosen immernoch verwendet werden? Sie haben wohl bezüglich anderer Wirkungen/Komplikationen ein besseres Profil.

      1. Zum konkreten Fall müsste man auch noch Zahlen haben, die aufzeigen wie diese 2/10000 auf Frauen verschiedener Altersklassen verteilt sind. 2. ob das immer nur am besseren Profil liegt oder auch am grösseren Einsatz von Pharmavertretern? http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/teure-medikamente-wie-pharmavertreter-aerzte-beeinflussen-a-1145790.html
      5 2 Melden
    • chicadeltren 17.06.2017 09:45
      Highlight Jüngere Frauen haben weniger Thrombosen, mit und ohne Pille.
      Die Risikoerhöhung durch die Pille ist aber ähnlich. Allerdings hat eine 16-jährige auch mit Pille weniger Risiko für Thrombosen als eine 35-jährige ohne.
      Keine Ahnung wie die Pharmavertreter Ärzte noch so beeinflussen sollen, sämtliche Zuwendungen, die früher erlaubt waren sind ja längst verboten und Originalprodukte und Generika gibts von 2.-4. Generation, man kann also mit allen gleich viel/wenig Geld machen.
      3 0 Melden
    • chicadeltren 17.06.2017 09:47
      Highlight @Daniel: nehme mal an, dass sie dies im Nachhinein machten, vorher war die Fragestellung ja gar nicht vorhanden. Meistens findet man keine Ursache, die Pille als Ursache sowieso nicht. Wenn, dann findet man eine Gerinnungsstörug, die sicherlich von der Pille verschlimmert wird, was aber im Rückschluss nicht heisst, dass die Thrombose ohne Pille nicht entstanden wäre.
      3 0 Melden
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  • chicadeltren 16.06.2017 09:49
    Highlight Sorry, aber es ist klar, dass der "Pharmamulti" hier nicht Schuld ist. Lungenembolien sind bekannte Nebenwirkungen der Anti-Baby-Pille, man geht das Risiko freiwillig und nach dem Gespräch mit einem Arzt ein, wo durchaus Risikofaktoren abgeklärt werden! Eine 35-jährige Raucherin bekommt z.B. keine Pille! ABER WICHTIG: Das Risiko einer Thrombose und in der Folge Lungenembolie ist in einer Schwangerschaft viel höher als mit der Pille! Wichtiger als die Pille zu bashen, wäre Aufklärungsarbeit bezüglich Symptomen von Thrombosen.
    47 20 Melden
    • Falco 16.06.2017 11:40
      Highlight Nicht Schuld? Sicher Mitschuld. Wenn ich von einem Medi ein paar Pickel bekomme, ist dies das eine. Wenn aus der Einnahme eines Medi eine schwere Behinderung resultiert, dann ist der Hersteller mit in der Pflicht - finde ich. Würden Männer daran sterben, hätte man "Yasmin" vermutlich schon lange vom Markt genommen.
      14 39 Melden
    • Maracuja 16.06.2017 13:27
      Highlight Wenn rechtlich so eindeutig klar ist, dass Bayer überhaupt keine Schuld trifft, dann muss man sich die Frage stellen, weshalb diese Firma bereits 2016 über 2 Milliarden Dollar für Vergleiche nur mit Klägerinnen aus den USA ausgegeben hat. Sowohl in den USA wie in weiteren Ländern sind noch Klagen offen. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/03/16/yasmin-kostet-bayer-bereits-uber-zwei-milliarden-dollar
      10 4 Melden
    • strange 16.06.2017 14:18
      Highlight In den USA werden Firmen verurteilt, wenn sie auf ihre Kaffebecher nicht "Achtung Verbrennungsgefahr" schreiben. Ich glaube nicht, dass dies als vernünftiger Vergleich heran gezogen werden kann.
      8 6 Melden
    • Maracuja 16.06.2017 16:18
      Highlight @strange

      Denke nicht, dass Bayer die Warnung auf dem Kaffeebecher d.h. Beipackzettel vergessen hat.
      4 4 Melden
    • Gulasch 17.06.2017 09:51
      Highlight @Maracuja: In den USA werden Vergleiche bezahlt bevor ein Rechtsprozess begonnen wird. Dass dies ein schlechtes Licht auf den Zahlenden wirft ist klar, aber die Schuld ist somit noch nicht bewiesen und Prozesse sind für beide Parteien sehr teuer.
      4 1 Melden
    • chicadeltren 19.06.2017 09:42
      Highlight @falco: Dann gäbe es keine Medis mehr. Die meisten Medis können theoretisch sehr sehr schlimme Nebenwirkungen haben. Deswegen sollte man immer Risiko und Nutzen abwägen.
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  • Beri_sha_24a 16.06.2017 09:44
    Highlight Dieses Schicksal nimmt mich extrem mit. Normalerweise sehe ich es eher kritisch, wenn Angehörige in den Medien über Schicksalsschläge berichten oder gar ein Buch schreiben, aber in diesem Fall ist was Frau Pfleger macht so enorm wichtig! Jede Frau sollte wissen, dass die Einnahme einer Pillen verherrend sein kann. Ich wünsche der Familie Pfleger viel Kraft für die Zukunft, Ihnen gebürt höchster Respekt!
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  • strange 16.06.2017 09:25
    Highlight Für mich ist es nach wie vor unverantwortlich, dass die Pille wie Tic Tacs verteilt werden. Mir wurde mit 14 ganz selbstverständlich die Pille verschrieben, da ich eine unregelmässige Periode und Anke hatte.Nach 10 Jahren Kopfschmerzen, Gewichtsproblemen, fehlende Lust auf Sex und Depressionen habe ich die Hormone abgesetzt. Nach 1. 5 Jahren waren alle Beschwerden restlos verschwunden. Ich wurde nie über diese Risiken aufgeklärt. Dabei habe ich min 5 Kolleginnen, die das gleiche oder ähnliches erlebt haben. In meinen Körper werden nie mehr künstliche Hormone kommen. Frauen, informiert euch.
    52 6 Melden
    600
  • Falco 16.06.2017 09:20
    Highlight Ich habe die Sendung gesehen und war über den doppelten Kampf erschüttert, den Frau Pfleger durchstehen muss. Einerseits ihre schwerbehinderte Tochter und andrerseits den Kampf gegen einen Pharmamulti - ein Kampf David gegen Goliath. Dass dieses Medikament immer noch auf dem Markt ist beweist, dass für Bayer Céline lediglich einen Kollateralschaden darstellt.
    46 20 Melden
    600
  • redeye70 16.06.2017 09:17
    Highlight Traurige Geschichte. Noch viel trauriger ist es, wie sich Bayer aus der Verantwortung stahl. Aber bei uns geht das eben. Der Konsument oder gar Patient hat kaum Schutz. Wenn Bayer ein Unternehmen mit Verantwortung wäre, hätte es die Ärzte welche ihre Produkte verwenden hingehend informiert und instruiert. So wie eben in Italien. Aber hey, wen wundert's bei der Pharmalobby im und ums Parlament.
    44 29 Melden
    • chicadeltren 16.06.2017 09:57
      Highlight Swissmedic lässt die Medikamente bei uns zu. Kannst also bei denen jammern. Oder beim BAG. Solche Auflagen a la Italien werden national bestimmt und nicht von Pharmafirmen.
      Ziemlich sicher ist der Test in Italien einfach nicht für sehr effektiv befunden worden hierzulande, eine saubere Anamnese und Aufklärung sollte eigentlich reichen.
      Man kann nicht immer alles testen. Dann wären wir alle nur noch beim
      Arzt und die Prämien wohl bei 12'000 Stutz im Jahr, da man dann noch einen Haufen Zufallsbefunde behandeln würde und die Leute von den ganzen Tests wieder krank würden...
      27 8 Melden
    • strange 16.06.2017 10:21
      Highlight Bei Medikamenten ist es immer ein Abwägen zwischen Nutzen und Risiken. Die Pille bringt einen riesen Nutzen mit sich. Das ist unbestritten.Es müsste jedem bewusst sein, dass ein Medikament, welches so stark in die Körperfunktion eingreift, Nebenwirkungen haben muss.Das wird ja in den Packungsbeilagen aufgeführt. Kein Pharmakonzern zwingt uns, ihre Produkte zu nehmen. Man nimmt die Pille freiwillig. Die Pharma sagt "Wir haben hier eine Lösung, die folgende Risiken birgt...entscheide selbst, ob das für dich so passt".-Ich habe entschieden, dass ich weder die Nebenwirkungen, noch das Risiko will.
      25 5 Melden
    • El Schnee 16.06.2017 10:59
      Highlight @strange: nein, so einfach ist das nicht mit der Verantwortung. Im Gegensatz zu anderen Konsumgütern-Herstellern profitiert die Pharmaindustrie eindeutig mehr vom staatlichen Schutz, von Innovationsboni über spezielle Preisgestaltung bis hin zum Abschröpfen der obligatorischen Gesundheitsversorgung. Deshalb sollte sie umgekehrt viel mehr in die Pflicht genommen werden, wie Frau Pfleger betont. Produkte wie Jasmin müssten zudem viel rigider aus dem Verkehr gezogen werden. Leider hapert es aber auch bei der Rückmeldung von Schäden durch Medikamente, diese werden z.T. sogar aktiv unterdrückt.
      11 5 Melden
    • redeye70 16.06.2017 11:26
      Highlight @chicadeltren
      Schöne Rede pro Pharma. An der textlichen Qualität und Fachausdrücken zu urteilen hast du eine medizinische Ausbildung genossen. Weshalb aber musste Bayer in den USA gradestehen für ihr Medikament, hier aber nicht? Könnte es sein, dass in den USA die Produktehaftung bissiger ist? Natürlich ist das BAG für Zulassungen zuständig aber für Anpassungen der Gesetze, zum Schutz des Konsumenten, wäre die Legislative gefragt. Zufälligerweise hat die Pharmalobby dort ihre Leute postiert, die dafür sorgen, dass alles schön bleibt wie es ist.
      13 2 Melden
    • redeye70 16.06.2017 11:32
      Highlight Auch wenn die Produktehaftung in den USA zuweilen seltsame Blüten treibt ist der Konsument besser geschützt als bei uns. Die USA sind doch sonst ein El Dorado für Unternehmen ohne soziales Gewissen. Bedenklich, nicht? Die Familie Pfluger wurde meines Erachtens sträflich alleine gelassen. Packungsbeilagen dürfen kein rechtlicher Freipass sein, der Laie versteht zu wenig von der Materie.
      4 4 Melden
    • redeye70 16.06.2017 11:39
      Highlight @strange
      Kein Automobilbauer zwingt uns Auto zu fahren. Wenn aber in einer Serie die Bremsen versagen, wir der Hersteller dafür haften müssen. Auch wenn wir uns alle bewusst sind, dass dies passieren kann. Wenn eine Pharmafirma ein Produkt auf den Markt bringt, im Wissen das es Komplikationen mit Schadenfolge geben kann, ist der Konsument ganz alleine dafür verantwortlich? Wie haben die es bloss hingekriegt solch eine abstruse Sichtweise als rechtens zu deklarieren?
      10 5 Melden
    • redeye70 16.06.2017 11:46
      Highlight @El Schnee
      Meine Rede! Die Pharmaindustrie wird gehätschelt und kann sich viel zu viel erlauben. Nun, die Kriegskasse ist gross und der Hunger bei Politikern gross.
      5 2 Melden
    • chicadeltren 16.06.2017 12:44
      Highlight Die Möglichkeit alle für alles anzuklagen in den USA ist einer der Gründe für ihr teures Gesundheitssystem. Wer bezahlt denn diese Gelder bei Gesundheistklagen? Die anderen Kranken natürlich. Die Haftversicherungsprämien für Ärzte in den USA sidn jenseits von gut und böse.
      Das war kein Loblied auf die Pharma, bloss eine Darstellung des Status quo, finde ganz sicher nicht alles korrekt bezüglich Zulassungsprozessen und Preisgestaltung. Wenn aber die Firmen für alle Nebenwirkungen haften müssten, gäbe es keine Medikamente mehr.
      2 1 Melden
    • chicadeltren 16.06.2017 12:48
      Highlight Es ist leider Alltag, dass Menschen an den Nebenwirkungen von Medikamenten sterben, bei gewissen Krebserkrankungen stirbt die Hälfte an den Nebenwirkungen, die andere an der Krankheit: Man nimmt dies aber in Kauf, da man so vielleicht 50% Überlebende hat ohne Chemo 0%. Sollte jetzt die Firma für die Todesfälle durch Medis haften? Ich denke nicht.
      Bei weniger schwerwiegenden Problemen gelten natürlich andere Risikotoleranzen. Man muss aber sagen, dass dir Risiken der hormonellen Verhütung insgesamt doch sehr klein ist. Wie gesagt, das Risiko in der Schwangerschaft ist viel höher.
      6 2 Melden
    • chicadeltren 16.06.2017 12:53
      Highlight Und klar, ein Beipackzettel allein reicht nicht, der Arzt ist daher ja auch verpflichtet über Nebenwirkungen aufzuklären bevor er etwas verschreibt. Und davor eben eine saubere Anamnese machen, um das individuelle Risiko abzuschätzen. Man könnte also höchstens den Arzt belangen falls dieser die Aufklärung unterlassen hat. Wahrscheinlich war es in diesem Fall aber einfach Pech. Sehr tragisch, aber kein Grund für alle anderen Frauen Panik vor hormoneller Verhütung zu haben.
      3 3 Melden
    • strange 16.06.2017 15:22
      Highlight Es ist wichtig, dass die Risiken der Pille öffentlich diskutiert wurden.Ich wurde von meiner damaligen Ärztin nicht aufgeklärt.Sie meinte nur, dass es eine Trombose geben kann, wenn ich rauche.Das sei aber sehr selten.Das war alles, was ich wusste.Viele verstehen nicht, warum ich hormonelle Verhütungsmittel ablehne.Es nimmt sie ja "jede",da kanns ja nicht gefährlich sein. Trotzdem bleibe ich bei dem Punkt, dass die Hersteller nicht verantwortlich sind.Sie können nicht wissen, in was für einer gesundheitlichen Verfassung die Endverbraucher sind.
      0 1 Melden
    • Maracuja 16.06.2017 15:42
      Highlight @redeye70: Weshalb aber musste Bayer in den USA gradestehen für ihr Medikament, hier aber nicht?

      Bayer wurde in den USA wegen dieser Pille nie von einem Gericht verurteilt, die haben alle Klagen mit aussergerichtlichen Vergleichen geregelt.
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