Schweiz

bild: watson

«Kiss In» vor dem Nelson Pub – aber die grosse Versöhnung bleibt aus

Als Reaktion auf den Rausschmiss von Martin Anderson und Kory Kalnasy aus dem Nelson Pub lud die Juso Kanton Zürich zum «Kiss In»-Protest ein. 

Publiziert: 15.09.16, 12:29 Aktualisiert: 15.09.16, 15:28
Jovin Barrer
Jovin Barrer

Luftballons in allen Farben des Regenbogens, glitzernde Menschen und schmatzende Kussgeräuschen auf der Beatenstrasse, direkt vor dem Nelson Pub. 

Rund 50 Aktivistinnen und Aktivisten versammelten sich am 14. September vor dem Lokal, das nach dem Rausschmiss eines schwulen Pärchens am Samstag im Fokus der LGBT-Gemeinde steht. Sie wollen zeigen: «Wir dürfen uns küssen – wo und wann wir wollen.»

Wie es dazu gekommen ist:

Zürcher Pub nach Schwulen-Rauswurf im Shitstorm – und nun rufen die Jusos zum «Kiss In»-Protest

Schilder mit Aufschriften wie «Homophobia is sooo gay» oder «We kiss homophobia away» gaben der Trotzhaltung einen positiven Grundton. 

Bild: watson

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Getrotzt hat auch Wolfgang Mock, Mitinhaber des Nelson Pubs. Etwas zynisch lächelnd schaute er dem Geschehen zu und verteilte Labello-Stifte für «weiche Küsse». «Ich finde die Aktion ein bisschen übertrieben, aber irgendwie auch witzig. Ich verteile keine Labellos als Entschuldigung. Ich zeige einfach, dass ich hier bin und das alle zu uns kommen können.» sagt der Geschäftsmann gegenüber «Blick»

Martin Anderson will keinen «Labello» – er hätte lieber eine ehrliche Entschuldigung. Bild: watson

Dass sich das Nelson Pub falsch verhalten habe, bestreitet Mock: «Logischerweise hätte das nicht passieren dürfen, aber es war nicht unser Fehler.»

Die Versöhnung fällt aus

Andrea Simonett, der Organisator des «Kiss-Ins» empfindet die Reaktion von Wolfgang Mock als schäbig. Er erwartet eine öffentliche Entschuldigung und das Versprechen, dass sowas nie mehr passieren wird.   

«Von der Unterstützung der Community sind wir überwältigt,» meint Kory Kalnasy, «vom Besitzer dieses Ladens jedoch nicht.» Sein Partner Martin fügt an: «Er lügt auf Facebook und auf seiner Internetseite. Dabei könnte er einfach das Überwachungsvideo veröffentlichen. Das tut er aber nicht – zu seinem Vorteil.»

Martin und Kory für die Kamera. Der Aufmarsch der grossen Aktivisten-Gruppe gab ihnen zumindest ein bisschen Genugtuung.  Bild: watson

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4 Kommentare anzeigen
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  • Fumo 15.09.2016 14:58
    Highlight Der Betreiber darf das Überwachungsvideo nicht veröffentlichen weil keine Straftat begangen wurde die dadurch aufgeklärt werden soll. Nach Gesetz gibt es das Video schon gar nicht mehr. Diese Forderung ist genau so ignorant wie das Kiss-In selbst.
    Keiner der dort anwesenden war dabei, aber sind voll überzeugt dass der Betreiber lügt. Homosexuelle lügen ja nie, sind alles ehrliche Menschen.
    Hinzu kommt noch dass sie sich ab der Kulanz der Zürcher Polizei erfreuen können, glaube kaum dass die Aktion als Demo beantragt und bewilligt wurde, innerhalb eines Tages.
    14 16 Melden
    • Fabio74 15.09.2016 20:55
      Highlight Was genau ausser deiner Homophobie willst uns mitteilen?
      Fakt ist, dass die Toleranz Schwulen gegenüber deutlich kleiner ist als Heteros gegenüber.
      8 7 Melden
    600
  • JJ17 15.09.2016 14:21
    Highlight Was sagt denn watson zu der Stellungnahme vom Nelson Pub auf deren Webseite: http://www.nelsonpubzurich.ch/ ?
    12 7 Melden
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