Schweiz

Bundesanwaltschaft bestätigt: Beim Genfer Atom-Gipfel mit dem Iran wurde spioniert

03.11.16, 12:47

Der Verdacht hat sich bestätigt: Die Gespräche zum iranischen Atomprogramm in Genf im Frühjahr 2015 wurden ausspioniert. Zu diesem Schluss kommt die Bundesanwaltschaft nach ihren Ermittlungen. Die Täter sind allerdings unbekannt. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft (BA) bestätigt auf Anfrage einen entsprechenden Bericht des Onlineportals von SRF.

Der iranische Unterhändler Ali Akbar Salehi im Februar in Genf. Bild: KEYSTONE

«Im Rahmen der Ermittlungen der Bundesanwaltschaft konnte tatsächlich festgestellt werden, dass effektiv eine Vielzahl von Computern eines Nobelhotels in Genf mit einer so genannten Malware infiziert worden war», schreibt die BA in einer Stellungnahme. Malware werde zu Spionagezwecken entwickelt und diene dazu, Daten ab infizierten Geräten zu beschaffen.

Im Rahmen des Strafverfahrens hatte in Genf zudem eine Hausdurchsuchung stattgefunden. Ziel sei es gewesen, Informationen sicherzustellen und festzustellen, ob durch die Schadsoftware IT-Systeme infiziert wurden.

Die Gadgets der Top-Agenten von damals

Konsequenzen hat die Spionage an den Atomverhandlungen keine. Die Bundesanwaltschaft hat das Strafverfahren wegen des Verdachts des verbotenen politischen Nachrichtendiensts sistiert. Zwar lägen strafrechtlich relevante Elemente vor, diese könnten aber keinen konkreten Personen zugeordnet werden. Ermittler hätten keine Hinweise auf die konkrete Täterschaft gefunden.

Tschernobyl, Fukushima und Co.: Die 15 teuersten Störfälle in AKWs

An den Atomverhandlungen in Genf hatten neben dem Iran die UNO-Vetomächte USA, Russland, China, Grossbritannien, Frankreich und Deutschland teilgenommen. Dabei sollte aus Sicht des Westens sichergestellt werden, dass der Iran keine Atomwaffen erlangen kann. Teheran forderte Sanktionsaufhebungen.

Das könnte dich auch interessieren:

Iran testet zwei weitere Langstreckenraketen

(sda)

Hol dir die App!

User-Review:
Galghamon, 3.12.2016
Ein guter Mix von News und Unterhaltung, sowie der Mut zur kritischen Analyse.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0 Kommentare anzeigen
0
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600

Und alle am Gotthard wieder so: «Hier stehe ich, ich kann nicht anders» 

Nach den kilometerlangen Staus bei der Fahrt vor Ostern in Richtung Süden haben die Autofahrer auch bei der Rückkehr in Richtung Norden wieder viel Geduld aufbringen müssen. Selbst wer erst jetzt in Richtung Süden unterwegs war, kam nicht ungeschoren davon.

Um 13 Uhr stauten sich die Fahrzeuge zwischen Biasca TI und der Raststätte Stalvedro TI auf mehreren Abschnitten bis zu einer Länge von zwölf Kilometern, wie der Homepage des Touring Club Schweiz zu entnehmen war. Die Wartezeit betrug rund …

Artikel lesen