Schweiz

Handschlag im Haus der Religionen in Bern: Imam Mustafa Memeti (Präsident Albanisch Islamischer Verband Schweiz), Naim Malaj (Ex-Botschafter Kosovo) und Nehat Ismaili (Präsident Union Albanische Imame Schweiz). Bild: KEYSTONE

Warum der albanische Botschafter in der Schweiz nicht will, dass zwei Imame streiten

Das Bekenntnis der albanischen Muslime zum Rechtsstaat wirft Fragen auf. Befürchtungen werden laut, dass hinter der Charta nicht der gute Willen der Imame steht.

21.03.17, 05:50 21.03.17, 07:17

Daniel Fuchs / Nordwestschweiz

Er gilt als Vorzeige-Imam, als liberal und sprach sich sogar für ein Burka-Verbot aus: Der Berner Mustafa Memeti ist in der Schweiz zum gern gesehenen Repräsentanten der Muslime geworden. Seine Stimme hat zudem Gewicht. Denn als Präsident der Albanisch Islamischen Gemeinschaft der Schweiz vertritt er die grösste Gruppe der Muslime hierzulande.

Zu seinem Image passt auch das gestern von ihm unterschriebene Bekenntnis zu Demokratie und Rechtsstaat, über das die «NZZ am Sonntag» berichtete. Seltsam jedoch ist, wer mit ihm die Charta unterzeichnete. Neben Memeti setzte ausgerechnet Nehat Ismaili die Unterschrift auf das Papier. Ismaili ist Imam der Weissen Moschee im aargauischen Aarburg und Präsident der Union Albanischer Imame in der Schweiz (UAIS). Just Ismaili und seine UAIS wurden von Memeti im letzten Sommer massiv kritisiert. Im «Tages-Anzeiger» vom 4. Juni 2016 warf Memeti der UAIS vor, salafistisch geprägt zu sein, einen politischen Islam zu vertreten, gar mit extremistischen Kreisen zu verkehren.

Doch warum unterzeichnen die beiden zerstrittenen Imame nun Seite an Seite ein Papier, in dem steht, dass der von ihnen vertretene Islam mit dem schweizerischen Rechtsstaat, der Demokratie und den hiesigen Werten vereinbar ist? Haben sich der liberale Imam aus Bern und sein konservativer Kollege aus Aarburg wieder versöhnt?

Der Berner Mustafa Memeti ist in der Schweiz zum gern gesehenen Repräsentanten der Muslime geworden. Bild: André Albrecht

Kritik am schönen Papier

Eine mögliche Erklärung ist diese: Hinter der Charta steht gar nicht der gute Willen der beiden Imame selbst, sondern der ehemalige kosovarische Botschafter in der Schweiz Najm Malaj. Kommt hinzu: Memeti und Ismaili unterzeichneten das Papier gestern unter den Augen der Botschafter aus Albanien, dem Kosovo und Mazedonien. Denjenigen Ländern also, aus welchen die meisten Albaner in der Schweiz stammen. Deshalb vermutet die säkulare Muslimin Saïda Keller-Messahli eine Absicht der Regierungen dieser Länder: «Sie versuchen, politische Macht über die in den hundert Moscheevereinen organisierten Bürger zu erlangen. Ganz ähnlich, wie Erdogan das tut.» Keller-Messahli befürchtet nicht weniger als den Versuch, albanische Moscheen hierzulande «noch mehr auf saudischen Kurs zu bringen». Den Grund sieht sie im wachsenden Einfluss der Golfstaaten im ehemaligen Jugoslawien seit dem Ende der Balkan-Kriege.

Hansjörg Schmid, Direktor des Schweizerischen Zentrums für Islam und Gesellschaft an der Universität Freiburg, relativiert: «Die Imame der UAIS sind oft weniger konservativ eingestellt, als sie dargestellt werden.» Schmid kommt mit den Imamen vor allem bei Weiterbildungen an seinem Universitätsinstitut in Kontakt. Am Wochenende hätten bei einer Weiterbildung Vorstände von 32 der insgesamt 61 albanischen Moscheevereine teilgenommen. Ende Januar seien es in einer anderen Weiterbildung 23 von insgesamt 40 albanischen Imamen in der Schweiz gewesen. «Wir spüren eine deutliche Offenheit», so Schmid.

Memeti selbst sagt, das gestrige Treffen mit Ismaili sei das erste seit langem gewesen. «Der Streit liegt in der Vergangenheit. Auch die UAIS muss nun beweisen, dass sie die Vorgaben aus der Charta in der Praxis umsetzt», so Memeti. Das Papier allein stelle ja bloss Theorie dar.

Ist Memeti so liberal, wie er dargestellt wird?

Während Saïda Keller-Messahli in der Charta eine «orchestrierte PR-Aktion» erkennt, sieht Hansjörg Schmid die albanischen Muslime immerhin einen Schritt auf die Gesellschaft zugehen und Vertrauen schaffen. «Gerade die albanischen Imame in der Schweiz sehen sich häufig der Kritik ausgesetzt, nicht glaubwürdig hinter der hiesigen Rechtsordnung zu stehen. Einerseits sind die Bekenntnisse in der Charta eine Selbstverständlichkeit für das Zusammenleben in der Schweiz, andererseits muss man Selbstverständliches auch wiederholen, um Vertrauen zu schaffen», sagt Schmid.

In ihrer Charta streben die beiden albanischen Muslimverbände von Mustafa Memeti und Nehat Ismaili eine geeinte Zukunft an. Ob das möglich ist nach dem Streit zwischen den beiden Wortführern? Hansjörg Schmid glaubt daran, weil er die Unterschiede zwischen den Organisationen für gar nicht so gross hält. «Aus meiner Sicht ist die UAIS nicht salafistisch geprägt», sagt er. «Ich halte es zudem für falsch, den Vertreter der einen albanischen Organisation stockkonservativ und denjenigen der anderen Organisation als liberal zu bezeichnen. Man polarisiert damit bloss.»

Schliesslich haben beide Imame, Memeti und Ismaili, an konservativen Universitäten in Saudi-Arabien studiert. Die Frage lautet deshalb: Ist Memeti tatsächlich so liberal, wie er dargestellt wird? 

Das könnte dich auch interessieren:

Aus diesen 7 Gründen ist Trump der Chancentod aller Rechtspopulisten

Europa aus Schweizer Sicht – böse, böse, böse, böse, böse

17 Momente, in denen die Migros einfach zu weit gegangen ist

Jep, Xenia Tchoumi(tcheva) gibt es immer noch – und sie ist äusserst erfolgreich

9 falsche Vorurteile, die Menschen ohne Katze leider immer noch haben

Wie Erdogan Europa sieht – oder eine Karte mit ganz viel Keçi Seven

Kaiserin Theodora von Byzanz: Die Frau, die ihre Vagina mitten im Gesicht trug

Wie ein australisches Bier in eine Shitstormspirale gerät – ohne jegliche Absicht

Sex mit Tieren, Folter, Depressionen: 6 Beweise, dass Märchenprinzessin ein Scheissjob ist

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die catson-App!

Die flauschigste App der Welt! 10 von 10 Katzen empfehlen sie ihren Menschen weiter.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
67 Kommentare anzeigen
67
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • Kristjan A. Markaj (Prishtinali) 21.03.2017 11:52
    Highlight An Keller: Ich bin Albaner aus dem Kosovo und Katholik, da sind sie baff was? Das Religionsverhätnis unter Albanern ist einzigartig und nirgends zu vergleichen. Unsere Kultur definiert sich durch Sprache, Kultur und Volkszugehörigkeit, nicht durch Religion! Übrigens alles auf dem Balkan was heute moslemisch ist, war bis vor 500 Jahren rein christlich. Es handelt sich hierbei also nicht um Moslems im arabischen Sinne. Freunde meiner Familie, welche "Moslems" sind, feiern trotz Zwangskonvertierung durch die Türken den Diten e Shën Gjergjit (Tag des Heiligen Georg). Die Wurzeln sind bis heute da.
    14 2 Melden
    600
  • Hosch 21.03.2017 10:50
    Highlight Ich weiss die folgende Frage ist sehr polemisch und es wird Blitze hageln aber nichtsdestotrotz,

    - Wieso bekommen die Christen in vielen muslimischen Ländern nicht die gleichen Rechte wie Muslime in den meisten christlichen Ländern?
    10 5 Melden
    • Peace.Nik 21.03.2017 14:04
      Highlight Weil die muslimischen Länder vielleicht nicht immer so entwickelt sind wie die westlichen? Und dass die Muslime hier Rechte haben, verdanken wir nicht dem Christentum, sondern der eigentlich christentumfeindlichen Aufklärung und den Menschenrechten, die auch nicht das Werk der Christenheit sind.

      Die muslimischen Länder sind meist nicht so entwickelt, weil sie weder eine Aufklärung hatten, noch industrialisiert sind und jahrhundertelang bloss ausgebeutet wurden. Vom Westen. Jetzt wird es auch Blitze hageln, aber immerhin hat meine Aussage eine historische Wahrheitsbasis.
      6 9 Melden
    • Bobo B. 21.03.2017 15:26
      Highlight @Peace.Nik: Oh, die Ausbeutungsstory. Wie niedlich aber auch. Damit lässt sich selbstverständlich das kollektive Versagen ganzer Regionen absolut schlüssig erklären...
      8 3 Melden
    • Hosch 21.03.2017 16:42
      Highlight Peace.Nik mag sein, dass du teilweise Recht hast ABER die von dir genannten Faktoren wäre eine Entschuldigung für 1950 oder davor, nicht aber für das Jahr 2017.
      In der Zeit von Globalisierung, Globalem Handel, Globalem Massentourismus und Internet sollte so etwas nicht sein(vor allem nicht wenn diese Länder von solchen "aufklärerischen" Werten profitieren möchten). Ja es gibt sicher Länder die wegen Konflikten oder Finanzen nicht so weit sein können aber der überwiegende Teil könnte dies ermöglichen.
      1 2 Melden
    • Peace.Nik 21.03.2017 19:29
      Highlight Sollte, aber der einstige Imperialismus wird doch fortgeführt. Inder nähen unsere Kleider, Chinesen unser Krimskrams, Afrikaner übernehmen unsere Autos, in den muslimischen Ländern testen wir unser Kriesgmaterial. Widerlich. Und dann komme mir noch einmal mit Koran.
      1 3 Melden
    600
  • unejamardiani 21.03.2017 09:27
    Highlight (2/2)
    Wieso könnt ihr nicht einmal einfach damit zufrieden sein dass zwei so grosse Vereinigungen genau das machen was sich alle immer gewünscht haben? Nämlich sich von politischem und religiösem Extremismus distanzieren! Kritische berichte sind nötig und gut aber dieser hier beruht auf Behauptungen einer Person die offensichtlich absolut nichts von dieser Thematik versteht. Es ist Kontraproduktiv solche Bemühungen aus Prinzip in ein schlechtes Licht zu rücken, diese Menschen werden so in Ecken getrieben in welchen sie nicht sein wollen und auch nicht hingehören! Ihr könnt das besser. Danke
    25 8 Melden
    600
  • unejamardiani 21.03.2017 09:27
    Highlight Hoi Watson, eine etwas längere Kritik (1/2)

    Ich bin weder religiös, moslem, noch bin ich ein Unterstützer der aktuellen kosovarischen Regierung.
    Dennoch finde ich es unter aller Sau wie dieser Bericht verfasst wurde. Es werden Aussagen von dieser Frau Keller-Messahli wiedergegeben als wüsste sie irgendwas von der Politik im Kosovo oder sonst wo, wenn es so währe wüsste sie das Religion und Staat bei uns extremer getrennt sind als in jedem anderen Land. Die aktuelle Regierung hat noch nie irgendwelche religiösen Tendenzen gezeigt geschweige den Saudisch geprägte Politik gemacht.
    22 8 Melden
    600
  • amore 21.03.2017 09:03
    Highlight In der CH gelten für alle unsere Gesetze. Wir brauchen keine solchen Zusätze.
    15 1 Melden
    600
  • ElAlbanese 21.03.2017 07:54
    Highlight Diese Frau Saida-Keller

    Egal was die Muslime machen, es jst falsch.
    Sicherlich gibt es auch unter den Albanern eher konservative, aber wo gibt es das nicht?
    Würdi die mal Albanien besuchen (Albanien, Kosovo, Mazedonien), würde Sie sehen, wie es bei uns abläuft. Wir sind moderate Muslime seit Jahrhunderten und hiermit wurde es wieder bestätigt.
    Manchmal hat nicht jede Medaille zwei Seiten, wie hier.
    Anstatt immer alles und jeden zu kritisieren, sollte Sie einfach Mal zufrieden sein mit der Entwicklung.
    Es gibt überall Verbesserungsmöglichkeiten, aber alles beginnt mit dem Ersten Schritt.
    26 33 Melden
    • Stipps 21.03.2017 08:39
      Highlight @ElAlbanese: Richtig, es ist eigentlich unmöglich, für "die Muslime" da wieder raus zu kommen - gerade wenn Cavusoglu wieder die "Umma" beschwört, ist klar, dass dieses Papier potentiell wertlos ist oder Täuschung.

      Schade, wenn du dies auf dich beziehst, schliesslich stehen dir/euch hier die Türen offen. Bewerten wir allerdings muslimische Staaten, entsprechen diese nicht unseren Werten und daher ist viiiel weitere Überzeugungsarbeit angesagt. Wäre schön für den Weltfrieden, aber in den Worten Ghandis "steht immer eine Religion im Abseits .... "
      12 4 Melden
    • Peace.Nik 21.03.2017 08:56
      Highlight Ihre Aussagen machen ausserdem überhaupt keinen Sinn. Die Verbandsvorsitzenden haben zusammen eine Charta unterschrieben. Wie sollen da die Regierungen Albaniens, Kosovos und Mazedoniens Einfluss auf die Albaner hierzulande nehmen können? Totaler Schwachsinn. «Wie Erdogan», sagt sie noch. Was für eine Hetze. Und was für einen «saudischen Kurs» meint sie denn? Die Albaner auf dem Balkan sind ganz und gar nicht auf saudischem Kurs.
      15 6 Melden
    • Wilhelm Dingo 21.03.2017 09:33
      Highlight Ein Besuch von Albanien, Kosovo oder Mazedonien wäre sicher spannend.
      7 3 Melden
    • Peace.Nik 21.03.2017 09:46
      Highlight Ja, gehe mal hin, denn ich bin jedes Jahr dort. Zumindest saudische Verhältnisse herrschen nicht. Das kann ich dir sagen. Saida betreibt bloss Hetze. Und sie soll eine Menschenrechtsaktivistin sein? Was für eine Ironie.
      4 5 Melden
    • ElAlbanese 21.03.2017 10:12
      Highlight Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich bin zwar Moslem (aber nur auf dem Papier), ich praktiziere den Islam nicht.
      Es geht mir nur im diese Frau Keller, die schafft einfach nur Polemik, auch wenn Sie keine Ahnung hat, wie es bei uns ist. Geht mal nach Albanien, dort wird Religionsünergreifend OHNE Probleme geheiratet.
      Sie möchte sich einfach wichtiger darstellen als Sie eig. ist.

      Soll ich sagen, die Schweiz wird wie China, nur weil die Chinesen hier investieren?

      Schlussendlich sind wir, (bis auf die Reichen:P), alle gleich vor dem Gesetz.

      Schönen Tag euch allen:D
      6 4 Melden
    • ElAlbanese 21.03.2017 10:18
      Highlight @Stipps

      Sie müssen mal Albanien besuchen, glauben Sie mir, Sie werden verblüfft sein wie westlich wir sind, obwohl mehrheitlich Muslime dort leben. Dann werden Sie mich vlt. eher verstehen😊

      6 4 Melden
    • Brummbaer76 21.03.2017 12:27
      Highlight @Peace.Nik Wie Erdogan, passt sicher nicht zu Mazedonien. Mazedonien hat eine gemischt Ethnische Regierung und Parlament. Da spielt die Religion eine untergeordnete Rolle. Zudem ist die Mehrheit in Orthodox. Frau Keller sollte sich mal Informieren.
      2 1 Melden
    • Stipps 21.03.2017 14:21
      Highlight @ElAlbanese: Tatsächlich - habe mich mit einem Mitarbeiter unterhalten, der mir diesbezüglich etwas die Augen geöffnet hat. Hoffen wir das beste - wollen ja die meisten dasselbe im Leben. Gruss.
      2 1 Melden
    600
  • kleiner_Schurke 21.03.2017 07:26
    Highlight Ich habe mich noch nie zu einer Charta bekannt in der versichert wird, dass ich die Gesetzte der Schweiz akzeptiere. Das muss ich auch nicht, denn das Schweizer Recht wird auf mich angewendet ob ich will oder nicht nicht. Insofern kann ich verstehen warum es eine spezielle Charta bräuchte damit sich Muslime an Schweizer Recht halten können. Offenbar versucht man 2 Sorten Schweizer zu etablieren, solche die nach Schweizer Recht leben und solche die nach einer Charta leben die sich zum Schweizer Recht bekennt.
    36 11 Melden
    • Stipps 21.03.2017 08:33
      Highlight Guter Punkt - sollte hellhörig machen.
      9 3 Melden
    • Wilhelm Dingo 21.03.2017 09:31
      Highlight Absolut richtig. Der Hintergrund ist halt, dass gewisse extreme Gruppierungen (nicht nur Muslime) ihre eigenen Regeln über das Recht setzen. Das kann in den Vorstädten von Frankreich und zunehmend auch in deutschen Vorstädten beobachtet werden. Es geht hier ausschliesslich um Macht.
      11 1 Melden
    • Chili5000 21.03.2017 09:34
      Highlight Völliger Schwachsinn. Die Medien und Leute die diese fleissig konsumieren haben Muslime seit Jahren unter Genaralverdacht gestellt. Ich musste mir schon oft Dinge anhören wie, warum sprechen sich Muslime nicht gegen den Terror aus. Wieso muss man sich gegen Terroristen aussprechen wenn die meisten Opfer dieser Terroristen Muslime selbst sind? Was diese Imame machen ist nichts weiter als der Versuch diesen Generalverdacht unserer Gesellschaft zu wiederlegen.
      10 9 Melden
    • kleiner_Schurke 21.03.2017 10:40
      Highlight Es geht hier nicht um den Generalverdacht unter dem die Muslime angeblich stehen sollen. Es geht darum dass Muslime sich selber eine Stigmatisierung in Form einer Charta verpassen. Ich hätte noch nie gehört, dass sich in der Schweiz lebende Afrikaner, Russen, Japaner, Hindus, Buddhisten oder irgendwer anderes zu einer Charta bekannt hätten, die sich zur Schweizer Verfassung bekennt. Das ist schlicht unnütz. Wer in der Schweiz lebt untersteht Schweizer Recht. Dazu brauch sich keiner zu bekennen, das ergibt sich allein aus der Tatsache der Präsenz.
      5 2 Melden
    • Chili5000 21.03.2017 12:33
      Highlight Es wird aber trotzdem von allen Seiten erwartet das dieser Schritt gemacht wird....
      1 1 Melden
    • Maracuja 21.03.2017 12:37
      Highlight kleiner_Schurke: Ich habe mich noch nie zu einer Charta bekannt in der versichert wird, dass ich die Gesetzte der Schweiz akzeptiere

      Von Ihnen hat man wohl auch nie ein Bekenntnis zum Rechtsstaat, eine Distanzierung von Terroristen u.ä. verlangt. Von den Muslimen fordert man solches aber dauernd. Und wenn sich darauf einlassen, ist es auch nicht recht.
      4 1 Melden
    • kleiner_Schurke 21.03.2017 14:14
      Highlight Nein das hat man nicht. Man hat mich und meine Familie überwacht, eine Akte angelegt, die Wohnung kontrolliert, sämtlich Briefe an und von den Verwandten gelesen, alle Pakete geöffnet und durchwühlt. Ich war hier als auch dort ein Verdächtiger.

      Eine Charta, mit einer klaren Distanzierung zum Kommunismus und Bekenntnis zur Schweiz, wäre mir allenfalls verdächtig vorgekommen.

      Wer würde so etwas haben wollen? Die Kommunisten von denen man sich distanziert hat und die einem dafür jagten? Die Schweizer die einem deswegen misstrauten? Solche Dinge sind einfach nur eines - wertloses Papier.



      1 0 Melden
    600
  • Wilhelm Dingo 21.03.2017 07:05
    Highlight Glaubt den Leuten nicht alles was sie untereschreiben, auch in der Religion herrscht Lug und Trug. Messt Sie daran was sie konkret tun! Dürfen ihre Töchter zum Schwimmunterricht? Darf es im Wienerli auch mal Schwein haben? Muss die Tochter vom Bruder 'begleitet' werden? Werden homosexuelle in der Familie akzeptiert? Darf die Ehefrau arbeiten gehen? Darf die Tochter ohne Kopftuch rumlaufen wenn sie das will ohne verstossen zu werden? Darf die Tochter heiraten wen sie will?
    55 13 Melden
    • DerTaran 21.03.2017 07:25
      Highlight Ich kann all die Fragen/Forderungen unterstreichen, bis auf die Sache mit dem Schweinefleisch. Dieses zu essen, hat nichts mit liberalem Gedankengut zu tun.
      33 15 Melden
    • Maracuja 21.03.2017 07:41
      Highlight Bei Vegetarier und Veganer wird akzeptiert, dass sie grwisse Dinge nicht essen, aber bei Muslimen nicht? Ich finde es schräg, wenn man das Einhalten von Essensvorschriften auf das gleiche Niveau stellt, wie die Einschränkung der freien Entfaltung von Kindern.
      45 12 Melden
    • philosophund 21.03.2017 08:36
      Highlight Ob jemand Wienerli mit Schweindli isst, ist sein Ding. Sagst du das Leuten mit jüdischem Glauben auch?
      11 2 Melden
    • Stipps 21.03.2017 08:45
      Highlight @Maracuja: Verschone uns mit deiner Einhornwelt - vergleichst Ernährungsformen mit religiösen Traditionen?

      Ich finde es schräg, wenn Jahrtausende alte religiöse Traditionen verharmlost werden, als zu sehen, wie sie sind. Hilft dies irgendwem? Teppich heben, Probleme drunter? Toll.
      6 11 Melden
    • Wilhelm Dingo 21.03.2017 08:51
      Highlight @DerTaran/Maracuja: wäre es nicht auch für einen Vegiesser, Koscheresser, Halalesser, Bioesser ein Zeichen offenen Denkens? Anders sieht es bei Allergikern aus. Wie stellt ihr Euch z.B. einen Krippenbetrieb vor wenn jeder auf seinem Essdogma beharrt? So werden Kompromisse verunmöglicht und das Zusammenleben erschwert.
      9 3 Melden
    • Peace.Nik 21.03.2017 09:01
      Highlight Ich dachte, wir leben in einer Demokratie? Darf ich denn nicht mehr essen, was ich will? Und diejenigen, welche ihre Töchter nicht in den Schwimmunterricht schicken, waren keine Albaner. Albanerinnen arbeiten sehr viel. Sogar mehr als Schweizerinnen, wenn sie Kinder haben und verheiratet sind. Siehe Statistik von Rosita Fibbi. All diese Verunglimpfungen von Wilhelm sind völlig postfaktisch.
      10 7 Melden
    • Enzasa 21.03.2017 09:15
      Highlight Wilhelm Dingo
      Was definitiv fehlt, ist die schriftliche Erklärung der Einheimischen Bevölkerung, dass sie Integrationswillig ist.
      Das ist die Voraussetzung für gelungene Integration.
      3 11 Melden
    • Wilhelm Dingo 21.03.2017 11:00
      Highlight @philosophund: natürlich kann das jeder selber entscheinden. Sobald man aber zusammenlebt, z.B. in Kinderkrippen, Kantinen oder Militärunterkünften wird es schwierig. Dann sollten alle ein wenig flexibel sein und der Vegi mal Fleisch essen, der Karnivor mal ein Veggiemenu, der Moslem eine Schweinswurst, der Christ ein Halalessen oder ein Jude ein nicht koscheres Joghurt essen. Wie willst Du das sonst organisieren? Willst Du in der Kinderkrippe jeweils je ein Bio-, Veggie-, Halal-, Koscher-, Fleisch-, Demeter, Faitrademenue anbieten? Ich bin sehr gespannt auf Deine Vorschläge.
      2 4 Melden
    • Wilhelm Dingo 21.03.2017 11:04
      Highlight @Peace.Nik: Sorry, aber ich habe nichts gegen Albaner gesagt und auch nicht gemeint. Ich kenne viele aufgeschlolssene albanische Kollegen. Ich will zum Ausdruck bringen, dass Aussagen von religiösen Vertretern mit Vorsicht zu handhaben sind. Wichtig sind die Taten.
      3 1 Melden
    • Maracuja 21.03.2017 12:16
      Highlight @W. Dingo

      Ich esse kein Schweinefleisch. War nie ein Problem. Im Spital und in Kantinen habe ich jeweils das Vegimenu genommen. In der Kita, in der ich gearbeitet habe, habe ich einach nur die Beilagen gegessen, wenn es Schweinefleisch gab. Genauso wurde bei den Kindern einfach das nicht geschöpft, was sie nicht essen sollten. Extrawürste/-menüs gab es nicht. Weder die Muslime noch die Vegis haben solche gefordert. Weiss nicht, was daran kompliziert sein soll.
      3 0 Melden
    • DerTaran 21.03.2017 13:06
      Highlight Dann müssen also in Zukunft Katholiken in der Schweiz am Karfreitag Fleisch essen, sonst sind sie keine Eidgenossen?
      Du forderst im Namen der Toleranz die Abschaffung der Religionsfreiheit.
      5 2 Melden
    600
  • ezclips 21.03.2017 06:50
    Highlight Was heisst das jetzt? Die 25 Stellen im Buch, die zur Gewalt aufrufen werden gelöscht und nicht mehr gelehrt? Gelehrt aber nicht mehr angewandt mit verwies auf die Charta.
    28 12 Melden
    • Olaf! 21.03.2017 10:26
      Highlight Jawohl die Bibel sowie der Koran wird überarbeitet und alle bösen Stellen werden entfernt...
      5 0 Melden
    • Maracuja 21.03.2017 12:24
      Highlight @stipps

      In der Schweiz geniesst das Individuum hohe Freiheit. Forderungen, dass Lebensmittel gegessen werden müssen, die man - aus welchen Gründen auch immer - nicht zu sich nehmen will, sind unschweizerisch. Finden Sie sich endlich mit den hiesigen Gepflogenheiten ab.
      2 0 Melden
    600
  • Gamble 21.03.2017 06:32
    Highlight Dieser Artikel ist doch ein Witz - genau wie Saida Keller-Messahli. Man erwartet von den Muslimen, dass sie sich jeweils zu den hiesigen Gesetzgebung und Gepflogenheiten bekennen und jetzt wo die mit Abstand zwei grössten Vereine dies schriftlich festhalten ist es nur eine PR-Aktion.
    33 18 Melden
    • reaper54 21.03.2017 07:40
      Highlight Teil 1
      Sure 3, Vers 28: Nicht sollen sich die Gläubigen die Ungläubigen zu Beschützern nehmen, unter Verschmähung der Gläubigen. Wer solches tut, der findet von Gott in nichts Hilfe – außer ihr fürchtet euch vor ihnen. Beschützen aber wird euch Allah selber, und zu Allah geht die Heimkehr.
      8 18 Melden
    • reaper54 21.03.2017 07:41
      Highlight Teil 2
      Tafsir al-Jalalayn 3,28: Nicht sollen sich die Gläubigen die Ungläubigen zu Beschützern nehmen, sondern sie sollen sich ihresgleichen dafür aussuchen. Wer ersteres aber trotzdem tut, der gehört keinesfalls der Religion Allahs an. Ihr könnt jedoch, als Schutzvorrichtung sozusagen, sie verbal (nicht in euren Herzen) als eure Beschützer annehmen, wenn ihr euch vor ihnen fürchtet. Dieses Gebot wurde offenbart, bevor der Islam Vormachtsstellung errungen hatte.
      5 10 Melden
    • reaper54 21.03.2017 07:41
      Highlight und das Finale Teil 3
      Jeder Gläubige darf es anwenden, wenn er sich in einer Minorität befindet. Allah warnt euch, Er flößt euch Furcht vor Ihm Selbst ein, mahnend, daß Er zornig würde, falls ihr die Ungläubigen als Beschützer nehmt. Das Ende eurer Reise ist bei Ihm, eure Heimkehr, und Er ist eure letzte Zuflucht.
      8 10 Melden
    • Peace.Nik 21.03.2017 09:02
      Highlight Egal, was Musliminnen und Muslime machen, es ist falsch. Man muss wohl seine Religion ganz ablegen, um hierzulande völlig akzeptiert zu werden.
      14 2 Melden
    • Enzasa 21.03.2017 09:08
      Highlight reaper54
      Wenn Sie gut sind und sich mit Religionen auskennen dann nennen Sie doch bitte die inhaltsgleichen Stellen in der Bibel.

      Einfach mal eben eine Sure zu zitieren ist einfach nur billige Polemik
      8 7 Melden
    • Braun Pascal 21.03.2017 09:29
      Highlight Do hät öbert de falsch kuran zur Hand
      2 1 Melden
    • klopper 21.03.2017 09:30
      Highlight Komplett aus dem Kontext.
      Verdient nicht einmal eine ausführliche Antwort.
      4 2 Melden
    • fonex 21.03.2017 09:36
      Highlight @reaper54

      Hör liaber uf z hetze und falsches z verbreite.
      4 3 Melden
    • Rabbi Jussuf 21.03.2017 10:41
      Highlight Enzasa
      Der Verweis auf ähnliche Stellen in der Bibel ist noch billigere Polemik.
      3 3 Melden
    • Rabbi Jussuf 21.03.2017 10:46
      Highlight Peace Nik
      Die Religion gänzlich ablegen wäre eine gute Lösung.
      Oder wenigstens die Religion ganz ins Private verlegen und keine Forderungen diesbezüglich an Staat und Gesellschaft stellen!
      4 4 Melden
    • opwulf 21.03.2017 11:27
      Highlight PeaceNik: Ja dies ist in Europa zumindest ab der Schweiz und alles nördlich davon schon so - dass es immer mehr Leute gibt die per Se alles ablehnen was mit Religion zu tun hat! Jeder der einer Religion angehört ist diesen Leuten suspekt, wird als ungebildet dargestellt und als unmöglich angesehen! Ich überspitze hier ein klein wenig - aber dies ist die Realität! Schau dir nur mal Hernn Stamms Sektenblog an! Viele Leute welche Toleranz predigen, meinen damit nur was ihnen selber in den Kram passt - sie selber sind oft meilenweit von Toleranz in der Form der Empathie entfernt! Mainstreamuniform
      5 1 Melden
    • Peace.Nik 21.03.2017 12:25
      Highlight Genau, und das alles hat nichts mehr mit Menschenrechten und liberaler Demokratie zu tun. Widerlich.
      3 1 Melden
    • Maracuja 21.03.2017 12:32
      Highlight Rabbi Jussuf: Oder wenigstens die Religion ganz ins Private verlegen und keine Forderungen diesbezüglich an Staat und Gesellschaft stellen!

      ??? Werden denn in diesem Papier Forderungen an die Gesellschaft gestellt? So wie ich es verstanden habe, geht es darin um ein Bekenntnis zum Rechtsstaat.
      2 1 Melden
    • Peace.Nik 21.03.2017 13:27
      Highlight Rabbi, mit dir diskutiere ich doch nicht mehr. Schon vergessen, wie du letztes Mal auf Argumente reagiert hast? :* Vieleicht ein anderes Mal.
      3 2 Melden
    • Rabbi Jussuf 21.03.2017 17:27
      Highlight Maracuja
      Wäre das nicht ein interner Streitpunkt, wäre die ganze Aktion mit dieser Charta ziemlich sinnlos.
      Eigentlich sollte das Bekenntnis zum Rechtsstaat eine Selbstverständlichkeit sein.
      0 1 Melden
    • Peace.Nik 21.03.2017 19:27
      Highlight Okay, jetzt doch Senf von mir. Solche Bekenntnisse fehlen mir von der hiesigen jüdischen Gemeinschaft, vor allem von der ultra-orthodoxen in Zürich. Was dort abgeht, ist eine Vera*schung des Rechtsstaats.
      1 0 Melden
    • Maracuja 21.03.2017 20:19
      Highlight Rabbi Jussuf: Wäre das nicht ein interner Streitpunkt, wäre die ganze Aktion mit dieser Charta ziemlich sinnlos.

      Woher willst du wissen, dass das ein interner Streitpunkt ist? Vielleicht warn die so naiv, die dauernd in den Medien erhobenen Forderungen/Wünsche nach einem Bekenntnis zum Rechtsstaat ernst zu nehmen. Typischerweise ist es auch nicht Recht, wenn Muslime diesem Wunsch entsprechen. Tun sie es nicht, dreht man ihnen ebenfalls einen Strick draus . Kein Wundern mögen sie sich kaum mehr öffentlich äussern - nur wirft man ihnen dann Rückzug in Parallelgesellschaften vor.
      1 0 Melden
    600
  • roterriese 21.03.2017 06:00
    Highlight Riesen Aufsehen um etwas, dass eigentlich selbstverständlich sein sollte.
    31 3 Melden
    • Enzasa 21.03.2017 09:12
      Highlight Sollte
      aber heutzutage erwartet man von Muslimen das Bekenntnis zur Demokratie, zum Grundgesetz, zum Feminismus ..........
      Dabei kann Integration nur gelingen, wenn die Einheimischen offen auf die Migranten zugehen und Ihnen die Tür öffnen.
      5 10 Melden
    • Peace.Nik 21.03.2017 09:44
      Highlight Richtig, Enzasa!
      3 4 Melden
    • roterriese 21.03.2017 10:18
      Highlight @Enzasa, natürlich erwartet man das. Es handelt sich bei den Muslimen um Gäste, die sich den hiesigen Gepflogenheiten anzupassen haben und nicht umgekehrt.
      4 3 Melden
    • Rabbi Jussuf 21.03.2017 10:39
      Highlight Enzasa
      Die Tür ist doch längst offen, die Migranten längst da.
      Hier geht es darum, dass sich die Migranten die Regeln des Gastgebers akzeptieren und voll damit einverstanden sind. Mehr noch, dass sie überkommene Regeln ihrer Herkunft ablegen, wenn sie hier bleiben wollen.
      4 4 Melden
    • Peace.Nik 21.03.2017 12:24
      Highlight Die Muslime akzeptieren ja dir Regeln des «Gastgebers». Oder sehe ich da einen Widerspruch im Artikel?
      2 3 Melden
    • Enzasa 21.03.2017 19:51
      Highlight Welche Tür steht offen?
      Die an der Grenze ja. Was ist mit den Türen zu den Wohnungen des Nachbarn?
      Wie soll ein Somalier Schweizer Werte akzeptieren und übernehmen, wenn er nicht in die Schweizer Gesellschaft aufgenommen wird?
      Soll er dich zu Hause alleine ein Fondue machen und sich dann aufgenommen fühlen?
      1 1 Melden
    • Enzasa 21.03.2017 19:55
      Highlight Roterriese
      Lernt man Autofahren durch zu Schauen?
      Schweizer Gepflogenheiten lernt man auch nicht durch Zuschauen sondern in mitten von der Schweizer Gesellschaft. Schweizer Freunde und Bekannte übermitteln Schweizer Werte.
      1 1 Melden
    600

Aus diesen 7 Gründen ist Trump der Chancentod aller Rechtspopulisten

Frauen, Künstler, Intellektuelle und Journalisten machen mobil, die Zivilgesellschaft erholt sich vom Trump-Schock. So macht der wohl unfähigste US-Präsident aller Zeiten vielleicht unfreiwillig den Weg frei für eine neue Gesellschaft.

Jeder Trend erzeugt einen Gegentrend. Das weiss jeder Marketingfachmann und auch jeder Politiker. So überraschend der Wahlsieg von Donald Trump war, so heftig fällt jetzt die Gegenreaktion aus. In den USA hat die Zivilgesellschaft zu einer neuen Solidarität gefunden. Frauen, Wissenschaftler, Intellektuelle, Journalisten und Künstler legen ihre kleinlichen Zwiste beiseite und treten vereint gegen Trump und seine Alt-Right-Ideologen an.

Der Anti-Trump-Reflex äussert sich auf den …

Artikel lesen