Schweiz

Polizeikommandant Adi Achermann (vorne) und Kripo-Chef Daniel Bussmann (2.v.r.) mit ihren Anwälten. Bild: KEYSTONE

Polizisten auf der Anklagebank: Der Fall Malters läuft heiss – Reportage aus dem Gericht

Vor dem Bezirksgericht Kriens mussten sich am Montag die zwei höchsten Luzerner Polizisten verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, bei einem Polizeieinsatz in Malters LU vor einem Jahr fahrlässig die Tötung einer 65-jährigen Frau herbeigeführt zu haben. Ein Bericht aus dem Gerichtssaal.

20.06.17, 09:32 20.06.17, 09:50

Vielleicht wird Adi Achermann bald den Stellenanzeiger durchforsten müssen. Wenn am Dienstag in einer Woche das Urteil des Bezirksgerichts Kriens vorliegt und das Dreiergremium den Luzerner Polizeikommandanten der fahrlässigen Tötung für schuldig befinden und Achermann rechtskräftig verurteilen sollte, kann sich Achermann, der höchste Polizist des Kantons, kaum auf seinem Posten halten. Dabei hat Achermann, in Uniform gezwängter Jurist, eigentlich nicht viel falsch gemacht. Er war bloss zur falschen Zeit am falschen Ort.

Malters, 7000-Seelen-Gemeinde, 10 Kilometer von Luzern entfernt, neun Minuten mit dem Regiozug oder 12 Minuten mit der S6, immer der Kleinen Emme entlang. Hier, in einem kleinen Weiler etwas ausserhalb des Dorfkerns, lebte Ursula R. 

Es darf angenommen werden, dass Ursula R. keine einfache Person war. Verbeiständet, bevormundet, 2003 stationärer Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik Königsfeld, und immer diese panische Angst, eines Tages erneut in der Psychiatrie zu landen.

Smith & Wesson Kaliber 357

Als Einheiten der Kapo Luzern an diesem Mittwoch im März vor einem Jahr an ihre Tür klopfen, weil sie Hinweise haben, dass ihr Sohn im oberen Stock der Wohnung eine Hanfplantage unterhält, ist sie wieder da, die Angst. R. droht den Polizisten, sagt, dass sie sich umbringen werde und die Polizisten auch, greift zum Revolver, Smith & Wesson, Kaliber 357, stellt sich ans Fenster, und gibt, um ihren Drohungen Nachdruck zu verleihen, einen Schuss ab in den Vorabendhimmel von Malters.

Bei der Luzerner Polizei werden alle Hebel in Bewegung gesetzt. Das Gebiet wird weiträumig abgesperrt, ein Verhandlungsteam aufgeboten, die Sondereinheit Luchs hinzugezogen. Nach 17 Stunden, am Mittag des 9. März, greifen die Polizisten zu. Spezialkräfte machen sich an der Eingangstüre des Hauses zu schaffen. Dann ertönen zwei Schüsse. R. erschiesst ihre Katze, dann richtet sich die Waffe im Badezimmer auf sich selber.

Adi Achermann, der an diesem Morgen auf den Platz kam, weil er als höchster Polizist «für die Medienarbeit besorgt ist», gibt sein Placet für den Zugriff. Obwohl er das gar nicht tun müsste. Einsatzleiter ist Kripo-Chef Daniel Bussmann, der andere Angeklagte, der sich an diesem Montagmorgen im Gerichtssaal des Kantonsgericht Luzern verantworten muss.

Die Anklage

Der ausserordentliche Staatsanwalt Christoph Rüedi beantragt im Prozess gegen den Luzerner Polizeikommandanten Adi Achermann und Kripochef Daniel Bussmann für beide eine bedingte Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung. Deren Entscheid habe beim Polizeieinsatz in Malters LU direkt zum Suizid der Frau geführt, argumentierte er. Achermann droht eine Geldstrafe von 50'400 Franken, Bussmann eine von 67’200. Ursula R.s Sohn fordert als Privatkläger eine Genugtuung von 54'000 Franken. Rüedi begründete die Anklage damit, dass es Alternativen zur Stürmung gegeben hätte. Nämlich abzuwarten und weiter zu verhandeln. Die Intervention sei «Ultima Ratio» gewesen. Dies sei auch während des Einsatzes vom hinzugezogenen Polizeipsychologen gegenüber Bussmann dargelegt worden. 

Verhandlung in der «Endlosschlaufe»

Bussmanns massiger Körper füllt den geschwungenen Holzstuhl in dem austauschbaren Raum des Kantonsgerichts. Die kleinen, eng aneinanderliegenden Äuglein nehmen prüfend den Saal ab. Wenn er spricht, dann im Brustton der Überzeugung, die Wortenden verschwinden im buschigen Schnauz. Bussmann Daniel, Kripo-Chef. «Da isch eso.» 90 und ein paar Kilo fleischgewordene Selbstsicherheit.

Neben Bussmann baumeln die kurzen Beine seines Anwalts wenige Zentimeter über den Spannteppich. Strafverteidiger Beat Hess lässt in seinem Plädoyer an der Anklageschrift des ausserordentlichen Staatsanwaltes kein gutes Haar. «Vorwürfe», «bösartige Unterstellungen», «Vermutungen» und «Behauptungen, die einfach mal in den Raum gestellt werden», durchziehen laut Hess die Anklageschrift. Sein Mandant aber habe sich nichts zuschulden kommen lassen, es sei «unbestritten, dass er innerhalb seiner Kompetenzen gehandelt» habe. Bussmann habe als Einsatzleiter alle Alternativen geprüft, nach 17 Stunden Verhandlung sei aber klar geworden, dass man sich in einer «Endlosschlaufe» befinde. Und mit Frau R. mit der Smith & Wesson bestand weiterhin die Möglichkeit, einen Schädel über die Distanz von 1000 Metern zu durchschlagen. Die Folge? Intervention.

Der Plan war, mit einer hydraulischen Presse die Tür aufzustemmen, dann sollte an der Rückseite des Hauses ein Ablenkungsfeuerwerk gezündet werden, R. ist visuell abgelenkt, in der Zwischenzeit stürmt ein ausgebildeter Hund die Wohnung und macht R. kampfunfähig.

Aber Pläne sind nur so gut wie das Material, mit dem sie umgesetzt werden sollen. Oder, wie der Vertreter der Privatklägerschaft, Oskar Gysler, sagt: «Nur in Hollywood verlaufen komplexe Polizeieinsätze nach Plan.» Der Schwachpunkt, das «Malheur» (Staatsanwalt Rüedi) war, dass der Türrahmen nach Anbringen der Presse barst, viel zu früh, und R. dadurch aufschreckte, sich ins Badezimmer begab und den Abzug betätigte.

Für die Verteidigung handelte es sich um ein Ereignis, das sich nicht vorhersehen liess und mit dem man folglich auch nicht rechnen musste. Ein Nullrisiko gebe es bei so einem Einsatz nicht, betonte Anwalt Hess. Tatsache sei, so Anwalt Merz, Verteidiger des Beschuldigten Achermann, dass sich Frau R. mit dem Revolver selbst gerichtet hat. Überhaupt sei die Anklage den Beweis schuldig geblieben, dass Frau R. an Schizophrenie litt, einen psychotischen Schub erlitt, nicht urteilsfähig war. Tatsachenbehauptungen, Aktenwidrigkeiten.

Kein rechtspsychologisches Gutachten

Die Selbsttötung ist nach geltendem Schweizer Recht nicht strafbar. Solange sie eigenverantwortlich erfolgt, die suizidwillige Person also urteilsfähig ist. Für die Anklage steht fest: Frau R. litt an paranoider Schizophrenie, hinzu kam ein psychotischer Schub, den sie am 8. März erlitt. Und: Bussmann wusste von den psychischen Erkrankungen und den sich daraus ergebenden Risiken. Die Verteidigung lehnt diese Ansichten rundweg ab. Das Problem: Frau R. lebt nicht mehr und den Antrag auf ein rechtspsychologisches Gutachten wies das Gericht schon im Vorfeld ab.

Die Verteidigung stellt sich auf den Standpunkt, dass es der Sohn war, der die Frau mit einer Waffe und Munition ausgestattet und sie vor der KESB versteckt hatte, er sei so zumindest indirekt verantwortlich für ihren Tod.

Für Bussmann und Achermann ist die Gerichtsverhandlung ein Heimspiel. Man kennt sich hier, am Hirschengraben 16 in der Luzerner Innenstadt. In der Verhandlungspause klopft man sich gegenseitig auf die Schulter, klopft Sprüche, «die Hitze, es läuft runter wie ein Sturzbach», «brillanter Vortrag», «darf ich mich vorstellen?».

Hitze im Saal

Im Saal herrscht derweil eine flirrende Hitze, die bodenlangen weissen Vorhänge ziehen erstarrte Wellenlinien. Kein Lufthauch dringt in den Raum. Achermann, der gleich neben dem Fenster sitzt, wirkt abwesend, wenn der Staatsanwalt redet, dreht sich der Oberkörper des Polizei-Chefs fast unmerklich, die Augen folgen der Fluchtlinie der scharf geschnittenen Nase, nach draussen, in den Hof, wo aus einem Zimmer der Pfarrei St.Maria sanfte Klavierklänge ertönen. Bussmann hat sich derweil der Schwerkraft ergeben. Sein Körper ist vornübergebeugt, die Unterarme stützend auf dem Tisch, als ob er so ein bisschen näher an die Entscheidung des Gerichts rücken könnte.

Auch die anderen Verhandlungsteilnehmer zollen der Hitze Tribut. Jackets werden abgelegt, Taschentücher wischen über glänzende Stirnen und feuchte Handballen, die Haare des Gerichtspräsidenten stehen wirr in alle Richtungen, die gepolsterten Sitz- und Rückenflächen, ordonnanzgrün, verschmelzen mit Rücken und Gesäss.

Tradition von Rücktritten

Am Dienstagvormittag in einer Woche verkündet das Gericht sein Urteil. Sollte es tatsächlich zu einem Schuldspruch kommen, wird sich Polizeikommandant Achermann in eine lange Luzerner Tradition einfügen. In den letzten 15 Jahren trat kein Luzerner Polizeichef freiwillig zurück. Achermanns Vorgänger, Beat Hensler, musste 2013 seinen Schreibtisch räumen, Pius Segmüller überwarf sich 2006 mit seiner politischen Chefin, und Segmüllers Vorgänger Kurt Fehlmann wiederum schied 2001 vorzeitig aus dem Amt aus.

Es lohnt sich vielleicht, den Stellenanzeiger aufzuschlagen. Die Kapo Basel-Stadt sucht gerade einen neuen Chef.

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  • Benot 20.06.2017 18:16
    Highlight Welcome to Switzerland!

    Auf TagesAnzeiger und 20Min ist von der laufenden Gerichtsverhandlung nichts mehr zu sehen.

    Üblicherweise tickert 20Min live aus dem Gerichtssaal ...
    1 4 Melden
    • SemperFi 21.06.2017 07:36
      Highlight @Benot: Worüber sollte 20Min den live tickern? Der Prozess ist am 19. beendet worden, Sie Schlauberger.
      1 0 Melden
    600
  • Tomtom64 20.06.2017 15:35
    Highlight Verfolge den Fall seit Beginn, da ich im Kanton Luzern wohne.
    Ja, im Nachhinein kann man sagen, die Polizei hätte einfach abwarten sollen. Spätestens nach ein paar Tagen wäre sie von selber rausgekommen .... vielleicht.
    Nur, während dieser paar Tage hätten rund um die Uhr ca. 20 Polizisten das Gebiet sichern müssen. Diese Polizisten hätten an anderen Orten gefehlt, was möglicherweise noch dramatischere Folgen gehabt hätte.
    Alles andere kann man in den zahlreichen Berichten zur Gerichtsverhandlung nachlesen.
    Die Angeklagten à la Watson lächerlich zu machen, ist schwach.
    32 17 Melden
    • Benot 20.06.2017 17:23
      Highlight Also nochmal Tomtom:

      Ab welchem Verwaltungsaufwand wird gemäss Dir ein Menschenleben nachrangig?

      Wenn hier etwas lächerlich ist, ist es das geringe Strafmass, das die Staatsanwaltschaft fordert, und vermutlich auch das kommende Urteil.
      11 17 Melden
    • sheimers 20.06.2017 17:35
      Highlight Die Polizisten hätten auch einfach nach Hause gehen und eine Woche später nochmal vorbeischauen können, ob sich die Alte beruhigt hat. Es ging ja nur um ein paar Pflänzchen, nicht um ein Schwerverbrechen.
      12 16 Melden
    • SemperFi 20.06.2017 18:14
      Highlight @sheimer: Tolle Lösung, da schiesst eine mental angeschlagene Person ins Freie und Sie schlagen vor, dass die Polizei abzieht? Sie haben das Ironie-Emoticon vergessen. Gefährdung der Nachbarn, Eigengefährdung, Vorhandensein einer Waffe, das spielt für Sie keine Rolle? Das ist als ob die Feuerwehr sagen würde, heute rücken wir nicht aus, bis morgen brennt dieses Haus so oder so nicht mehr.
      18 5 Melden
    600
  • Max Havelaar 20.06.2017 14:55
    Highlight Was regt ihr euch auf? Die Staatsanwaltschaft erhebt von gesetzeswegen automatisch bzw. IMMER Anklage, wenn es zu einem Toten im Einsatz kommt.
    16 1 Melden
    600
  • COLD AS ICE 20.06.2017 14:03
    Highlight Ich ärgere mich sehr über die Art und Weise wie der Bericht geschrieben ist. Das hat nichts mit einer seriösen Berichterstattung zu tun. Es ist tragisch mit anzusehen wo wir inzwischen angekommen sind. Dieses Gerichtsverfahren ist ein Schlag ins Gesicht aller Polizisten die täglich ihren Dienst leisten und für unsere Sicherheit sorgen. Die Frau hatte eine Schusswaffe und hat damit geschossen. Zudem war sie durch die Krankheit unberechenbar. Eigentlich hätte die Bude nach der Schussabgabe sofort gestürmt werden müssen. Der Suizid war ihre Entscheidung......oder quasi eine Art Kollateralschaden.
    59 26 Melden
    • Benot 20.06.2017 14:36
      Highlight "die Art und Weise wie der Bericht geschrieben ist" ... wird wohl das Schlimmste bleiben, dass diesen beiden Tätern passiert.

      Sie nennen "Gefahren" ... dabei war die Umgebung EVAKUIERT. Die einzigen Gefährdeten waren das Opfer und die Beamten, welche die beiden unverantwortlichen ins Haus geschickt haben.

      Achermann und Bussmann haben ganz einfach die Geduld verloren und wollten den Rambo-Einsatz.

      Dies als korrekt darzustellen, ist "ein Schlag ins Gesicht aller Polizisten die täglich ihren Dienst leisten" und sich dabei verantwortlich Gedanken machen über die Konsequenzen ihres Handelns.
      13 28 Melden
    • Steve46 20.06.2017 17:44
      Highlight @Benot: Ist das Leben der Polizisten nichts Wert? Auch diese waren gefährdet, und man muss auch sie schützen! Und nach 17 Stunden! darf / soll / muss die Polizei etwas machen, die sind bezahlt, zu handeln, nicht um ewig zu warten!
      11 4 Melden
    • SemperFi 20.06.2017 17:55
      Highlight @benot: Die beiden Polizeikader als Täter zu verunglimpfen ist wahrlich unterste Schublade. Jeder Polizist nimmt in seinem Beruf täglich das Risiko auf sich, am nächsten Tag auf der Anklagebank zu sitzen, weil er seinen Beruf ausgeübt haben. Ich bin froh, gibt es solche Leute. Nun liegt es am Richter, das Geschehene zu beurteilen.
      9 7 Melden
    • Benot 20.06.2017 18:14
      Highlight Nee, SemperFi, so nicht!

      Nicht jeder Polizist verliert einfach mal die Geduld, will Äktschen und wird zum hau-ruck-Totschläger. Das gehört nicht zur Ausübung des Berufes.

      Die grosse Mehrheit der Polizisten bedenkt die Folgen ihres Handelns, bevor sie zur Tat schreiten und landen genau deshalb NICHT auf der Anklagebank.

      "Unterste Schublade" ist Dein Versuch (und vieler anderer), diese beiden Typen auf den Schultern und der Reputation aller andern Polizisten weisszuwaschen.

      @Steve46: Leben von Polizisten wurde gefährdet, als man sie unnötigerweise ins Haus schickte. So, und nicht andersrum.
      7 13 Melden
    • Charlie Brown 20.06.2017 22:37
      Highlight @Benot: Jeder Polizist läuft täglich Gefahr, mit einem bwaffneten Straftäter konfrontiert zu sein und in Notwehr von der Waffe gebrauch zu machen. Das steht quasi in der job description. Stellst du das in Abrede? Weil genau das führt auch dazu, dass die Polizisten "auf der Anklagebank " landen.
      2 0 Melden
    • icom 20.06.2017 23:00
      Highlight @Benot
      Absolut richtig. Dem gibt es nichts mehr hinzuzufügen.
      1 1 Melden
    • COLD AS ICE 22.06.2017 11:29
      Highlight @benot und @icom

      Wenn es nach euch geht sollte die Polizei vermutlich abgeschafft und durch Psychologen und "Gspörschmi" Therapeuten ersetzt werden. Dann könnten die armen Verbrecher und alle sonstigen gestörten Personen bis zum Tod auf Kosten der Steuerzahler betreut und verhätschelt werden.

      Die Schweiz wird immer mehr zu einem Wischiwaschi-Staat. Die Polizei soll endlich mehr Rechte erhalten und härter als auch forscher durchgreifen dürfen. So wie es jetzt ist, kann es definitiv nicht weiter gehen.
      1 1 Melden
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  • pontifex_maximus 20.06.2017 12:19
    Highlight Sollte hier ein Schuldspruch erfolgen, wird die Kompetenz der Polizei ein weiteres mal völlig untergraben. Die Polizei handelt letztendlich im Auftrag des Volkes und selbstverständlich muss auch die Polizei für ihr Handeln die Verantwortung übernehmen. Hier wurde aber ein Polizeieinsatz von 17h, der Unmengen an Steuergeldern verschlingt, korrekt abgeschlossen. Meiner Meinung nach hätte der Zugriff schon viel früher erfolgen müssen. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, wäre dies ein weiterer Beweis für das Praxisfremde Justizsystem in der Schweiz.
    56 35 Melden
    • bokl 20.06.2017 13:36
      Highlight Hmmm. Wie hoch/tief setzt du den den Preis (Steuergeld) für ein Menschenleben an?
      21 28 Melden
    • zialo 20.06.2017 15:00
      Highlight Den verantwortlichen Person war das Leben der Rentnerin egal. Man hat durch ein Ablenkungsmanöver bloss die eigenen Leute schützten wollen. Man hat eben nicht alle Alternativen geprüft (Sohn bringen lassen, es war sein Hanf. Er sass im Gefängnis und war anscheinend bereit hierzu). Dazu sind noch die Zitate belegt in denen die Renterin indirekt ihren Selbstmord ankündete. Alles ging schief.
      15 23 Melden
    • pontifex_maximus 20.06.2017 15:46
      Highlight @bokl
      Genau so hoch wie für jedes andere Lebewesen.
      7 0 Melden
    • COLD AS ICE 20.06.2017 15:58
      Highlight Wieso hast du Mitleid mir der Frau? Ich kann das nicht verstehen. Sie war eine Bedrohung für die Beamten als auch für sich selber. Sie hat sich umgebracht und das war ihre eigene Entscheidung. Für ihre Bekannten und Verwandten ist das sicher hart....für die Steuerzahler ein Kostenfaktor weniger. Leider wird jetzt Steuergeld für dieses müssige Gerichtsverfahren verschleudert. Das ist eine Frechheit gegenüber aller Steuerzahler.
      10 15 Melden
    • SemperFi 20.06.2017 18:18
      Highlight @COLD AS ICE: Dass Ihnen jegliche Empathie abgeht ist schade für Sie. Und im Zusammenhang mit einem Suizid mit Steuergeld zu argumentieren ist in höchstem Mass zynisch.
      8 1 Melden
    600
  • Raphael Stein 20.06.2017 11:51
    Highlight Bin gerade etwas hin und her gerissen über die Machart vom Artikel. Leider ist der Hintergrund mehr als tragisch.

    Genauso bin ich aber auch der Meinung, dass die Verantwortlichen Einsatzleiter wohl eher eine andere Möglichkeit in Betracht hätten ziehen können.
    Nämlich abziehen und Zeit lassen. Immerhin ist eine Hanfplantage nicht ganz das selbe wie wenn dort oben im Dachstock 10 schwerbewaffnete Untergrundkämpfer gerade ihre Munition sortieren um das ganze Dorf anschliessend auszulöschen. Irgendwie ist da ganz einfach alles falsch gelaufen.
    36 38 Melden
    600
  • Butschina 20.06.2017 10:41
    Highlight Ich habe Mühe dass die Polizei für den Suizid verantwortlich sein soll. Ich kenne einen anderen Fall:
    Eine Frau ist in der Psychiatrie. Sie meldet dem Personal ihre Suizidgedanken. Geschützt hat man sie nicht. Sie hat ganz knapp überlebt, wird aber schwere bleibende Schäden haben. Die Klinik wird aber nicht so behandelt wie die Polizisten. Obwohl eine Klinik mehrere Handlungsmöglichkeiten gehabt hätte (ein zu eins Betreuung, Verlegung von der offenen azf die geschlossene...)
    Aber Polizisten die in eine Wohnung einbrechen weil eine Frau aus dem Fenster geschossen hat, werden belangt...
    89 35 Melden
    • Benot 20.06.2017 11:44
      Highlight Willst Du sagen, der Fall in der Klinik voll in Ordnung war, und deshalb der Polizeieinsatz auch?

      ... oder, dass der Fall in der Klinik nicht in Ordnung war, aber nicht geahndet wurde ... und deshalb dieser Polizeieinsatz auch ungeahndet bleiben soll?
      "Schlecht" als Messlatte, damits für die Pozilei auch passt?
      40 41 Melden
    • aerdbeerimoeuch 20.06.2017 13:00
      Highlight Wenn die beiden Herren obersten Polizisten entscheiden, das Haus zu stürmen ONWOHL der Polizeipsychologe davon abrät, kann ich echt nicht verstehen, wieso du hier keine Schuld bei den beiden siehst. Das war schlichtweg verantwortungslos und auch zu sehr von der eigenen Kompetenz überzogen, wenn sie trotz Empfehlung vom Psychologen das Haus stürmen lassen.
      23 32 Melden
    • Butschina 20.06.2017 13:32
      Highlight Ich wäre völlig deiner Meinung aerdbeetimoeuch, wenn sie nicht mit einer Postole geschossen hätte. Das hat die Frau aber. Somit ist sie nicht nur für sich ein Risiko. Wen da nicht mehr gehamndelt wird, kann zukünftig jeder der Polizei den Einlass verwehren und sagen er bringe sich sonst um.
      Am meisten aber nervt mich, dass die Polizei tun kann was sie will, es ist scheinbar immer falsch. Ich stelle mir die Frage wie die Polizei so arbeiten soll.
      26 6 Melden
    600
  • Madison Pierce 20.06.2017 10:35
    Highlight Der Gerichtsfall ist spannend, aber mir gefällt der hier gewählte sarkastische Unterton nicht. Es scheint, als sollten die Angeklagten und deren Verteidiger der Lächerlichkeit preisgegeben werden: "massiger Körper", "eng aneinanderliegenden Äuglein", "baumeln die kurzen Beine", "Job in Basel-Stadt suchen"...

    Das Kaliber wird bei Schusswaffen übrigens in Zoll angegeben und die führende Null wird weggelassen. Es ist also ".357" oder auch einfach 9mm. :) Die Patrone für den Revolver heisst korrekt ".357 Magnum".
    106 15 Melden
    600
  • Follower 20.06.2017 10:29
    Highlight Das ist nicht lustig! Der Suizid der Frau ist tragisch, wenn die Polizei aber nach 17 Stunden nicht mehr eingreifen darf, verliert die Polizei jegliche Kompetenz...
    104 31 Melden
    • Benot 20.06.2017 11:40
      Highlight "Argument" ...
      18 37 Melden
    • Raphael Stein 20.06.2017 11:52
      Highlight ....verliert die Polizei jegliche Kompetenz...

      Die hat sie aber nun ja wirklich verloren.
      13 24 Melden
    600
  • Lowend 20.06.2017 10:06
    Highlight Wunderbar geschrieben, liebster William Stern!

    Stellenweise fühlte ich mich beim Lesen schon fast an ein Stück von Dürrenmatt erinnert.

    Ganz grosses Kino!
    37 87 Melden
    • Lowend 20.06.2017 12:56
      Highlight Die Ablehnung von Lob für diesen sehr gut geschriebenen Text ist auch ganz grosses Kino von den Wahlfälschern der stramm organisierten Law and Order Fraktion!
      9 27 Melden
    • one0one 20.06.2017 14:27
      Highlight Watson ist nun mal ein News Medium... Das hier ist aber, wie von dir geschrieben, in Stil eines Theaterstueckes verfasst... Auch wenn der Stil tatsaechlich gut ist verfehlt er bei diesem Artikel die Wirkung total!
      26 4 Melden
    600
  • Honey Badger 20.06.2017 09:47
    Highlight Es ist schlicht und einfach ein Menschliches Armutszeugnis wenn man nicht gelernt hat zu seinen Fehlern zu stehen. Polizeikommandant Adi Achermann und Kripo-Chef Daniel Bussmann sind absolut ungeeignet Vorbilder. Anstatt hinzustehen und Verantwortung zu übernehmen streiten diese Gockel das ganze ab und Diffamieren die Staatsanwaltschaft. Niemand erwartet das die beiden dafür in den Knast müssen, aber es wäre echt nicht zu viel verlangt zu seinen Fehlern zu stehen. Erst recht in einer Führungsposition.
    49 68 Melden
    • one0one 20.06.2017 11:46
      Highlight zu welchen Fehlern? Ich kann in diesem Artikel kein Fehlverhalten der Polizei feststellen. Ich muss aber zugeben dass ich den Fall nur aus obigen Artikel kenne. Eventuell kann der Honigdachs präziser werden? Und nein, ich bin kein Polizeifreund... im gegenteil.
      29 14 Melden
    • ands 20.06.2017 12:50
      Highlight Haben sie denn Fehler gemacht? Bisher sind das ja nur Anklagepunkte. Ihr Kommentar liest sich wie eine Vorverurteilung.
      17 10 Melden
    • Iseas 20.06.2017 19:51
      Highlight @one0one: Ich habe verschidene News und Beiträge zu diesem fall gesehen wo es darum ging das der Polizeipsychologe dringend vom Zugrif abgeraten hat. Bin nicht mehr ganz sicher doch ich denke das er geraten hat zu warten da sonst grössere gefahr bestet das es wider zu einer Schussabgabe kommt und eben Polizei Umgebung und die Frau gefärdet wird. Das wird wol nicht mehr erwähnt b.z.w. fällt wohl weg weil kein zweites Psychologisches gutachten mehr gemacht werden kann. Der Richter wird entscheiden müssen und wird wohl egal wie er Urteilt sehr viel Missgunst auf sich zihen.
      1 1 Melden
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  • Janik Klopfa Duppenthaler 20.06.2017 09:47
    Highlight Wenn das wirklich so stimmt und die Frau wie eine wilde am Fenster rumgefuchtelt hat und somit andere gefährdet hat, hat die Polizei das einzig richtige getan!
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    • Benot 20.06.2017 11:39
      Highlight "wie eine wilde am Fenster rumgefuchtelt hat und somit andere gefährdet"

      ... Erfahre heute zum ersten Mal, dass sie nur 1 Schuss abgegeben hat, kontrolliert, zur Demonstration.
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    • Janik Klopfa Duppenthaler 20.06.2017 12:42
      Highlight Ich bezweifle, dass eine Schusswaffe in den Händen einer Psychisch kranken sowie schizophren veranlagten Frau kontrolliert abgefeuert werden kann...
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    • one0one 20.06.2017 13:08
      Highlight kontrolliert in die Luft schiessen? in welcher scharfschuetzeneinheit war die Frau bitte um die Flugbahn des Projektils zu "kontrollieren" und welches Medium teilte Ihr mit dass am Einschlagsort keine Personen sind? Kontrollieft feueren kann man nur wenn man sein Ziel sicher trifft...
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    • Follower 20.06.2017 13:55
      Highlight Ich möchte noch sehen, wie Sie reagieren würden, wenn eine Person aus Ihrem Quartier (kontrolliert?!) zum Fenster herausschiesst; mit scharfer Munition...
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Luana – Wie sie ihren Vergewaltiger im Kosovo heiraten und in die Schweiz holen musste

Eine Albanerin, die sich in der Schweiz schon lange zuhause fühlt, wird im Kosovo sexuell missbraucht. Sie geht nicht zur Polizei. Im Gegenteil: Um ihre Ehre zu wahren, heiratet sie ihren Peiniger. Der folgt ihr in die Schweiz und bringt sie an den Rand des Selbstmords. 

Im Dezember 2014, vor einem Schweizer Bezirksgericht, holt Luana* die eigene Geschichte ein. Die Finger der 23-jährigen Kosovarin verkrampfen sich, ihre Hände werden zu Krallen. Luft dringt kaum noch in ihre Lungen, sie keucht. Tränen fliessen aus ihren Augen, ihr Herz hämmert. 

Luana hört die Fragen des Gerichtspräsidenten nicht mehr. Wie Statuen sitzen er und die vier Bezirksrichter vor ihr, bis sie von hellem Licht überblendet werden. Alles wird weiss. Luana schliesst die Augen und …

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