Schweiz

Kind entzogen weil Pflegevater wegen Pornographie vorbestraft ist

18.05.17, 11:08 18.05.17, 11:32

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) des Bezirks Brig VS hat ein vierjähriges Pflegekind zurecht umplatziert, weil der Pflegevater zwei Mal wegen Pornographie verurteilt wurde. Dies hat das Bundesgericht am Donnerstag entschieden.

Gegen den ehemaligen Pflegevater ist derzeit auch noch ein Verfahren wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern, mehrfacher sexueller Nötigung und mehrfacher Schändung vor dem Bundesgericht hängig.

Aufgrund des erstinstanzlichen Urteils in dieser Sache im November 2015 erfuhr die KESB überhaupt erst von den Vorstrafen des Mannes. Das Kreisgericht sprach den Mann frei. Zweitinstanzlich ist der ehemalige Pflegevater zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt worden.

Pflegevater hat eigene Tochter

Die aktuellen Vorwürfe beziehen sich nicht auf das Pflegekind. Der Knabe war ein gut vier Monate altes Baby, als er in die Pflegefamilie kam. Die Anklage steht vielmehr im Zusammenhang mit einem Nachbarmädchen, das sich regelmässig bei der Familie aufhielt. Das Pflegepaar hat auch eine leibliche Tochter.

Das Bundesgericht hält fest, dass der Obhutsentzug immer die «ultima ratio» sei. Die KESB müsse jedoch Gefahren vorbeugen, die für ein Kind bestünden. Der getroffene Entscheid sei deshalb absolut vertretbar, auch wenn keine weiteren Abklärungen durchgeführt worden seien. Das Wohl des Kindes habe absolute Priorität.

Bei der Begründung des Obhutentzugs spielte der Freispruch des Kreisgerichts keine Rolle. Wie ein Richter ausgeführte, hätte allerdings schon dieser allein gereicht, um die Massnahme zu rechtfertigen. (Sitzung 5A_444/2016 vom 18.05.2017) (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Obamas geniale Antwort auf Rassisten schlägt alle Twitter-Rekorde

Deutscher kassiert Busse in der Schweiz – und findet das wenig witzig

Wie er Nazis verteidigt und über Wein schwafelt – Trumps irre Wutrede in sieben Akten

Was ist der hohlste Traumjob der Welt? Influencer!

Zum 40. (angeblichen) Todestag: ELVIS LEBT! 20 handfeste Beweise dafür

Mit Hipsterbart und Hakenkreuz: 5 alte und neue rechtsextreme Bewegungen

Warst du besoffen, Designer? 26 Kleider-Fails, die nicht mehr gut zu machen sind

Koksen und kotzen – Barbie ist im 2017 angekommen

Frau findet Ex auf Tinder – und erlebt zunächst eine witzige, dann eine böse Überraschung

Geheimes Chat-Protokoll aufgetaucht: Wie es wirklich zur Nordkorea-Krise kam

Zwei «Irre» auf Kollisionskurs: Die Angst vor der Bombe ist zurück

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
3Alle Kommentare anzeigen
3
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • pamayer 18.05.2017 16:46
    Highlight Genau dafür ist die Kesb da.
    3 0 Melden
    600
  • halfenauer 18.05.2017 12:38
    Highlight Juhuii! Positive Nachrichten über die KESB!
    4 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 18.05.2017 13:55
      Highlight jain...

      hätte man von anfangan richtig abgeklärt, wäre es nicht erst so weit gekommen und würden die behörden, in solch relevanten bereichen, enger zusammenarbeiten, dann erst recht.
      1 2 Melden
    600

Rassistischer Facebook-Post: SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor verurteilt

Der Walliser SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor ist wegen Verstosses gegen die Anti-Rassismusstrafnorm zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt worden. Er habe via die sozialen Netzwerke eine feindselige Haltung gegenüber Muslimen unterstützt oder sogar verstärkt.

Auslöser der Strafanzeige war ein Tweet sowie ein Facebook-Kommentar gewesen, den Addor am 22. August 2014 verbreitet hatte. Er schrieb darin über eine Schiesserei in einer Moschee in St. Gallen, bei der ein 51-jähriger Mann getötet …

Artikel lesen