Schweiz

Strafanstalt Thorberg. Bild: KEYSTONE

Knastliebe: Mitarbeiterin der Strafanstalt Thorberg vorläufig freigestellt

06.06.17, 15:00 06.06.17, 18:02

Eine Mitarbeiterin der Strafanstalt auf dem Thorberg in Krauchthal BE ist vorläufig suspendiert worden. Gemäss Medienberichten soll die Gefängnisaufseherin engeren Kontakt zu einem Häftling gehabt haben.

Das Berner Amt für Justizvollzug bestätigte am Dienstag, dass die betroffene Mitarbeitende vorübergehend in ihrem Amt eingestellt worden sei.

Als Gründe nannte Amtssprecherin Nicole Wey Hinweise, die der Anstellungsbehörde zugetragen worden seien. Diese liessen vermuten, dass «die professionelle Haltung der Nähe und Distanz zu einem Insassen nicht stets und vollumfänglich gewahrt wurde».

Diese Hinweise würden nun personalrechtlich abgeklärt, wobei eine Annäherung im sexuellen Sinn bereits jetzt ausgeschlossen werden könne, führte Wey auf Anfrage aus.

Laut dem «Sonntagsblick» soll die Wärterin eine Liebesbeziehung mit einem wegen Vergewaltigung verurteilten Insassen der Justizvollzugsanstalt Thorberg eingegangen sein.

Die Justizvollzugsanstalt auf dem Thorberg war vor einigen Jahren in die Schlagzeilen geraten, weil der frühere Direktor Georges Caviccio mit Häftlingen per Du war und wegen sexueller Kontakte auf dem Drogenstrich verkehrte. Caviccio erhielt deshalb 2014 die Kündigung, wogegen er sich bis vor Verwaltungsgericht vergeblich wehrte.

In der Folge beauftragte der Kanton Bern den Strafvollzugsexperten Benjamin Brägger mit einer Untersuchung. Dies führte zu einer Reorganisation der Führungsstruktur. Seit 2016 leitet eine vierköpfige Geschäftsleitung mit Direktor und drei Bereichsleitern die Vollzugsanstalt.

Bei der Reorganisation wurden zudem die Aufgaben im Sicherheitsdienst entflochten und ein neues Schichtmodell eingeführt. Weiter wurde die Präsenz in den Nachtstunden verbessert. Die meisten Insassen auf dem Thorberg sind wegen schwerer Delikte verurteilt und sitzen lange Freiheitsstrafen ab. (sda)

Akteure Thorberg

Das könnte dich auch interessieren:

Serienkiller hält Tampa in Atem 

Bub mit Down-Syndrom modelt für bekannte Kleidermarke 

Timberwolves crashen mit Buzzer Beater Oklahomas zu frühe Siegesparty

Xi Jinping baut seine Macht aus

Novartis-Umsatz stagniert in den ersten neun Monaten

Swisscom und UPC sperren hunderte Webseiten: Jetzt kannst du sehen welche

Kinder? Nöö! Warum sich  junge Frauen unterbinden lassen wollen

Zweistöckige Autobahn, Flüster-Asphalt und Tempo 85 – wilde Ideen in der Verkehrs-«Arena»

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
5Alle Kommentare anzeigen
5
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • Spooky 06.06.2017 20:28
    Highlight Drinnen ist es genau das Gleiche wie draussen.
    Das Leben kann man nicht begrenzen.
    4 0 Melden
    • pamayer 06.06.2017 23:05
      Highlight Stimmt. Keine Mauer kann das je.
      Nur der Grabstein.
      4 1 Melden
    • Spooky 07.06.2017 04:35
      Highlight Ich will dir ja nicht zu nahe treten, lieber pamayer, und ich will dich nicht vereinnahmen (könnte ich auch nicht), aber ich spüre (glaube ich), dass du meine Perspektive begriffen hast:

      Nur jene Leute, die den Knast kennen, wissen, was der Staat ist.

      Der Staat ist die Macht.

      3 1 Melden
  • pamayer 06.06.2017 17:38
    Highlight Warum es nur Frauen zu Vergewaltigern hinzieht...
    Psychiatrisch klar, da sie das von Papa und Co schon kennen.
    Tragisch.
    7 7 Melden
    • Spooky 07.06.2017 02:06
      Highlight Wow.

      Respekt, pamayer.
      4 1 Melden

Zürcher Justiz schafft Trickbetrüger zu früh aus – aus Versehen! 

Ein 27-jähriger Enkeltrickbetrüger soll nicht nur acht, sondern zwölf Monate hinter Gitter. Das hat das Zürcher Obergericht entschieden. Der Berufungsprozess fand jedoch ohne den Beschuldigten statt – der Mann war versehentlich bereits nach Polen ausgeschafft worden.

Mit dem bekannten Enkeltrick wollte eine Bande eine Frau um 31'000 Franken erleichtern: Ein bis heute unbekannter Mann gab sich telefonisch als Bekannter von ihr aus und jammerte ihr vor, sich in einer finanziellen Notlage zu befinden.

Nachdem die Frau gemäss Obergericht durch mehrere Anrufe «emotional und zeitlich unter Druck» gesetzt worden sei, sollte der 27-Jährige das bereit gestellte Bargeld abholen. Zur Übergabe kam es aber nicht – der Mann wurde verhaftet.

Das Bezirksgericht Uster …

Artikel lesen