Schweiz

2500 Geschädigte, 170 Millionen verzockt: Aargauer Betrugsskandal vor Gericht

21.11.16, 07:41 21.11.16, 08:10

Drei Verantwortliche des riesigen Anlagebetrugs rund um die ASE Investment stehen ab heute Montag vor dem Bezirksgericht Laufenburg im Kanton Aargau. Die Deliktsumme beträgt 170 Millionen. Es gibt 2500 Geschädigte.

Der ehemalige Geschäftsführer, ein 50-jähriger Schweizer, muss sich wegen gewerbsmässigen Betrugs, qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung sowie wegen mehrfacher Urkundenfälschung vor dem Bezirksgericht verantworten.

Der weitgehend geständige Mann befindet sich seit seiner Verhaftung im Frühling 2012 ohne Unterbruch in Haft. Im Februar 2015 trat er den vorzeitigen Strafvollzug an.

Vor der Gericht stehen zwei weitere Männer, die jedoch die Anschuldigungen zurückweisen. Der 43-jährige Präsident des Verwaltungsrats der ASE ist wegen qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung und Misswirtschaft angeklagt.

Ein ehemaliger, 53-jähriger ASE-Kundenbetreuer bei der Basler Kantonalbank (BKB) muss sich wegen des Vorwurfs der Gehilfenschaft zu gewerbsmässigem Betrug verantworten. Die BKB war die Depotbank der ASE. Die Kunden überwiesen ihr Geld auf ein BKB-Depot. Die ASE hatte die Vollmacht über die Konten.

Marathonprozess im Zivilschutzzentrum

Die juristische Aufarbeitung des grossangelegten Anlagebetrugs fordert alle. Das Bezirksgericht Laufenburg tagt sieben Tage lang im kantonalen Zivilschutzausbildungszentrum in Eiken.

Die Anklageschrift umfasst 192 Seiten, mit Anhängen sogar 592 Seiten. Die Akten füllen insgesamt 448 Bundesordner. Die Staatsanwaltschaft hat 2500 Geschädigte ermittelt.

Millionen verzockt: Der Fall ASE beschäftigte die Justiz. Bild: KEYSTONE

Von ihnen haben sich 639 als Privatkläger am Strafverfahren konstituiert. Der grösste Teil der Deliktsumme von 170 Millionen Franken dürfte für die Anleger jedoch verloren sein.

Mit Traumrendite angelockt

Die ASE Investment mit Büroräumlichkeiten in Frick war eine externe Vermögensverwalterin und bot ihren Kunden Devisenhandel in unterschiedlichen Produkten an. Anleger wurden mit Renditeversprechen von bis zu 18 Prozent angelockt.

Auf ihrer Website hatte ASE Investment «lukrative Anlagemöglichkeiten» angepriesen. Das Kürzel ASE stand für «Anlage, Sicherheit, Ertrag». Der Rechtssitz der Aktiengesellschaft war Engelberg OW.

Riesiges Schnellballsystem

Bei der Vermögensverwaltung kam es laut Anklageschrift zu diversen massiven Unregelmässigkeiten. Dem Hauptangeklagten wird vorgeworfen, dass er die bei seiner Anlagetätigkeit wie Devisenhandel seit mindestens Januar 2006 erlittenen Verluste verheimlichte. Den Anlegern soll er fiktive Gewinne vorgetäuscht haben.

Er habe nach Bedarf Löcher in den unterschiedlichen Anlageprodukten gestopft. Er habe alles «derart raffiniert aufeinander abgestimmt», dass es den Kunden nicht möglich gewesen sei, eine Täuschung zu erkennen.

Es habe ein «grosses Lügengebäude» gegeben. Mit der Vermischung von Kunden- und Anlagegeldern wurde gemäss Anklage ein einziges riesiges Schneeballsystem betrieben.

Im April 2012 wurde aufgrund einer Strafanzeige der Basler Kantonalbank und mehreren Privatpersonen gegen die damaligen Organe der ASE ein Strafverfahren eröffnet. Hintergrund waren Bankauszüge, die gegenüber den Kunden falsche Guthaben auswiesen. Im Juni 2012 wurde über die ASE der Konkurs eröffnet und im Januar 2014 mangels Aktiven eingestellt. (sda/meg)

Das könnte dich auch interessieren:

Ich habe mein Zuhause mit einer Videokamera überwacht – ein Erfahrungsbericht

Fail, aber geil: 40 der lustigsten Photobombs, seit es das Internet gibt

Tessin unter Wasser

Panik nach U-Bahn-Crash in New York

Putschversuch: Granaten gegen Gericht in Venezuela

Cyber-Attacke weitet sich aus

#ShitHappens! MMA-Kämpferin macht den Ring voll – und reagiert danach grandios

Eine Moschee für Schwule und unverhüllte Frauen? So liberal sind Schweizer Islam-Vertreter

13 Fun Facts über die kleinsten Staaten der Welt

«Qualifying offer» von Minnesota – Niederreiter erhält Angebot zur Vertragsverlängerung

Politologe: «Die SVP will mit der Kündigungs-Initiative gar nicht unbedingt gewinnen»

FIFA-Bericht enthüllt, wie Millionen bei einer 10-Jährigen landeten

Aus Aberglaube: Frau wirft Münzen in Turbine

Wie sieht Eminem eigentlich gerade aus? «Sexy as fuck», sagen die einen ...

Grossbritanniens Regierung steht: May unterzeichnet Abkommen mit DUP

Loeb greift an: Diese 4 Dinge musst du über die Nestlé-Heuschrecke wissen

So schön feiert die Fussball-Nati von Curaçao ihren ersten Titelgewinn

Kein Geld für teure Ferien? 13 Dinge, die du im Sommer in Züri unternehmen kannst

Die «Ehe light» ist gut – doch zuerst müssen wir die «echte Ehe» für Homosexuelle öffnen

Vater fährt 2200 Kilometer, um den Herzschlag seiner Tochter in fremdem Mann zu hören

15 grossartige Memes zum Wochenende, die leider viel zu sehr auf dich zutreffen

«Ich hasse geizige Menschen! S*******!»

Cyber-Attacke auf britisches Parlament – und besonders ein Politiker nimmt's mit Humor

«Trennt euch!» – warum er will, dass du Schluss machst, und damit völlig falsch liegt

Fies! Wie Kinder-Pools in der Werbung aussehen vs. die bittere Realität

Todes-Schlepper vor Gericht

Über LinkedIn und MySpace: Russische Hacker stehlen Daten britischer Politiker

Paolo Maldini gibt Tennis-Debüt – mit 48! +++ Dzemaili verpasst Champions League

Über 2100 Bootsflüchtlinge dieses Jahr ums Leben gekommen

So viel kostet das Surfen im Flugzeug

Gefahr auf dem Golan – Israel unterstützt syrische Rebellen und riskiert die Eskalation

Schweizer Wirtschaft profitiert von Aufschwung im Ausland

Wow! Diese Eule kann schwimmen

Verbraucht, verlacht, verlassen: Was mit denen passiert, die sich mit Trump einlassen

7 Grafiken, die jede Schweizer Frau bei der nächsten Lohnverhandlung dabei haben sollte  

Diese kleine Kunstgeschichte des Badens bringt dich ins Schwitzen

Zu heiss fürs iPhone? Heute wird's brenzlig

Wenn du diese Umrisse von Berühmtheiten nicht erkennst, klauen wir dir deinen Schatten

Sie haben einfach nie den Durchbruch geschafft: Die grössten Produkte-Flops der Geschichte

Uber ist verloren – die unglaubliche Chronologie der Uber-Fails

Männer, je öfter, desto besser! Fleissig ejakulieren senkt das Prostatakrebs-Risiko

Zuerst schmeisst Le Pen ihren Vater aus der Partei, nun fordert dieser ihren Rücktritt

Sean Spicer – irgendwie vermissen wir ihn jetzt schon

Mit iOS 11 kommen die Killer-Apps für Shopping-Fans und Einkaufs-Muffel

Raucher und Trinker sollen selber zahlen – Entsolidarisierung im Gesundheitswesen?

Uber-Chef Travis Kalanick tritt zurück

Rap-Ikone Prodigy von «Mobb Deep» ist tot

Scheinbeschäftigung: In Frankreich rollen reihenweise Köpfe von Macrons Ministern

So geht Apples Security gegen iPhone-Leaks vor

Sportlerpics auf Social Media: Rio Ferdinand ist eine krasse Maschine

«Wir werden mit frischem Hass zurückkommen»: Bye Bye «Circus HalliGalli»

Marco Streller hat's per WhatsApp eingefädelt – Cristiano Ronaldo wechselt zum FC Basel! 

Welches Land suchen wir? Wenn du Nummer 1 nicht weisst, sind die Ferien gestrichen!

Frauenhaut verboten! 23 absurde Album-Cover-Zensuren aus Saudi Arabien

Quizz den Huber! Bist du schlauer als unser schlauster Mitarbeiter?

Warum zwei Appenzeller Piloten im Mittelmeer Flüchtlinge retten müssen – eine Reportage

«Leute, die Anglizismen benutzen, gehen mir sooo auf den Sack!»

Verloren auf dem Meer des Unwissens: Rettet den Geschichtsunterricht!

History Porn – Showbiz Edition Teil III!

Liebe Karnivoren, lasst die Vegi-Wurst in Ruhe!

Sag mir doch einfach, dass du mich scheisse findest

EU schafft jetzt die Roaming-Gebühren ab – darum zahlen Schweizer nun gar mehr

Medikamente neu interpretiert – Teil 2!

20 Gründe in Bildern, warum du deinen Bart nicht abrasieren solltest

Dress like a «Goodfella»: So geht der perfekte Mafia-Look – vom Hut bis zum Hemdkragen

Ein Abend im Luxus-Restaurant: So sieht ein Menü für 400 Franken aus

Starkoch Gordon Ramsay kriegt Filet auf einem Dachziegel serviert ... und ist sprachlos

Macron-«Tsunami» bei Parlamentswahl: Der Durchmarche

Lucrezia Borgia: Die päpstliche Bastardbrut der Renaissance

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

User-Review:
Micha-CH, 16.12.2016
Beste News App der Schweiz. News und Unterhaltung auf Konfrontationskurs.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
3 Kommentare anzeigen
3
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • steinlin 21.11.2016 13:37
    Highlight Wie auch immer, ich würde auf eine bedingte Geldstrafe tippen.
    2 0 Melden
    600
  • N. Y. P. 21.11.2016 09:02
    Highlight Man staunt immer wieder, wie leicht Menschen solchen Rattenfängern auf den Leim kriechen. Devisenkurse sind extrem schwierig vorauszusagen, da niemand die Zukunft (Trump etc.) vorhersage kann. Jetzt kommt da eine Firma daher und verspricht in ihren Hochglanzprospekten bis 18% Rendite. Sprich, sie sagen die Zukunft voraus.
    Meine Devise :
    Auf die Bank oder zu einem Berater geht man NIE um sich beraten zu lassen.
    Sondern um Fragen zu stellen und Widersprüche zu klären.
    Man lässt sich also erst dann beraten, wenn man schon Know-how mitbringt.
    That's it.
    9 1 Melden
    • pamayer 21.11.2016 12:48
      Highlight wie gross muss die gier sein, um sich von einer versprochenen 18% rendite über den tisch ziehen zu lassen.

      solche leute hätten durchaus das potential für eine kaderstelle in einer investbank. zumindest von der gier her gesehen...
      3 0 Melden
    600

Der Aargau will vom Bund mehr Geld für das Asylwesen

Das Aargauer Parlament schickt eine Asyl-Standesinitiative fast einstimmig nach Bern. Darin fordert sie mehr Geld für das kantonale Asylwesen.

Soll der Aargau schon wieder eine Standesinitiative nach Bern schicken? Im November noch schien ganz klar, dass dies geschehen wird, nachdem SVP, CVP, BDP und GLP einen entsprechenden Asylvorstoss der FDP unterstützt hatten.

Der Inhalt des Vorstosses: Der Bund soll nicht mehr nur während fünf, sondern während zehn Jahren für ungedeckte Kosten für vorläufig aufgenommene und anerkannte Flüchtlinge aufkommen, die in den Kantonen und Gemeinden anfallen.

In der Zwischenzeit lehnte allerdings der …

Artikel lesen