Schweiz

Du hast jahrelang zu viel oder zu wenig KK-Prämien bezahlt, jetzt wird abgerechnet

18.02.16, 11:53 18.02.16, 12:18

Weil Versicherte in einigen Kantonen jahrelang zu hohe Krankenkassenprämien bezahlt haben, bekommen sie auch 2016 Geld zurück. Am meisten im Kanton Waadt mit 40.60 Franken, am wenigsten in Graubünden mit 20 Rappen.

Zudem müssen die Versicherten in den neun betroffenen Kantonen zwischen 25 Rappen und 45.45 Franken weniger Prämie zahlen. Dies teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag mit. Es handelt sich um die Kantone Zürich, Zug, Freiburg, Appenzell-Innerrhoden, Graubünden, Thurgau, Tessin, Waadt und Genf.

So viel geht an die Prämienzahler zurück

Im Juni 2016 profitieren sie von folgenden Prämienrückerstattungen und Prämienabschlägen (in Franken):
Kanton   Rückerstattung   Abschlag   Total
ZH              17.45                  19.55         37.00
ZG                6.30                    7.05         13.35
FR                7.65                     8.60         16.25
AI                 9.80                   10.95         20.75
GR               0.20                     0.25           0.45
TG             22.70                   25.40         48.10
TI               28.65                   32.10         60.75
VD             40.60                   45.45         86.05
GE             27.00                   30.30         57.30

Krankenversicherte in diesen Kantonen hatten zwischen 1996 und 2013 zu hohe Prämien bezahlt. Aus diesem Grund werden ihnen in diesem Jahr insgesamt 188 Millionen Franken gewährt – einerseits über Rückzahlungen, andererseits über reduzierte Prämien. 88,7 Millionen Franken steuert der Bund bei, der Rest stammt von den Versicherten in denjenigen 13 Kantonen, die zu tiefe Prämien bezahlt hatten. Die Krankenkassen ziehen die Beträge von der Juniprämie ab oder zahlen sie separat aus.

Die anderen zahlen 48 Franken mehr

Wer jahrelang zu wenig bezahlt hat, muss 2016 nun einen Betrag von 48 Franken nachliefern. Die Ausnahme bilden Versicherte in Luzern, wo 18 Franken zu zahlen sind, sowie in den Kantonen St.Gallen und Wallis, welche den geschuldeten Betrag bereits 2015 ausgeglichen haben. Die Kassen ziehen den Betrag laut BAG über die normale Prämienrechnung ein.

Bei den Kantonen, die nun nachzahlen müssen, handelt es sich um Bern, Luzern, Uri, Obwalden, Nidwalden, Glarus, Solothurn, Basel-Landschaft, Schaffhausen, Appenzell-Ausserrhoden, St.Gallen, Wallis und Jura

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Versicherten, die zu hohe Prämien bezahlt haben, insgesamt 254,7 Millionen Franken Rückzahlungen und Prämienabschläge erhalten. Gemäss BAG sollen sie im kommenden Jahr die letzte Tranche von 363 Millionen Franken bekommen. (whr/sda)

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  • ToloTolo 18.02.2016 15:08
    Highlight Als Beispiel Kanton Zürich, 250.-/Monat KK während 17 Jahren (1996-2013) bezahlt ergibt eine summe von Fr. 51'000.- Die Summe die zurückbezahlt wird entspricht nicht einmal 0.1% über die gesamte Zeit ... Allmählich habe ich ja noch Mitleid mit den Krankenkassen, die nicht in der Lage sind, das staatliche verordnetes Geld besser zu verwalten. In dieser Zeit ist die Inflation mindestens um 20% gestiegen! Abgesehen davon erhalten die KK aus Steuererträge ca. 150 Millionen vom Bund pro Jahr geschenkt. Die Sache ist eine riesige Aaugenwischerei.
    1 2 Melden
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  • gbfa 18.02.2016 13:02
    Highlight das ist der hammer.. und jedes jahr müssen alle krankenkassen ihre neue prämien von einer Stelle beim bund genehmigen lassen in einem treuen und komplexen prozess.. um nach jahren festzustellen, dass die berechnungen und überprüfung falsch sind.. haha ich finde da haben einige stellen beim bund versagt.. und die bevölkerung darf mal wieder zahlen, resp. einige kriegen mal was zurück .. das sie nächstes jahr wiede für die noch grösseren administrationskosten bei den krankenkassen wieder doppelt zurück zahlen müssen.. hahah einfach herlich dieses system..
    17 1 Melden
    • RedWing19 18.02.2016 15:18
      Highlight Oh ja, du sagst es. Ich arbeite selbst für eine Krankenkasse. Was beim Bund teilweise abläuft, geht unter keine Kuhhaut ;)
      2 0 Melden
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  • Gelöschter Benutzer 18.02.2016 12:23
    Highlight Dass die Rückzahlungen nun auf die neuen Bewohner angewendet werden ist Schwachsinn. Eine Bekannte zog 2014 von Zürich nach Schaffhausen, hat also jahrelang zu viel bezahlt und darf dafür jetzt noch draufzahlen...
    8 1 Melden
    • gupa 18.02.2016 13:52
      Highlight Ich bin auch im letzten Jahr von Zürich nach Bern gezügelt und habe jedenfalls noch Geld zurückerhalten für meine Zeit in Zürich, aber wie die ganze Geschichte jetzt genau funkioniert habe ich immer noch nicht durchblickt.
      1 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 18.02.2016 14:13
      Highlight Gupa, meine Bekannte hat nichts zurück erhalten. In der aktuellen Rechnung ist aber ein Aufschlag berücksichtigt.

      Wenn, dann sollen die Verantwortlichen halt zu Ihren Fehlern stehen, den Aufwand betreiben und pro Person falsch berechnete Prämien ausgleichen oder es halt gut sein lassen und in Zukunft besser hinschauen! So macht das nun wirklich keinen Sinn...
      3 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 19.02.2016 00:20
      Highlight Manche Blitzer verstehe ich echt nicht? Was soll der Blitz heissen?
      0 0 Melden
    • Zoran Depic 24.02.2016 14:53
      Highlight Gilt es auch für Grenzgänger? Ich wohne zwar in Deutschland, zahle aber meine Krankenkasse in der Schweiz. Laut http://lorraine-internationale.fr/de/krankenversicherung-grenzgaenger-schweiz/ sollte es für mich auch gelten...
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