Schweiz

Luzerner Polizeikommandant wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

10.01.17, 08:40

Die Spitze der Luzerner Polizei wird sich vor Gericht wegen möglicher fahrlässiger Tötung verantworten müssen. Der ausserordentliche Staatsanwalt hat gegen Polizeikommandant Adi Achermann und Kripochef Daniel Bussmann Anklage erhoben. Das Bezirksgericht Kriens hat als nächste Instanz über die Vorwürfe zu befinden.

Adi Achermann, Kommandant der Luzerner Polizei. Bild: KEYSTONE

Daniel Bussmann, Chef der Kriminalpolizei Luzern. Bild: KEYSTONE

Anlass der Anklage ist ein Polizeieinsatz vom März 2016 in Malters LU, bei dem sich eine verschanzte Frau das Leben genommen hat. Der Fall war von einem ausserordentlichen Staatsanwalt, dem Aargauer Christoph Rüedi, untersucht worden.

Am Dienstag, 8. März 2016, 16 Uhr, hatte die Luzerner Polizei im Rahmen eines Strafverfahrens des Kantons Zürich den Auftrag, in Malters eine Wohnung zu durchsuchen. Eine Frau, welche sich in der Wohnung aufhielt, verweigerte der Polizei den Zutritt und schoss aus dem Gebäude. Im Verlauf des Polizeieinsatzes nahm sich die Frau in der Wohnung mit einer Schusswaffe das Leben.
(Staatsanwaltschaft Luzern)

Der ausserordentliche Staatsanwalt wirft gemäss einer Mitteilung der Staatsanwalt Luzern vom Dienstag der Polizeispitze vor, sich für ein gewaltsames Eindringen in die Wohnung entschieden zu haben, ohne Alternativen geprüft zu haben. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass die Intervention so nicht hätte durchgeführt werden dürfen und unverhältnismässig gewesen sei. (sda)

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
14Alle Kommentare anzeigen
14
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • Tiger9 10.01.2017 18:43
    Highlight Die Frau hat erst auf Menschen geschossen (Einsatzkräfte) und sich dann nach 17 Stunden (!) Warten und erfolglosen Verhandlungsversuchen von Seite Polizei, selber getötet.

    Schuld daran ist natürlich die Polizei, wie immer. Sonst alles klar?
    3 2 Melden
  • Rabbi Jussuf 10.01.2017 10:59
    Highlight Eine Untersuchung braucht es natürlich. Aber eine Anklage?
    Meiner Meinung nach ging die Polizei in diesem Fall viel zu vorsichtig und zu zögerlich vor. So hatte die Frau erst recht Zeit in Panik zu geraten und sich das Leben zu nehmen.
    8 14 Melden
    • JonathanFrakes 10.01.2017 11:17
      Highlight Sie scheinen detaillierte Informationen zu haben, die der breiten Öffentlichkeit nicht vorliegen. Oder worauf beruht Ihre Einschätzung?
      5 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 10.01.2017 11:21
      Highlight Ein Mensch der niemandem etwas antat ist wegen ein paar Unkraut-Pflanzen (Hanf) gestorben.
      Verhältnissmässigkeit wo?
      8 7 Melden
    • Rabbi Jussuf 10.01.2017 11:36
      Highlight ja, ich kenne den Fall etwas detaillierter.

      Verhältnismässigkeit?
      Erschiesst man sich selber wegen ein wenig Hanf?
      Was die Frau da abgezogen hat, war völlig sinnlos, darüber hinaus ging es nicht einmal um sie, sondern um ihren Sohn, der eh schon in Haft war.
      8 5 Melden
    • Gelöschter Benutzer 10.01.2017 11:49
      Highlight "Erschiesst sich wegen ein wenig Hanf", nein wegen eines Überfallkommandos dass das eigene Haus belagert.
      Aber hey, du wärst in der Situtation sicher obercool und bist sowieso der beste.
      4 4 Melden
    • Rabbi Jussuf 10.01.2017 12:04
      Highlight Das Auge
      Du kennst den Fall nicht, also, was schwafelst du da rum?
      Die Frau hat die Hausdurchsuchung nicht zugelassen und aus dem Fenster geschossen. DANACH kam die Spezialeinheit.

      Die Polizei wusste (oder hätte wissen müssen) dass die Frau psychisch krank war.

      Wie gesagt, eine Untersuchung muss schon sein.
      3 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 10.01.2017 14:56
      Highlight @Rabbi Jussuf:
      Ja eben, Polizisten wollen in ein Haus eindringen wegen ein bisschen Unkraut. Bereits da völlig unverhältnismässig (ja ich weiss das ist normale Praxis/Gesetze usw. usf. Verhältnismässigkeit wäre aber trotzdem einzuhalten...)

      Alles was darauf folgt folgt auf diese Unverhältnissmässigkeit
      0 5 Melden
    • Rabbi Jussuf 10.01.2017 15:28
      Highlight Das Auge
      Willst du es echt nicht sehen??
      Es war verhältnismässig ... bis die Frau schoss.

      Es ging nicht nur um "ein bisschen Unkraut"!

      Informiere dich doch einfach besser, bevor du schreibst.
      4 0 Melden
  • Spi 10.01.2017 09:52
    Highlight Könnte jemand den ausserordentlichen Staatsanwalt wegen Verschleuderung von Steuergeldern anklagen?
    15 27 Melden
    • Datsyuk * 10.01.2017 10:49
      Highlight Nein, wieso auch?
      13 5 Melden
  • Cadinental 10.01.2017 09:17
    Highlight Es ist wieder mal typisch. Wenn die Polizei entschieden vorgeht gibts Probleme, tut sie es nicht, fragen sich danach alle wo sie eigentlich waren......unsäglich!
    16 27 Melden
    • Datsyuk * 10.01.2017 10:49
      Highlight Jetzt wird das alles gut angeschaut. Verhältnismässigkeit? Wieso bildest du dir schon ein Urteil?
      13 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 10.01.2017 11:20
      Highlight Auch die Polizei muss sich an Gesetze halten?
      Das geht ja mal gar nicht! Kuscheljustiz! REEEEE!
      ;)
      3 4 Melden

Zürcher Obergericht verbietet Ausschaffung von deutschem Schläger trotz «Katalogtat»

Trotz Ausschaffungsinitiative kein Landesverweis: Ein prügelnder Deutscher wurde vom Bezirksgericht Winterthur zu einer bedingten Freiheitsstrafe inklusive Landesverweis verurteilt. Gegen diesen hat er sich nun vor dem Zürcher Obergericht erfolgreich gewehrt.

Der 27-Jährige hatte sich im Februar an einem Angriff beteiligt: Für 200 Franken – die er nie bekommen hat – erteilte er zusammen mit fünf anderen Schlägern jemandem «eine Lektion». Dafür wurde der einschlägig Vorbestrafte vom …

Artikel lesen