Schweiz

SRG darf bei Rückzahlung der Billag-Mehrwertsteuer nicht mitreden

01.12.16, 12:00 01.12.16, 12:44

Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) erhält im Gerichtsverfahren um die Rückerstattung der Mehrwertsteuer auf die Empfangsgebühren keine Parteistellung. Dies hat das Bundesgericht im Zusammenhang mit den vor dem Bundesverwaltungsgericht hängigen Fällen entschieden.

Die Lausanner Richter halten fest, dass die SRG nicht unmittelbar betroffen sei und sie deshalb nicht als Partei in das Verfahren einbezogen werden könne.

Nicht die SRG, sondern das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) sei Gläubiger der Empfangsgebühr. Fordere eine Person die Mehrwertsteuer auf die Gebühr zurück, müsse sie sich an das BAKOM beziehungsweise die Billag (Erhebungsstelle für Radio- und Fernsehgebühren) richten und nicht an die SRG.

Das Argument der SRG, dass sich der Inhalt des Gebührentopfs verringere und damit der an sie gehende Anteil, lässt das Bundesgericht nicht gelten. In den Topf würden von vornherein nur so viele Empfangsgebühren fliessen, wie der Bundesrat vorgängig bestimmt habe.

Der bis im April 2015 erhobene Mehrwertsteuerbetrag gehöre nicht dazu, denn dieser stehe dem Bund zu. Der Gebührentopf kann gemäss Bundesgericht deshalb von einer allfälligen Rückerstattungspflicht nicht tangiert werden.

Das Bundesgericht hatte im April vergangenen Jahres entschieden, dass die Radio- und Fernsehempfangsgebühren nicht der Mehrwertsteuer unterliegen. Mehrere Personen verlangten in der Folge von der Billag die Rückerstattung der bezahlten Mehrwertsteuer.

Die SRG hat das Urteil des Bundesgerichts zur Kenntnis genommen, wie sie in einer Stellungnahme mitteilt. Sie begrüsse die Feststellung, dass allfällige Rückforderungen der Mehrwertsteuer nicht zu Lasten der gebührenberechtigten Medien gehen würden.

Die Billag wies entsprechende Begehren ab, worauf Betroffene ans Bundesverwaltungsgericht gelangten. Dort sind die Verfahren derzeit hängig. (Urteile 2C_373/2016 und 2C_687/2016 vom 17.11.2016) (sda)

Hol dir die App!

User-Review:
Galghamon, 3.12.2016
Ein guter Mix von News und Unterhaltung, sowie der Mut zur kritischen Analyse.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1 Kommentar anzeigen
1
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • Der Zahnarzt 01.12.2016 14:34
    Highlight Frage: hat die SRG auch die MwSt erhalten oder wurde diese von der Billag, wie es rechtlich in Ordnung wäre, an die eidg. Steuerverwaltung abgeführt?
    2 0 Melden
    600

6 Krawalle in Bern und immer das gleiche Muster – ein kleines Einmaleins 

Da sind sie wieder, die Ausschreitungen «rund um die Berner Reitschule» und die Debatten über den Fortbestand des Kulturzentrums. Die Eskalationsspirale läuft jedes Mal ähnlich: Chaoten werden früher oder später in der Reitschule verortet, die Polizei fordert härteres Vorgehen und die fleissigsten Kritiker der Reitschule deren Schliessung.

Die Reitschul-Krawalle können beliebig weit zurückverfolgt werden – das Muster ist immer dasselbe: Das Kulturzentrum kritisiert das Auftreten der Polizei, diese den mangelnden Einsatz des Reitschul-Sicherheitsdienstes. Bei einem Einsatz der Polizei – von der Reitschule meistens als unverhältnismässig und rassistisch motiviert kritisiert – kommt es zu Auseinandersetzungen, die zwar nicht immer im Umfeld der Reitschule verortet werden können, jedoch von Polizei und Behörden dem Milieu …

Artikel lesen