Schweiz

Schweiz nimmt 30 syrische Flüchtlinge aus der EU auf – weitere werden folgen

02.10.16, 16:30 02.10.16, 16:53

Im Rahmen des EU-Relocation-Programmes kommen zum ersten Mal Flüchtlinge aus Griechenland in die Schweiz. Bei den 30 Asylsuchenden handelt es sich mehrheitlich um Menschen, die vom Syrien-Konflikt betroffen sind.

Der Bundesrat hatte im Herbst 2015 entschieden, sich freiwillig am Relocation-Programm der EU zu beteiligen, mit dem Flüchtlinge von Italien und Griechenland auf andere europäische Länder verteilt werden sollen.

Die Schweiz hat nun den EU-Behörden erstmals Zusagen für Flüchtlinge aus Griechenland gemacht, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Es bestätigte damit einen Bericht der «NZZ am Sonntag».

Insgesamt sollen über das Relocation-Programm 900 Asylsuchende aus Italien und 600 aus Griechenland aufgenommen werden. Bisher hat die Schweiz der EU konkrete Zusagen für 460 Personen gemacht – 30 aus Griechenland und 430 aus Italien, wie SEM-Informationschef Gieri Cavelty sagte.

Asylsuchende zeigen, was sie an der Schweiz besonders schätzen

Davon sind inzwischen 112 Personen eingereist. Weitere Einreisen finden laut SEM in den kommenden Wochen und Monaten statt, sobald die Dossiers geprüft und die Einreisen organisiert sind. Die betroffenen Flüchtlinge müssen anschliessend in der Schweiz das ordentliche Asylverfahren durchlaufen.

Übernahme aus Griechenland blockiert

Die Einreise der Flüchtlinge aus Griechenland geht deshalb so schleppend voran, «weil die EU sich bislang weigert, die Kosten für den Transfer zu übernehmen», wie Cavelty sagte. Nun kommt Bern für den Transport der ersten 30 Personen auf.

Die EU möchte die Überführungskosten in die Schweiz nicht bezahlen, obwohl sie dies bei andern Ländern tue. «Die Schweizer Behörden stehen in Kontakt mit der Europäischen Kommission, damit das Relocation-Programm in die Schweiz so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden kann.»

Die EU will mit dem ganzen Relocation-Programm 160'000 schutzbedürftige Personen, die in Italien und Griechenland ausharren, innerhalb der EU verteilen. Dies soll nach einem bestimmten Schlüssel geschehen. Doch auch da harzt es. Mehrere Länder weigern sich, Flüchtlinge zu übernehmen. Bisher wurden erst 5651 Asylsuchende in andere Staaten gebracht.

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Kontingent von 3000 Syrien-Flüchtlingen

Der Bundesrat bewilligte im Frühjahr 2015 die Aufnahme von 3000 Menschen aus dem syrischen Krisengebiet. Davon sind 750 Personen bereits eingereist. Die 1500 Flüchtlinge, die durch das Relocation-Programm in die Schweiz kommen sollen, werden an dieses Kontingent angerechnet.

500 Personen kamen über ein Pilotprojekt für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge in die Schweiz. Zudem erhielten mehrere hundert Schutzbedürftige ein humanitäres Visum.

Daneben konnten seit dem Ausbruch des Syrien-Krieges im Jahr 2011 4200 Flüchtlinge, die Verwandte in der Schweiz haben, im Rahmen einer zeitlich begrenzten Visaerleichterung in die Schweiz einreisen, wie aus einem jüngst veröffentlichen Bericht des Bundesrates hervorgeht.

Das Kontingent zur Aufnahme von 3000 Flüchtlingen soll bis Ende 2017 ausgeschöpft sein. Der Bundesrat will bis Ende 2016 prüfen, ob und in welchem Umfang die Schweiz weitere Flüchtlingsgruppen aufnimmt.

(sda)

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Brikne, 20.7.2017
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  • Spooky 03.10.2016 05:11
    Highlight Besser aus Syrien als aus Eritrea - dort wo es den Leuten so gut geht wie in der Schweiz - ausser dass sie in der Schweiz nicht arbeiten müssen und trotzdem super gut leben und dann noch Geld nach Hause schicken können, ganz im Gegensatz zu den armen alten Schweizern in den Altersheimen und den verarmten Schweizer Working Poor, die arbeiten und am Ende des Monats trotzdem noch Schulden haben. Aber leider haben die Linken keine Ahnung mehr davon, wie es den verarmten Schweizern geht. Moritz Leuenberger und Andreas Gross und Konsorten kümmern sich lieber um ihre Pfründen.
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  • Lord_Mort 02.10.2016 17:12
    Highlight Ich finde es gut, dass sich die Schweiz an diesem Programm beteiligt. So werden jende Flüchtlinge priorisiert behandelt, die wirklich aus einem Kriesengebiet kommen. Die EU sollte allerdings die Überführungskosten tragen, wenn sie das bei den EU Staaten auch tut. Ich hoffe, dass sich nun endlich alle EU Staaten an diesem Programm beteiligen, aber in der EU scheint zur Zeit ein Mangel an Union zu bestehen.
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