Schweiz

In 30 Jahren haben wir die 10-Millionen-Einwohner-Marke geknackt – der Grund dafür liegt auf der Hand

22.06.15, 12:08 22.06.15, 12:22

Bild: KEYSTONE

Das Bundesamt für Statistik (BFS) korrigiert die Annahmen über das Bevölkerungswachstum in der Schweiz nach oben: 2045 leben demnach 10,2 Millionen Personen in der Schweiz, rund zwei Millionen mehr als heute. Stärkster Wachstumstreiber ist die Zuwanderung.

Das Ausmass des Bevölkerungswachstums hänge fast ausschliesslich von den Wanderungsbewegungen ab, schreibt das BFS in seinem jüngsten Szenario zur Bevölkerungsentwicklung. Der Geburtenüberschuss wirke sich hingegen kaum auf das Bevölkerungswachstum aus, in absehbarer Zeit übersteige die Anzahl Todesfälle gar die der Geburten.

Eine Bevölkerung von 10,2 Millionen Personen im Jahr 2045 entspricht dem Referenzszenario, das von einer Fortsetzung der Entwicklung der letzten Jahre ausgeht. Daneben haben die Experten des Bundes auch noch ein «hohes Szenario» durchgespielt. Diese geht von einem weiteren wirtschaftlichen Aufschwung in der Schweiz bei gleichzeitigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der EU aus. Das Resultat: 11 Millionen Einwohner im Jahr 2045.

Gemäss dem «tiefen» Szenario, das von einem sich verlangsamenden Wirtschaftswachstum in der Schweiz ausgeht, leben im Jahr 2045 lediglich 9,4 Millionen Personen im Land. 2010 hatte das BFS in einem «mittleren Szenario» noch eine Bevölkerungszahl von 8.9 Millionen Personen im Jahr 2060 prognostiziert.

Rasche Alterung

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Unabhängig vom gewählten Szenario wird die Bevölkerung gemäss BFS «markant und rasch altern». In den nächsten 30 Jahren werde insbesondere die Zahl der Personen ab 65 Jahren stark zunehmen, da die Babyboom-Generation allmählich das Rentenalter erreiche. Dazu kommt die immer höhere Lebenserwartung.

Das Referenzszenario geht von 2,7 Millionen Personen über 65 Jahren im Jahr 2045 aus. Zum Vergleich: Ende 2014 gehörten 1,5 Millionen Personen zu dieser Altersgruppe.

Ebenfalls markant ansteigen dürfte das Bildungsniveau. Konnten 2014 noch 40 Prozent der 25- bis 64-Jährigen einen Tertiärabschluss vorweisen, sollen es im Jahr 2040 bereits bis 57 Prozent sein. Gemäss dem Referenzszenario gibt es im Jahr 2019 mehr Personen mit Tertiärabschluss als solche mit einem Abschluss auf Sekundarstufe II. Ein wichtiger Faktor für diese Entwicklung ist die Zuwanderung von hochgebildeten Personen. (aeg/sda)

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  • Schneider Alex 26.06.2015 06:59
    Highlight In der Schweiz hat sich die Bevölkerungszahl mit der Personenfreizügigkeit dramatisch erhöht. Geht das so weiter, werden wir bis 2050 von 8 auf 11 Millionen wachsen, viermal so schnell wie die EU. Die Schweiz wird eine Riesenstadt: Hoch verdichtete Wohngebiete, Staus, überfüllte Züge, steigende Mieten, überlastete Sozialwerke und stagnierende Wirtschaftskraft pro Kopf sind die Folgen.
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  • Wilhelm Dingo 23.06.2015 09:48
    Highlight Ich will kein weiteres Bevölkerungswachstum, ich will eine gesunde Familienpolitik welche die Einwohnerzahl stabil hält. Zur Überalterung: nach einer Durststrecke (Arbeiten bis 75, tiefere Renten...) löst sich das Problem von selbst.
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  • Zeit_Genosse 23.06.2015 00:39
    Highlight Wird die Schweiz zum Altenhaus das durch ausländische Zuwanderer mit gutem Bildungsniveau bezahlt wird? Können sich Schweizer keine Familie mehr leisten und arbeiten lieber als konkubinare Doppelverdiener für die nächsten Ferien? Schaffen die Arbeitplatzverlagerer wegen der Frankenstärke noch Jobs im Zuwanderungsland? Gehen all die Ü65 auf den idyllischen Singletrails wandern, statt dass sie den Konsum ankurbeln? Wird dem Dichtestress mit verdichtetem Bauen und neuen Velowegen erfolgreich entgegen gewirkt? Was für dämliche Fragen....
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  • Hackphresse 23.06.2015 00:24
    Highlight Vielleicht sollten wir einfach keine alten leute mehr ins Land lassen. Das wird sonst teuer mit der AHV. :/
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  • MediaEye 22.06.2015 14:09
    Highlight Genau das gilt es ja zu verhindern; KEIN Beain-Drain in die Schweiz, keine weitere Bevölkerungsexplosion mit Druck auf Umwelt und Infrastruktur; einmal muss es auch genug sein!!!!!
    Deshalb im Herbst unbedingt Ecopop wählen !!!
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