Schweiz

Bundesrat will Zusammenarbeit mit Eritrea wieder aufnehmen

02.11.16, 10:50 02.11.16, 12:20

Der Bundesrat erwägt, die Entwicklungszusammenarbeit mit Eritrea wieder aufzunehmen. Er sieht in einem begrenzten Engagement einen ersten Schritt hin zu einer echten Zusammenarbeit. Politischer Fokus ist die Rückführung abgewiesener Asylbewerber.

Die Entwicklungsprogramme in Eritrea sind vor zehn Jahren eingestellt worden. Auch in Zukunft hält der Bundesrat eine Zusammenarbeit nur unter Bedingungen für möglich. Es werde sich zeigen, ob die eritreische Regierung bereit sei, mit der Schweiz eine auf Dialog beruhende Partnerschaft einzugehen, schreibt er in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Folter in Eritrea

Aus Sicht der Regierung gilt es auch zu klären, ob die Rahmenbedingungen für ein umfassendes Entwicklungsprogramm geschaffen werden können. Vorerst geht es nur um beschränkte Programme mit einem Budget von 2 Millionen Franken.

In der Mitteilung ist von Projekten zur Schaffung von Arbeitsplätzen und in der Berufsbildung die Rede. Ziel ist es, die Zukunftsperspektiven der Jugendlichen im Land zu verbessern. Ein Kooperationsbüro will der Bundesrat vorerst nicht eröffnen.

Der Bundesrat erwartet Schritte auch von Eritrea, vor allem die Verbesserung der Menschenrechtslage und Bemühungen im Migrations- und Wirtschaftsbereich. In einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht zeigt er sich zuversichtlich: In den vergangenen Jahren habe das eritreische Regime einige positive Signale erkennen lassen, schreibt er. Die politische, wirtschaftliche und menschenrechtliche Situation bleibe jedoch sehr problematisch.

Den Bericht hat der Bundesrat im Auftrag des Nationalrats verfasst. Das Postulat von Gerhard Pfister (CVP/ZG) verlangt einen umfassenden Bericht zur Lage in Eritrea sowie eine Strategie für dem Umgang mit dem Land. Als Ziel wird die Rückführung abgewiesener Asylbewerber formuliert. Aus keinem anderen Land kommen mehr Flüchtlinge in die Schweiz als aus Eritrea. Rückführungen sind wegen der Menschenrechtslage in dem Land seit Jahren kaum möglich. (sda)

Asylsuchende zeigen, was sie an der Schweiz besonders schätzen

Eritrea

Zahl der Eritreer an der Südgrenze explodiert – die Schweiz wird zum Transitland

Idris ist mit 20 Jahren aus Eritrea in die Schweiz geflüchtet. Wie? Frag besser nicht!

«Wann werden Sie hier Frauen vergewaltigen?» – Wir haben einem Flüchtling mal alle pauschalen Stammtischfragen gestellt

Ist Eritrea die Hölle auf Erden oder besser als sein Ruf? Annäherung an ein unbekanntes Land

Sommaruga: «Es ist undenkbar, dass die Schweiz Menschen nach Eritrea zurückschickt»

Sonderbotschafter Eduard Gnesa: Ein Migrationsdialog mit Eritrea ist nicht mehr möglich

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

User-Review:
Pulo112, 20.12.2016
Beste News App der Schweiz! Mit Abstand!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
3 Kommentare anzeigen
3
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • Gelöschter Benutzer 02.11.2016 19:03
    Highlight Wow da hauts mer gad de nuggi use.
    Wir stopfen denen noch Geld in ihren Allerwertesten, damit sie nicht mit uns zusammenarbeiten?
    Die Elite muss ja weinen vor lachen über uns dumme Schweizer.
    Es wäre so einfach, Flüchtlingsstatus aberkennen, Hilfszahlungen aussetzen, sämtliche Devisenzahlung nach Eritrea verbieten, eigenmächtig die abgewiesenen Rückführen. Was will dieses Regime?Geld. Wie bremsen wir eine Verbesserung in diesem Land?Mit Geld. Wenn wir den See nicht austrocknen bleiben die Diktatoren auch an der Macht. Neben bei leben ca. 2/3 der Menschheit in Diktaturen und sind somit bedroht
    4 1 Melden
    600
  • Wilhelm Dingo 02.11.2016 14:45
    Highlight Die Eritreeische Elite will nur eines: Geld, das Volk ist ihnen Egal. Aber das gilt ja leider nicht nur in Eritrea.
    4 0 Melden
    600
  • MaxHeiri 02.11.2016 10:59
    Highlight Ja logisch machen die das. Sonst wirds ja nie was mit einem Migrationsabkommen für Rückschaffungen!
    10 0 Melden
    600

Amnesty Schweiz klagt an: Zu viele Rückführungen von Asylsuchenden

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft der Schweiz eine zu strikte Anwendung der Dublin-Verordnung vor. So würden Familien getrennt, Kinder aus ihren Schulklassen gerissen und Kranke abgeschoben. Deshalb fordert sie in einem nationalen Appell eine mildere Handhabe.

Der übertriebene Formalismus könne bei den Betroffenen der psychischen und physischen Gesundheit schaden, wird Denise Graf, Asylexpertin von Amnesty Schweiz, in einer Mitteilung vom Sonntag zitiert. Zudem würden …

Artikel lesen