Schweiz

Hamid und Mohammed. Bild: watson / Camille Kündig

Es gibt keine «Tour de Suisse» – Brittnau verweigert afghanischen Flüchtlingen Bewilligung

Der Gemeinderat von Brittnau hat entschieden: Die beiden 26-jährigen Asylsuchenden Hamid und Mohammed können ihre «Tour de Suisse» nicht wie geplant durchführen. Sie dürfen aber Tageswanderungen ab der Region Zofingen unternehmen und in Ausnahmefällen auswärts übernachten.

19.04.17, 16:35

Mario fuchs / Aargauer Zeitung

Am Dienstagabend hat sich der Gemeinderat von Brittnau mit einem Asylsuchenden befasst, der im Dorf untergebracht ist: Mohammed Rasuli. Oder genauer: Mit seiner Idee.

Video: watson/Lya Saxer

Der 26-jährige Afghane wollte zusammen mit seinem Kollegen Hamid Jafari (untergebracht in Safenwil) zu Fuss in nur einem Monat rund um die Schweiz wandern. Geplanter Start: am 1. Mai in Aarau.

Am Karfreitag wurde allerdings bekannt, dass die Gemeinde Brittnau Vorbehalte gegen das Projekt hat. Wie sie nun am in einer Medienmitteilung schreibt, ist der Entscheid gefallen: Der Gemeinderat könne «das Vorhaben in dieser Form nicht bewilligen».

Man habe die Situation aus rechtlicher Sicht beurteilt. Gründe für die Absage sind jene, über die die «az» bereits berichtet hat: Mitwirkungspflicht von Asylsuchenden, Erreichbarkeit, Besuch des obligatorischen Deutschkurses, Einhaltung von Gemeinderichtlinien.

«Gute Lösung gefunden»

Doch mit den Asylsuchenden habe man in Gesprächen «eine Kompromissvariante» gefunden. Konkret: «Es sind Tagesausflüge/-wanderungen ab der Region Zofingen möglich, in Ausnahmefällen und mit Zustimmung der Gemeindebehörde auch einzelne Übernachtungen.»

Wie man auf diesen Entscheid gekommen ist und welche Argumente zu dieser Lösung geführt haben, möchte Gemeindeammann Astrid Haller am Telefon nicht weiter ausführen.

Sie sagt: «Im Vordergrund stand, eine gute Lösung zu finden – und das haben wir.» In der Mitteilung wird denn auch betont, der Gemeinderat anerkenne und unterstütze «soweit dies möglich ist» die Eigeninitiative und den Integrationswillen der Asylsuchenden.

Co-Initiant Hamid zeigte sich bereits am Dienstag, als der Entscheid noch nicht kommuniziert war, gegenüber der «Aargauer Zeitung» zuversichtlich und sagte: «Der 1. Mai ist immer noch das Datum, an dem wir starten wollen. Wir sind im Gespräch mit der Gemeinde. Wir finden eine Lösung.»

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  • Hierundjetzt 19.04.2017 23:44
    Highlight Find ich ein guter schweizerischer Kompromiss. Jeder rückt von seiner Maximalposition ab und bewegt sich auf den anderen zu.

    Somit haben Sie die 1. Lektion im Zusammenleben bereits erlernt.
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  • Spooky 19.04.2017 19:42
    Highlight Ich vermute, diese beiden aufgestellten jungen Leute würden auch arbeiten gehen, wenn sie dürften. Man sollte ihnen die Gelegenheit geben, in der Schweiz zu wandern. Es ist ja so, dass sie kaum Nachahmer hätten. Denn Wandern ist anstrengend, vor allem in den Bergen.
    48 11 Melden
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  • Gummibär 19.04.2017 17:59
    Highlight Wo es das Gelände und Hindernisse wie Privatgrundstücke, Strassen und Bahnlinien erlauben immer schön innerhalb des Kantons der Kantonsgrenze nach.
    Auf gar keinen Fall, auch im Wald nicht, über die Kantonsgrenze brünzlen !
    18 6 Melden
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  • Genital Motors 19.04.2017 17:23
    Highlight Auswandern wäre aber erlaubt ?
    29 13 Melden
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  • RacKu 19.04.2017 17:06
    Highlight Wandern? Arbeiten!
    23 76 Melden
    • pat86 19.04.2017 17:36
      Highlight Wäre bestimmt sinnvoll. Ich kann mir vorstellen, dass die Beiden dem gar nicht so abgeneigt wären. Aber arbeiten als Asylsuchender in der Schweiz ist meines Wissens nicht so einfach.
      Die ersten drei Monate darf man sowieso nicht, danach benötigt es u. a. ein Gesuch des Arbeitgebers sowie Nachweis des Arbeitgebers via RAF das keine inländische Arbeitskraft gefunden werden konnte. Selbständige Erwerbstätigkeit ist nicht erlaubt.
      57 6 Melden
    • Juliet Bravo 19.04.2017 19:01
      Highlight Was für Berufe/Jobs dürfen die zwei hier ausüben?

      Mir gefällt ihre Idee der Wanderung durch die Schweiz.
      33 6 Melden
    • Hierundjetzt 19.04.2017 23:42
      Highlight RachKu: Sag das doch Deiner SVP. Die wollen nicht das Asylsuchende arbeiten dürfen.
      15 6 Melden
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