Schweiz

Haben vom Zürcher Bezirksgericht Recht erhalten: Die Südtiroler Band Frei.Wild. Bild: EPA

Frei.Wild bekommt Recht: Zürcher Gericht spricht «20Minuten»-Journalist schuldig

Publiziert: 31.10.16, 14:19

Die Südtiroler Deutschrock-Band Frei.Wild hat am Montag vor dem Zürcher Bezirksgericht Recht erhalten: Ein Redaktor der Zeitung «20 Minuten» ist der üblen Nachrede schuldig gesprochen worden. Er wird mit einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 180 Franken bestraft.

Der Journalist hatte in einem Beitrag über die symbolische Verwendung gewisser Kleidungsstücke und Marken geschrieben, T-Shirts der Band Frei.Wild würden auch gerne von Personen mit rechtsextremer politischer Gesinnung getragen.

Zudem habe der Redaktor die Band Frei.Wild mit den klar rechtsradikalen Bands Landser und Screwdriver verglichen und somit klar in die rechtsextreme Ecke gedrängt, führte die Richterin am Montag aus. Die Bezeichnung «rechtsextrem» sei in der Schweiz als ehrverletzend anzuschauen.

Damit folgte das Gericht in der Argumentation der Staatsanwaltschaft. Diese hatte eine bedingte Geldstrafe von 45 Tagessätzen verlangt. Die Verteidigung forderte hingegen einen Freispruch. Es sei in dem Artikel nicht um die Band an sich gegangen, sondern lediglich um die Träger ihrer Kleidungsstücke.

Die Band, deren Name nichts mit Freiwild zu tun hat, sondern die Worte «frei» und «wild» zusammenfügt, hatte sich 2001 gegründet. Im April 2016 wurde die Südtiroler Gruppe mit dem Musikpreis Echo in der Sparte Rock/Alternative National ausgezeichnet.

2013 war die Band jedoch noch von der Nominierungsliste gestrichen worden. Mitbewerber hatten der Gruppe Nähe zur rechten Szene unterstellt und mit Boykott gedroht. Die Band stritt auch damals extremistische Tendenzen ab – wie viele Male zuvor und danach. (gin/sda)

17 Kommentare anzeigen
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  • Philemon Siclone 31.10.2016 20:43
    Highlight Zwischen Freiwild und den Onkelz steht 'ne Kuschelrock LP.
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    • themachine 31.10.2016 23:05
      Highlight *gäähn* 😞
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  • roterriese 31.10.2016 19:59
    Highlight "Die Bezeichnung «rechtsextrem» sei in der Schweiz als ehrverletzend anzuschauen." Ui ui ui das wird vielen Watsonusern gar nicht gefallen^^
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    • deleted_344616862 31.10.2016 22:06
      Highlight Warum denn? soweit ich gelesen habe wurdest du nicht einmal so bezeichnet, evt wurde bei dir ein Zusammenhang umschrieben oder wurdest als rechter bezeichnet, aber nie als extrem, im Gegensatz zu dir, wo ich wenn ich mich recht erinnere andere als linksextrem bezeichnet hast da sie dich zu Recht zurecht gewiesen haben. Das lustig machen von Usern welche deine absurde Sichtweise nicht gut heissen lassen mir mal weg, da du das letzte mal schon mühe hattest körperverletzungen von Morden zu unterscheiden...
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  • Kstyle 31.10.2016 18:24
    Highlight Freiwild ist etwa wie die afd sprüche klopfen und relativieren.
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  • Libertas 31.10.2016 14:55
    Highlight Richtiges Urteil. Frei.Wild als Rechtsextrem zu bezeichnen braucht schon ein grosses Mass an Böswilligkeit oder Dummheit.
    Die Jungs haben geschickt das Erbe der Onkelz angetreten und damit eine sehr grosse Fanbasis abgeholt. Ich war schon vor 10 Jahren mal an einem Konzert der Band, da kannte Frei.Wild noch praktisch keiner. Schon damals war keine Spur von Rechtsextremismus vorhanden, und heute ist die Band sowieso Mainstream. Die Vorwürde gegen die Band sind schlicht lächerlich. Gut wurde das auch mal juristisch so festgehalten.
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  • Lowend 31.10.2016 14:35
    Highlight Die Schweiz als das neue Paradies der europäischen Rechtsextremisten, könnte man nach mehreren Nazikonzerten, dem freien Polizeigeleit für Rassisten mit Einreisesperre oder nun der Verurteilung von 20 Minuten, dass wohl zum erste mal in seiner Geschichte die Wahrheit schrieb, meinen und selbst der Boss der angeblich "rechtskonservativen" SVP scheint sich schelmisch darüber zu freuen, dass der Rechtsextremismus auf dem Boden, den er jahrelang umgepflügt hat, so gut gedeiht.
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    • themachine 31.10.2016 14:55
      Highlight Wieviele Lieder von Frei.Wild kennst du denn? Oder anders gefragt was macht denn deiner Meinung nach Frei.Wild zur "Naziband"?
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    • Lowend 31.10.2016 15:28
      Highlight Die Musik ist flach und ohne Nazibezug würde diese Band wohl auf dem Müllhaufen der Musikgeschichte landen.
      Zudem wer Goebbels in Liedern zitiert und vorlügt er kenne Goebbels Sprüche nicht, während im Konzert die Fans ihre Hand zum "Deutschen Gruss" heben, ist für mich schlicht ein hinterhältiger Lügner.
      Nazis gefallen sich darin, die Öffentlichkeit hinters Licht zu führen und Nazisympathisanten gefällt dieses hinterhältige Verhalten.
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    • Lowend 31.10.2016 15:38
      Highlight Hier übrigens noch ein hübsches Bild mit Philipp Burger, dem Leadsänger beim Hitlergruss auf der Demo-CD seiner früheren Band "Kaiserjäger".
      So sehen also nach Meinung "der Maschine" Mitglieder einer "Nicht-Naziband" aus?
      http://www.blog.schattenbericht.de/2015/04/frei-wild-die-band-die-wahrheit-der-hitlergruss/
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    • Libertas 31.10.2016 15:58
      Highlight Die Musik ist abwechslungsreich geworden und hat vor allem Live eine enorme Power. Nazibezug gibt es keinen, das ist lächerlich und bewiesenrmassen rufschädigend. Goebbels Zitat? Drei Worte in einem Text sind kein Gobbels Zitat, sonst wäre in jedem Lied von jeder Band ein Gobbels Zitat zu finden.
      An Konzerten der Band gibt es keinen "Deutschen Gruss". Wer sich als Rechtsextremer zu erkennen gibt, verschwindet sehr schnell von einem Konzert.
      Lowend beweist einmal mehr, dass er keine Ahnung hat, aber trotzdem überall seinen Kommentar abgeben muss...
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    • Fairness_3 31.10.2016 16:20
      Highlight @Lowend: zum ersten Mal die Wahrheit? Einfach mal bei der Wahrheit bleiben.
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    • Lowend 31.10.2016 16:48
      Highlight Zitieren Sie der Fairness halber den ganzen Satz, der lautet: "... dass wohl zum erste mal in seiner Geschichte die Wahrheit schrieb, ...", was bedeutet, dass es so sein kann, oder eben auch nicht.
      Menschen, die sich, warum auch immer, "Fairness_3" nennen, sind offenbar genau jene, die sich nicht an die Fairness halten wollen.
      Fazit: Lernen Sie bitte die Regeln des Zitierens!
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    • Fairness_3 31.10.2016 17:58
      Highlight Dann habe Ihr Statement wohl falsch interpretiert.
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    • themachine 31.10.2016 18:53
      Highlight @Lowend ich bestreite absolut nicht dass Mitglieder der Band Frei Wild eine Nazivergangenheit haben, aber sie haben sich danach immer wieder vom Nationalsozialismus distanziert. Jetzt ist die Frage ob man glaubt, dass sich Menschen positiv verändern können. Ich tue es. Du offenbar nicht. OK.
      Noch spannender finde ich die ganze Geschichte um die von mir sehr geschätzten Böhsen Onkelz. Die haben irgendwann in den 80ern eine Handvoll ausländerfeindlich Lieder gemacht, sich dann aber bald einmal davon distanziert und machen jetzt über 20 Jahre Musik ohne eine Spur von rechtsextremen Texten...
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    • themachine 31.10.2016 18:56
      Highlight ...im Gegenteil die Statements von Bandmitglied Stephan Weidner sind wohl, wenn man es politisch einordnen möchte, sehr links. Aber bis heute werden sie von einem grossen Teil der Medien/Gesellschaft verachtet.
      Für mich ist dies einfach extrem unnachvollziehbar.
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    • planeto 31.10.2016 22:17
      Highlight
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