Schweiz

Die Armee muss bei der Beschaffung von Instrumenten auf den Preis achten. foto: keystone

Misstöne bei der Militärmusik – weil WKler auf ausländischen Instrumenten spielen

Politiker fordern, dass einheimische Instrumentenbauer bei der Beschaffung für das Schweizer Militärspiel mehr berücksichtigt werden.

Publiziert: 02.11.16, 06:05 Aktualisiert: 02.11.16, 06:20

Ruedi Zbinden, Präsident der SVP Thurgau, ist verärgert: «Wenn wir schon Schweizer Instrumentenbauer haben, sollte das Schweizer Militärspiel auch Schweizer Instrumente spielen», sagt er gegenüber dem «St.Galler Tagblatt». Tatsächlich spielen die Schweizer Militärmusiker auf ausländischen Instrumenten. Schweizer Hersteller werden nicht einmal berücksichtigt, wenn das Militär neue beschafft.

Staatlich unterstützte Herstellerschulen

Was in der Ostschweiz für rote Köpfe sorgt, thematisierte der St.Galler CVP-Nationalrat Jakob Büchler bereits in der Sicherheitspolitischen Kommission. Er will in den kommenden Tagen nochmals nachhaken. «Viele wussten gar nicht, dass in dieser Beziehung ein Missstand herrscht», sagt er gegenüber der gleichen Zeitung. Büchler will, dass die heimischen Instrumentenbauer in Zukunft mehr berücksichtigt werden.

Interessant vor diesem Hintergrund: Verschiedene staatliche Behörden unterstützen Instrumentenbauschulen. Im Thurgau beispielsweise zahlt der Kanton die Hälfte der Ausbildung von zehn Lernenden im Ausbildungszentrum Arenenberg.

Amerikaner siegten

Dem Militär sind jedoch mehr oder weniger die Hände gebunden. Es muss jeweils dem Unternehmen den Zuschlag geben, das am günstigsten offeriert – so will es das Bundesgesetz. 2009 zum Beispiel zogen Schweizer Hersteller gegenüber den Amerikanern den Kürzeren, weil letztere 10 bis 15 Prozent günstiger waren. (rwy)

Hamina Tattoo 2006: Die Swiss Armyband soll künftig auf Schweizer Instrumenten spielen. Video: YouTube/PetrovFed

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  • Deverol 02.11.2016 13:07
    Highlight Rüstungsausgaben sind aber explizit von den WTO-Richtlinien/Verträgen für öffentliche Beschaffungen ausgenommen. Wenn man zudem bedenkt, dass die Ausgaben für Musikinstrumente innerhalb des Kriegsbudgets wohl marginal sein dürften, kann man ich fragen, warum da nicht etwas Quersubventionierung vorgenommen wurde.
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  • Prof. Dr. Dr. D. Trump 02.11.2016 12:58
    Highlight Viel schlimmer ist, dass die Militärkapellen vorwiegend Noten spielen, die von ausländischen Komponisten verfasst wurden. Jede einzelne Note ist ausländisch! Man stelle sich das vor!
    Die Noten wurden mit ausländischen Druckergeräten auf ausländisches Papier gedruckt und mit ausländischen Fahrzeugen zu den Truppen verfrachtet! Horror!!
    Die Tonleiter hat ein oller Grieche erfunden, usw. Das geht doch nicht!
    Soviel Verachtung der einheimischen Handwerkskunst und das auch noch ausgerechnet in der Armee! Nein, das geht aber überhaupt nicht!!!
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  • alessandro 02.11.2016 10:05
    Highlight First world problems...
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  • DerTaran 02.11.2016 08:51
    Highlight Solange wir eine positive Aussenhandelsbilanz haben, sollten wir ganz ruhig sein. Aber was weiss die SVP schon von der Wirtschaft.
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  • dracului 02.11.2016 07:53
    Highlight Es wurde berichtet, dass der Musik Hug 85 Stellen abbauen muss u.a. wegen dem Rückgang bei der Nachfrage bei Blasinstrumenten. Die klassische Karriere Jungbläser, lokaler Harmonieverein und dann eventuell Militärspiel, scheint nicht mehr die blasfaulen Jungen zu mobilisieren. Die SVP bläst deshalb ins falsche Horn, wenn lokale Instrumentenbauer als Zulieferer für das Militär gefördert werden. Es wird eher so sein, dass bald sogar ausländische Musiker im Militär dem Marsch blasen müssen. Der Thurgauer Blasbalg bläst nicht auf dieses Problem bläst, aber produziert nur warme Luft - leider.
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  • hello world 02.11.2016 07:21
    Highlight 1. haben wir keine anderen Probleme in der schweizer Politik?
    2. der Preosunterschied von ausländigen Instrumenten im Vergleich zu in der Schweiz prpduzierten Instrumenten kann weit über 5'000 CHF pro Instrument betragen.
    3. meiner Meinung nach ist das Militär für die Sicherheit verantwortlich (ich bin sowieso kein Fan des Militärs). Die Musikinstrumente sind bei der Verteidigung des Landes eher zweitrangig und sollten nicht zu viel kosten...
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    • Shin Kami 02.11.2016 11:15
      Highlight 1. doch aber die SVP nutzt jede Chance für Eigenwerbung.

      2. Stimmt.

      3. Mir ist es lieber die kaufen für ein paar tausender Trompeten als Kampfjets für Miliarden...
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  • meliert 02.11.2016 06:58
    Highlight Es ist einfach traurig wie unsere traditionelle Wirtschaft verschwindet. Ich fühle mich einfach nicht mehr durch"unsere" Politiker vertreten.
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  • kiawase 02.11.2016 06:31
    Highlight ein alter Hut; das war schon for 40 Jahren so ... komisch, die SVP ist doch die Partei die immer spaen will .. also bitte konsequent bleiben bitte
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    • Shin Kami 02.11.2016 11:15
      Highlight Du verstehst das falsch, jede Werbung ist gute Werbung, deshalb spricht die SVP das an, die wollen aufmerksamkeit. Sonst hat das keinen Grund.
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