Schweiz

In den letzten 24 Stunden wurden, neben dem deutlich verspürten Beben um 21.12 Uhr, zahlreiche Nachbeben registriert.  bild: printscreen/seismo.ethz.ch

Risse in Wänden, eingestürztes Kamin – nur kleine Schäden nach Erdbeben

07.03.17, 07:39 07.03.17, 13:10

Das Erdbeben der Stärke 4,6 vom Montagabend ist ohne grössere Schäden verlaufen. Bei der Glarner Gebäudeversicherung gingen weniger als zehn Schadensmeldungen ein. Trotzdem registrierte der Schweizerische Erdbebendienst (SED) bis am Dienstagmittag über 20 Nachbeben.

Der Glarner Gebäudeversicherung wurden unter anderem Risse in Wänden, eine eingerissene Wasserleitung und ein eingestürztes Kamin gemeldet, wie Hansueli Leisinger, Vorsitzender der GlarnerSach-Geschäftsführung, am Dienstag sagte. Nach ersten Einschätzungen handle es sich aber ausschliesslich um Bagatellfälle.

«Es hat gerumpelt. Es war recht krass»

Mitarbeiter der Kapo Glarus

Nach dem ersten Beben gingen beim Erdbebendienst an der ETH in Zürich zahlreiche Meldungen aus den Kantonen Bern, Aargau, Zürich und Graubünden ein, wie der SED auf der Webseite mitteilte. Die Seite selber wurde von so vielen besorgten Bürgerinnen und Bürgern aufgerufen, dass sie teilweise gar nicht mehr oder nur noch schwer erreichbar war.

Ein 24-Stunden Seismogramm (Nord/Sued, 200 SPS) zeigt das Erdbeben mit einer Magnitude von 4.6 auf der Richterskala bei Linthal Glarus mit Epizentrum im Kanton Schwyz aufgezeichnet am Montag, 6. März 2017.  Bild: Observatorium Montsevelier, Val

Dutzende Anrufe bei der Polizei

Das Erdbeben hatte am Montagabend um 21.12 Uhr die Zentralschweiz erschüttert und war nach Angaben des SED in der ganzen Schweiz deutlich spürbar. Das Epizentrum lag vier Kilometer westlich von Linthal GL in fünf Kilometer Tiefe.

Ein Sprecher der Schwyzer Kantonspolizei sagte auf Anfrage, bei der Einsatzzentrale seien etwa 20 bis 30 Anrufe von besorgten Bürgern eingegangen. Während zwei bis drei Sekunden habe auch in der Polizei-Einsatzzentrale alles vibriert. Schadenmeldungen seien keine Eingegangen.

Dutzende von Anrufen mit steigender Tendenz vermeldete ein Sprecher der Glarner Kantonspolizei. «Es hat gerumpelt. Es war recht krass», sagte ein Mitarbeiter der Polizei. Schäden seien vorerst keine bekannt geworden. Aber es sei natürlich auch Nacht, und allfällige Schäden seien kaum sichtbar.

Bis am Dienstagmittag registrierte der SED 21 Nachbeben. Das stärkste mit einer Magnitude von 2,9 um 22.57 Uhr war in der Umgebung erneut spürbar.

Eines der stärksten Erdbeben

Das Beben vom Montagabend dürfte eines der stärksten der letzten Jahre gewesen sein. 2016 beispielsweise wurden insgesamt 31 spürbare Erdbeben registriert, was deutlich mehr als der langjährige Durchschnitt von 23 solchen Ereignissen war.

Das stärkste Beben im letzten Jahr ereignete sich am 24. Oktober 2016 bei Leukerbad im Wallis mit einer Magnitude von 4,1. Damals hiess es beim Erdbebendienst, dass ein Beben dieser Stärke in der Schweiz in der Regel alle ein bis drei Jahre vorkomme.

So musst du dich bei einem Erdbeben verhalten: Bilder aus aller Welt

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  • fox kilo 07.03.2017 13:47
    Highlight Ich frage mich, warum so viele dann erst einmal den Notruf wählen müssen. Wollen sie Hilfe für sich oder andere rufen? Nein.
    Im Fall dass es wirklich einmal Verletzte gibt, würden die gleichen Leute damit den Notruf blockieren und damit vielleicht Leben gefährden.
    2 0 Melden
  • mamina 07.03.2017 11:35
    Highlight http://survival.4u.org/erdbeben/erdbeben-karte.htm
    0 0 Melden
  • mamina 07.03.2017 11:33
    Highlight Eigenartig, dass es im Tessin laut Karte nicht registriert wurde.
    Ich habe das Beben kurz wahrgenommen.
    0 0 Melden
  • Wehrli 07.03.2017 10:37
    Highlight «Von keiner anderen Naturgewalt geht ein grösseres Risiko aus» nana, die menschliche Dummheit ist immer noch der Killer No 1.
    33 3 Melden
  • Omega 07.03.2017 09:03
    Highlight Aber jaaa hauptsache unsere Kernkraftwerke sind Erdbeben sicher...

    Mit all den "wir sind nicht gefärdet" Geschichten die sie uns ständig auftischen könnte man gleich sagen dass unsere Kernkraftwerke in der Luft schweben und in Wahrheit Luftschlösser sind.
    29 15 Melden
    • pamayer 07.03.2017 10:41
      Highlight Daran dachte ich auch als erstes. Aber die ENSI sieht das sicher anders.
      Wünsche dir einen strahlenden Tag.
      26 3 Melden

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