Schweiz

Der Attentäter von Berlin wollte offenbar eine Ostschweizerin heiraten

19.02.17, 06:24 19.02.17, 09:07

Wollte die Ostschweizerin immer wieder treffen: Anis Amri.  Bild: AP/German Federal Police

Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt rückte auch die Schweiz in den Fokus: Attentäter Anis Amri benutzte offenbar ein gestohlenes Schweizer Smartphone, die Tatwaffe war einst legal in die Schweiz importiert worden. Zudem soll Amri Kontakt in die Ostschweiz gehabt haben.

Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, führte eine Datenspur des am Tatort gesicherten Handys in die Bodenseeregion zu einer Schweizer Konvertitin. Mit ihr hatte der Tunesier demnach über einen verschlüsselten Messenger-Dienst gechattet.

«Normal gechattet»

Die 29-Jährige ist 2015 zum Islam übergetreten. Sie besitzt zwei Hunde und wohnt im Dachgeschoss eines Altbaus. Gegenüber der Zeitung gab sie in einem Gespräch über Facebook an, sie habe mit Amri «normal gechattet». Dabei seien auch Fotos ausgetauscht und Videoanrufe getätigt worden.

Amri habe sie immer wieder treffen wollen. «Ja, es könnte schon sein, dass er heiraten wollte, es war mal ein Thema», wird die Frau zitiert. Er habe ihr erzählt, dass er in Deutschland lebe und sich ab und zu einsam fühle. Letztmals Kontakt hatten die beiden kurz vor Weihnachten 2016. Sie hätte sich nie vorstellen können, dass er so etwas machen würde, und glaube auch jetzt nicht, das der Berliner Anschlag echt gewesen sei.

Zwölf Todesopfer

Die Bundesanwaltschaft hatte auf Grund von Informationen aus dem Ausland im Zusammenhang mit dem Anschlag ein Strafverfahren gegen Unbekannt eröffnet. Dabei wurden Kontaktdaten rund um Amri verifiziert. Noch im Januar hiess es, es gebe bisher keine konkreten Hinweise und Bezüge von Amri zu Personen oder Institutionen in der Schweiz.

Amri hatte am 19. Dezember einen Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz gesteuert. Zwölf Menschen kamen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt. Auf seiner Flucht wurde der Tunesier in Italien von der Polizei erschossen. (kad)

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  • Gelöschter Benutzer 19.02.2017 13:19
    Highlight Schon bemerkt, mit unseren Wohlstandsfrauen hast eben verloren *gröhl*
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  • Triple 19.02.2017 10:54
    Highlight Und wenn er den Mann im Mond heiraten wollte, who cares?
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    • Gelöschter Benutzer 19.02.2017 13:20
      Highlight "who cares" bis einer vor dir steht, dann rumheulen ... falls nicht, ok.
      3 5 Melden
    • Triple 19.02.2017 16:49
      Highlight @Stipps, verstehe deinen Kommentar nicht ganz. Mir ist doch ziemlich egal welche Nationalität die eventuell Ehefrau eines Terroristen hat.
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  • grandvlad 19.02.2017 10:38
    Highlight sehr interessant und ich wollte Multimillionärin werden, bin froh kann ich wenigstens ihr einen ebenso interessanten Beitrag leisten 😂
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  • lilas 19.02.2017 09:48
    Highlight "Ja, es könnte schon sein, dass er heiraten wollte, es war mal ein Thema», wird die Frau zitiert...
    ist ja auch nicht Thema mit dem man sich ernsthaft auseinandersetzten würde, nicht wahr?

    "..und glaube auch jetzt nicht, das der Berliner Anschlag echt gewesen sei..."

    Entweder einfach nur sehr, sehr, sehr, beschränkt oder sehr, sehr, sehr, verlogen die Frau



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  • Dreiländereck 19.02.2017 07:25
    Highlight Ich kann mich noch erinnern, dass kurz nach dem Attentat, von offizieller Seite, gesagt wurde es gibt keinerlei Bezug zur Schweiz.
    Bitte 1: Liebe Behörden, sagt nichts solches solange es nicht wirklich überprüft ist.
    Bitte 2: Liebe Medien und Bevölkerung, verlangt keine solche Stellungnahmen bevor nicht genügend Zeit für Ermittlungen zur Verfügung stand.
    Fazit: "Wir wissen es noch nicht." muss eine zulässige Aussage sein !
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    • lilie 19.02.2017 09:52
      Highlight Bist du sicher, dass es hiess, es gebe keinen Bezug zur Schweiz? Das fände ich eine merkwürdige Aussage, das interessiert doch in diesem Moment niemanden.

      Ich kann mich nur erinnern, dass sie sagten, sie stünden mit den Behörden in Berlin in Kontakt, um herauszufinden, ob Schweizer von dem Anschlag betroffen seien, und dass es zu dem Zeitpunkt keinen Hinweis darauf gäbe.
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    • Sophia 19.02.2017 10:53
      Highlight Ein typischer Schweiz Reflex. «Der Attentäter hat nichts mit der Schweiz zu tun.» Wir weisseln beständig unter Haus, ohne zu hinterfragen, wie es da drin aussieht! Wir wollen mit allem nichts zu tun haben, nicht mal mit unseren nächsten Nachbarn. Dort, wir unsere besten Freunde haben, wo es mehr als 60 als «Schweiz» bezeichnete Landschaften gibt, dort wo wir unser Geld verdienen, dort ist alles schlechter als bei uns, mit denen wollen wir nichts zu tun haben! Lieber mit dem roten China als mit der EU. Wehe, wenn da ein(e) Schweizer(in) umgekommen wäre!
      Ist doch völlig irre, diese Einstellung.
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    • Stachanowist 19.02.2017 11:08
      Highlight @ Lilie

      "Ein direkter Bezug des Tunesiers zur Schweiz sei bisher nicht festgestellt worden, sagte fedpol-Sprecherin Lulzana Musliu am Freitag auf Anfrage der sda." (NZZ, 23.12.2016)

      Weil diese Aussage ziemlich bald nach dem Attentat fiel und auch ein abfederndes "bisher" enthält, sollte man gegenüber dem Fedpol und seiner nach heutigem Kenntnisstand inkorrekten Aussage Gnade walten lassen. Jedoch offenbart diese Angelegenheit, dass die Schweiz wie auch Deutschland keinen Überblick über die radikalislamische Szene haben.
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    • Dreiländereck 19.02.2017 11:10
      Highlight @lilie:
      Das Fedpol hat sich bereits an Tag nach dem Attentat geäussert, dass aktuell kein Bezug zur Schweiz besteht.
      Du hast aber recht, im der Medienmitteilung steht "aktuell", dieses Wort wurde dann von verschiedenen Medien weggelassen.
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    • Rendel 19.02.2017 14:06
      Highlight Ja, zudem Zeitpunkt konnte der Bezug nicht festgestellt werden. Manchmal brauchen Nachforschungen etwas Zeit. Wo liegt das Problem?
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