Schweiz

Auf dem Campingplatz «La Piodella» geschah die Tragödie. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Ergebnis der Autopsie: Cheyenne starb an Überhitzung

23.07.15, 06:46 23.07.15, 14:09

Im Fall des 5-Jährigen Mädchens, das auf einem Tessiner Campingplatz im Auto gestorben ist, sind die Ergebnisse der Autopsie eingetroffen. Wie Ticinonews berichtet, soll die Hitze ursächlich für den Tod des Mädchens gewesen sein. Es sei möglich, dass das Mädchen im Schlaf gestorben sei.

Die Untersuchung wurde im Instituto Cantonale die Patologia in Locarno durchgeführt. Die Ergebnisse würden nun der ermittelnden Staatsanwältin, Fiorenza Bergomi, übermittelt, so Ticinonews.

Wiederbelebungsversuche gescheitert

Am Dienstagabend, 20.30 Uhr wurde das 5-jährige Mädchen, das in einem Auto auf einem Campingplatz nahe Lugano gestorben war, für tot erklärt. So weit die Fakten. Die Polizei geht davon aus, dass das Kind im Auto der Mutter zurückgelassen wurde. 

Laut dem Tessiner Fernsehen RSI soll das Mädchen drei Stunden im Fahrzeug gelegen sein. Die Mutter habe es nach einem Ausflug dort schlafen gelassen und anschliessend vergessen. Die drei anderen Töchter hätten die Kleinste entdeckt, schreibt der Blick

Danach habe die Mutter versucht, die 5-Jährige wiederzubeleben, bis die Rettungskräfte angerückt seien. Als diese nur noch den Tod des Mädchens feststellen konnten, seien die Frau sowie die älteste Tochter zusammengebrochen. Sie würden heute Donnerstag befragt werden, kündigte der Sprecher der Tessiner Staatsanwaltschaft, Saverio Snyder, an. 

Der Parkplatz des Campings. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Vater hätte nächste Woche zur Familie reisen wollen

Beim Opfer handelt es sich gemäss lokalen Medien um ein Mädchen aus dem Kanton Thurgau, das zusammen mit seiner Mutter und drei Schwestern auf dem TCS-Campingplatz «La Piodella» Ferien machte. Die Familie habe sich bereits seit fünf Tagen auf der Anlage befunden, sagte der Restaurantbesitzer des Campingplatzes am Mittwoch gegenüber RSI. Gemäss «Blick» war der Vater in der Nacht über den Tod seiner Jüngsten informiert worden. Er hätte in der folgenden Woche ins Tessin zur Familie reisen wollen. 

Angehörige unter Schock

Es war eine Tragödie», sagte die Notfallpsychologin Nadine Maetzler, die kurz nach dem Vorfall bereits in Muzzano vor Ort war. Die Personen stünden unter Schock. Trauer, Angst, Scham und Schuld seien in der akuten Phase die vorherrschenden Gefühle der Beteiligten. Auch die Helfer stehen unter einem enormen Druck. Gerade weil Kinder beteiligt seien, sei es eine «schlimme Situation», sagte Maetzler.

In grossen Teilen des Tessins hatten die Behörden am Dienstag vor einer «extremen Hitzewelle» gewarnt. Nach Angaben von Meteo Schweiz stieg die Temperatur im Tessin am späten Dienstagnachmittag auf bis zu 33 Grad. Ein Test des TCS hatte erst kürzlich herausgefunden, dass ein an der Sonne abgestelltes, geschlossenes Auto schon nach wenigen Minuten zur Todesfalle werden kann.

Zuletzt war in der Schweiz Ende August letzten Jahres ein Kleinkind gestorben, nachdem es sein Vater im Auto auf dem Firmenparkplatz vergessen hatte. Der Vater hatte es versäumt, das 16-monatige Baby wie üblich am Morgen bei der Kindertagesstätte abzugeben. Nach Feierabend am späten Nachmittag bemerkte er das Drama. (dwi/sda)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
25Alle Kommentare anzeigen
25
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • Gelöschter Benutzer 23.07.2015 19:10
    Highlight Walter Sahli und Andere@
    Die Staatsanwalt klagt auf fahrlässige Tötung durch Vernachlässigung. Also stoppt das Ganze zu verharmlosen.
    5 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 23.07.2015 15:09
    Highlight ... versteh manchmal nicht wie wenig manche Leute überlegen. Leider Überleben diese oft und andere bekommen den Schaden ab, eine Tragödie....
    9 4 Melden
    • Hans Jürg 23.07.2015 16:35
      Highlight Ich hoffe, dass ihnen das nie passieren wird.
      Haben Sie Kinder? Wissen sie zu dieser Sekunde ganz genau, wo sie sich aufhalten? Sicher?
      3 5 Melden
    • Gelöschter Benutzer 23.07.2015 17:36
      Highlight ja ich hoffe auch, dass mir das nie passiert....
      4 0 Melden
  • StrangerBeast 23.07.2015 14:50
    Highlight Ist es jetzt nötig, ihren Namen zu publizieren? Ich fand das schon schlimm als ich die Blick-Schlagzeile vor dem Kiosk gesehen habe.
    13 2 Melden
    • Hans Jürg 23.07.2015 16:35
      Highlight Das ist nicht nötig, sondern strafbar.
      3 1 Melden
  • beatz 23.07.2015 14:06
    Highlight Falls das wirklich so war: WIE KANN MAN SEIN KIND DREI STUNDEN (!!!) VERGESSEN???
    7 16 Melden
    • Hans Jürg 23.07.2015 16:36
      Highlight Haben sie Kinder? Wie ist das, wenn z.B. die Geschwister zusammen spielen und sie mit etwas beschäftigt sind? Wissen sie zu jeder Sekunde exakt, wo sie sich aufhalten und was sie machen? Wohl kaum.
      4 4 Melden
  • Gelöschter Benutzer 23.07.2015 11:09
    Highlight Es passiert leider immer wieder, trotz Kampagnen. Auch wenn viele Ihre SUV Familienpanzer als den sichersten Ort für ihre Kinder ansehen, werden sie wie alle Autos, in der Sonne abgestellt zur Todesfalle. Das ist kein Unfall sondern voraussehbar. Vielleicht gibt es mal Autos die so eine Situation detektieren und automatisch die Scheiben herunterlassen.
    20 5 Melden
    • Charlie Brown 23.07.2015 13:51
      Highlight @Thomas: was hat nun dein SUV-bashing mit dieser Tragödie zu tun? Wie wärs mit respektvollem Schweigen in Anbetracht der traurigen Geschehnisse?
      9 14 Melden
    • Jaing 23.07.2015 16:50
      Highlight @Thomas Eiche
      Lesen sie mal die Bildunterschriften. Der weisse SUV ist nicht das Unglücksauto. Dies war ein Familien-Van.
      2 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 23.07.2015 22:07
      Highlight Sorry, wenn es unsensibel getönt hat. Dafür poste ich mit meinem vollen Namen und stehe dazu. Eine Tragödie ist es auf jeden Fall.
      1 1 Melden
  • Zeit_Genosse 23.07.2015 08:28
    Highlight Eine Tragödie. Traurig. Wir sollten da nicht urteilen, weil es unfassbar ist.
    73 6 Melden
    • Gelöschter Benutzer 23.07.2015 08:56
      Highlight *sign
      13 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 23.07.2015 09:53
      Highlight Richtig! Und Watson soll bitte den Kommentar für solche Tragädien sperren!! Es gibt nichts zu kommentieren hier
      20 9 Melden
  • 's all good, man! 23.07.2015 08:25
    Highlight @Trader: warte doch mal noch ein bisschen ab mit deinem abschliessenden Urteil. Hier handelt es sich um Aussagen gemäss Tessiner Fernsehen resp Blick. Die Mutter wurde ja noch nicht einmal vernommen. Was hilft es dir, jetzt schon auf ihr herumzuhacken?
    27 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 23.07.2015 13:20
      Highlight Arme Frau, verliert ihr Kind und die Medien Schlachten dies noch aus..
      13 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 23.07.2015 14:05
      Highlight Die Autopsie hat ergeben, das Kind ist an einem Hitzestau gestorben.
      Wenn das nicht verantwortungslos ist, sein Kind stundenlang im Auto sitzen zu lassen!! Dann können noch viele schreiben, man kann nicht jede Sekunde auf seine Kleinen aufpassen - dies ist eine andere Geschichte!!
      9 18 Melden
    • Walter Sahli 23.07.2015 15:12
      Highlight Trader, woher willst Du wissen, dass die Mutter ihr Kind stundenlang im Auto hat sitzen lassen? Vielleicht hat sie auch geglaubt, dass die drei anderen das Kind zum Spielen rausholen, während diese dachten, die Mutter hole das Kind zum Zelt! Ein tragisches Missverständnis also! Und solange Du nicht weisst, was genau geschehen ist, solltest Du Deine Empörung für Dich behalten!
      6 3 Melden
  • Braun Pascal 23.07.2015 07:01
    Highlight tut mir leid für die Familie aber ich glaube die mutter kommt da nicht ungeschoren davon sprich sie wird bestimmt wegen versuchtem Totschlag angeklagt...
    13 51 Melden
    • Peter Lustig 23.07.2015 07:29
      Highlight Wieso wegen versuchtem Totschlag? Wo ist die nach den Umständen entschuldbare heftige Gemütsbewegung oder die grosse seelische Belastung, welche Voraussetzung für den Totschlag ist? Um diesen Tatbestand zu erfüllen, braucht es den Vorsatz der vorsätzlichen Tötung. Ich glaube nicht, dass dies in diesem Falle gegeben ist. Wenn schon, könnte man prüfen, ob es sich hier um eine fahrlässige Tötung handeln könnte.
      46 1 Melden
    • Jaing 23.07.2015 07:35
      Highlight Wieso wegen versuchten Totschlag? Erstens ist das Kind tot, es wäre also nicht versucht. Und zweitens ist ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung viel wahrscheinlicher. Totschlag würde nämlich Vorsatz voraussetzen.
      39 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 23.07.2015 07:49
      Highlight Als ich im ersten Artikel über Verantwortung der Mutter gegenüber dem Kind geredet habe, bin ich mit dislikes bewertet worden. Nun ist es also so, die Mutter hat das Kind vergessen!!
      Ich frage mich schon, wie man ein Kind vergessen kann - im Auto, noch dazu bei diesen Temperaturen.








      28 44 Melden
    • sansibar 23.07.2015 07:56
      Highlight Du meinst wohl fahrlässige Tötung. Beim blossen Versuch müsste man ihr schon nachweisen können, dass sie das Kind töten WOLLTE. Ausserdem bedeutet eine Anklage wegen einem Versuch auch, dass das Resultat nicht eintraf. Dies zur juristischen Klarstellung. Ich bin auch der Meinung dass dies Konsequenzen für die Mutter haben dürfte...
      24 0 Melden
    • Baba 23.07.2015 08:23
      Highlight Diese Mutter kommt - uabhängig von einer gerichtlichen Verurteilung - nicht 'ungeschoren' davon! Sie muss nun damit leben, dass durch ihr Versäumnis ihre kleine Tochter gestorben ist - das ist schlimmer als jede Strafe/Verurteilung! Die Kaltschnäuzigkeit gewisser Kommentare erschreckt mich, hoffentlich haben diese Schreiber immer alles voll im Griff!
      Dieser Frau ist ein Fehler, ein grauenvoller Fehler mit furchtbaren Konsequenzen für ihre kleine Tochter, für sie und die ganze Familie unterlaufen. Mir tut sie zuerst einmal unglaublich leid und ich wünsche ihr und ihrer Familie ganz viel Kraft.
      113 5 Melden

Wegen geplanter «Show-Metzgete» – Drohungen gegen den Dorfmetzger

Rolf Häring ist Metzger im Kanton Basel-Landschaft. Seit die «Basler Zeitung» (BaZ) über die Absicht von ihm und zwei Mitstreitern berichtete, auf dem Schaffner-Areal im Ortszentrum von Sissach zwei Schweine zu schlachten, erhielt er mehr Aufmerksamkeit, als ihm Lieb ist: «Ich habe ja auch noch ein Geschäft zu führen. Das ist mir etwas viel auf einmal», erklärte er der «Basler Zeitung» in einem am Freitag erschienenen Interview (online nicht verfügbar).

Häring zeigt sich vom Medienrummel …

Artikel lesen