Schweiz

Dank Facebook-Panne wissen wir: Dieser Trump-Freund wird US-Botschafter in der Schweiz

Ein Bild belegt, dass US-Präsident Donald Trump den Politberater Ed McMullen nach Bern entsenden will.

11.08.17, 11:54 11.08.17, 17:46

Lorenz Honegger / az Aargauer Zeitung

Ein Berater der ersten Stunde: Ed McMullen (rechts) mit Donald Trump (links) in dessen Büro in New York.

Bevor angehende US-Botschafter ihren Posten im Ausland antreten, müssen sie in die Benimmschule. So lautet ein beliebter Witz unter Diplomaten. Gemeint ist das zweiwöchige Botschafterseminar des Aussenministeriums.

Hier lernen die künftigen Missionschefs und ihre Ehepartner alles, was man als Repräsentant des mächtigsten Landes der Welt wissen muss: Wie man als Botschafter mit der Zentrale in Washington interagiert, wie man sich bei Treffen mit ausländischen Regierungsmitgliedern verhält oder was man bei Terroranschlägen und Geiselnahmen tun soll.

Einer der aktuellen Absolventen des «Ambassadorial Seminar» heisst Ed McMullen. Dank einer Facebook-Panne ist jetzt definitiv klar: US-Präsident Donald Trump will den Politberater aus South Carolina als Belohnung für seine Verdienste im Wahlkampf zum neuen Botschafter für die Schweiz und Liechtenstein machen. Eine Information, die eigentlich unter Verschluss bleiben sollte, bis die Nomination offiziell ist.

Starkes Indiz

Der Fauxpas unterlief einem anderen Kursteilnehmer, dem designierten Botschafter für Luxemburg, Randy Evans. Der prominente Anwalt aus Georgia hat auf seinem Facebook-Profil ein Bild vom Seminar veröffentlicht, das sein eigenes und im Hintergrund zufällig auch die Namensschilder von Ed McMullen und dessen Ehefrau Margaret Ann zeigt. Darunter das Vermerk: «Switzerland/Liechtenstein». Ein Blogger aus South Carolina hat das Bild auf Facebook entdeckt und auf seiner Website veröffentlicht.

Oups! Oben im Bild ist klar zu lesen, wer der neue US-Botschafter in der Schweiz wird.

Botschafter in spe Ed McMullen ist die Sache unangenehm. In einem E-Mail teilt er der «Nordwestschweiz» mit, er könne «zum jetzigen Zeitpunkt» keinen Kommentar abgeben, und fügt diplomatisch an: «I hope to meet you soon». Auch die US-Botschaft in Bern will sich nicht äussern, solange nichts Offizielles vorliegt.

Der Chef der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer, Martin Naville, hält das Foto vom Botschafter-Seminar als starkes Indiz dafür, dass McMullen den Posten bekommen wird. Jedoch dürfte es nach seiner Einschätzung noch einige Zeit dauern, bis der US-Senat ihn im Amt bestätigt.

Loyaler Weggefährte

Die «Schweiz am Wochenende» berichtete im Juni erstmals über Spekulationen, dass McMullen von Donald Trump nach Bern berufen werden könnte. Er stand dem New Yorker Immobilienunternehmer bereits Anfang 2015 als Berater zur Seite, als dieser seine Kandidatur aufgleiste. Danach wurde er Wahlkampfleiter in South Carolina. In den Tagen nach der Wahl ging er im Trump-Tower in New York ein und aus und sass bei der Amtseinsetzung nur wenige Meter von der Präsidentenfamilie entfernt.

McMullen gilt als loyaler Weggefährte des US-Präsidenten: In Interviews sagte er, dieser erinnere ihn an Ronald Reagan, und verteidigte ihn auch bei heftiger Kritik durch alle Böden. Als eine junge Frau im Oktober 2016 aussagte, Trump habe vor Jahren bei einem Schönheitswettbewerb ungefragt die Umkleidekabine betreten, bezeichnete McMullen den Vorwurf als «Tussi-Ausbruch» aus dem Lager von Hillary Clinton.

In den USA ist es üblich, dass Präsidenten, egal ob republikanisch oder demokratisch, Wahlkampfhelfer mit Botschafterposten belohnen, auch wenn diese keine diplomatische Erfahrung mitbringen. Rund 30 Prozent fallen in diese Kategorie. (aargauerzeitung.ch)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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  • pamayer 11.08.2017 19:51
    Highlight Nehmen sie seit neustem nicht nur orange-haarige? Wird wohl noch färben müssen. 👱
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  • pondering 11.08.2017 18:02
    Highlight BErüchtigte US Botschaften, verantwortlich für asämtliche Krisen in Mittleren Osten Russland, Ungarn , Macedonien.
    Russland verweist des Landes 755 "Botschaftler", nicht ohne Grund. Von wegen Visa Anträge werden langsamer ausgestellt. Europäische Botschaftenm in Russland stellen 3 fache Anzahl von Visas als US, mit 3 mal weniger Mitarbeiter.
    Stellt sich die Frage, braucht man die Spione im Land die so skrupellos gegen das Land arbeiten? In Deutschland sind es an die 1000, alles andere als konsularische Tätigkeit.
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    • Hoppla! 11.08.2017 20:12
      Highlight Ein Diplomat ist aber kein Botschafter.
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  • LU90 11.08.2017 15:11
    Highlight Wahrscheinlich ist das Botschafter-sein in der Schweiz mehr ein Hobby...
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    • Töfflifahrer 12.08.2017 07:36
      Highlight Nee, das sind hoch bezahlte Ferien!
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  • Gelöschter Benutzer 11.08.2017 14:12
    Highlight Als eine junge Frau im Oktober 2016 aussagte, Trump habe vor Jahren bei einem Schönheitswettbewerb ungefragt die Umkleidekabine betreten, bezeichnete McMullen den Vorwurf als «Tussi-Ausbruch» aus dem Lager von Hillary Clinton.
    Da ist ja gut, dass Ed McMullen das «Ambassadorial Seminar» absolviert (ungeachtet dessen, ob er in die Schweiz kommt).
    Aber ob das bei den aktuellen Vorstellungen von Umgangsformen dieser US-Regierung unter Trump etwas nützt? 🤔

    Nun, nötigenfalls könnte er sich ja immer noch mit unserem Weltwoche-Propaganda"minister" Köppel und seinen Adoranten vergnügen...
    🤣🤣🤣🤣
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  • Jein 11.08.2017 13:55
    Highlight Länder wie die Schweiz sind beliebte Orte um Parteispender als Botschafter zu entsenden, die bisherige Botschafterin Suzi LeVine war ja eine demokratische Spenderin. Die Schweiz hatte zum letzten Mal vor über drei Jahrzehnten einen Karrierediplomaten als US Botschafter.
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    • MacB 11.08.2017 14:32
      Highlight Danke für die Info, wusste ich so gar nicht! Spannend!
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    • Richu 11.08.2017 17:01
      Highlight @Jein: Die ex Botschafterin Suzi LeVine hat sich immerhin noch für die in der Schweiz lebenden Amerikaner eingesetzt und versucht, die Schweizerbanken zu motivieren, dass auch wieder in der Schweiz wohnende Amerikaner ein Bankkonto eröffnen können. Viele Schweizer Banken sind aber diesem Aufruf der US-Botschafterin LeVine nicht gefolgt!
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