Schweiz

Steuert er auf einen unüberwindbaren Interessenkonflikt hin, wenn er in den Nationalrat gewählt wird? Weltwoche-Chefredaktor und Neo-SVP-Politiker Roger Köppel.
Bild: KEYSTONE

Roger Köppel überschätzt sich: Wir brauchen keine Nationalräte, die Redaktionen führen

«Weltwoche»-Chefredaktor Roger Köppel zieht mit seinem Blatt wenige Tage vor den Wahlen über die SVP-Fraktion her. Das zeugt nicht von Unabhängigkeit, sondern zeigt, dass Journalismus nicht mit einem Parlamentsmandat vereinbar ist. Eine Analyse.

13.10.15, 06:11 13.10.15, 08:51

lorenz honegger / aargauer zeitung

Aus journalistischer Sicht war die Überraschung perfekt: Die SVP-nahe «Weltwoche» zog vergangene Woche mehr als zwei Dutzend SVP-Fraktionsmitglieder nach allen Regeln der Kunst durch den Kakao.

Sie drosch auf gestandene National- und Ständeräte ein, nannte sie «wankelmütig», «windschlüpfig», «Verschwörungstheoretiker» und «Esoteriker». Der vierseitige Text sollte wohl zeigen, dass die «Weltwoche» kein reines Parteiblatt ist, wie ihr oft vorgeworfen wird. Denn im Interesse der SVP war der Verriss tatsächlich nicht.

Chefredaktor und SVP-Nationalratskandidat Roger Köppel sieht solche Texte als Beleg dafür, dass seine Doppelrolle funktioniert: Journalist sein und gleichzeitig politisieren. Doch der «brillanteste Blattmacher seiner Generation» («Tages-Anzeiger») überschätzt sich. Sollten ihn die Zürcher Wähler nächsten Sonntag tatsächlich ins Bundeshaus schicken, kann er sich von seiner vermeintlichen Unabhängigkeit verabschieden.

Köppels verhöhnte Parteikollegen fühlen sich zu Recht verraten: Da kommt ein prominenter Neuling, der noch nie einen Tag im Parlament sass, nie politische Verantwortung übernehmen musste und verpasst ihnen kurz vor dem Wahltag einen Abrieb sondergleichen. Wie will man sich mit jemandem für die gemeinsamen Ziele und Ideale einsetzen, wenn der einen schon am nächsten Tag öffentlich in den Senkel stellt?

Ein unabhängiger Journalist schreibt, was er weiss

Als Chefredaktor ist Köppel nicht bloss für das verantwortlich, was er selber schreibt. Er verantwortet eine ganze Publikation, er segnet jeden Artikel ab, den seine Journalisten verfassen. Der Zielkonflikt ist gewaltig: Soll die Zeitung unabhängig berichten? Oder soll er künftig als loyales Fraktionsmitglied keine Berichte mehr zulassen, die der SVP-Linie zuwiderlaufen?

Kommt hinzu: Ein unabhängiger Journalist sollte schreiben, was er weiss. Um bei Köppels Duktus zu bleiben: Wenn er in seiner Funktion als Nationalrat erfährt, dass eine Parlamentskommission hinter verschlossenen Türen den Willen des Volkes hintertreibt, dann sollte das gross in der nächsten «Weltwoche» stehen.

Das Problem: Als Parlamentarier wäre Köppel in den Sitzungen der vorberatenden Kommissionen zur Geheimhaltung verpflichtet. Selbstverständlich kann er diese Regel brechen. Wie der Fall von FDP-Nationalrätin Christa Markwalder zeigt, führt selbst die Weitergabe vertraulicher Unterlagen an Lobbyisten fremder Staaten nicht zur Aufhebung der parlamentarischen Immunität. Beliebig oft lässt sich dieses Spiel jedoch kaum wiederholen.

Was passiert mit der Weltwoche, wenn ihr Chef und Eigentümer Köppel Nationalrat wird? «Die Veröffentlichung von Artikeln erfolgt nach journalistischen, nicht parteipolitischen Kriterien. Das wird so bleiben.»
Bild: KEYSTONE

Mittlerweile scheint Köppel die Sache nicht mehr geheuer zu sein. Als ihn die «Nordwestschweiz» gestern um ein Interview bat, erkundigte er sich zunächst nach den Fragen. Doch statt darauf einzugehen, beschränkte er sich auf ein schriftliches Kurz-Statement: «Die Weltwoche ist eine unabhängige Zeitung mit klarer bürgerlicher Ausrichtung, aber grösster Vielfalt an Meinungen. Sie schreibt, wo nötig, kritisch über alle Parteien, auch über die bürgerlichen Parteien. Die Veröffentlichung von Artikeln erfolgt nach journalistischen, nicht parteipolitischen Kriterien. Das wird so bleiben.»

Bei der Bekanntgabe seiner Nationalratskandidatur Anfang Jahr sagte Köppel, es sei nichts Ungewöhnliches, dass Chefredaktoren «in schwierigen Zeiten nach Bern gehen». Als Beispiele nannte er Willy Bretscher («Neue Zürcher Zeitung», FDP), Peter Dürrenmatt («Basler Nachrichten», LDP) und Ernst Nobs («Volksrecht», SP). Was er nicht erwähnte: Die besagten Herren sind alle seit mindestens zwei Jahrzehnten verstorben.

Ob links oder rechts: Die Zeiten der Parteipresse, als Chefredaktoren ganz selbstverständlich im Parlament sassen, sind vorbei. Heute erwarten die Leser von Medien nüchterne Distanz und parteipolitische Unabhängigkeit. Eine gewisse politische Grundhaltung ist in Ordnung, auch SVP-Nähe ist o.k. Aber die Schweizer Demokratie braucht keine Nationalräte, die Redaktionen führen.

Möglicher Ausweg: Verleger statt Chefredaktor

Vielleicht wäre es gerade deshalb gar nicht so schlecht, wenn Roger Köppel ins Parlament gewählt wird. Es würde sich ein für alle Mal zeigen, dass die Doppelrolle Politiker und Journalist im 21. Jahrhundert nicht mehr zeitgemäss ist. Ein möglicher Ausweg wäre, dass Köppel sich auf die Rolle des Verlegers und Mehrheitsaktionärs zurückzieht und das Tagesgeschäft jemand anderem überlässt. Sonst ist er am Ende kein echter Politiker, aber eben auch kein richtiger Journalist mehr. (trs/aargauerzeitung.ch)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • adi37 13.10.2015 11:53
    Highlight Es fällt auf, dass auf allen Ebenen, in den meisten Medien, bei Talkshows, und vielen anderen Gelegenheiten, versucht wird, die SVP und deren Exponenten, schlecht zu machen, Sachen hervor zu zerren, Vermutungen anzustellen, als „Wahrheiten“ hoch zu stilisieren, alles, um diese Partei an zu schwärzen. Dabei wäre es sinnvoll, wenn die anderen Parteien und deren Exponenten und svp-phobe Politikerinnen und Politiker ihre Qualitäten - zu Gunsten des Volkes - äussern würden!
    28 28 Melden
  • Balikc 13.10.2015 10:57
    Highlight Ich kann Euch beruhigen, habe direkt nachgefragt, und Roschée ist festen Willens, neutral zu bleiben!!!
    :-D
    Im Ernst, allein die Tatsache, dass er einem Neoname und Nichtabonnenten wie mir gegenüber meint, sich rechtfertigen zu müssen, reicht mir als Einsicht...
    11 13 Melden
    • Balikc 13.10.2015 11:04
      Highlight ...im Übrigen hat man bei mir schon verloren, wenn man mich mit "ihr Roschée" oder "Dein Schnuggiputzli" verabschiedet...es wäre mir generell lieb, wenn sich gewisse Menschen etwas mehr für Selbstliebe statt Fremdenhass gönnen würden!
      10 14 Melden
    • atomschlaf 13.10.2015 12:51
      Highlight Ich würde ihm jetzt eher zugutehalten, dass er einem einem Neoname und Nichtabonnenten so ausführlich antwortet. Aber ich bin auch kein Misanthrop...
      11 3 Melden
  • sheimers 13.10.2015 10:49
    Highlight Es geht wohl um mehr als nur die Unabhängigkeit der Zeitung zu beweisen. Ich denke es soll ein personeller Wandel herbeigeführt werden. Ob es darum geht alte loszuwerden, um das angestaubte Image der Partei aufzupolieren, oder gar darum gemütlich-konservative abzuservieren um Platz für neoliberale Haudegen zu machen, kann ich nicht beurteilen, weil ich den WW-Artikel nicht gelesen habe und auch die betroffenen Politiker zu wenig kenne.
    5 0 Melden
  • Dred 13.10.2015 10:38
    Highlight Also so langsam finde ich das dauernde SVP-Bashing sehr bedenklich und auch lächerlich. 6 der Top 7 Artikel unter "Wahlen 2015" sind gegen die SVP gerichtet. Von einem News-Protal das ansonsten ziemlich in Ordnung ist erwarte ich einfach mehr. Das ist keine neutrale Berichterstattung zu den Wahlen, sondern einfach nur linke Paukenschläge, die den Rechten noch mehr Anreiz geben rechts zu wählen. Bin echt enttäuscht von euch und es stimmt mich besorgt, dass ihr damit so viele Leute Erreicht. Grüsse eines nicht SVP-Wählers.
    32 21 Melden
    • Balikc 13.10.2015 11:31
      Highlight Vielleicht sollten Sie, was Ihnen als "Nicht-Wähler" ja nicht so schwer fallen sollte, kurz überlegen, was hier genau kritisiert wird...
      Es geht nicht um die Partei an sich, sondern um all die bedenklichen Veränderungen der politischen Kultur, welche aus dem Dunstkreis dieser Partei entstanden sind (polemische, diffamierende Plakate & Inserate, Personen- statt Sachpolitik, breit gestreute Desinformation, Kampagnen, welche den Gegner simpel durch monetären Möglichkeiten und ökonomischen Seilschaften alt aussehen lassen...etc.

      19 8 Melden
    • Balikc 13.10.2015 11:31
      Highlight Ich finde es auch schade, dass eine Partei so viel Platz für sich beansprucht. Aber nicht darüber zu berichten, während ein Grossteil der restlichen Medien nur stiefmütterlich oder gar nicht kritisieren darf, wäre definitiv der falsche Weg. Danke Watson!
      20 10 Melden
    • Kastigator 13.10.2015 11:34
      Highlight Was genau ist an diesem Artikel denn "gegen die SVP" gerichtet? Das ist schon die Folge von Blochers Gehirnwäsche: Jeglicher Artikel, der nicht eins zu eins die SVP-Propaganda nachbetet, ist "gegen die SVP gerichtet". Auch noch so berechtigte Kritik ist immer "Bashing" - denn schliesslich sind "alle gegen uns".
      Das ist bequem: Man braucht nie auf Kritik einzugehen und kann auf die wesentlichste demokratische Pflicht pfeifen - sich mit der Position Andersdenkender zu beschäftigen und vielleicht gar Selbstkritik zu üben.
      Dein Kommentar, Dred, zeigt, wie gut die Strategie aufgeht.
      27 7 Melden
    • Dred 13.10.2015 12:23
      Highlight @Kastigator: Von mir aus braucht niemand die SVP-Propaganda nachzubeten, bloss nicht! Schon gar nicht finde ich es sind "alle gegen die SVP". Aber ich finde es schade für watson, dass doch wirklich viele Artikel nur Kritik (grösstenteils auch berechtigte) gegen die SVP ausüben, statt Unterstützung für andere Parteien zu fördern. Finde ich eher kontraproduktiv und wenn man sich für neutralen Informationsfluss während Wahlen einsetzt auch fehl am Platz.
      8 1 Melden
    • R&B 13.10.2015 12:38
      Highlight @Dred: Grundsätzlich ja, aber nicht in diesem Fall. Watson ist der einzige News-Anbieter, der sich traut, die Wahrheit über die SVP zu schreiben. Das ist bitter nötig, denn fast 30% der Stimmenden lassen sich von dieser Partei belügen, betrügen und gegen unschuldige Minderheiten aufhetzen. Jemand muss die hässliche Fratze der SVP zeigen, damit andere Parteien wieder Gehör finden.
      11 9 Melden
    • Kastigator 13.10.2015 12:40
      Highlight Da hingegen gehe ich einig mit dir.
      4 4 Melden
    • Datsyuk * 13.10.2015 12:55
      Highlight Balikc, ich stimme dir zu. Aber: Dred ist wohl Wähler, nur nicht SVP-Wähler..
      2 2 Melden
    • Dred 13.10.2015 12:57
      Highlight @DenkeZuerst Ich weiss einfach nicht ob die "Wahrheit" in so vielen Artikeln zu schreiben am Ende nicht ein Schuss ins' eigene Bein ist... Damit andere Parteien Gehör finden, muss man über andere Parteien schreiben!
      4 0 Melden
    • R&B 13.10.2015 18:53
      Highlight Ich weiss, was du meinst. Die andere Art der Berichterstattung über die Politik-Szene hat in den letzten 12 Jahre leider nichts gebracht, um dem Leser aufzuzeigen, wer welche Politik macht. Die Lügerei der SVP muss wohl wirklich unverblümt entlarvt werden und dies immer wieder bis es allen klar wird.
      4 1 Melden
    • Balikc 13.10.2015 22:08
      Highlight @Datsyuk: Schön, dass Du glaubst für andere schreiben zu müssen, die Bemerkung war wohl im Bezug deutlich genug.
      @Dred: Da stimme ich allerdings zu! Die SVP schafft es einmal mehr den Diskurs zu bestimmen (zu Lasten der Finazschwächeren und der Sachpolitik).
      2 0 Melden
    • Datsyuk * 13.10.2015 22:57
      Highlight Sorry, das habe ich falsch verstanden.
      1 0 Melden
  • rittiner gomez 13.10.2015 10:12
    Highlight ohne geht es bei watson nicht. schade! es gibt noch andere kandidatinnen und kanditaten.
    9 17 Melden
  • AL:BM 13.10.2015 10:05
    Highlight ...
    12 10 Melden
  • Gelöschter Benutzer 13.10.2015 09:36
    Highlight ...und keine redaktionen die national und ständeräte führen oder prinzipiell keine firmen und konzerne die politik machen und lenken.
    11 0 Melden
  • dracului 13.10.2015 09:14
    Highlight Wie kann man einer Person, die völlig unberechenbar ist, vertrauen? Wenn er jetzt schon völlig unvermittelt die eigenen Parteikollegen angreift, wird er nach den Wahlen nach verlorenen Abstimmungen sich In Artikeln in der Weltwoche auslassen? Köppel ist intelligent, aber auch rückgratlos und in Kombination mit seinem Blatt ist er damit eine "unguided missile" - man weiss nie wo und aus welchem Grund es knallt. Schuster bleib bei deinen Leisten, galt mal auch als Schweizerischer Wert. Mal sehen, ob das Stimmvolk auch auf diesen Scharlatan reinfällt.
    31 10 Melden
  • penpusher 13.10.2015 09:12
    Highlight Ach und schon wieder ist die watson Startseite voller SVP Artikel? Finde es schade, dass man auf watson liest, wie Inhaltslos der diesjährige Wahlkampfgeführt wird, aber gleichzeitig nur über Boulvard Themen wie K.o. Tropfen, 20min Startseite, Wahlkampfsong berichtet. Unter dem Thema "Wahlen 2015" sind von den ersten sieben Artikel sechs (!) SVP-Bashing.
    Zum Glück wähle ich Personen und nicht Parteien, denn wenn man watson liest kennt man nur die SVP...
    31 18 Melden
    • HabbyHab 13.10.2015 10:25
      Highlight Das ist kein SVP-Artikel. Das ist ein Artikel über Köppel, Journalisten und Politiker.
      26 7 Melden
  • Gelöschter Benutzer 13.10.2015 08:24
    Highlight Solange wir ein Milizparlament haben ist es kein Problem wenn Journalisten Parlamentarier sind. Sonst müsste man ja auch diversen Unternehmern (z.B. Spuhler mit Stadler Rail und viele andere mehr) die Vereinbarkeit von Beruf und Parlamentstätigkeit abstreiten. Mit einem Milizparlament werden berufliche Interessen unweigerlich auch zu den eigenen politischen Interessen und werden Kontakte und Informationen aus dem Parlament auch im Beruf verwendet.
    42 15 Melden
    • Balikc 13.10.2015 11:34
      Highlight Bei Journalisten sehe ich auch kein grundsätzliches Problem. Bei Chefredaktoren wird die Sache ab da heikel, wo sie nicht Farbe bekennen. K's Neutralitätsbekundungen sind eine Farce!
      13 4 Melden
    • Angelo C. 13.10.2015 12:11
      Highlight @MaxKlee: Richtig, und mehr gibt es - zumindest im Augenblick - m.E. nicht dazu zu sagen....

      @Balikc : Bei Hansi Voigt wissen wir zumindest, was wir an ihm haben - und wofür er politisch steht 😆!
      6 1 Melden
    • Balikc 13.10.2015 22:13
      Highlight @Angelo C.: ...und dass er nicht für einen Sitz im Parlament kandidiert! o.O

      Die Medien werden oft als "die vierte Gewalt" bezeichnet. Ich sehe das auch so. Und ich sehe die Wichtigkeit der Gewaltentrennung!
      3 0 Melden
  • Pipapo 13.10.2015 08:10
    Highlight 'Dünnes' Artikeli...
    36 43 Melden
    • Nicholas Fliess 13.10.2015 13:19
      Highlight Noch dünneres Kommentärli...
      2 5 Melden
  • Gelöschter Benutzer 13.10.2015 07:33
    Highlight Was sich seit 20 Jahren verändert habe und damit die Doppelrolle nicht mehr zeitgemäss machen soll, wird klamm verschwiegen... Alleine die vielgenannte Begründung "im 21. Jahrhundert " reicht bei weitem nicht.
    17 24 Melden
    • Balikc 13.10.2015 11:37
      Highlight Ich sehe auch im 21. Jahrhundert kein Problem, sobald jemand Farbe bekennt. Aber dauernd sich als neutralen, kritischen Beobachter zu geben und dabei so offensichtlich für die eigene Karriere die Seilschaften am rechten Rand der Politlandschaft (und im Umkreis einer einzigen Partei) zu nutzen, ist schlicht unglaubwürdig!
      11 3 Melden

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