Schweiz

Nationalratswahlen sind zwar erst im Herbst – aber diese Video-Perlen der Kandidaten wollen wir euch nicht vorenthalten

23.07.15, 09:03 23.07.15, 17:32

Bescheidenheit demonstrieren

Maja Riniker (FDP Aargau). YouTube/team-geist.ch

Namen sind Schall und Rauch, das ist bei Nationalratswahlen genauso. Ein alter Politfuchs beherzigt sowieso die Maxime: Tu Gutes und sprich nicht drüber. Seinen eigenen Namen in einem Wahlkampfvideo zu nennen, wirkt egozentrisch und protzig.

Freunde einspannen

Roland Lutz, SVP Schwyz. YouTube/Schwyzer Volksblatt

Wenn Sie dennoch allen auf die Nase binden wollen, dass sie kandidieren, dann laden sie Freunde und Bekannte dazu ein, Sie vorzustellen. So machen Sie elegant bekannt, dass man bei Ihrem Namen sofort an einen Schnaps denkt und Sie generell ein verruckter Siech mit einem falschen Dialekt sind.

Gitarre spielen

Lutz zum zweiten YouTube/Schwyzer Volksblatt

Musik ist ein wichtiges Stilmittel. Noch besser, wenn Sie selber die Klampfe zur Hand nehmen. Dazu nochmals der Lutz: Besonders schön an diesem Beispiel: die Aufnahme aus dem WC. Das demonstriert Offenheit und schafft Nähe zu Ihren potenziellen Wählern. 

Promis einspannen

Dominik Dietrich (SP St.Gallen). YouTube/Dominik Dietrich

Noch besser ist, wenn Ihre Freunde prominent sind. Da spielt es auch keine Rolle, wenn diese nicht in der Schweiz wählen dürfen. Ein Plus auch, wenn diese sich europaweit einen Namen durch die Teilnahme an C-Prominenz-Sendungen gemacht haben und sich für eine Show auch schon mal vor der Kamera ein Tattoo stechen liessen. Ihre Wähler werden garantiert Flugzeuge im Bauch kriegen.

Auf Frauen setzen

Stephan Mumenthaler (FDP Basel-Stadt). YouTube/Stephan Mumenthaler

Der aufgeklärte Mann weiss: Grosses Potenzial liegt bei den weiblichen Wählerstimmen. Zeigen Sie also, dass Sie mit dem anderen Geschlecht umgehen können und besetzen Sie Ihre Statisten mit Frauen! Die Männer holen Sie dann damit ab, dass Sie eine hübsche Sekretärin einbinden, die auch ein bisschen Ausschnitt zeigt. 

Schau mir in die Augen, Kleines

Lösungs-Orientierte Volks-Bewegung Aargau. YouTube/Gerry Michel

Es wirkt im Übrigen grundsätzlich unsympathisch und aufdringlich, wenn Sie in die Kamera blicken. Vielmehr sollten Sie Ihren Blick philosophisch in die Ferne schweifen lassen. Sie sind Visionär, nicht Augenarzt!

So weit die Bewegtbilder von Kandidaten, die sich im Herbst um einen Sitz im Parlament bewerben. Diese Klassiker von Marco Fischer, der sich 2009 ins Luzerner Stadtparlament wählen lassen wollte, darf natürlich nicht fehlen.

Tonlage variieren

Marco Fischer (FDP Luzern). YouTube/bwr 53

Spielen Sie mit der Tonalität ihrer Stimme. Nichts wirkt langweiliger, als ein dröger Monolog. Variieren Sie die Tonlage, dabei dürfen Sie ruhig auch mal die obere Klaviatur bedienen. Auf den Zuhörer wirkt das anregend und es lässt Sie jugendlich wirken. Beachten Sie jedoch bitte, dass sich dieser höfliche Mann mit seinem Video nicht für das nationale Parlament bewarb. Aber ein-zwei Kniffe darf man sich ruhig abschauen. (bro)

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
8Alle Kommentare anzeigen
8
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • Spunk 31.07.2015 13:15
    Highlight Zu dieser Reihe gehören definitiv auch die Videos von Mike Egger, SVP-Nationalratskandidat aus dem Kanton St. Gallen. Für eine gute Ausrüstung hat das Wahlkampf-Budget aber wohl doch nicht mehr gereicht:

    0 0 Melden
    600
  • frankyfourfingers 23.07.2015 16:38
    Highlight hier noch eine etwas ältere perle der Kommunalpolitik; ab 1:45 wird's richtig peinlich.

    0 0 Melden
    • Sabina Sturzenegger 23.07.2015 17:58
      Highlight Wo ist denn das Video? Wolltest du noch was anhängen? ;-)
      2 0 Melden
    • frankyfourfingers 23.07.2015 22:40
      Highlight ah mann, ging irgendwie vergessen und jetzt find ichs nicht mehr ;(
      1 0 Melden
    600
  • themachine 23.07.2015 10:32
    Highlight Also die beiden Videos vom Lutz find ich jetzt gar nicht mal so schlecht. Die anderen Videos sind miserabel. Bei demjenigen der Frau Riniker durfte ich mich wieder mal so richtig hardcoremässig fremdschämen.
    3 1 Melden
    • Sherlock H. 23.07.2015 16:25
      Highlight Immerhin sind die Videos von Riniker und Mumenthaler visuell qualitativer und wirken nicht so, als ob sie im Windows Movie Maker zusammen gebastelt wurden. Aber inhaltlich sind alle... pffff
      5 0 Melden
    • Carsini 23.07.2015 21:15
      Highlight Lieber themachine, die grandiose Watson Recherche hat leider nicht zu Ende recherchiert. Das Video von Frau Riniker ist nur ein Teil. Der erste ist übrigens zu sehen auf ihrer Facebook-Page und die anderen sind noch nicht online. Mann stelle sich vor, es gibt sogar Konzepte.
      1 2 Melden
    600
  • mrmouse 23.07.2015 10:21
    Highlight oh Gott....
    Jetzt habe ich keine Lust mehr wählen zu gehen wenn ich das sehe...
    Gibts noch Politiker mit Ausstrahlung, Hirn und gesundem Menschenverstand? :)
    5 0 Melden
    600

DSI-«Arena»: Ein alter Berner Secondo sagt, wie's ist – und Guts und Amstutz' Abend ist gelaufen

Die zweite «Arena» zur Durchsetzungs-Initiative drohte zu einer nervigen Paragrafenreiterei zu werden. Dann hatte der Star des Abends seinen Auftritt. 

Die Abstimmung über die Durchsetzungs-Initiative findet eine Woche zu spät statt und sollte auf den morgigen Sonntag vorverschoben werden. 

Das ist der vorrangigste Erkenntnisgewinn für den geneigten Zuschauer der gestrigen zweiten «Arena» zur Durchsetzungs-Initiative. Denn weder «Weltwoche»-Vizechef Philipp Gut noch SVP-Nationalrat Adrian Amstutz noch SP-Ständerat Daniel Jositsch noch watson-Mitarbeiter David Kohler alias Knackeboul konnten mit irgendeinem in den letzten Wochen noch …

Artikel lesen