Schweiz

Badewetter in Europa

Badewetter in Europa an Weihnachten – auch in New York wurde ein neuer Temperatur-Rekord verzeichnet

Das Warten auf den Winter geht an Weihnachten weiter. In weiten Teilen Europas ist es viel zu warm, manch einer wagt sogar den Sprung ins Meer. Auch in New York stieg das Thermometer an Heiligabend über 20 Grad.

25.12.15, 14:00 25.12.15, 14:40

Wollmützen, Winterjacken und Handschuhe sind am diesjährigen Weihnachtstag keine gefragten Kleidungsstücke. In der ganzen Schweiz steigen die Temperaturen verbreitet über die Zehn-Grad-Marke. Das Warten auf den Winter geht weiter. Ein Wetterumbruch ist nicht in Sicht.

«Es ist für die Jahreszeit weiterhin viel zu mild», sagt Heinz Maurer von MeteoSchweiz auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Vielerorts kämen die Temperaturen in die Nähe der Rekordwerte vom 25. Dezember 2012. Damals stieg das Thermometer beispielsweise in Basel auf 16,2 Grad. Der Trend am (heutigen) Weihnachtstag geht nun in Richtung 15 Grad.

Absolute Rekordtemperaturen seien auch in Zürich, Genf, Lugano, St.Gallen oder Chur nicht zu erwarten, sagt Maurer. Dennoch werde der 25. Dezember 2015 als aussergewöhnlich warmer Weihnachtstag in die Geschichte eingehen.

Eine Biene bei der Arbeit am 25. Dezember: Diese Aufnahme stammt aus Flanthey im Kanton Wallis. 
Bild: EPA/KEYSTONE

Auch in den Bergen seien die Temperaturen alles andere als eisig. Wetterstationen auf dem Pilatus, Jungfraujoch oder Säntis zeigten viel höhere Temperaturen an, als zu erwarten wäre.

Rekordwarmer Dezember

Die seit November andauernde Wärmephase setzt sich damit auch im Dezember fort. Gemäss den aktuellen Prognosen von MeteoSchweiz bis zum Jahresende wird der diesjährige Dezember als wärmster seit Messbeginn in die Annalen eingehen.

Um durchschnittlich rund 3,5 Grad zu warm war es im letzten Monat des Jahres. Der bisherige Rekord-Dezember im Jahr 1868 werde damit deutlich übertroffen, schreibt der nationale Wetterdienst in seinem Blog. Zusammen mit der Niederschlagsarmut habe die weit überdurchschnittliche Wärme schweizweit zu einer ausgeprägten frühwinterlichen Schneearmut geführt.

In Leysin mussten sich die Touristen gestern mit einem Streifen Kunstschnee begnügen.
Bild: KEYSTONE

Dies manifestiert sich auch im Bulletin des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF). Auf 2500 Metern über Meer liegen nur im Mittelwallis sowie in Teilen von West- und Nordbünden mehr als 50 Zentimeter Schnee. In den übrigen Teilen der Alpen ist die Schneedecke noch weniger dick. Im Süden des Kantons Graubünden wird die Schneehöhe zum Beispiel nur mit 1 bis 20 Zentimeter angegeben.

Frau Holle macht weiterhin Pause

Ein richtiger Wintereinbruch ist weiterhin nicht in Sicht. «Insgesamt geht es in den nächsten Tagen im gleichen Stil weiter», sagt Maurer. In den Bergen könne es sogar noch milder werden – und es bleibe trocken.

Erst gegen Silvester und Neujahr komme das stabile Wetter langsam ins Wanken. «Was das genau heisst, ist aber schwierig zu sagen.» Wo wie viel Schnee fallen werde, lasse sich nicht sagen. Von einem klassischen Wintereinbruch könne aber keine Rede sein. 

22 Grad in New York

Bei einer Reihe von Stürmen und Tornados sind in den USA mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen und Dutzende weitere verletzt worden. Die Unwetter wüteten am Mittwoch in mehreren Bundesstaaten im Südosten der Vereinigten Staaten und hinterliessen eine Spur der Verwüstung, wie Behörden und Medien berichteten.

Ein neuer Wärmerekord wurde indessen in New York erreicht. 22,2 Grad Celsius, so warm war es an Heiligabend noch nie – der bisherige Rekord aus dem Jahr 1996 lag bei 17,2 Grad. In Washington kletterte das Thermometer auf ebenfalls rekordverdächtige 21,5 Grad und in Norfolk in Virginia auf 28 Grad. Die Aufzeichnungen in den Städten an der Ostküste des Landes gehen bis Mitte des 19. Jahrhunderts zurück.

In Washington wie in New York spazierten Touristen in T-Shirts und mit kurzen Ärmeln durch die Strassen oder sassen in Freiluftcafés, ein Jogger verzichtete ganz auf Oberbekleidung. Auch die «New York Times» passte sich dem neuen Klima an, verzichtete auf ihre traditionellen Rezepte und bot auf ihrem Blog stattdessen ein leichtes Menü für «Weihnachten bei 21 Grad» an. (sda/spon/cma)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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19Alle Kommentare anzeigen
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  • supermario1 25.12.2015 21:04
    Highlight Hier ist die Diskussion bez. Klimawandel schon sehr viel hochstehender als auf 20 Minuten. Ich stimme dem zu, Klimaaschutz ist Menschenschutz (8mia), die Evolution selektiert schliesslich den Bestangepassten und ist uns wohlstandsdegenerierten Menschen verloren gegangen (ich inklusive). Möge die am wenigsten egoistisch veranlagten Menschen überleben :-)
    0 0 Melden
  • Rendel 25.12.2015 16:53
    Highlight Ok, verstehe. Du hast nicht nicht gefragt.
    0 0 Melden
    • Rendel 25.12.2015 16:58
      Highlight Das ging an Rhabarber.
      0 0 Melden
  • Tropfnase 25.12.2015 15:44
    Highlight Wen wir in Zukunft diese 10Grad zu viel auch im Sommer haben werden, brauche ich eine Klimaanlage im Schlafzimmer!
    3 0 Melden
    • Rendel 25.12.2015 15:57
      Highlight Und Klimaanlagen im Schlafzimmer werden das Problem noch verschärfen.
      9 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 25.12.2015 16:07
      Highlight Die Zukunft gehört Erdhäusern a la Auenland. Bauen nach Unten wird es sein! Tiefhäuser anstelle von Hochhäusern.
      7 2 Melden
    • Rendel 25.12.2015 16:33
      Highlight Das klingt aber trist, bauen nach unten. Ich brauch Licht zum Leben auch ohne Photosyntese. Ich möchte lieber in einem Hochhaus mit grüner Fassade leben, mit Bäumen auf allen Stockwerken.
      5 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 25.12.2015 16:51
      Highlight Wenn man neue Technologien im Auge hat, weiss man, dass deine Wünsche auch unterirdisch bald kein Problem mehr sein werden. Echtes Sonnenlicht und echte grüne Fassaden und Bäume auf allen Stockwerken. Kein Problem :-)
      1 3 Melden
    • Rendel 25.12.2015 17:04
      Highlight Wenn du mit den einen oder andern Link für unterirdisches Bauen hättest, fänd ich das super. Erdhäuser, wie es sie derzeit gibt, kenn ich schon.

      Ich liebe das Meer, die Berge, die Natur, darum bin ich eben dafür, dass wir uns einsetzen sie zu erhalten. Ich möchte nicht unterirdisch leben müssen.
      3 0 Melden
    • Hackphresse 25.12.2015 18:07
      Highlight Haha Erdhäuser... aka Bunker 😂 genau!!!Erinnert an Kopf in den Sand taktik und an das Institut aus Fallout 4... Neonröhren überall juhu😒

      Wenn dann lieber so wie in Mailand(Bild). Und wenn es dann noch Plus-Energiehäuser sind (was heute nur noch ein "finanzielles" bzw. willenspeoblem ist und kein technisches) noch besser, dann ist Klimaanlage im Schlafzimmer auch kein Problem mehr.

      Pff Erdlöcher echt! Sind wir etwa Murmeltiere oder Maulwürfe?
      3 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 25.12.2015 19:17
      Highlight Ach Hackfresse, wenn man vom momentan allgemeinen Wissensstand ausgeht, hast du schon Recht. Aber wenn man bezüglich wissenschaftlicher Innovationen auf dem Laufenden ist, weiss man, dass in der Zukunft anderes wegweisend sein wird.
      1 0 Melden
  • Rendel 25.12.2015 15:06
    Highlight Ich hab heut einen Schmetterling gesehen. Das ist nicht gut für die Natur und von der hängen wir alle ab.
    7 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 25.12.2015 15:42
      Highlight Wegen des Klimawandels mach ich mir ehrlich gesagt keine Sorgen um die Natur. Der Planet hat schon zigfach Schlimmeres überstanden. Problematisch sind lediglich die Eingriffe unserer Spezies.

      Das Klima war die letzten ca. 2'000 Jahre für diesen Planeten sowieso ungewöhnlich stabil. Wenn es jetzt wieder in Bewegung ist, entspricht das eher der Normalität. Ist aber eben unpraktisch für Menschen.

      6 7 Melden
    • Rendel 25.12.2015 15:51
      Highlight Wir gehören auch zur Natur und viele Spezien werden verschwinden, mit einem Klimawandel. Klar ist das der Lauf der Zeit. Wenn man sich auf den bezieht, braucht man sich um gar nichts zu sorgen.
      2 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 25.12.2015 16:07
      Highlight Wie viele andere Spezies bauen denn noch Atombomben und Kernreaktoren, rotten soviele Tierarten aus wie nicht mehr seit dem Aussterben der Dinosaurier, tragen ganze Berge ab zwecks Rohstoffgewinnung und verseuchen Boden, Luft und den kompletten Wasserkreislauf mit Giften aus Landwirtschaft, Industrie, Chemie und Billigfleischzucht?
      Der Mensch ist in dieser Hinsicht einmalig.
      5 3 Melden
    • Rendel 25.12.2015 16:37
      Highlight Ich mag keine rethorischen Fragen, sie nimmt auch keinen Bezug auf meinen vorherigen Kommentar.
      6 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 25.12.2015 16:50
      Highlight Ich finde den Bezug sogar SEHR direkt.
      1 4 Melden
  • TomC 25.12.2015 14:23
    Highlight Yeah das ist doch super! Grill an, Bier raus und los geht die Party.... Schöne Weihnachten an Alle...
    8 14 Melden
    • simiimi 25.12.2015 15:37
      Highlight Ein Hoch auf den Klimawandel!
      5 2 Melden

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