Schweiz

Wenn es beim Après-Ski mal später wird, kann die Skiausrüstung zur Waffe werden. Bild: KEYSTONE

Warum Ischgl Skischuhe ab 20 Uhr verbietet und die Schweiz nicht nachzieht

Das österreichische Skigebiet Ischgl will ab kommendem Sonntag das Tragen von Skiausrüstung im Ferienort ab 20 Uhr verbieten. Es sei zu laut und zu gefährlich. Schweizer Skigebiete wollen diese Massnahme nicht kommentieren, dafür die Versicherungen.

Publiziert: 22.11.16, 15:57 Aktualisiert: 22.11.16, 17:17

Es klingt nach einem schlechten Scherz: Das beliebte Skigebiet Ischgl in Tirol startet in die Saison mit einem nächtlichen Verbot für Skischuhe. Auch das Tragen von Skiern, Skistöcken und Snowboards soll von 20 Uhr abends bis sechs Uhr morgens untersagt sein, schreibt das Nachrichtenportal «n-tv». Wer gegen die neue Verordnung verstösst, soll im Normalfall mit einer Busse von 25 Euro bestraft werden, maximal ist eine Geldstrafe von 2000 Euro vorgesehen.

Dies sei eine «Reaktion auf Beschwerden von Gästen und Einheimischen zur Eindämmung des übermässigen Lärms», geht aus dem Sitzungsprotokoll des Gemeinderats von Ischgl hervor. Ausserdem komme es häufiger «zu gefährlichen Situationen». Passanten, die Skiausrüstung tragen, hätten diese in der Vergangenheit infolge von übermässigem Alkoholkonsum bei Auseinandersetzungen als Waffe benützt. Weiter seien solche Personen auch eine Gefahr für sich selbst. Ischgl ist in der Schneesport-Szene bekannt für lange und zum Teil ausufernde Après-Ski-Partys.

Manch Twitter-User vermutet eine Verschwörung:

Bei der Schweizerischen Unfallversicherung SUVA sieht man durchaus den Nutzen eines solchen Verbotes. «Wer schon mit Skischuhen unterwegs war, kennt die tückischen Situationen auf vereisten Parkplätzen, glitschigen Treppen, aber auch auf normalen Plattenböden», sagt Mediensprecherin Barbara Senn. «Am Abend kommt je nachdem Alkohol hinzu und kumuliert das Risiko, mit Skischuhen zu stürzen.»

Deshalb schlussfolgert sie: «Das nächtliche Skischuhverbot in Ischgl wird sicherlich einige Unfälle verhindern.» Es sei jedoch eine aussergewöhnliche Massnahme. «Die SUVA selbst setzt lieber auf Sensibilisierung statt Verbote», so Senn weiter.

Verbot kommt wohl kaum in die Schweiz

In den Schweizer Skigebieten findet das Verbot wenig Unterstützung. «Bei uns ist ein solches Verbot kein Thema», sagt Christina Ragettli, Mediensprecherin «Weisse Arena Gruppe», zu watson. «Das Dorfzentrum von Laax ist nicht am gleichen Ort wie die Talstation, welche in Laax-Murschetg liegt, Lärm ist also kein Thema. Ausserdem gibt es keinen besonders ausgeprägten Après-Ski», sagt Ragettli. Die meisten Leute würden zuerst nach Hause und dann erst später am Abend in den Ausgang gehen. 

Auch in Davos – dem Après-Ski-Mekka der Schweiz – sieht man keinen Handlungsbedarf. «In Davos Klosters sind uns keine Probleme im Zusammenhang mit ‹Skischuh-Lärm› bekannt. Unsere Gäste gehen zudem mit Freizeitkleidung und nicht mit der Skibekleidung in den nächtlichen Ausgang», sagt Roger Manser, Marketingleiter der Destination Davos Klosters.

In Laax ist Freestyle angesagt, Après-Ski eher nicht. bild: Gaudenz Danuser

Auch die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) gibt sich zurückhaltend. «Wir haben keine Zahlen zu Unfällen, die im Zusammenhang mit Après-Ski und dem Tragen von Skischuhen und Schneesportausrüstung stehen», sagt Markus Bächler von der bfu. «Deshalb ist uns das auch nicht als Problem bekannt.»

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14 Kommentare anzeigen
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  • Socceroo04 23.11.2016 05:54
    Highlight Doppelmoral hoch zwei ... zuerst Alk verkaufen, bis der Arzt kommt und dann den Leuten irgendwelche dummen Verbote aufs Auge drücken 🙈🙉🙊 und die Argumentation des Gemeinderates ist einfach köstlich
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  • BKOH aka Diin ||*|| 23.11.2016 00:01
    Highlight Und darum bin ich Snowboarder. Alles ein weniger ruhiger als bei den Ski-Rowdies. #yoloflip #mimimi #idontcare
    2 1 Melden
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  • Davide42 22.11.2016 17:57
    Highlight Die suva setzt auf sensibiliesierung statt verbote😂😂😂😂😂
    You made my day
    28 9 Melden
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  • Tower204CH 22.11.2016 17:13
    Highlight So wie Jedes Jahr Ferien Gebucht in Ischgl die Freude ist Riesig. Was sol der Aufstand, in Ischgl ist man viel in Verbindungs Tunnel Unterwegs war zumteil schon gemein gefährlich.
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  • DerHans 22.11.2016 16:54
    Highlight Zuerst Bolgen Plaza nur noch bis 19:00 und jetzt ein Skischuhverbot in Ischgl. Wenn sonst nichts ist, gehts uns ja gut.
    27 10 Melden
    • grumpy_af 22.11.2016 17:36
      Highlight Ja warum versuchen die Sicherheit zu erhöhen? Man sollte nur dort die Sicherheit erhöhen dürfen, wo gerade der grösste Notstand dafür besteht, /s off
      14 17 Melden
    • Bijouxly 22.11.2016 17:48
      Highlight Sie wissen aber schon, dass Ischgl nicht in der Schweiz liegt?
      9 16 Melden
    • DerHans 22.11.2016 18:04
      Highlight Und ich dachte immer Ischgl sei ein Quartier von Zürich🤔 Man könnte meinen ohne Halli Galli und Skischuhe bis um Mitternacht ist das Leben nicht lebenswert.
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  • Triumvir 22.11.2016 16:30
    Highlight Moll super, liebe Ösis, jetzt ist klar, weshalb ein FPÖ'ler Bundespräsident werden kann...Solche braun angehauchte Gesetze machen hoffentlich nicht auch noch in der Schweiz Schule...
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    • DerHans 22.11.2016 16:47
      Highlight Momol eins muss ich ihnen lassen, FPÖ und Nazis mit einem Skischuhverbot in verbindung bringen, zeugt von Kreativität.
      153 1 Melden
    • Triumvir 22.11.2016 18:42
      Highlight @DerHans: Wehret den Anfängen!, kennst du die überhaupt die Geschichte des Nationialsozialismus!? von wegen Gleichschaltung und Bildersturms etc...falls nein, nachsitzen...!
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    • DerHans 22.11.2016 19:27
      Highlight Wow die Gebrüder Grimm würden neben Ihnen wie Schulbuben aussehen! Wie kann man sich selber so einen Mist zusammen dichten? Hat nun jedes Verbot etwas mit Nazis und ihren Gräueltaten zu tun?! Ich hoffe sie essen kein Brot und tragen keine Kleider, denn die Nazis taten das auch. Etwa so abstrus hört sich Ihre Argumentation an.
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  • compuking 22.11.2016 16:23
    Highlight Jetzt wird demnächst auch noch reglementiert wann man eine Jacke anziehen muss (man könnte sich ja erkälten).

    Ganz ehrlich... wir regulieren uns zu Tode...
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  • Sandro Lightwood 22.11.2016 16:21
    Highlight Stossend, wenn man der Dummheit mancher Menschen mit irgendwelchen Verboten einhalt gebieten muss.

    Skifahren an sich führt schon zu erhöhten Unfallgefahr und auch zu mehr Unfällen. Bitte Skifahren sofort unter Busse stellen!
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