Schweiz

Eine Folge des schlechten Euros: Der Zürcher Diogenes-Verlag kann sich im Herbst die Frankfurter Buchmesse nicht mehr leisten

09.04.15, 10:33 09.04.15, 12:18

Der Diogenes-Verlag hat seinen diesjährigen Auftritt an der Frankfurter Buchmesse abgesagt. Alles andere als freiwillig: Die Aufhebung der Euro-Untergrenze zwang das Unternehmen zu dieser «sehr schmerzhaften» Sparmassnahme.

Dass der Verlag, wie die «Aargauer Zeitung» berichtete, auf «Grund laufe», stimme allerdings nicht, betonte Diogenes-Mediensprecherin Ruth Geiger gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Der Verzicht auf die Buchmesse sei die traurige Konsequenz des geringen Sparpotentials des Verlags. 

«Man kann nun mal nicht sparen, wenn man nicht bereit ist, auch auf Schönes zu verzichten», so Geiger. Und sparen ist im Hause Diogenes dringend nötig: Der Euro-Sinkflug hat das Verlagshaus, das 90 Prozent des Umsatzes in Deutschland macht, praktisch über Nacht dazu gezwungen, in allen Bereichen über die Bücher zu gehen.

Martin Suter, einer der Bestsellerautoren von Diogenes. Bild: EPA DPA

Wie Diogenes-Geschäftsleitungsmitglied Stefan Fritsch im Februar gegenüber dem «Börsenblatt des deutschen Buchhandels» sagte, muss der Verlag für 2015 eine einstellige Millionenzahl in Franken einsparen. «Die Stellen unserer Mitarbeiter sind aber nicht in Gefahr», betont Ruth Geiger.

Anstelle des teuren Standes in reduzierter Form an der Buchmesse präsent zu sein, kommt für den Diogenes-Verlag nicht in Frage. «Wir haben uns entschieden: entweder ganz oder gar nicht», sagte Ruth Geiger weiter. 

Immerhin werden die Diogenes-Hardcovers am Stand des Schweizerischen Buchhändler- und Verleger-Verbands SBVV aufliegen. Die Frankfurter Buchmesse 2015 findet vom 14. bis 18. Oktober statt. (sda)

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  • Rodolfo 09.04.2015 11:06
    Highlight Wäre doch sehr interessant zu wissen, was so ein Stand an der Buchmesse kosten kann? Diese Summe fehlt doch zum besseren Verständnis der Absage von Diogenes-Verlag!
    4 0 Melden
  • Explorador 09.04.2015 10:54
    Highlight Schade. Aber will da jemand wieder die Nationalbank für etwas verantwortlich machen? Ich habe den Eindruck, dass die Verlagshäuser die Digitalisierung nach wie vor halbherzig angehen und noch keine zukunftsträchtigen Strategien entwickelt haben. Aussitzen und Wandel bekämpfen ist keine solche Strategie. Die Welt dreht sich weiter. Qualitativer Inhalt wird eher noch wichtiger. Ich denke, dass für Diogenes mehr drin liegen würde in einer digitalisierten Welt.
    4 0 Melden

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