Schweiz

Muss 90 Millionen Dollar Busse bezahlen: Credit Suisse.  Bild: KEYSTONE

Wegen Irreführung mit Neugeld: Credit Suisse in den USA zu Millionenbusse verdonnert

Publiziert: 06.10.16, 00:04 Aktualisiert: 06.10.16, 06:43

Die Credit Suisse ist von der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC zu einer Busse von 90 Millionen Dollar verurteilt worden. Der Grossbank wurde vorgeworfen, in früheren Jahren die eigenen Leitlinien zur Neugelddarstellung im Private Banking nur bedingt eingehalten zu haben.

Durch die Mängel seien die von der Credit Suisse gemachten Angaben zum Nettoneugeld «wesentlich irreführend» gewesen, teilte die Securities and Exchange Commission (SEC) am Mittwochabend mit.

Laut den Aufsehern wurde die Praxis mindestens ab dem vierten Quartal 2011 bis zum vierten Quartal 2012 mangelhaft eingehalten. Die Bank habe die ihr zur Last gelegten Punkte eingeräumt und auch den Umstand, dass man gegen geltende Bundeswertpapiergesetze verstossen habe.

Der Bericht des SEC beleuchtet den Umgang der CS mit den Geldern von vier Kunden in dieser Zeit (Client A bis D). Der namentlich nicht genannte «Kunde B» sei ein Unternehmer, der sein Geschäft im Jahr 2011 für einen Milliardenbetrag verkauft habe. Um den Neugeldausweis insgesamt vorteilhafter darzustellen, habe die Credit Suisse gewisse Gelder dieses Kunden von Custody zu Assets under Management (AuM) umklassifiziert, so die SEC.

Bögli kommt mit Bezahlung davon

Einer zweiten Mitteilung zufolge hat der damalige COO des Private Banking, Rolf Bögli, in diesem Prozess eine entscheidende Rolle gespielt. Bögli habe Mitarbeiter in bestimmten Fällen unter Druck gesetzt, bestimmte Kundenvermögen als AuM zu klassifizieren. Bögli kann seinen Fall mit der Bezahlung von 80'000 Dollar beilegen.

Der Nettoneugeldzufluss stellt im Private Banking eine wichtige Messgrösse bezüglich Attraktivität eines Instituts für reiche Kunden sowie für die künftige Ertragskraft der Bank dar.

Die Klassifizierung des Neugelds oder welche Gelder als AuM gelten, ist dabei aber keine exakte Wissenschaft. Vielmehr stellen die Banken dazu Leitlinien auf, welche bei der Klassifizierung zu Rate gezogen werden sollen. Im Einzelfall obliegt der abschliessende Entscheid, was tatsächlich als Neugeld ausgewiesen wird, dem Management.

In einer Stellungnahme schreibt die CS, sie habe mittlerweile Verbesserungsmassnahmen eingeleitet. Zudem betont die Bank, ihr sei kein absichtliches Fehlverhalten vorgeworfen worden und auch nicht, die Neugeldzahlen falsch ausgewiesen zu haben. Kunden seien zudem nicht zu Schaden gekommen. (sda/awp)

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  • kliby 06.10.2016 08:34
    Highlight schon erstaunlich, dass diese banken in den usa ständig bussen bezahlen müssen, in der schweiz aber nie.
    2 0 Melden
    • Typu 06.10.2016 09:19
      Highlight Ja ist es. Die praxis mit dem falsch deklarieren von neugeld macht die credit suisse nämlich auch in der schweiz. Und ja, ich weiss das.
      1 0 Melden
    • Radiochopf 06.10.2016 09:45
      Highlight @Kliby
      finde ich auch! wieso sollen die nur in der USA betrügen, im Wissen, dass sie dort hohe Strafen zahlen müssen wenn sie erwischt werden??!!

      Ist es aber nicht auch erstaunlich, dass amerikanische Firmen kaum verklagt werden oder Strafen zahlen müssen?
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    • Typu 06.10.2016 12:10
      Highlight Doch. Die werden auch verklagt undmüssen bezahlen. Das kriegt man einfach wenig mit. Fakt ist: unsere aufsicht ist ein wenig zahnschwach und traut sich wenig. Die sec und entsprechende behörden sind da viel agressiver. Was auch gut ist.
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  • rodolofo 06.10.2016 07:52
    Highlight Wieder mal Neuigkeiten unserer "seriösen" (Seriosität = Nadelstreifen-Anzug mit Krawatte) Grossbanken und Stützen der Schweizerischen Art von "Neutralität" (immer auf der Seite des Geldadels, gleichgültig aus welcher Weltenregion dieser stammt)...
    Wie hoch sind dieses Mal die Schmiergeldzahlungen (Bussen) an den US-Amerikanischen Staat?
    Mit seinem vielen Geld kann sich der Banker alles kaufen, ausser der Liebe.
    Die Liebe nämlich ist gratis, aber nur für diejenigen, welche sie verdienen, solche mit Charakter und Rückgrat!
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  • deleted_904825345 06.10.2016 07:15
    Highlight Hibt es nun Bundeswertpapiergesetze, die festlegen, was als AuM klassifiziert wird oder ist es eine Entscheidung des Managements? Wesentlich irreführend und kein absichtliches Verhalten widersprechen sich teilweise. Dass die Bank geständig ist heisst nichts, denn ohne Geständnis käme es zum Prozess, welcher idiotischerweise den Tod jeder international tätigen Bank bedeutet. In dubio pro reo am Arsch...
    4 3 Melden
    • Denk nach 06.10.2016 09:01
      Highlight "Zudem betont die Bank, ihr sei kein absichtliches Fehlverhalten vorgeworfen worden und auch nicht, die Neugeldzahlen falsch ausgewiesen zu haben."

      Eine hohe Busse für einen "Fehler". Vielleicht sollten wir auch beginnen jede Burgerbude in Amerika die Burger mit "Swiss" (Käse) verkauft zu verklagen. Hier liegt auch kein absichtliches Fehlverhalten vor, der Ausweis ist aber völlig falsch, da erstens der Käse nicht aus der Schweiz ist und die Qualität auch keinem Anspruch standhält.
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