Schweiz

Es wird weniger Jobs geben, aber die Anforderungen an die kaufmännischen Angestellten werden steigen. bild: Shutterstock

Digitalisierung bedroht bis zu 100'000 Jobs in der Schweiz

Publiziert: 23.11.16, 13:02

Auf die kaufmännischen Angestellten in der Schweiz kommen grosse Veränderungen zu, wie zwei Studien zu den Trends Offshoring (Auslagerung von Tätigkeiten ins Ausland) und Digitalisierung des Kaufmännischen Verbandes Schweiz zeigen.

Laut der Offshoring-Studie sind 30'000 bis 100'000 Jobs im kaufmännischen Bereich gefährdet. Sie könnten aufgrund der repetitiven Tätigkeiten, dem Kostendruck in gewissen Branchen und globalisierten Unternehmensstrategien ins Ausland verlagert werden, wie Christian Zünd, CEO des Kaufmännischen Verbands in einer Mitteilung erläutert. «Die Anzahl der betroffenen Arbeitsstellen genau vorherzusagen, ist schwierig, da die Digitalisierung das Offshoring verstärkt oder gar ersetzt», so Zünd.

Menschen mit Sozialkompetenzen sind gefragt

Vom Dienstleistungs-Offshoring seien besonders die Bereiche Rechnungswesen, IT, Kundenbetreuung, Personalwesen, Business Management und das Beschaffungswesen betroffen. Die kaufmännischen Tätigkeiten, die in der Schweiz erhalten bleiben, werden sich gemäss der Studie von ausführenden zu koordinierenden, analytischen und strategischen Tätigkeiten entwickeln. Dies fordere von den kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Angestellten neue Kompetenzen.

Die zweite Studie zur Digitalisierung zeigt, dass sich diese auf die gesamte Arbeitswelt und alle Berufsbilder auswirkt. In Bezug auf die kaufmännischen Berufe kommt der Kaufmännische Verband Schweiz zum Schluss, dass sich diese zu Querschnittsfunktionen entwickeln wird, bei denen koordinierende Tätigkeiten immer wichtiger werden.

Routineaufgaben würden zunehmend automatisiert. Neu seien Menschen gefragt, die über hohe Sozialkompetenzen verfügen, mit neuen Technologien und Kunden umgehen können und sich neben einer guten Allgemeinbildung in einem Fachgebiet spezialisiert haben. Die Spezialisierung finde dabei innerhalb von Funktionen und nicht mehr entlang von Branchen statt, da die Bedeutung von Branchen aufgrund der Digitalisierung schwindet.

Festanstellungen könnten abnehmen

Auch werden die Arbeitsverhältnisse dynamischer, heisst es in der Studie weiter. Arbeitnehmende würden zu «Portfolioworkern» und künftig öfter projektbasiert beschäftigt statt fest angestellt. Die Teams würden sich deshalb immer wieder neu zusammensetzen.

«Aufgrund der neuen Wirtschaftsmodelle und Organisationsstrukturen müssen sich kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Angestellte von Sacharbeitenden zunehmend zu Vermittlern und Managern entwickeln, die mit komplexen Aufgaben umgehen und Ideen und Informationen bei verschiedenen Adressaten verständlich machen können», fasst Prof. Dr. Sybille Sachs, Studienverantwortliche und Leiterin des Institutes für Strategisches Management an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich, die Ergebnisse der Studie zusammen. Sie fügt hinzu: «Die Arbeit wird interessant, kreativ, wenig repetitiv, aber auch sehr anspruchsvoll.»

(aargauerzeitung.ch)

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User-Review:
schlitteln - 18.4.2016
Guter Mix zwischen Seriösem und lustigem Geblödel. Schön gibt es Watson.
14 Kommentare anzeigen
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  • Spooky 24.11.2016 05:41
    Highlight Die Allerdümmsten werden überleben und die besten Jobs kriegen, die Intelligenten nicht. Das war schon immer so. Kann man nichts machen.
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  • Homes8 23.11.2016 16:02
    Highlight Wenn die Jobs ins Ausland verlagert werden, kann man sie zukünftig aus dem Ferien-Domizil erledigen. Da spart man sich das dumme hin und her Fliegen.
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  • You will not be able to use your remote control. 23.11.2016 15:25
    Highlight > Kommt die Digitalisierung mit einem Messer?

    > Schade können diese Jobs kein Jiu Jitsu, sonst könnte man die nicht so einfach bedrohen.

    Luddisten lagen schon immer so falsch, dass ihre Aussagen nichts nützen. Anstatt reale Risiken zu thematisieren, verwendet ihr sinnfreie Formulierungen.
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  • @chm 23.11.2016 14:13
    Highlight Der Titel des Artikels ist falsch, die Studien sagen etwas anderes.
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  • Z&Z 23.11.2016 13:41
    Highlight Tja, schimpft mich einen SVP-Wähler, wenn ihr wollt, aber genau solche Artikel sind der Grund, weshalb ich der Meinung bin, die Globalisierung und die freie Marktwirtschaft -> in der heutigen Form <- hat versagt. Ich bin nicht für Kommunismus oder dergleichen, aber es müssen neue Spielregeln für die grossen Firmen her, sie haben zu viel Macht, die Volkswirtschaft betreffend. Im Übrigen zeigt sich auch im Kaufmännischen Bereich, dass Auslagerung von Arbeitsstellen mit Qualitätseinbussen in Zusammenhang steht, also bitte, wenn ein Chef will, dann soll er aber auch mit den Konsequenzen leben.
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    • Silent_Revolution 23.11.2016 14:11
      Highlight Ich kann nicht verstehen, wie du mit deiner Meinung zum Schluss kommst, die SVP zu wählen. Der Übervater hat ja selbst Teile seiner Firma nach Luxembourg ausgelagert um Steuern zu sparen.
      Seine Firma gehört zu jenen mit zu viel Macht.
      Die SP ist innerlich gespalten und Teile davon haben sich längst von der ursprünglichen Idee entfernt. - siehe Levrats "Klassenkampf". Ich verstehe also, dass SP wie auch FDP und CVP mit deiner Sichtweise unwählbar sind, aber die SVP gehört auch hinein.

      Die SVP kämpft garantiert nicht für neue Spielregeln der grossen Firmen oder für den einfachen Arbeiter.
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    • Z&Z 23.11.2016 14:20
      Highlight Bitte verzeih @S_R natürlich hast Du recht, es betrifft nicht nur die SVP. Aber als ehemaliger SVP-Wähler (ist schon einige Jahre her), bin ich persönlich von dieser Partei besonders enttäuscht, deswegen ist sie auch mein primäres Opfer. Ist wie bei den ehemaligen Rauchern, einige sind danach stärkere Anti-Raucher, als die normalen Nichtraucher.
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    • Fabio74 24.11.2016 06:48
      Highlight Wo spielt die SVP eine Rolle? Die Partei fürs Kapital und die Reichen? Die Partei die einen schlanken Staat will?
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    • Silent_Revolution 24.11.2016 15:00
      Highlight Fabio
      Auch der Grossteil der SP hat sich dem Kapital und den Wohlhabenden verschrieben. Das wird leider gerne vergessen, wenn zurecht über die SVP hergezogen wird.

      Die Nähe zur Wirtschaftselite kann im Kapitalismus nicht links sein. Denn unsere Art zu wirtschaften führt zwangsweise zu immer mehr Ungleichheit. Trotzdem machen gerade die ranghöchsten Politiker der SP kein Geheimnis um ihre wirtschaftsfreundliche Haltung.
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  • Stipps 23.11.2016 13:34
    Highlight Gut holen wir Fachkräfte!
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  • Charlie Brown 23.11.2016 13:30
    Highlight Nicht die Digitalisierung sondern das Offshoreing gefärdet die Jobs.
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    • Lowend 23.11.2016 15:38
      Highlight Und wie würde dass das "Offshoring" ohne die Digitalisierung genau funktionieren? Etwa mit der guten, alten Briefpost?
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    • Charlie Brown 23.11.2016 16:25
      Highlight Lohnverarbeitung z.B. kann man auch per Telefax und mit eBanking nach Stand von 1990 offshoren... klar, auch das ist Digitalisierung. Aber das ist nicht neu.

      Mir geht es in erster Linie darum, dass das Kind beim (richtigen) Namen genennt wird. Nicht die Technologie verteufeln. Wenn schon die unüberlegte Anwendung.
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  • Joël 23.11.2016 13:27
    Highlight ... gerade auch im Journalismus. Leider.
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