Schweiz

Zu den Leibspeisen gehört wenig überraschend die Schokolade. Bild: KEYSTONE

20 Franken pro Monat für Schoggi: So isst die Schweiz

Welche Nahrungsmittel wir am liebsten geniessen – und wie viel Geld wir dafür ausgeben. Ein Überblick.

14.07.17, 03:31 14.07.17, 06:49

Anna Wanner / Aargauer Zeitung

Allen Ernährungstrends zum Trotz: Vom veganen Leben sind die Schweizer weit entfernt. Fast 250 Kilogramm Milch, Käse, Joghurt und andere Milcherzeugnisse konsumiert der Durchschnittsbürger pro Jahr, dazu kommen 50 Kilogramm Fleisch und etwa 15 Kilogramm Eier.

Ganz ungesund ernähren sich die Schweizer aber auch nicht. Rund 120 Kilogramm Früchte und 100 Kilogramm Gemüse isst eine Person pro Jahr. Zudem ziehen Schweizer Brot und Pasta (Getreide, 90 kg) den Kartoffeln (40 kg) vor und sie trinken gerne Alkohol, mehr als 90 Liter pro Jahr.

Das sind Schätzungen des Bundesamtes für Statistik (BFS), die auf der Basis von Zahlen des Bauernverbands berechnet wurden.

583 Franken für Essen pro Monat

Ein Schweizer Haushalt, in dem im Schnitt 2,2 Personen leben, gab 2014 jeden Monat gut 583 Franken für Nahrungsmittel aus.

Die Schweiz gehört zu den Ländern, in denen anteilmässig am wenigsten Geld für Essen ausgegeben wird.

Der grösste Brocken davon geht weg für Fleisch (141.85 Franken), für Milch, Käse und Eier (97 Franken) und für Brot, Reis, Pasta und Gebäck (94.50 Franken). Fisch essen die Schweizer hingegen eher selten, dafür geben sie im Monat nur rund 22 Franken aus.

Zu den Leibspeisen gehört wenig überraschend die Schokolade, die pro Monat fast 20 Franken kostet. Unter dem Strich geben Schweizer für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke 6,4 Prozent des Haushaltsbudgets aus. Die Schweiz gehört damit zu den Ländern, in denen anteilmässig am wenigsten Geld für Essen ausgegeben wird.

Die Mehrheit der in der Schweiz verspeisten Nahrungsmittel wird auch hier produziert.

Vergleicht man lediglich die Ausgaben für Konsumgüter (ohne Steuern und Abgaben), wendeten EU-Bürger 2012 im Schnitt 22 Prozent der gesamten Konsumausgaben für Ernährung auf. Die Schweizer rund 10 Prozent.

Import von Grundnahrungsmitteln

Die Mehrheit der in der Schweiz verspeisten Nahrungsmittel wird auch hier produziert. Die Zahl der Nutztiere nimmt seit Jahren zu. Vor allem Hühner, Schweine und Ziegen gibt es mehr.

Hingegen ist die Zahl der Bauernbetriebe seit Jahren rückläufig: Während das BFS 2015 53'232 Betriebe zählte, waren es 2016 noch 52'263. Seit zehn Jahren schrumpft die Zahl der Höfe um jährlich 1,8 Prozent. Jene, die weiterhin produzieren, werden in der Tendenz grösser. Das heisst, sie bewirtschaften mehr Land und halten mehr Tiere.

Obwohl die hiesigen Bauern fleissig Kartoffeln und Getreide anbauen, importiert die Schweiz grosse Mengen von Grundnahrungsmitteln: 2016 führten die Schweizer gemäss Zollverwaltung 119'166 Tonnen Backwaren, 104'284 Tonnen Kartoffeln und 21'451 Tonnen Äpfel, Birnen und Quitten ein.

Gleichzeitig hat sich das Essverhalten in den letzten Jahrzehnten stark verändert. So gibt es nicht nur eine viel grössere Auswahl an Lebensmitteln, die meisten stehen in den Läden verpackt im Kühlregal.

Die Auswahl an Früchten und Gemüse hängt nicht mehr von der Saison ab, das Joghurt wählt man nach der Kalorienzahl, und dank Fertiggerichten braucht man heute nicht mal mehr eine Küche zum Kochen – die Mikrowelle reicht.

Schweizer mögen nicht nur den guten alten Gruyère, sie essen auch gerne Mozzarella, Stilton, Camembert und Parmesan – jedenfalls wurden 2016 laut Zollverwaltung 58'200 Tonnen Käse importiert. Gleichzeitig fand Schweizer Käse im Ausland hohen Absatz: 65'993 Tonnen wurden exportiert.

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Brikne, 20.7.2017
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  • Rendel 14.07.2017 16:55
    Highlight Würde mich wunder nehmen woher die Zahlen stammen.
    Für 8.55 (Schokolade hab ich mal abgezogen) würde man dann _täglich_ 600g Früchte und Gemüse, 136g Fleisch 700 g Milchprodukte, 40 g Ei , 346 g Getreideprodukte (inkl. Backwaren) und Kartoffeln, 35g Fisch kaufen können.

    Dann braucht man ja auch noch Öl, Essig, Zucker, Gewürze.

    Irgendwas stimmt da nicht.
    2 0 Melden
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  • helios 14.07.2017 10:08
    Highlight Woher sind die Zahlen? Beziehen sich die Zahlen nur auf das was zuhause gegessen wird, oder insgesamt (inkl. Kantine und Restaurants)?
    4 0 Melden
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  • Robi_27 14.07.2017 07:37
    Highlight Da wird jawohl die Schokolade, die Touristen kaufen miteinberechnet? War gestern im Coop, zwei Asiaten vor mir haben je ein ganzes Körbli voll Schokolade gekauft :D http://,,
    4 0 Melden
    • gen 14.07.2017 11:41
      Highlight Sorry aber ich alleine komme pro Jahr auf über 550 Kg!
      0 3 Melden
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  • Simon 14.07.2017 05:52
    Highlight Habe nachem ersten Satz aufgehört zu lesen. Milchprodukte, Fleisch und Eier sind nicht per se ungesund nur weil im Moment alle die dazu gehören wollen auf laktoseintolerant usw sind. Kann meine Augen gar nicht so weit rollen wie ich das möchte.
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    • Kate Fallet 14.07.2017 06:59
      Highlight 😂
      12 2 Melden
    • Lagertha 14.07.2017 07:52
      Highlight Wobei eine richtige Laktoseintoleranz echt Mist ist. Die Schmerzen, wenn du doch mal "normale"Milch erwischst, die wünsch ich meinem ärgsten Feind nicht. Insofern bin ich froh, dass es dort nun mehr Produkte zur Auswahl gibt. Aber wenn man Laktose (oder auch Gluten) verträgt, dann versteh ich schon nicht, wie man freiwillig mehr Geld ausgeben kann für etwas, das keinerlei Nutzen bringt.
      8 0 Melden
    • AL:BM 14.07.2017 08:44
      Highlight Habe das selbe gedacht. Beim Augenrollen hätte sich um ein Haar mein Sehnerv verknotet.
      3 1 Melden
    • Deathinteresse 14.07.2017 16:26
      Highlight http://www.whatthehealthfilm.com
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    • Rendel 14.07.2017 17:30
      Highlight Echte Milchallergie ist eher selten. Erdnüsse können starke Allergiker tatsächlich umbringen, auch in Spuren.
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  • SVARTGARD 14.07.2017 05:14
    Highlight So frisst die Schweiz.😂
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