Schweiz

Noser und sein Weichkäse. bild screenshot srf

Kuhfladen, Gejammere und FDP-Nosers Käse-Show – das war die «Arena» zum Thema Bauern

Vergolden wir unsere Bauern? Oder braucht es die staatliche Unterstützung, um die Landwirte zu schützen? Darüber streiten in der «Arena» vier Politiker, oder besser gesagt zwei: CVP-Nationalrat Markus Ritter beklagt sich lautstark über die Zustände und FDP-Ständerat Ruedi Noser schiesst permanent gegen den Bauernverband.

Publiziert: 25.11.16, 23:54 Aktualisiert: 26.11.16, 15:30

Es gibt einen Witz, der geht so: Warum tragen Bauernkinder immer zu kleine Schuhe?

Damit sie früh lernen, zu jammern.

Auf dieses Klischee kommen «Arena»-Gäste an diesem Freitag immer wieder zu sprechen, besonders die Bauernvertreter selber, die an dieser Unterstellung offenbar schwer zu nagen haben und für die klar ist, dass es den Schweizer Bauern tatsächlich sehr schlecht gehe, und deshalb die Privilegien und Entschädigungen durch den Bund nicht nur angemessen, sondern zu tief seien, was die Gegenseite natürlich genau anders sieht.

«Wir jammern nicht!»

Video: streamable

Auf diesen Standpunkten beharrend bestreiten die «Arena»-Gäste Markus Ritter (CVP), Ruedi Noser (FDP), Werner Salzmann (SVP) und Barbara Gysi (SP) die Aufwärmrunde für die Wintersession, die am Montag beginnt und in der vier Geschäfte diskutiert werden, die den Bauernstand betreffen. Während Gysi und Salzmann dabei zu Randfiguren verkommen, meistern Ritter und Noser das Test-Ringen mit Bravour, wobei Ritter das Nachsehen hat.

Also, wie schlecht geht es den Bauern?

Sehr schlecht, finden Salzmann («es gibt Suizide, weil die Bauern verzweifelt sind») und Sybille Gutknecht, eine Bäuerin aus dem Publikum, die 70 Prozent arbeitet, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, und gern mal mit Gysi oder Noser tauschen würde. Dieser findet, dem Bauernstand täte etwas weniger Schutz gut, mehr Freiheiten, mehr Gedanken, «vielleicht wäre es tatsächlich gut, wenn mal jemand Neues auf ihren Hof käme»?

Mit dieser zur Schau gestellten Nonchalance tut sich Noser zunächst keinen Gefallen, als er dann aber bei der nächsten Gelegenheit die tiefen Löhne durch die Milchpreispolitik des Bauernverbandes erklärt, sitzt sein Votum. Es würden die Verarbeiter gestützt, nicht die Bauern, sagt Noser. Und diese Pervertierung des Systems sei der Grund für die Einkommen.

«Der Bauernverband hat hohe Interessen bei den Verarbeitern.»

Video: streamable

Die Diskussion um die tiefen Bauernlöhne (durchschnittlich 3480 Franken pro Monat für eine Arbeitskraft auf dem Bauernhof) wird von Christian Hofer, Vizedirektor vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) und heute als Experte in der «Arena», erhellend beendet. Die Schere zwischen den Vergleichslöhnen und den Bauernlöhnen sei kleiner geworden, viele Bauern hätten stark mehr verdient, aber ja, ein Viertel der Landwirte trete an Ort, das müsse man sagen.

«Die Bauern verdienen mehr.»

Video: streamable

Also gehe es den Bauern doch besser, schliesst Moderator Mario Grossniklaus, und an Ritter gerichtet: «Jammert ihr auf hohem Niveau?»

Auf diese Frage verfärbt sich Markus Ritters Gesicht rosa, seine Stimme steigt um mindestens eine Terz. Investieren sei für Bauern einfach nicht möglich, das habe nichts mit Jammern zu tun, ruft Ritter, und hält eine Grafik in die Kamera, die der Zuschauer zwar nicht lesen kann, die aber zeigen soll, dass dem Bund die soziale Wohlfahrt wichtiger sei als die Landwirtschaft (was Gysi ganz in Ordnung findet, schliesslich wolle der Bauernverband immer überall kürzen, auch in Bereichen, die viel mehr Niedrigverdiener beträfen. Nun müsse man halt mal bei den Direktzahlungen über die Bücher, Entschädigungen aber für sauber gestapelte Kuhfladen seien schon okay.).

«Investieren ist nicht möglich.»

Video: streamable

Ritter gerät auf jeden Fall in einen Streit mit Noser, der auch etwas in die Kamera hält, und zwar einen runden Weichkäse. Es sei ja wohl klar, dass der Bergbauer nicht ohne Direktzahlungen leben könne, darüber müsse man hier nicht diskutieren, aber es gebe nun mal grosse Unterschiede. Die Schweiz müsse den Mut haben, die Landwirtschaft zweizuteilen, in wettbewerbsmässiges Produzieren und Hochspezialisierung.

Dazu müsse es weniger Abhängigkeit vom Bund und mehr Wettbewerbsfähigkeit geben, sagt Noser, und schwenkt wieder einen Käse vor der Kamera herum, dieses Mal ist es ein Hartkäse. Der Käse zum Beispiel sei marktfähig, doch das System sei zu träge, es sei zu wenig Innovation da.

Noser kriegt dafür Unterstützung von BLW-Hofer, der sagt, die Agrarpolitik, die das Parlament beschlossen habe, sei erfolgreich umgesetzt worden, die müsse man nicht in den Dreck ziehen, und die Wettbewerbsfähigkeit müsse weiter gestärkt werden, weil man auch glaube, dass die Landwirtschaft dort ein grosses Potenzial habe. 

«Eine enorme Vielfalt an Käse!»

Video: streamable

Nach einem weiteren Seitenhieb Nosers gegen den Bauernverband (er wisse genau, sagt Noser zu Ritter, dass zwei der vier grossen industriellen Milchverarbeiter (die den Milchpreis drücken) den Bauern gehören würden) lenkt Moderator Grossniklaus die Debatte auf die Kulturland-Initiative. Diese hält Gysi für totalen Käse, ein «Verfassungsartikel für die Galerie» sei das. 

Darauf hält Ritter noch ein flammendes Plädoyer für die Rettung des Bauernstandes, es brauche mehr Schutz, Betriebe gingen verloren, Nachkommen blieben aus, «wer soll denn unser Land erhalten?», krächzt Ritter.

«Wir haben ganz grosse Chancen.»

Video: streamable

Doch für diese Rede kriegt er von Gysi und Noser gleich doppelt aufs Dach, Wirtschafts-Vertreter Noser findet, die Bauern hätten ganz grosse Chancen, aber würden sie nicht nutzen. Gysi fügt an, die Bauern sollen nicht so scheinheilig auf Heimatschutz machen, die Traktoren würden ja auch nicht mit Schweizer Benzin fahren, die Landwirtschaft sei längst globalisiert. Zudem habe auch die heutige Debatte die Frage nicht beantwortet, warum die Bauern mehr Direktzahlungen bräuchten.

Daraufhin zieht Ritter verzweifelt die Stirnfalten zusammen und Moderator Grossniklaus beendet die Bauern-«Arena.»

So sehen erzürnte Bauern aus!

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  • stamm 29.11.2016 23:01
    Highlight Ich finde schon auch, dass Bauern zuviel jammern. Wenn mein Betrieb nicht so läuft, wie gewünscht, dann bin ich daran selber schuld. Dann muss ich den Hof verkaufen, oder Teilzeit irgendwo arbeiten. Das ist bei jedem Selbstständigen so. Und Bauer zu sein, sucht man sich auch selber aus, das ist bei anderen Berufen ebenfalls so. Bauern haben auch Privilegien: Staatsuntestützung und Lohndumping. In welchen Berufen sonst arbeiten Polen so günstig?
    0 0 Melden
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  • Rim 26.11.2016 13:23
    Highlight Das "Votum" der Bäuerin zeigte , woran es vielen Bauern wirklich mangelt: An Verstand, dem Unvermögen über den Gartenhag zu schauen. Sie glauben zudem sie seinen eine besonders schützenswerte "Spezies". 1. Der Hinweis, dass Bauern sich umbringen, weil sie existenzielle Sorgen hätten, war zum k....primitiv. Es gibt viele Menschen, die sich aus existenziellen Sorgen das Leben nehmen. Die Frau denkt wohl, bei einem Bauern sei das tragischer als bei einem Nichtbauern?! 2. Wer mit seinem Job das Leben nicht bestreiten kann, soll sich gefälligst (wie alle andern auch) umschulen!
    49 8 Melden
    • Skip Bo 26.11.2016 20:46
      Highlight Bin ü50 habe mehrere Bewerbungsschreiben hinter mir, erfolglos. Ich werde nicht mehr aus dem Hamsterrad rauskönnen. Zum Glück hat mein potentioneller Hofnachfolger einen anderen Berufswunsch, ich werde also nicht einen gesunden Betrieb übergeben müssen. Mit den DZ und dem Eigenkapitalsverzehr werde ich bis zur Pension über die Runden kommen.
      3 0 Melden
    • Lami23 27.11.2016 02:19
      Highlight Das denkt die Frau wahrscheinlich nicht. Aber wenn das deine Interpretation ist...
      3 1 Melden
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  • Scenario 26.11.2016 13:10
    Highlight Es braucht in der Schweiz eine Kosolidierung der Bauernhöfe. Es funktioniert leider einfach nicht mehr mit dem kleinen Hof. Auch müssen inovative Ideen in die Landwirtschaft eingebracht werde. Anstatt Rinder, soll ein Teil der Bauern Shrimps züchten etc. Es gibt unzählige "Grundnahrungsmittel", die die Detailhändnler importieren, da in der Schweiz zu wenig, oder garnicht produziert wird.
    Es ist einfach falsch, dass so stark subentioniert wird und die Bauern müssen auch mal Verantwortung tragen, wie der Rest der Schweizer Bevölkerung.
    30 7 Melden
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  • Radesch 26.11.2016 12:31
    Highlight War eine interessante Arena, ich hatte das Glück als Zuschauer dabei zu sein. Meiner Meinung nach, sollte man Bauern schon unterstützen, aber dieses Mass an Lobbying ist einfach übertrieben (3% der Jobs, mehr 10% der Regierung).
    Wenn ich als Software-Entwickler eine Firma aufmache, kriege ich auch keine "Direktzahlungen".

    Die Haltung, dass bei allem gespart wird ausser bei den Bauern, ist für mich ein weiteres Argument für die nicht Wählbarkeit der SVP.
    51 8 Melden
    • rodolofo 26.11.2016 15:15
      Highlight Der Bauer ist eine Art Urform von "Regierung".
      Er lenkt das Zusammenspiel von Menschen, Tieren und Pflanzen, im Einklang mit den Naturkräften und den Jahreszeiten.
      Will ein Bauer auf Dauer Erfolg haben und eine gute Ernte einfahren, muss er die Bodenfruchtbarkeit erhalten, sehr viel wissen und mit Maschinen und Technologie umgehen können.
      Sowohl als brutaler Kleinherrscher, als auch als versoffener Beizengänger, oder als lascher Hippy wird ein Bauer scheitern.
      (Bio-)Bauern aber, die liebevoll und väterlich/mütterlich sind, eignen sich sehr gut für die Politik, SVP-Grobiane hingegen gar nicht!
      10 9 Melden
    • Radesch 26.11.2016 18:47
      Highlight Es geht doch nicht an, dass eine Berufsgruppen welche gerade mal 3% der Jobs stellt mit 10% in der Regierung vertreten ist. Das ist schlicht unlogisch. Das ist der Punkt.
      12 4 Melden
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  • bibabo223 26.11.2016 11:37
    Highlight "krächzt Ritter" - könnte passender nicht ausgedrückt werden 😂
    36 8 Melden
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  • Die Super-Schweizer 26.11.2016 10:57
    Highlight In der Schweiz wird mehr Geld in eine Milchkuh investiert als in ein Schulkind. SVP sei Dank!
    81 19 Melden
    • rodolofo 26.11.2016 15:07
      Highlight Du solltest nicht Schulkinder und Milchkühe gegeneinander ausspielen!
      Auf den Bauernhöfen, wo ich arbeite hat es sowohl sehr viele Schulkinder, als auch Milchkühe (auf dem Einen).
      Ohne Kinder wäre es langweilig und trostlos, und wenn ich in die grossen Augen der Milchkühe schaue, dann ertrinke ich beinahe in einem tiefblauen Meer meditativer Ruhe.
      Beide Arten von Geschöpfen sind wunderbar und haben unsere ganze Liebe und Aufmerksamkeit verdient!
      16 15 Melden
    • Jol Bear 26.11.2016 23:08
      Highlight Darum gibt es doch an manchen Schulen jährlich den Anlass "Pausenmilch" oder "Tag der Milch". Damit wir lernen, dass es Kühe UND Schüler braucht. Allerdings wäre auch mal ein "Tag der Sau" in Erwägung zu ziehen, z.B. Mit einem "Znüni-Kotelett", die armen Schweinchen fristen sowieso ein ziemliches Schattendasein...
      2 1 Melden
    600
  • Hierundjetzt 26.11.2016 10:25
    Highlight Der prägende Satz des Abends kam von Noser:

    Man kann nur Bauer sein (Hof haben) wenn man Bauer ist, weil die Bauern das so wollen.

    Tja ätschibätsch. Jede Branche in der Schweiz ist durchlässig, profitiert vom Wissen anderer Branchen und oooh Wunder, es geht dann auch ohne 40'000.- / Jahr Steuergelder.

    Und, die lustige "Bäuerin": wenn ich 3,5 Tage (70%) extern arbeiten muss, damit mein Unternehmen läuft, dann bin ich de facto konkurs. Mal ehrlich sein, hm?

    Ich kann mit teilweiser Marktabschottung leben, das sehe ich sehr wohl ein. Nicht aber, das Bauern reine Kantonsangestellte sind.
    49 8 Melden
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  • Töfflifahrer 26.11.2016 10:18
    Highlight Das Problem ist wohl auch, dass man Gross-, Klein-, Flachland- und Bergbauern in einen Topf wirft. Bei den Klein- und Bergbauern sieht es tlw. schon nicht gut aus. Die Grossbauern sollen bitte einfach ruhig sein!
    Ich bin bei denSubventionen für eine Separierung der Unterstützungen in diesen Kategorien.
    76 3 Melden
    • BoomBap 26.11.2016 10:48
      Highlight Auf den Punkt gebracht!
      29 2 Melden
    • AdiB 26.11.2016 11:28
      Highlight Sag ich auch schon lange. Die bergbauern können ja nicht mal richtig von den sibventionen leben. Da der hof oft klein ist und auch wenig land zur bewirtschaftubg da ist. Bekommen sie weniger vom staat. Das system ist doch unfair. Um so grösser der hof und das land um so mehr subventionen. Eigendlich müsste es umgekehrt sein.
      29 3 Melden
    • pachnota 26.11.2016 17:05
      Highlight Die Kleinbauern bekommen mehr als genug.
      2 7 Melden
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  • dracului 26.11.2016 09:42
    Highlight Die mächtigste Lobby der Schweiz verwendet ihren ganzen Konservatismus auf die Beibehaltung des Direktzahlungssystem. Es gibt in der Schweiz viele Trends, welche die Bauern ungenutzt lassen: Lokale Bierbrauer müssen ihr Malz und den Hopfen aus dem Ausland kaufen. Der ganze Veganismus hat Potential, wie vor ein paar Jahren "bio". Und auch Hanf (mit THC) könnte die Meinung vieler ändern. Und die Digitalisierung hilft evtl. den Polen durch eine Maschine zu ersetzen. Eine langsame Veränderung vom Subventionsempfänger und Bauernopfer zum Unternehmer würde den Bauern und der Schweiz gut tun!
    45 5 Melden
    • rodolofo 26.11.2016 13:36
      Highlight Versuche mal als Unternehmer mit einem deutschen- oder Polnischen, Agro-Industriellen Betrieb und seinen Tiefstpreisen zu konkurrieren, oder als Bergbetrieb mit einem Talbetrieb!
      Das geht nicht.
      Da kannst Du noch so unternehmerisch handeln und denken. Am Schluss musst Du 24 h pro Tag krampfen und kommst immer noch auf keinen Grünen Zweig.
      Klar, wenn man die Dinge laufen liesse, dann gäbe es immer weniger Bauern, also auch weniger Nahrungsmittel. Dann würden die Preise wieder steigen, doch die Bauernhöfe wären dann weg...
      9 14 Melden
    600
  • AdiB 26.11.2016 09:12
    Highlight Das mit dem milchpreis ist BWL erstes semester, "angebot und nachfrage". Der milchpreis wäre grösser wenn das angebot kleiner wäre. Den die konzerne sind ja vom bund gezwungen den bauern alles abzukaufen, so sietzen die konzerne oft auf grosse überflüssige milchmengen, sie oft weggeschüttet werden. Wenn die bauern aber die mengen anpassen, sprich das angebot senken, steigt auch der preis. Doch dan gibts keine subventionen für überproduktion und das wollen die bauern auch nicht. Das selbe ist doch auch bei zuckerrüben der fall.
    Die bergbauern sind ein snderes kapitel. Die habens wirklich schwer
    35 12 Melden
    • rodolofo 26.11.2016 10:19
      Highlight Würden die Schweizer Milchbauern das Angebot verknappen, dann bin ich mir fast sicher, dass die Grossverteiler Mittel und Wege finden würden, mit denen sie der "Einheimischen Planwirtschaft" mit spottbilliger Konkurrenz aus dem Ausland "Feuer unter dem Arsch" machen könnten.
      Dann würden Sie sagen: "Leider produziert die Schweizer Landwirtschaft zu wenig und zu teure Milch für unsere Kundschaft!"
      Genau so läuft es bereits bei anderen Warengruppen, bei denen mit billiger Auslandware "ergänzt" wird.
      Alternative: Faire, verlässliche Beziehungen zwischen lokalen Produzenten und lokalen Vermarktern
      23 4 Melden
    • AdiB 26.11.2016 11:05
      Highlight Ja klar besteht das risiko. Doch die grossverteiler werben ja mit einheimischen produkten.
      Z.bsp. coop werbt ja mit "von der region für die region". da meine cousine bei emmi in der entwiklung arbeitet, versicherte sie mir das emmi schon wert drauf legt einheimische produkte zu gebrauchen.
      9 3 Melden
    600
  • Gustav.s 26.11.2016 08:35
    Highlight Zitat: «es gibt Suizide, weil die Bauern verzweifelt sind» Zitat ende.
    Ja dies stimmt, auch ich hatte solche Gedanken bevor ich vor wenigen Jahren, trotz nicht mehr jugendlichem Alters, einen Nebenjob der inzwischen meine Hauptaufgabe ist fand.
    Dies lässt mich nun einiges mit Abstand sehen. Die Bauernlobby sollte nicht mehr Geld zu fordern, dass schlussendlich eh fast nur grosse Betriebe fördert.
    Helft endlich mit beim Aussteigen, helft Kindern damit sie, zumindest als Erstberuf, etwas anderes lernen.
    Durchbrecht dieses ganze....wir müssen weitermachen, der Uropa hat schon usw
    56 4 Melden
    600
  • Bob Alexander 26.11.2016 08:17
    Highlight Wettbewerbsmässiges Produzieren? Was ist das für ein Wettbewerb der deutlich mehr von etwas braucht als die Erde regenerieren kann?! Und was sagt Noser zu unserem übermässigen Nahrungsverbrauch und den zusammenhängenden Gesundheitsproblemen, Energie- Wasser + Ressourcen Verbrauch? Was ist mit dem Tierwohl? Das System an dem Direktzahlungen hängen müsste sich ändern. Freihandelsabkommen haben nur preisliche Vorteile. Ob die Milch aus Osteuropa oder der Bretagne dann am Ende wirklich günstiger kommt, besser für die Umwelt sowohl im Geschmack ist (als die aus der Region) bezweifle ich stark.
    25 21 Melden
    • chleber 26.11.2016 11:14
      Highlight Sie sprechen mir aus der Seele. Wenn Herr Noser von Wettbewerbsfähigkeit spricht, dann will er auch die Strukturen der CH-Landwirtschaft auf EU-Niveau bringen (grössere Betriebe, intensivere Produktion, weniger Tierschutz etc.) Die CH-Landwirtschaft ist sicher nicht perfekt (z.B. im Einsatz von Antibiotika). Mir graut aber vor Lebensmitteln aus dem Ausland, von welchen ich nicht weiss, wie sie produziert wurden.
      8 11 Melden
    600
  • füdli 26.11.2016 08:06
    Highlight wenn jeder selbständigerwebende 40000 im jahr vom staat bekäme gäbe es wohl mehr selbständigerwerbende.
    die würden dann gegen sozialhilfeempfänger wettern, weil dann geld für die dringenden dinge fehlt.
    47 9 Melden
    • Soulrider 26.11.2016 13:54
      Highlight Dann gäbe es aber keine Sozialhilfeempfänger mehr sondern nur noch Selbstständig Erwerbende. Das wäre dann sozusagen der neue Grundlohn ;-)
      13 0 Melden
    600
  • rodolofo 26.11.2016 07:47
    Highlight Was für Innovationen stellt sich Noser denn noch vor? Die Bauern haben bereits alles versucht, vom Selbsternte-Event über das Streichelzoo-Disneyland und überdimensionierte Kürbis-Installationen bis zum Lama-Trekking.
    Gerade das Beispiel Lama-Trekking im Berggebiet zeigt das Dilemma solcher Agro-Tourismus-Innovationen auf:
    Die begeisterten Unterländer kommen genau dann, wenn auch die Heuet stattfinden sollte, nämlich bei Schönwetter.
    Also, die Bauern definieren sich wohl weiterhin über qualitativ hervorragende Lebensmittel, und die KundInnen sollten bereit sein, einen fairen Preis zu bezahlen.
    23 39 Melden
    • wir sind alle menschen 26.11.2016 09:39
      Highlight das faire preise für faire leistung gezahlt werden sollen und müssen, das stimmt, aber wenn der konsument -.20 rappen mehr zahlt, der bauer aber nur -.01 rappen pro liter milch mehr bekommt, stösst genau das dem zahlenden wie saure milch auf.
      hier muss etwas geändert werden!
      33 0 Melden
    • wir sind alle menschen 26.11.2016 09:42
      Highlight genau das selbe wie bei den kleidern aus billigstlohn ländern oder dem beispiel diese woche mut der kinderarbeit in rumänien für die schoggi-eier.
      von dem was der konsument gerne bereit währe mehr zu zahlen versickern 99% in den taschen der zwischenhändler!
      21 1 Melden
    600
  • Angribull2000 26.11.2016 06:47
    Highlight Meine Familie sind Bauern, mein Vater arbeitet 7Tage in der Woche bis 14h/Tag und meine Mutter ca. 50% ca 6h im Tag , im sommer während der Ernte mehr dan sind es auch 100% (14) zudem helfen alle 4 Kinder eigentlich Täglich mit. Die Scheune wurde im Jahr 2000 Erbaut und der Maschinenpark ist relativ "neu" da in den Letzten Paar Jahren mehrere Hundertausend Franken investiert wurden. Der Bauernhof ist also gut ausgerüstet, ohne Subvensionen wäre das nicht möglich! Meiner Mutter wird 1100.- und meinem Vater 3200.- ausbezahlt, dammit muss man leben, aber man kann!
    Danke an alle nicht Bauern <3
    32 15 Melden
    • arpa 26.11.2016 09:33
      Highlight dafür Gebäude, Fahrezeuge und Maschinen für 2 millionen?
      28 3 Melden
    • wir sind alle menschen 26.11.2016 09:47
      Highlight eine frage, damit ich mir diese zahlen genauer vorstellen kann.
      diese 3200.- resp. 1100.-, sind die brutto, sprich miete, kk,steuern, auto, lebenshaltungskosten müssen davon bestritten werden oder sind das netto beträge ohne diese lebensunterhaltskosten?
      18 0 Melden
    • Angribull2000 26.11.2016 11:46
      Highlight Ja dieses Geld ist Brutto
      Von diesen 4300 wird ein Teil zurück an den Betrieb gezahlt(Normaler Mietpreis) da wir beim Betrieb sozusagen zu Miete sind (Haus wurde vom Betrieb gebaut) minus Steuern, Auto, bleibt da nicht mehr viel übrig..
      6 2 Melden
    • Angribull2000 26.11.2016 12:00
      Highlight Zu diesen 2 Millionen, bei einem Bergbauernbetrieb mit ca. 90Tieren muss man gut ausgerüstet sein das man das zu 2. Schafft, und diese Maschinen die man in den Bergen, und den Steilen Hängen braucht, sind Teuer, da sie nur zu sehr geringen Stückzahlen hergestellt werden (hauptsächlich für Östereich und die Schweiz). Zu den Gebäuden, da "nur" eine Scheune (die andere, grössere, ist nur Gepachtet) denke isch ist der Wert deutlich unter 2 Mio.
      6 0 Melden
    600
  • Skip Bo 26.11.2016 06:30
    Highlight Noser sagt die Bauern sollen die Chancen nutzen. Viele solcher Chancen bzw. Projekte werden durch Vorgaben und Bürokratie erstickt. Nosers Aussage wird erst glaubhaft, wenn er sich konkret für Rahmenbedingungen einsetzt welche seine "Chancen" überhaupt ermöglichen.
    14 20 Melden
    600
  • Koboldin 26.11.2016 04:01
    Highlight Ohne mich auf Fakten zu beziehen, welche in der Arena genannt wurden: Das Gejammere der Bauern geht mir langsam aber sicher auf den Sack...
    Sogar als Bauern-Enkelkind sage ich das...
    49 17 Melden
    • Lami23 26.11.2016 11:01
      Highlight Ich habe mich nocht nicht entschieden was mehr nervt, das Gejammere der Bauern oder das Gjammere der anderen die Bauern seien bevorzugt. Den weder sind die Bauern die ärmsten noch machen sie sich mit den erhaltenen Direktzahlungen ein schönes Leben und wirtschaften schlecht.
      Ausnahmen auf beiden Seiten, selbstverständlich.
      12 1 Melden
    • malu 64 26.11.2016 22:50
      Highlight Man sieht ja selber das da etwas schief läuft. Wenn jährlich x tausend Bauern aufhören. Ich bin kein Bauer, habe einen Top Job mit gutem Salär. Als Kind verbrachte ich manchmal meine Ferien auf dem Bauernhof. Das ist harte Arbeit. Das
      können sich manche gar nicht vorstellen.
      Vielleicht sollten einige Kommentatoren
      mal in die Nähe eines Bauernhofs gehen
      und mit den Leuten reden. Durch die günstiger produzierten Produkte aus dem Ausland geraten unsere Bauern unter Druck. Logisch dass wir die kleinen
      Betriebe unterstützen müssen. Es muss
      auch für kleine Betriebe möglich sein zu
      existieren.
      1 1 Melden
    600
  • Bärerklär 26.11.2016 02:47
    Highlight Was mich stört: Im Selbstverständnis die eigenen Produkten unter dem Label "Swissness" verkaufen zu können, haben viele hiesige Landwirte jede Wettbewerbsfähigkeit verloren. Dabei sind unsere Nachbarländer in Sachen Qualität oft keineswegs schlechter - teils mit besserem Umweltschutz und weniger Abgabe von Antibiotika an Nutzvieh.

    Auch in der Schweiz werden immer noch viele landwirtschaftliche Produkte mit fantastischer Qualität hergestellt, aber die staatlichen Subventionen und "Swissness-Ideologie" tragen dazu nicht bei.
    34 4 Melden
    • rodolofo 26.11.2016 09:21
      Highlight Mir geht diese selbstgefällige "Besser aus aui Angere, wüu uss de Schwizz"-Propaganda auch auf den Wecker!
      Ich habe mal hier ganz in der Nähe einen Munimast-Betrieb des Vaters eines Kollegen besucht.
      Die Munis standen dicht gedrängt in einer dunklen Halle auf Spaltenböden und in einem Räumlein sah ich eine Futtermisch-Maschine mit drei Anschlüssen: Einen für Wasser, einen für Milchpulver und einen für Antibiotika...
      Zum Teufel also mit der ganzen Swissness!
      Hingegen: Bio-Knospe Ja gerne!
      Die Bio-Knospe ist ein erstklassiges Label für Lebensmittel-Qualität, so wie Nature et Progrès, oder AIAB.
      32 4 Melden
    600
  • malu 64 26.11.2016 01:48
    Highlight Die grossen Profiteure von den Bauern sind Konzerne wie Emmi und Nestle. Sie kaufen die
    Milch für lächerliche 55.- Rappen ein und machen Riesengewinne Caffe Latte 1 Liter rund
    14.- Franken neben anderen Zutaten. Natürlich muss noch Manpower, Verpackung und Zutaten gerechnet werden. Emmi hat letztes Jahr über 120 Millionen Reingewinn generiert.
    Sollten da nicht diese Grosskonzerne mehr für
    ihre Lieferanten tun? Eine weitere Verantwortung liegt auch beim Steuerzahler.
    Bauern sind unsere Landschaftsgärtner und Sorgen in der Regel für eine grosse Vielfalt. Pro
    Betrieb werden ca. 80'000 eingenommen
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    • Angribull2000 26.11.2016 06:56
      Highlight Das ist genau so, unser betrieb wird ca. 1/3 durch Subvenisonen und ca. 1/3 durch den Milchpreis und 1/3 durch andere (Direktverkauf, Holzverkauf, Vermeitung einer Wohnung, ...) Finanziert (65Rp- Bio) das heisst aber auch das mit enem Milchpreis von 1.30Fr. Der ganze Betrieb ohne Subvenisionen Finanziert werden könnte, wäre mir als Bauer auch lieber...
      Dankt mal darüber nach...
      Danke an alle Steuerzahler das wir ein normales Leben führen können :)
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    • winglet55 26.11.2016 10:29
      Highlight @ Malu64, wem gehört denn Emmi? Ja, klar den Bauern!!
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    • winglet55 27.11.2016 09:24
      Highlight an die Blitzer, mal nachsehen hilft! Emmi gehört dem Innerschweizer Bauernverband!
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  • maettu 26.11.2016 00:59
    Highlight Diese Arena war einfach nur katastrophal schlecht...
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  • michiOW 26.11.2016 00:47
    Highlight Gysi war mit Abstand am Schwächsten. Nosers Argumente waren grundsätzlich nachvollziehbar, Ritter hat es übertrieben. Der SVP-ler hat einfach Ritter nachgeredet.
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    • rodolofo 26.11.2016 07:55
      Highlight Ein militant auftretende Bäuerin aus dem Hintergrund machte Gysidas Angebot, mal die Rollen zu tauschen.
      "Dann werden wir mal sehen, wer tüchtiger ist, die Landfrau, oder die Elitäre Städterin aus der Klasse Politique!" hat sie sich wohl gedacht.
      Doch Gysi spielte das bekannte SVP-Kampfmuster nicht mit und betonte, dass sie auf dem Land aufgewachsen sei und sehr wohl ein Ahnung habe von Landwirtschaft. Ihr gehe es auch nicht darum, den Bauern die staatlichen Ausgleichszahlungen zu kürzen, sondern sie wolle nur darauf aufmerksam machen, dass die gleichen Bauern bei allen Anderen kürzen wollten.
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    • michiOW 26.11.2016 10:38
      Highlight Bitte genau hinhören: Ihre Grosseltern waren Bauern, ihre Eltern nicht. Ich schätze Gysi um die 50 und wenn man damit rechnet, dass ihre Mutter und Grossmutter jeweils mit 25 Gysi und ihre Mutter gobern haben, dann war sie wohl vor mehr als 60 Jahren zuletzt auf dem Hof ihrer Grosseltern.

      In 60 Jahren ändert sich viel.
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  • demokrit 26.11.2016 00:26
    Highlight Jetzt weiss ich, wo der Toni Brunner seine Frisur her hat.
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21 unterschätzte Städte in Osteuropa, die du besuchen solltest, bevor es alle tun

Osteuropa ist touristisch im Kommen und hat weit mehr zu bieten als Prag und Budapest: Zum Beispiel eine dieser 21 Destinationen, die vom allzu grossen Mainstream-Tourismus (bis jetzt noch) verschont geblieben sind.

Die ehemalige bulgarische Hauptstadt Weliko Tarnovo bietet viel Kultur, Museen, eine Festung und Natur. In der Nähe hat es zahlreiche Ausflugsziele von Wasserfällen, Quellen und Klostern bis hin zu verlassenen kommunistischen Bauten und Fabriken, die auch das Urban-Explorer-Herz höher schlagen lassen.

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