Schweiz

«Stellen Sie sich vor, Sie wären Finanzminister» – Schweizer würden bei Bauern sparen

Publiziert: 20.10.16, 10:30 Aktualisiert: 20.10.16, 12:39

Avenir-Suisse-Direktor Peter Grünenfelder Bild: KEYSTONE

«Stellen Sie sich vor, Sie wären Finanzminister. Wo würden Sie sparen?» Diese Frage hat die wirtschaftsliberale Denkfabrik Avenir Suisse 20'000 Schweizerinnen und Schweizern gestellt. Das Ergebnis: Neben der öffentlichen Verwaltung soll vor allem die Landwirtschaft abspecken.

Die Umfrage zeigt gemäss Avenir Suisse, dass die Schweizerinnen und Schweizer mit der heutigen Landwirtschaft nicht zufrieden sind. Die Befragten gaben nämlich an, dass sie bei den Bauern gerne 13 Prozent einsparen würden, ihnen also gerne die Subventionen kürzen möchten.

«Das steht im Gegensatz zur landläufigen Meinung, dass die Schweizer hinter ihren Bauern stehen», sagte Avenir-Suisse-Direktor Peter Grünenfelder am Donnerstag vor den Medien. «Aber das stimmt so nicht.» In der Landwirtschaft sei der finanzpolitische Anstand verloren gegangen, was die Bürger durchaus bemerken würden.

Gemäss Umfrage wollen vor allem politisch links stehende Männer aus städtischen Gebieten bei der Landwirtschaft sparen. Noch lieber als bei den Bauern würden die Schweizerinnen und Schweizer aber in der «öffentlichen Verwaltung» kürzen, wobei aus den Umfrageergebnissen nicht hervorgeht, welche Bereiche damit genau gemeint sind.

23 Prozent weniger würden die Befragten für die öffentliche Verwaltung des Bundes ausgeben. Mehr Geld würden sie hingegen für Bildung, Sicherheit und Gesundheit sprechen, wobei das Gesundheitswesen vor allem den Frauen am Herzen liegt.

Konservative Schweizer

Bei einem allfälligen Defizit des Staatshaushaltes würden über 75 Prozent der Befragten zuerst einmal die Ausgaben kürzen. Nur ein kleiner Teil der Umfrageteilnehmer würde auf eine Steuererhöhung setzen oder die Verschuldung ansteigen lassen. Für Avenir Suisse eine «fiskalpolitisch eher konservative Einstellung».

«Konservativ» ist die Einstellung der Befragten auch gegenüber Instrumenten wie der Schuldenbremse. Die Schuldenbremse verpflichtet den Bund, Einnahmen und Ausgaben längerfristig im Gleichgewicht zu halten. Sie ist seit 2003 in Kraft und gilt für alle Bereiche bis auf die Sozialversicherungen.

Die Renten und Ergänzungsleistungen sind über Gesetze geregelt und unterstehen deshalb nicht dieser Ausgabenbegrenzung. Diese Ausnahme soll auch nicht abgeschafft werden, findet eine Mehrheit der Befragten. Nur 39 Prozent würden eine Schuldenbremse für AHV, IV und Sozialhilfe gutheissen.

49 Prozent sind dagegen, wobei vor allem Befragte ab einem Alter von 55 Jahren Nein dazu sagen. Sie wollen also nicht, dass das Parlament in der Budgetdebatte über die Sozialversicherungen entscheiden kann.

Schuldenbremse für die Renten

Für Avenir Suisse ist dieses Umfrageergebnis eher unerfreulich. «Wir halten eine Schuldenbremse für die Sozialversicherungen für notwendig, denn genau hier droht die Schuldenlast in den kommenden Jahren am grössten zu werden», sagte Grünenfelder.

Es brauche aber wohl noch einen intergenerationellen Diskurs, um in der Bevölkerung den Rückhalt für diese Idee zu finden. Avenir Suisse gehe es primär darum, langfristig Gegensteuer zu geben und eine Schwächung der Schuldenbremse zu vermeiden. «Wir befürchten eine Aufweichung der Finanzdisziplin.» (sda)

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  • Prof. Dr. Dr. D. Trump 21.10.2016 09:47
    Highlight Subventionen in die Wirtschaft, insb. die Landwirtschaft gehören ersatzlos abgeschafft. Sie sind Diebstahl am Bürger.
    Zudem müsste allen Behörden verboten werden, Beratungsmandate extern zu vergeben. Das ist staatsgefährdende Schindluderei.
    11 6 Melden
    • michiOW 22.10.2016 07:58
      Highlight Bei deinem Namen sind solche stupiden Antworten keune Überraschung...
      3 9 Melden
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  • Richu 20.10.2016 19:45
    Highlight Bin überrascht, dass dem Verfasser dieses Artikels nicht einmal bekannt ist, dass das Parlament und nicht der Finanzminister die Subventionskredite für die Landwirte beschliesst.
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  • Ruedi89 20.10.2016 13:16
    Highlight Es gibt ja eigentlich nur 3 Möglichkeiten, den Bauern ein Leben zu ermöglichen. Entweder wie aktuell mit Subventionen in Form von Direktzahlungen, wie früher über Subventionen in Form von garantierten Abnahmepreise oder über richtig hohe Zölle. Letzteres fällt auf grund der ganzen Freihandelsabkommen etc. raus. Also müssen wir halt Subventionen zahlen. Die Leute wollen Kühe sehen beim Wandern aber wie so häufig nichts dafür bezahlen...
    6 12 Melden
    • Prof. Dr. Dr. D. Trump 21.10.2016 09:54
      Highlight Keiner hat einen garantierten Anspruch auf einen existenzsichernden Arbeitsplatz in seinem Wunschberuf.
      Wenn das landwirten sich nicht mehr lohnt, dann soll der Bauer das tun, was jeder andere tun muss, der seinen Job los ist, oder mit seiner Unternehmung Bankrott geht: sich einen neuen Job suchen, bzw. ein besseres Businessmodell finden.
      13 3 Melden
    • michiOW 22.10.2016 08:01
      Highlight Hey Trump
      Ist dir eigentlich bewusst, was für einen Quatsch du hier rauslässt!?

      Die Bauern sind günstige Landschaftsgärtner für den Bund und gleichzeitig eine Versicherung, denn von Geld wird auch im Notfall niemand satt.
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    • Prof. Dr. Dr. D. Trump 22.10.2016 10:01
      Highlight @michi: Pflichtlager wären viel billiger und sicherer. Die CH-Landwirtschaft kann schon lange viel zuwenig, noch nicht einmal die Hälfte der benötigten Nahrungsmittel produzieren.
      Bauern sind keine Landschaftsgärtner. Sie sind Landschaftsverschandler und verdrängen extremst die wilde Natur und verschmuzten sie in gigantiachen Ausmassen (Überdüngung der Seen, Nitrat im Grundwasser, Gifte überall, Verdichtung und Versalzung der Böden).
      Die Biodiversität würde viel höher, wenn Land vergandet werden liesse.
      Übrigens heisst das nicht mehr Bauer sondern neu Subventionsmanager.
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    • michiOW 23.10.2016 10:27
      Highlight 🤔
      Also willst alles verwildern lassen, was nicht unmittelbar in einer Siedlung wächst?

      Du hast wohl so viel Ahnung wie Trump wenn es darum geht, was deine Forderung bei einer Umsetzung für Auswirkungen haben würden.
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    • Ruedi89 24.10.2016 10:52
      Highlight Ich kann nur hoffen, dass Trump ein Troll ist... Diesen Stuss den er hier rauslässt ist anders nicht zu erklären. Land das vergantet, ist im Flachland bestenfalls eine wüste Sache. In den Bergen wirds schnell gefährlich weil die Hänge anfangen zu rutschen. Und auch im Flachland würden viele eingeschleppte Pflanzenarten anfangen zu wuchern. Von der Versorgungssicherheit her ganz zu schweigen. Wenn keine Ahnung, einfach mal Fresse halten...
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  • Skip Bo 20.10.2016 13:03
    Highlight Mich würde aber noch interessieren ob die Befragten gleichzeitig höhere Anforderungen an den Tierschutz und den Umweltschutz befürworten: Mehr Auflagen gegen weniger Direktzahlungen?
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