Schweiz

Hat offenbar etwas richtig gemacht: SNB-Präsident Thomas Jordan. Bild: THOMAS HODEL/REUTERS

Fremdwährung und Gold sei dank: SNB schreibt Gewinn von 28,7 Milliarden Franken

Publiziert: 31.10.16, 07:40 Aktualisiert: 31.10.16, 08:50

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat in den ersten neun Monaten 2016 einen deutlichen Gewinn von 28,7 Mrd. Fr. vorgelegt. Der Löwenanteil entfiel auf den Erfolg auf Fremdwährungen. Die SNB profitierte zudem von einem deutlich höheren Wert ihrer Goldbestände.

Eine starke Höherbewertung des Goldes liess den SNB-Gewinn in den ersten drei Quartalen um 7,5 Mrd. Fr. ansteigen. Gold wurde nämlich per Ende September 2016 zu 41'275 Fr. pro Kilo gehandelt, nachdem es Ende 2015 noch 34'103 Fr. gewesen waren, wie die SNB am Montag mitteilte.

Mitunter für das erfreuliche Quartalsergebnis verantwortlich: Gold. Bild: KEYSTONE

Noch stärker profitierte die SNB von der Entwicklung an den Devisenmärkten: Zins- und Dividendenerträge sowie Kursgewinne auf den Fremdwährungspositionen beliefen sich insgesamt auf 20,3 Mrd. Franken.

Sie setzten sich dabei aus Zinserträgen in der Höhe von 6,2 Mrd. Fr. und aus Dividendenerträgen von 2,4 Mrd. Fr. zusammen. Das allgemein tiefere Zinsniveau sorgte zusätzlich für Kursgewinne von 10,0 Mrd. Fr. auf Zinspapieren und -instrumenten. Vom günstigen Börsenumfeld profitierten zudem die Beteiligungspapiere und -instrumente. Sie trugen 5,1 Mrd. Fr. zum Erfolg bei. Allerdings gab es auch wechselkursbedingte Verluste in Höhe von 3,4 Mrd. Franken.

Dazu kam auch noch ein Gewinn auf den Frankenpositionen von insgesamt 1,3 Mrd Franken. Er setzte sich laut SNB im Wesentlichen aus den seit dem 22. Januar 2015 erhobenen Negativzinsen auf Girokontoguthaben von 1,1 Mrd. sowie aus Kursgewinnen von 121 Mio. und Zinserträgen von 46 Mio. auf den Wertschriften in Franken zusammen.

Keine Rückschlüsse auf das Jahresergebnis

Bereits nach den ersten sechs Monaten hatte die SNB mit 21,3 Mrd. Fr. einen hohen Gewinn ausgewiesen. Vor einem Jahr war im Zeitraum von Januar bis September noch ein Verlust von 33,9 Milliarden Franken angefallen. Im dritten Quartal 2015 war die Nationalbank allerdings mit einem Gewinn von 16,2 Mrd. Fr. wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Die SNB betonte in ihrer aktuellen Mitteilung, dass ihr Ergebnis überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig sei und starke Schwankungen deshalb die Regel seien. Rückschlüsse auf das Jahresergebnis seien daher nur bedingt möglich. (gin/sda)

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  • Der Rückbauer 31.10.2016 08:43
    Highlight Neokapitalistischer Blödsinn: Eine "AG" (haha!), welche einfach "Geld aus dem Nichts sch-affen kann", kann "Verluste" erleiden oder "Gewinne" machen à discrétion", da fällt nicht einmal ein Sack Reis um in China. Zu überlegen wäre schon, ob von den 500 Mia. nicht noch mehr in Sachwerten, also Aktien und Liegenschaften, angelegt werden sollte. Mit dem vielen Kontogeld in EUR unterstützt die SNB ("Wir") ja bekanntlich den maroden Euro und damit die EU-Südstaaten. Der Euro ist eine politische, nicht eine ökonomische Währung, die jederzeit bröckeln oder sogar explodieren kann.
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  • Radesch 31.10.2016 08:37
    Highlight Schön für die SNB. Ich hoffe, dass das Geld nicht nur in Die Boni vom Management fliesst. Am besten wäre es , wenn das Geld nachhaltig in unsere Wirtschaft reinvestiert wird.
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    • Amboss 31.10.2016 08:58
      Highlight Du verstehst aber auch nicht wirklich, was eine Nationalbank ist.
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  • pamayer 31.10.2016 08:16
    Highlight Giesskannenprinzip: das gäbe ca 3'500 für mich.
    Diese Woche ist mal gerettet.
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  • chraebu 31.10.2016 08:15
    Highlight Kommentar zu Thomas Jordan: "Hat offenbar etwas richtig gemacht"

    Danach: "Das Ergebnis der Nationalbank ist überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig."

    Ich weiss jetzt nicht wie extrem er als Chef der SNB den weltweiten Gold-, Devisen- und Kapitalmarkt beeinflussen konnte ;)
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  • Nonsens Ursus 31.10.2016 08:05
    Highlight Die Aufgabe der SNB ist nicht Gewinn zu machen, sondern die Schweizer Wirtschaft zu regulieren und als Ganzes zu fördern. Die SNB kann unter Umständen 10 Milliarden Verlust schreiben und dennoch alles richtig gemacht.
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  • Rampart 31.10.2016 07:57
    Highlight Vielleicht könnte man ja mal die Schulden der IV bei der AHV (12,8 Milliarden, Stand 2015) sanieren?
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    • Wilhelm Dingo 31.10.2016 08:11
      Highlight Nein, die SNB benötigt sehr vil Polster. Stelle Dir vor der Euro zerfällt und die SNB muss die dann anfallenden gewaltigen Verluste ausgleichen.
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    • Rampart 01.11.2016 19:29
      Highlight 40% ihrer ausländischen Währungsallokationen bestehen aus Euro, wovon knapp 70% Staatsanleihen sind. Ich bin der Meinung, dass dies das weitaus grössere Risiko birgt, als die Begleichung einer Inlandsschuld :)
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    • Wilhelm Dingo 02.11.2016 06:25
      Highlight @Rampart: Verstehe ich nicht ganz. Warum ist es relevant ob es sich um eine Inland- oder Auslandschuld handelt? Bei einem Ausfall des Euro wären einfach alle Europositionen verloren.
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