Schweiz

ABZIEHEN: 15 Tipps, damit du für die Steuern nicht das letzte Hemd ausziehen musst

07.03.17, 13:59 21.03.17, 14:15

beni manz / moneyland.ch

Steuern sind ein leidiges Thema. Tatsächlich sind die Steuergesetze in der Schweiz ärgerlich kompliziert. Wer nicht aufpasst, liefert rasch einmal Hunderte von Franken zu viel an den Staat ab.

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Wir haben Dir ein paar ganz legale Tipps zusammengestellt, damit es dieses Mal beim Ausfüllen der Steuererklärung ein bisschen «ringer» geht. Die Tipps gelten, wenn nicht anders vermerkt, sowohl für die kantonalen Einkommenssteuern als auch für die direkten Bundessteuern.

ÖV und Velo

Als Teil deiner Berufsauslagen kannst du deine Fahrkosten bei den Steuern abziehen. Während es beim Auto verschiedene Einschränkungen gibt, kannst du für dein Velo pauschal 700 Franken abziehen. Für den öffentlichen Verkehr zwischen Wohnort und Arbeitsplatz kannst du die effektiven Fahrkosten geltend machen (beim Bund bis maximal 3000 Franken).

Er braucht das Velo nicht nur für den Arbeitsweg: Kurier in Zürich. bild: veloblitz / facebook

Weiterbildungen

Weiterbildungen im Zusammenhang mit dem Beruf sind abzugsfähig (das gilt aber nicht für die erste Ausbildung). Je nach Kanton variiert der Betrag – dieser muss in der Regel nachgewiesen werden. Der Kanton Zürich gewährt eine Pauschale von 500 Franken ohne Nachweis.

Berufsauslagen

Neben Fahrkosten und Weiterbildungen kannst du diverse weitere berufsmässige Ausgaben absetzen, darunter für Verpflegung, Berufskleidung, Werkzeuge, Computer und Fachliteratur. Häufig ist der Abzug entweder effektiv mit Nachweis oder pauschal ohne Nachweis möglich.

«Fachliteratur». bild: imgur

Nebenjob

Zusätzliche Einnahmen durch einen Nebenverdienst musst du zwar auch versteuern. Du kannst aber beim Bund und in vielen Kantonen 20 Prozent des Nebenverdienstes für deine Berufsauslagen pauschal in Abzug bringen (maximal 2400 Franken, danach nur mit Belegen).

gif: giphy

Versicherungen

Je nach Versicherungstyp sind die Prämien abzugsfähig. Prämien von Autoversicherungen und Hausratversicherungen beispielsweise kannst du nicht abziehen, dafür Krankenkassen-, Unfall- und Lebensversicherungsprämien. Die maximalen Abzüge können je nach Kanton und weiteren Faktoren (zum Beispiel mit oder ohne Vorsorge) variieren.

Krankheit und Unfall

Krankheits- und Unfallkosten, die durch die Versicherung nicht gedeckt sind (weil du zum Beispiel eine hohe Krankenkassen-Franchise gewählt hast), kannst du bei den Steuern abziehen. Das gilt übrigens auch für die Kosten von rezeptpflichtigen Brillen, anerkannten Naturheilpraktikern und Zahnärzten.

Allerdings gilt beim Bund und den meisten Kantonen ein Selbstbehalt von 5 Prozent des Netto-Einkommens. In den Kantonen Schwyz und Glarus gibt es einen Selbstbehalt von nur 3 Prozent, in St.Gallen und Wallis von 2 Prozent und im Kanton Baselland sogar gar keinen Selbstbehalt.

Hol dir dein Geld zurück! gif: giphy

Kinder

Für jedes minderjährige Kind kannst du einen Betrag vom Einkommen absetzen. Je nach Kanton variieren aber die Abzugsmöglichkeiten. Auch für volljährige jugendliche Personen gibt es unter bestimmten Voraussetzungen (beispielsweise eine Ausbildung) einen Steuerrabatt. Das gilt auch für Kinderbetreuungen, zum Beispiel in einer Tagesschule.

Säule 3a

Einzahlungen in die gebundene freiwillige Säule 3a kannst du von deinen Einkommenssteuern vollständig in Abzug bringen. Das gilt sowohl für 3a-Sparkonten als auch 3a-Fonds. Dieses Jahr beträgt der maximale Abzug 6768 Franken (mit Pensionskasse) beziehungsweise 20 Prozent des Einkommens (maximal 33’840 Franken, ohne Pensionskasse). 

Pensionskasse

Auch Einkäufe in die Pensionskasse kannst du bei den Steuern in Abzug bringen. Bei der Auszahlung kommt – wie bei der Säule 3a – ein tieferer Steuersatz zur Anwendung. Du solltest natürlich nur dann zusätzlich in deine Pensionskasse einzahlen, wenn du von ihrer Qualität überzeugt bist.

Und dann kannst du dir später ein solches Gefährt kaufen! gif: giphy

Gemeinnützige Spenden

Praktisch: Auch gemeinnützige Spenden kannst du bei den Steuern abziehen, aber in der Regel maximal 20 Prozent des Nettoeinkommens. Grössere Spenden musst du belegen können. Je nach Kanton kann es weitere Unterschiede geben, die bei der Zewo aufgeführt sind. 

Parteispenden

Erstaunlich, aber wahr: Parteispenden und Mitglieder-Beiträge kannst du – unabhängig von der Partei – sowohl beim Bund als auch in deinem Wohnkanton von den Steuern abziehen. Beim Bund beträgt das Maximum 10'100 Franken, auf kantonaler Ebene variiert der Höchstbetrag je nach Kanton.

Dann gibt's wieder tolle Preis für uns am SVP-Jasscup. ;) bild: watson

Schulden

Schuldzinsen kannst du in der Regel abziehen, darunter die Kosten von Privatkrediten, Kreditkarten-Zinsen und Hypothekarzinsen. Nicht abzugsfähig sind aber Leasingkosten und (je nach Kanton) Baukreditzinsen. Für die Abzüge gilt eine Obergrenze von 50'000 Franken plus Vermögenserträge. Wenn du eine Hypothek hast, lohnt sich aus steuerlicher Perspektive in der Regel eine indirekte Amortisation.

Aktien

Dividenden von Aktien musst du als Einkommen versteuern. Das gilt auch für Ausschüttungen aus ETFs. Kursgewinne hingegen sind in der Regel steuerfrei. Ausnahme: Wenn du als «gewerbsmässiger» Wertschriftenhändler eingestuft wirst – wenn du zum Beispiel häufig Aktien kaufst und verkaufst – musst du auch deine Kursgewinne versteuern. Wenn du es genauer wissen möchtest, findest du hier weitere Infos

Das mit den Aktien kann auch nach hinten losgehen. bild: giphy

Steuern vorzeitig einzahlen

Das jetzige Tiefzinsumfeld hat auch die Steuerämter fest im Griff. Trotzdem gibt es noch einige kantonale Steuerbehörden, die für Vorauszahlungen einen besseren Zinssatz als auf Sparkonten anbieten. So offerieren dieses Jahr die Kantone Appenzell Innerrhoden und Glarus noch einen Zinssatz von 1 Prozent bei Steuer-Vorauszahlung, die Kantone Zürich, Uri, Schwyz, Nidwalden und Appenzell Ausserrhoden noch 0.5 Prozent. Umgekehrt darfst du deine Steuern nicht zu spät bezahlen, sonst drohen je nach Kanton Verzugszinsen von bis zu 6 Prozent. Die genauen Zinssätze pro Kanton findest du hier

Steuerprofis fragen

Das Schweizer Steuerwesen ist komplex – die vorgestellten Tipps streifen das Thema nur. Gerade bei einer komplexeren Steuersituation oder im Fall einer veränderten Lebenssituation kann deshalb ein Gang zu einem Steuerberater sinnvoll sein. Diplomierte Experten findest du zum Beispiel bei Expert Suisse oder bei Treuhand Suisse. Für einzelne Fragen kannst du dich natürlich auch an das zuständige Steueramt wenden.

Auch ein «Steuer-Profi», höhö. gif: giphy

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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  • Kugelblitz 08.03.2017 02:34
    Highlight Es nützt einfach nix; als Geringverdiener kannst du so viel Velo, ÖV, Gesundheitskosten etc. abziehen wie das Gesetz erlaubt.....von Säule 3a, Parteispenden, Aktien!!!!!, gemeinnützige Spende an Penner gar nicht zu reden. Du bezahlst Steuern und das nicht zu knapp obwohl du Velo abziehst (inexistent) etc., zu wenig krank, alles berücksichtigst. Solange du einen "mickrigen" Lohnausweis hast musst du bluten. Also....entweder Lohnabhängigkeit oder Selbständigkeit.
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    • Phil14 10.03.2017 21:00
      Highlight dann mach dich doch selbstständig oder beschwere dich nicht...
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  • Tschedai 07.03.2017 21:17
    Highlight "Umgekehrt darfst du deine Steuern nicht zu spät bezahlen, sonst drohen je nach Kanton Verzugszinsen von bis zu 6 Prozent. "

    Falsch, du darfst und zahlst die Verzugszinsen. In vielen Kantonen betragen diese weniger als 4%, ergo der günstigste Kredit, den du in der Schweiz haben kannst.

    Mache ich immer so, wenns grad passt.
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  • Driver7 07.03.2017 16:25
    Highlight 11. ist eine Frechheit und sollte sofort abgeschafft werden! Gleichzeitig müssten alle Parteispenden >50'000 öffentlich publiziert werden. Lobing betreiben und damit noch Steuern sparen.. sorry, geht gar nicht!
    13 11 Melden
    • alessandro 07.03.2017 18:14
      Highlight Willkommen in der schweiz, wo man am milizsystem festhalten will und jeder ständerat de fakto berufspolitiker ist, wo man stolz auf die demokratischen prozesse ist, aber gleichzeitig die parteien als ausverkaufsobjekte zu haben sind.
      12 3 Melden
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  • Christian Mueller (1) 07.03.2017 15:11
    Highlight Was hüpft und kifft? Ein Hänguruh.
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  • o.o 07.03.2017 14:28
    Highlight 16. Nicht Links wählen.
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    • äti 07.03.2017 22:40
      Highlight Gibts eine Alternative?
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    • Fabio74 09.03.2017 08:31
      Highlight Und warum? Lieber rechts und dann finanzieren wir die Geschenke an die Reichen?
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  • Driver7 07.03.2017 14:25
    Highlight vom Blick kopiert.. ? tss tss.. (ok, euer Artikel ist etwas besser!) aber auch hier: leider keine Tricks, sondern nur die Standardabzüge.. die jeder bereits wissen sollte.. übrigens, meine beste Steueroptimierung im 2016: habe mir ein 125ccm Roller gekauft.. Jährliche Betriebskosten entsprechen grob den ÖV Kosten, Steuerabzug jedoch 3'000.- statt 1'000.- !
    24 10 Melden
    • Orlando Alleyway 07.03.2017 15:36
      Highlight Soweit ich informiert bin, darf ich den Roller aber nur verrechnen, wenn ich damit täglich mindestens eine Stunde Zeitersparnis gegenüber den ÖV erzielen kann. Ansonsten darf ich nur die ÖV-Kosten verrechnen.
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    • Driver7 07.03.2017 16:21
      Highlight Fahrzeit ÖV inkl Fussweg: 55min.. Roller: 25min (der Fahrstil ist ja nicht vorgegeben).. somit, erfüllt :-)
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  • Madison Pierce 07.03.2017 14:22
    Highlight 16. Spesen
    Einen Teil des Lohns als Spesen auszahlen lassen. Darauf bezahlt man weder Steuern noch Sozialabgaben. (Der Arbeitgeber auch nicht, weshalb er nichts gegen den Vorschlag haben sollte.) Natürlich kann man so die auswärtige Verpflegung nicht auch noch abziehen.

    Die Höhe der akzeptierten Pauschalspesen ist vom Beruf und Steueramt abhängig. Bei mir wurden 500 Fr./Monat immer akzeptiert. Aber 3000 Fr. Lohn und 2000 Fr. Spesen gehen natürlich nicht.
    9 21 Melden
    • alessandro 07.03.2017 14:59
      Highlight Ich hab das mit meinem treuhändler angeschaut und ausprobiert. Wurde postwendend abgewiesen, resp die nachweise mussten erbracht werden. Wenn es keine spesen sind, kann auch nix abgezogen werden.
      22 0 Melden
    • Wehrli 07.03.2017 15:09
      Highlight 20 / 3 geht?
      0 11 Melden
    • Yelina 07.03.2017 15:55
      Highlight Im schlimmsten Fall fordert sogar die AHV Beiträge vom Arbeitgeber nach, wenn unbelegbare Spesen verdächtig aussehen...
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    • Chili 07.03.2017 21:12
      Highlight @ Madison Pierce
      dafür im alter dem Sozialstaat auf dem Sack liegen, da keine Vermögen an AHV und Pensionskassen Gelder vorhanden ist! Bravo solch ein Einstellungen nenn ich Raubtierkapitalismus !
      12 2 Melden
    • Wehrli 07.03.2017 22:07
      Highlight Chili, wie viel Steuern zahlst du denn an den Staat?
      3 1 Melden
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  • Maett 07.03.2017 14:12
    Highlight Selten wurde ein themenrelevantes Teaserbild gefunden als zu diesem Artikel ;-)
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  • Wehrli 07.03.2017 14:08
    Highlight 16. Nicht deklarieren.
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