Schweiz

Unter der Erde wird es immer wärmer – und das ist nicht die einzige Hiobsbotschaft

06.02.17, 15:18

Der alpine Permafrost erwärmt sich anhaltend weiter, wie die neuesten Daten des Schweizer Permafrostmessnetzes PERMOS zeigen. Die Bedingungen 2016 haben den langjährigen Erwärmungstrend bei den Bodentemperaturen nur wenig abgeschwächt.

Durch anhaltend warme Bedingungen an der Bodenoberfläche erwärmt sich der dauerhaft gefrorene Untergrund (Permafrost) in den Schweizer Alpen immer weiter. Zwar waren die Temperaturen 2016 etwas weniger extrem als 2015, der langjährige Erwärmungstrend des Permafrosts blieb jedoch auch im vergangenen Jahr ungebrochen, wie die Akademien der Wissenschaften Schweiz am Montag mitteilten.

Mit einer Abdeckung wird im Schilthorngebiet in den Berner Alpen versucht, den Permafrost zu sichern. Bild: SCHILTHORNBAHN AG

Etwas abkühlen konnte die Bodenoberfläche durch den späten Schneefall im Winter 2015/2016: Ohne die isolierende Schneedecke konnte der Boden mehr Wärme abgeben, so die Mitteilung. Besonders effektiv war diese Abkühlung demnach im Engadin und auf der Alpensüdseite.

Als dann endlich Schnee fiel, blieb die Schneedecke dank der feuchten Witterung im Frühsommer vielerorts lange erhalten und schützte den Boden vor der sommerlichen Wärme. Besonders im westlichen Teil der Alpen war das der Fall.

Diese Bedingungen führten dazu, dass die mittlere jährliche Temperatur an der Bodenoberfläche rund ein Grad Celsius unter der Durchschnittstemperatur von 2015 lag, und gleichauf mit dem Durchschnitt der letzten 15 Jahre.

Anders sah es jedoch in tieferen Schichten aus: In 10 bis 20 Metern Tiefe erwärmt sich der Permafrost weiter und hat vielerorts neue Höchstwerte seit Beginn der Messreihen vor 10 bis 25 Jahren erreicht. Am Gipfel des Stockhorns bei Zermatt auf 3400 Metern Höhe beispielsweise sei die Bodentemperatur von minus 2,6 Grad im Oktober 2011 auf minus 2,0 Grad im Oktober 2016 gestiegen.

Blockgletscher bewegen sich immer schneller Richtung Tal

Die Erwärmung des Permafrosts zeigt sich auch in der Bewegung der Blockgletscher, also Schuttmassen aus Eis und Gesteinsbrocken. Zwar bewegten sie sich vielerorts in der Schweiz etwas langsamer als 2015, sie kriechen jedoch weiterhin um ein Mehrfaches schneller Richtung Tal als dies noch vor 20 Jahren der Fall war, das heisst mit mehreren Metern pro Jahr, schrieben die Akademien.

Blockgletscher am Bettmerhorn. Bild: ZorkNika/Wikipedia

Ebenfalls weniger extrem als 2015 waren in 2016 die Felsstürze. Allerdings gab es zwischen 8. September und Anfang Oktober doch einige kleine bis mittelgrosse Felsstürze, die auf den ungewöhnlich warmen Herbst und die Jahreszeit zurückgingen: Im September und Oktober taut der Untergrund maximal auf, bis an die Obergrenze des Permafrosts.

Dass auch am Jahresende 2016 trockene Witterung vorherrschte und der Schneefall spät einsetzte, liess dem Boden erneut mehr Zeit, auszukühlen. Langfristig sei jedoch mit weiterhin steigenden Bodentemperaturen zu rechnen, die den Permafrost langsam, aber stetig auftauen lassen, hiess es abschliessend. (meg/sda)

43 Vorher-nachher-Bilder, die zeigen, wie krass sich die Erde verändert hat

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User-Review:
DendoRex, 19.12.2016
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  • The Origin Gra 07.02.2017 08:22
    Highlight :(
    Und was kommt als nächstes?
    Werden wir zur Venus?
    Den wenn der Permafrost taut werden Unmengen Methan abgegeben das den Treibhauseffekt verstärkt was zu mehr Hitze führt... :(
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  • Rendel 06.02.2017 17:59
    Highlight Wenn die Alpen einstürzen bekommen wir in der Schweiz noch Meersicht. In diesem Fall würd ich ja gern darauf verzichten.
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  • atomschlaf 06.02.2017 17:48
    Highlight "Etwas abkühlen konnte die Bodenoberfläche durch den späten Schneefall im Winter 2015/2016: Ohne die isolierende Schneedecke konnte der Boden mehr Wärme abgeben, so die Mitteilung. Besonders effektiv war diese Abkühlung demnach im Engadin und auf der Alpensüdseite."

    Für den laufenden Winter dürfte ziemlich dasselbe gelten.
    7 1 Melden
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  • Hugo Wottaupott 06.02.2017 16:46
    Highlight Gute Sache! Hat man wenigstens schön warm wenn man nicht mehr ist.
    12 15 Melden
    • Triumvir 06.02.2017 18:10
      Highlight Beim Beelzebub hat man es immer schön warm. Das dürfte wohl der Grund sein, weshalb es so viele Sünder und Sünderinnen gibt auf dieser Welt😈
      8 4 Melden
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  • Lowend 06.02.2017 16:28
    Highlight Zum Glück hat die Klimakatastrophe nach Lesart der Bannon-Regierung nie stattgefunden, weil alle Dokumente von den Servern der Regierung gelöscht und die Mitarbeiter der Umweltschutzbehörde mundtot gemacht wurden.
    16 27 Melden
    • Informant 06.02.2017 16:43
      Highlight Welche Klimakatastrophe?
      20 6 Melden
    • Stipps 06.02.2017 16:49
      Highlight We're all doomed!! *kreisch*
      12 18 Melden
    • Toerpe Zwerg 06.02.2017 17:24
      Highlight "Mit dem Perfekt drücken wir aus, dass eine Handlung in der Vergangenheit abgeschlossen wurde."

      Hmmmm @ Lowend, da müsste man Bannon sogar zustimmen.

      *klugscheiss*
      9 1 Melden
    • Lowend 06.02.2017 17:39
      Highlight Man sieht am uninformierten "Informanten", dass die staatliche Bannon-Trump-Zensur offenbar schon wirkt!
      6 13 Melden
    • SemperFi 06.02.2017 21:43
      Highlight Irrtum, Informant war vor Bannon schon so drauf.
      3 1 Melden
    • Informant 06.02.2017 22:58
      Highlight Klima ist Klima. Es gibt weder eine "Klimakatastrophe" noch kann man es schützen. Es ist unglaublich arrogant und dumm zu glauben, wir Menschen könnten es spürbar verändern.
      Wenn ihr in Angst und Sorge leben wollt, bitte schön. Euer Problem.
      Ich versuche unterdessen einigermassen umweltbewusst und nicht verschwenderisch zu leben. Umweltschutz ist wichtig. Klimaschutz gibt es nicht. Er wurde erfunden um Euch ein schlechtes Gewissen zu machen und das Geld aus der Tasche zu ziehen.
      Oder warum werden Flugzeuge nicht CO2 besteuert? Oder Frachtschiffe, die mit dreckigem Schweröl fahren?
      13 11 Melden
    • SemperFi 07.02.2017 09:04
      Highlight @Informant: Es ist unglaublich ignorant und dumm, zu verdrängen, dass der Mensch spürbaren Einfluss auf das Klima hat. Aber wenn man natürlich klüger als die überwiegende Mehrheit der entsprechenden Wissenschafter ist, kann das schon vorkommen. Was kann ich dafür, das die entsprechenden Lobbies dafür sorgen, das der Schwerverkehr so billig ist, das der Flugverkehr nicht besteuert wird und das Dreckschleudern Billigstware aus China bringen. Das sind Verdränger Ihres Schlages, die solches decken.
      5 3 Melden
    • 3fuss 07.02.2017 09:09
      Highlight Wenn die Erde wärmer wird, ist das gut für die Natur und für den Menschen.
      Wir stecken seit Jahrtausenden mitten in einer der regelmässig wiederkehrenden Warmzeiten.
      Nichts aussergewöhnliches passiert gerade. Alles ist gut und wird besser. Freuet Euch und gehet hin in Frieden!
      6 5 Melden
    • Toerpe Zwerg 07.02.2017 11:46
      Highlight Die Menschengemachte Erwärmung des Klimas ist ein Fakt. Ob daraus eine Katastrophe wird, wissen wir nicht. Es ist sicher nicht blöde, es nicht unbedingt rausfinden zu wollen.

      Seien wir aber froh, dass das Klima nicht kälter wird.
      7 1 Melden
    • 3fuss 07.02.2017 13:12
      Highlight @Törpe: Dass die leichte Erwärmung menschengemacht sei, ist nicht bewiesen.
      Selbst das IPCC behauptet nicht, dass sie bewiesen sei. In ihrem Bericht erachtet sie es als wahrscheinlich, dass es so sei.
      Wenn etwas wahrscheinlich der Fall ist, dann ist es gerade so gut vielleicht nicht der Fall.
      Es ist einfach einer dieser wertlosen Orakelsprüche des IPCC.
      Sonnenforscher übrigens prognostizieren deutlich kälteres Klima für die nächsten mind. 30 Jahre, weil die Sonneneinstrahlung aufgrund bekannter Zyklen und festgestellter Vorboten (Sonnenflecken) abnehmen wird.
      1 4 Melden
    • 3fuss 07.02.2017 17:27
      Highlight @Törpe: Noch nicht einmal das IPCC behauptet, dass die gegenwärtige Klimaerwärmung erwiesenermassen menschengemacht sei.
      Bislang gibt es hierfür keinen Beweis.
      Darum spricht das IPCC in diesem Zusammenhang von "wahrscheinlich menschengemacht".
      Das ist ganz klar eine Vermutung, kein Fakt.
      0 4 Melden
    • SemperFi 07.02.2017 20:38
      Highlight @3fuss: Sie stellen das hier dar wie eine Stammtischvermutung. Es steckt aber wirkliche Wissenschaft dahinter. Dass das IPCC von Vermutung spricht, zeigt einfach, dass es sich da um verantwortungsvolle Menschen handelt, die uns nichts vorlügen, wie alle jene, die ohne Beweise behaupten, es gäbe keinen menschgemachten Klimawandel.
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    • Toerpe Zwerg 07.02.2017 21:03
      Highlight Die Daten sind sehr schwierig anders zu interpretieren, der Anstieg der Temp. geschieht zu abrupt. Für mich ist das Fakt.

      Bei den Auswirkungen hingegen stochern sie im Nebel.
      4 0 Melden
    • 3fuss 07.02.2017 23:25
      Highlight @SemperFi: Das finde ich ja auch richtig vom IPCC.
      Dennoch bleibt auch eine wissenschaftlich begründete Vermutung einfach eine Vermutung und wird nicht per Konsens zum Faktum.

      @Toerpe: Deine Vermutung machst Du zu alternativen Fakten, ganz elegant mit der Allzweckformel: "Für mich ist es Fakt". Wie praktisch: Für mich ist das Gegenteil Fakt. Alternate facts welcome!
      Und: Nur weil für Dich andere als Deine Interpretation schwierig sind, ist es noch lange nicht erwiesen, dass andere Interpretationen nicht zutreffen.
      Übrigens, in der Klimageschichte finden sich viel extremere Klimawandel.
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    • Toerpe Zwerg 08.02.2017 00:22
      Highlight Sie sind ein Schwätzer und wenn Sie Modewörter verwenden wollen, stellen Sie wenigstens sicher, das sie deren Bedeutung erfasst haben.

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    • Stipps 08.02.2017 08:03
      Highlight Die Ursache bleibt ungeklärt - leider.

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Ein Klimaforscher erklärt, weshalb er sich über jeden Autofahrer aufregt 

Ich bin sehr froh, gibt es CO2. Die Welt braucht CO2. Ohne CO2 und andere Treibhausgase würde die Durchschnittstemperatur auf der Erde -18° betragen. Das Problem mit dem CO2 ist die Menge. Je mehr sich in der Atmosphäre befindet, desto länger benötigt die Sonnenstrahlung diesen Planeten wieder zu verlassen – und dementsprechend länger erwärmt sie unsere Erde.

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