Schweiz

Odysseus treibt orientierungslos auf dem Meer umher. bild: peter connolly, die welt des odysseus

Verloren auf dem Meer des Unwissens: Rettet den Geschichtsunterricht!

«Alles in der Welt wird durch die Geschichte gerechtfertigt», sagte der russische Schriftsteller Tschechow. Ich glaube, er hat recht. Und genau darum ist sie so unendlich wichtig.

15.06.17, 15:50 16.06.17, 08:42

Wir hatten da so ein Buch zuhause rumliegen. Eins über die Abenteuer des Odysseus. Ich habe es mit etwa sieben Jahren in die Finger gekriegt – inzwischen ist es ganz abgegriffen, Schokoflecken zieren das Trojanische Pferd, und als ich es heute wieder aufschlug, fielen ein paar Krümel eines wohl 24-jährigen Brotes heraus.

Mit den Bildern und Erzählungen dieses Buches begann ich mich in die Geschichte zu verlieben – und dieser Zustand hält bis heute an.

Der Zyklop Polyphem wird von Odysseus geblendet. bild: peter connolly, die welt des odysseus

Die alten Griechen unterschieden nicht zwischen Geschichte, also tatsächlich geschehenen Dingen, und dem Mythos. Eins ging ins andere über. So lesen wir bei Herodot, dass die im 5. vorchristlichen Jahrhundert ausgetragenen Perserkriege (Der Film «300» und so!) eigentlich bereits mit den mythologischen Frauenrauben begonnen hätten. Und als dann Paris die schöne Helena dem spartanischen König Menelaos entriss und nach Troja brachte, war dieser «Besitzverlust» Grund genug, sich an den Trojanern mit einem unerbittlichen Krieg zu rächen.

Der griechische Held Achilles schleift die Leiche seines besiegten Feindes Hektor um die Mauern Trojas. bild: peter connolly, die welt des odysseus

Auch historische Anekdoten sind oft Mythen, winzige, detailverliebte Geschichten innerhalb der Geschichte. Und auch sie sind schuld an meiner ungebrochenen Geschichtsvernarrtheit.

Mein Vater, damals selbst Lehrer, sass unten in der Garage, wohin er zum Pfeifenrauchen verbannt wurde. Ich setzte mich zu ihm und lauschte seinen Erzählungen über Napoleon, dieses «militärische Genie, das bei Waterloo nur Pech hatte (Marschall Grouchy war schuld), der Erschaffer des genialen Code civil, dieser geistig unglaublich bewegliche Mensch, der nebst all seinen Eroberungszügen stets noch seine Geschwister, allen voran seine Mutter, zufriedenstellen musste.»

«Weisst du, dieser clevere Korse zwang den Papst, bei seiner Krönung dabei zu sein. Er wollte den sakralen Segen, aber keinerlei Abhängigkeit von der Kirche. Als dann der Pontifex aus seiner Kutsche stieg, an der Stelle, wo Napoleon es befohlen hatte, stand er kniehoch im Schlamm. Der Papst in seinen feierlichen Gewändern im Dreck! Welch Demütigung!» 

Mein Vater lachte selig.

Nur 15 Jahre nach der Revolution feiert Frankreich seinen neuen Herrscher von Gottes Gnaden: Die Krönung Napoleons in der Notre Dame in Paris 1804. Napoleon (mit Lorbeerkranz) ist dabei, seine Frau Joséphine zu krönen, während Papst Pius VII. (sitzend), aus dessen Händen Napoleon kurz zuvor die Krone riss, die Zeremonie segnet. Gemälde von Jacques-Louis David. bild: wikimedia

Ziemlich sicher ist diese Anekdote fiktiv. Vielleicht hat sie mein Vater irgendwo gelesen. Oder er hat sie selbst erfunden. Jedenfalls entbehrt sie dessen, was wir so hochtrabend Wahrheit nennen. Aber ist das überhaupt von Belang? Drückt die Geschichte am Ende nicht genau das Napoleonische am Wesen dieses Mannes aus? Erzählt sie nicht von einem ziemlich selbstgefälligen Machtmenschen, der mit seiner Schlammaktion den Papst und damit die gesamte Kirche zusätzlich demütigen wollte?

Wo hört die Wahrheit auf und wo beginnt die Erfindung? Und gibt es Wahrheit in der Fiktion? 

«Oft wird ein ganzer Mensch durch eine einzige Handbewegung, ein ganzes Ereignis durch ein einziges Detail schärfer, einprägsamer, wesentlicher charakterisiert als durch die ausführlichste Schilderung.»

Egon Friedell, österreichischer Kulturphilosoph  

Das Bild, mit dem Napoleon Jaques-Louis David beauftragte, ist ebenso vollgemalt mit kleinen Lügen. Die Mutter, im Bild in der Mitte der untersten Zuschauerloge zu sehen, scheint der Zeremonie vorzusitzen. In Wirklichkeit war sie gar nicht anwesend. Sie wollte keine Krönung. Doch sicher wollte Napoleon sie dabei haben.

Selbst die Marmorsäulen im Chorsaal der Notre Dame standen nicht derart tadellos im Raum, wie sie das im Bild tun. Sie waren beschädigt, von Rissen und Bruchlinien übersät. 

Geschichte erfordert einen stets wachsamen, kritischen Kopf, mit dem man gegen solche Fassaden anrennen muss bis sie bröckeln. Und irgendwo im Schutt findet man dann auch ein paar Bruchstücke der Wahrheit. 

Jungen Menschen eine solche Denkfähigkeit beizubringen, liegt in der Verantwortung der Geschichtslehrer. In jüngster Zeit werden allerdings Stimmen laut, die über den «regelrechten Niedergang des Schulfachs» klagen. Mario Andreotti, der 30 Jahre an Kantonsschulen in St.Gallen und Uri unterrichtet hat, gehört dazu. Und auch Caspar Hirschi, Professor für Allgemeine Geschichte an der Uni St.Gallen, findet den geringen Wissensstand von Studenten prekär:

«Ich bin schon froh, wenn alle Studenten wissen, dass die Reformation vor der Französischen Revolution stattgefunden hat.»

Caspar Hirschi, Professor für Allgemeine Geschichte an der Uni St.Gallen in der «NZZ»

Wo wir grad beim Thema sind ...

bild: quickmeme

Was ist in unseren Schulen los?

Vom Bewundern zum Hinterfragen

Im 20. Jahrhundert riss man keine trügerischen Fassaden herunter, um historische Wahrheiten aufzuspüren. Vielmehr baute man sie auf. Der Geschichtsunterricht der Volksschule war vorrangig dazu da, aus den Schülern patriotische Bürger zu formen und die nationale Identität zu stärken. Es wurde nichts hinterfragt, es wurde vor allem bewundert. Da waren die glänzenden Schlachten der Vorfahren, die sagenhafte Gründung der Eidgenossenschaft, all die heroischen Taten, die zur Entstehung der Schweiz geführt hatten. Die Willensnation brauchte einen gemeinsamen Wertehorizont, ganz besonders in Zeiten der Geistigen Landesverteidigung. 

«Das Fach Geschichte war lange in erster Linie ein Gesinnungsfach.»

Peter Gautschi, Professor für Geschichte und Geschichtsdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Luzern gegenüber der «Zeit»

Karl Jauslin, «Schlacht am Morgarten». Bild: morgarten2015.ch

Davon ist heute nicht mehr viel zu spüren. Der schweizerische Geschichtsunterricht hat sich Europa geöffnet, interessiert sich für die ganze Welt und ihre Vergangenheit. Er muss keine staatspolitische Aufgabe mehr erfüllen. «Doch mit dem Rückzug des traditionalistischen Unterrichts verliert die Geschichte in der Schule an Gewicht», schreibt Urs Hafner in der «NZZ».

Vom Hinterfragen zur Oberflächlichkeit

Ein schleichender Stundenabbau des Fachs in Schweizer Volksschulen macht sich tatsächlich bemerkbar, wie eine Nationalfondstudie der Erziehungswissenschafterin Karin Manz zeigt. Und nicht nur das. Geschichte wird in den meisten Kantonen seit zehn Jahren mit anderen Fächern wie Geographie zusammengeworfen. Im Lehrplan 21 heisst das neue Sammelfach «Räume, Zeiten, Gesellschaften» – und meint damit so gut wie alles. Wie aber soll man den Sekundarschülern alles beibringen, wo der kantonale Schnitt für dieses «Konglomeratsmonstrum» bei drei Stunden pro Woche liegt?

Wir haben also zeitliche Einsparungen auf der einen und hehre Ziele auf der anderen Seite. Das Zauberwort des Lehrplans 21 lautet «Kompetenzen». Es werden nicht mehr länger die Inhalte formuliert, die die Lehrer zu vermitteln haben, sondern was die Schüler am Ende wissen und können sollen. Im Pädagogenjargon klingt das so:

«Wissen als Kompetenz wird in einem breiten Sinne verstanden: als direkt nutzbares Verfügungswissen, als Reflexionswissen und als Orientierungswissen. Die dem Lehrplan zugrunde liegende Idee der Kompetenzorientierung bedeutet keine Abkehr von einer tief verstandenen fachlichen Wissens- und Kulturbildung, sondern im Gegenteil deren Verstärkung und Festigung durch ein auf Verständnis, Wissensnutzung und Können hin orientiertes Bildungsverständnis.»
Aus dem Lehrplan 21

bild: flickr

Am Ende dieses Prozesses sollen also selbstständig denkende, kritische Menschen stehen. Sie sollen fähig sein, Mythen zu dekonstruieren, Texte und Quellen zu hinterfragen, sinnvolle Zusammenhänge herzustellen. Kurz, ein historisches Bewusstsein entwickeln. 

An die Stelle der grossen historischen Erzählungen und dem traditionsverpflichteten Geschichtsunterricht ist die Pädagogik getreten:

«Es ist nicht mehr die Fachwissenschaft Geschichte, die den Geschichtsunterricht prägt, sondern die Pädagogik, die die Fragestellungen der Jugendlichen und die gesellschaftlichen Schlüsselprobleme ins Zentrum rückt.»

Peter Gautschi

Das ist nicht schlecht. Nur geht dabei sicher viel verloren. Denn die Fragen der Schüler zu einem bestimmten Sachverhalt können doch überhaupt erst in ihre Köpfe steigen, wenn sie bereits über ein solides Wissen darüber verfügen. Dieses Wissen erfordert Zeit. Die Jugendlichen müssen mit Geschichten, mit Erzählungen konfrontiert werden.

Wie sollen sie sonst gedanklich auf der Metaebene herumturnen können, wenn ihnen die Ebenen nur spärlich bekannt sind? Wie soll das Zwischen-den-Zeilen-Lesen funktionieren, wenn für die Zeilen gar keine Zeit bleibt? 

In drei Jahren, mit jeweils durchschnittlich drei Lektionen pro Woche, sollen die Schüler gemäss dem neuen Lehrplan die Geschichte vom Beginn der Neuzeit bis heute in ausgewählten Längs- und Querschnitten erzählen können, dabei Statistiken, Bilder und Karten richtig lesen. Verstehen, warum zwei Weltkriege die Erde im 20. Jahrhundert verdunkelten, was Faschismus, Kommunismus, Holocaust und Globalisierung bedeuten.

Sowjetisches Propaganda-Poster (1933): «Halte den Banner von Marx, Engels, Lenin und Stalin hoch!» Bild: wikicommons

Sie sollen die Schweizer Geschichte kennen und unser demokratisches System verstehen, auf einer Weltkarte aktuelle Konflikte zeigen und kurz erläutern können. Das sind nur einige Beispiele der unzähligen Kompetenzen, die sich die Schüler im Fach «Räume, Zeiten, Gesellschaften» aneignen sollen. Dazu gesellt sich noch die Geographie mit ihren Rohstoffen, erneuerbaren- und nicht erneuerbaren Energieträgern, Wetterphänomenen und dem Klimawandel.

Die Tiefe von Verständnis, die die Pädagogik mit ihrem Kompetenzensystem fordert, steht doch in keinem Verhältnis zur Zeit, die dafür zur Verfügung steht. Wie soll diese Übermenge erhabener Ziele jemals erfüllt werden?

Vielleicht mit Fleiss? gif: giphy

Mir schwant, dass damit nicht viel mehr möglich ist als ein schäbiges Gekratze an der Oberfläche. Nun ist es aber so, dass ein Lehrplan für sich alleine noch lange nichts aussagt. Das weiss ich auch von meinem Vater. Lehrer mögen es nämlich nicht, wenn man ihnen zu dreist reinschwätzt. Sie sind die Staatsbeamten mit der grösstmöglichen Freiheit. Und die Schulzimmer sind ihre Spielräume. Deshalb hoffe ich auf all die Geschichtslehrerinnen und -lehrer da draussen, die sich von diesem engen Zeitkorsett nicht die Luft abschnüren lassen – und weiterhin tapfer den Kampf gegen die Unwissenheit kämpfen.

Für eine bessere Zukunft: Die richtigen Fragen an die Gegenwart stellen

Geschichte wird da gesellschaftspolitisch relevant, wo sie hilft, gegenwärtige Zustände zu erklären. Heiss wird aktuell debattiert über den Wert von Wahrheit und die Lügen der Medien. Das Unwort der Trump-Ära heisst «fake news». Und in ihr scheint ein allgemeines Klima des Misstrauens gegenüber jeglichen Informationen zu herrschen.

  bild: ap, bearbeitung watson

Misstrauen ist nicht schlecht, es kann das Nachdenken fördern, doch wenn es gepaart mit Unwissenheit und ideologischen Verdrehungen daherkommt, endet das Ganze in wirren Verschwörungstheorien oder gefährlicher Geschichtsverdrehung. 

Wünschenswert in dieser Zeit der politischen Extreme, wo die Probleme der Gesellschaft meist emotional diskutiert werden und Ideologien das Nachdenken ersetzen, wäre eine weitgehend objektive Hinwendung zur Sache. Der Blick auf die Vergangenheit vermag das zu leisten – sofern er nicht entstellt wird von politischen Intentionen.

Ein Beispiel dafür: der Historiker Caspar Hirschi schreibt in einem Artikel für die «NZZ» über die Nazi-Vergleiche, die im Zusammenhang mit Trump immer wieder gezogen werden. Darin betont er, dass Trumps Tiraden gegen «fake media» von Journalisten und Historikern gerne mit Hitlers Gleichschaltung der Presse verglichen werden. Sein Einreiseverbot für Bürger der sieben muslimischen Länder mit der Judenverfolgung im «Dritten Reich».

Der Vergleich funktioniere aber nur so lange, wie man diesen ahistorisch ziehe, schreibt der Historiker weiter. Denn die Weimarer Republik war zum Zeitpunkt von Hitlers Machtergreifung noch keine fünfzehn Jahre alt, ihre parlamentarische Demokratie wurde «weit über den Kreis der Nationalsozialisten hinausreichenden Teil der politischen, der intellektuellen und der wirtschaftlichen Elite abgelehnt». Und die Männer, die in ihr Politik machten, hatten einen verlorenen Weltkrieg überlebt, durch den sie «brutalisiert und radikalisiert» worden waren. 

Adolf Hitler wird in den Strassen von München gefeiert, November 1933. bild: ap

Wende man dieses Szenario nun auf die heutige USA an, hiesse das: «Die amerikanische Demokratie entstand erst 2002 als Folge eines katastrophalen Kriegsausgangs, und bis heute wollen sie zahlreiche Politiker und Richter, Professoren und Journalisten gleich wieder abschaffen, weil sie in ihren Augen eine zum amerikanischen Volkskörper unpassende Staatsform darstellt.»

Natürlich ist auch das überspitzt formuliert. Hirschi verdeutlicht damit aber, wie schwierig historische Vergleiche sind. Und wenn sie ohne viel Überlegung gezogen werden, sind sie leider nicht viel mehr wert als ein kurzer Aufschrei. Reflexartig empört man sich, «Trump ist wie Hitler!» Doch wo bleibt im Ganzen die gewinnbringende Erkenntnis?

«Wir können den Sumpf, auf dem der Rechtspopulismus blüht, nur austrocknen, wenn wir aufhören, seine Protagonisten zu diabolisieren, und stattdessen über die Probleme debattieren, denen er seinen Aufstieg verdankt.»

Historiker Caspar Hirschi

Geschichte ist die Summe vom menschlichen Treiben hier auf der Erde. Je besser wir sie kennen, desto besser kennen wir uns. 

Der Mythos bleibt

bild: wikiart

Wahrscheinlich werden wir den Mythos niemals überwinden. Es gibt keine eine Wahrheit. Keine einfachen Antworten. Doch wenn uns bewusst ist, dass Informationen gefärbt sein können, dass hinter jeder Erzählung eine Intention steckt, vermögen wir die Dinge wenigstens vielschichtig zu interpretieren. Dies – so bleibt trotz all der Widrigkeiten zu hoffen, soll der Geschichtsunterricht leisten.

Nur so schaffen wir die Möglichkeit, Lehren aus unseren Fehlern zu ziehen. Und müssen nicht wie Odysseus auf dem Meer umherirren – weil wir nicht Kartenlesen können.

Wo wir grad dabei sind – ein paar dämliche Schülerantworten ...

... hier noch ein paar ...

... weiter geht's ...

... mit blöden Antworten ...

... So. Nun kommen die letzen 17.

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  • MajaW 24.06.2017 07:55
    Highlight Sehr einverstanden. Der Lehrplan geht vom idealen Schüler aus, die engagierten Lehrer werden weterhin spannende Inhalte vermitteln, es liegt aber such an den Schülern, neugierig zu sein und Wissen einzusaugen
    0 0 Melden
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  • The Origin Gra 16.06.2017 13:26
    Highlight So nachdem ich bereits eine Buchempfehlung erhalten habe von Frau Rothenfluh, möchte ich noch ein Lob aussprechen für den Artikel.
    Toll geschrieben.
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  • dracului 16.06.2017 08:12
    Highlight Geschichte ist das typsiche Füllfach für Phil Ier. Die ganz Arbeitsscheuen hängen für ihre 12 Wochen Ferien dann noch etwas Lendenschurzpädagogik an, damit sie staatlich geprüft versuchen dürfen, Schüler mit Langeweile zu quälen. Warum gibt es eigentlich immer noch keine Qualitätssicherung bei Lehrern nach Bologna? Fachübergreifende Zusammenhänge (Musik, Deutsch, Geschichte, Geografie) und Zusammenarbeit im Lehrerkollegium wäre auch mal toll. Mir ist eigentlich nur geblieben, dass wir aus der Geschichte nichts lernen und der Unterricht sich seit dem Mittelalter kaum weiterentwickelt hat.
    4 32 Melden
    • Schlafwandler 16.06.2017 13:06
      Highlight Ich finde es immer ganz geil, wenn mir Leute in Kommentarspalten erklären warum ich tu was ich tu :)
      Danke für die Einsicht, ich zieh mir dann mal meinen Lendenschurz an dann habe ich wenigstens etwas gemacht heute ich faule Sau.

      (Und noch ein kleiner Scherz am Rande: Bologna taugt als Qualitätssicherung.)
      12 1 Melden
    • Yallix 16.06.2017 13:34
      Highlight "..., dass wir aus der Geschichte nichts lernen und der Unterricht sich seit dem Mittelalter kaum weiterentwickelt hat."

      Beides - aus der Geschichte nichts lernen und dem Geschichtstunterricht nur Langeweile abgewinnen - ist nicht das Problem der Geschichte, bzw. des Unterrichts, sondern dasjenige der betreffenden Menschen.
      17 2 Melden
    • Kaviar 16.06.2017 14:48
      Highlight @yallix: Ja, des Lehrers.
      3 13 Melden
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  • Schneider Alex 16.06.2017 06:16
    Highlight Man kann aus der Historie nichts ableiten für die Zukunft, und zwar grundsätzlich nicht.
    Wenn auch gewisse Umstände sich ähneln, und man meint, die Geschichte wiederhole sich, so täuscht man sich immer. Denn neben den sich ähnelnden Umständen sind die meisten anderen Umstände (gesellschaftliche, kulturelle, ökonomische, militärische, demografische, u. v. a. m.) ganz anders.
    Deswegen wiederholt sich Geschichte nie, oder nur scheinbar. Und deshalb lässt sich keine Lehre für die Zukunft aus der Vergangenheit ableiten und die Zukunft bleibt in dichtem Nebel.
    7 24 Melden
    • Kaviar 16.06.2017 10:48
      Highlight Das ist so gut! Schade ist es nicht von mir.
      3 12 Melden
    • Anna Rothenfluh 16.06.2017 10:59
      Highlight @Schneider Alex: Selbst wenn sich Geschichte nicht wiederholt oder dies nur scheinbar tut, heisst das nicht, dass man keine Lehre für die Zukunft daraus ziehen kann. Kannst du nur auf etwas gescheit reagieren, wenn du zuvor schon mal in der exakt gleichen Situation warst?
      22 3 Melden
    • Kaviar 16.06.2017 11:24
      Highlight @Anna: Ob man gescheit re-/agieren wird, kann man nur in speziellen Fällen im Voraus wissen.
      Z.B. ist es nicht gescheit aus dem 6. Stock aus dem Fenster zu springen. Man weiss aus der Erfahrung anderer, dass man das nicht unverletzt oder überhaupt nicht überlebt.
      Aber die meisten Situationen im Leben sind nicht vorhersehbar, weil zuviele Menschen und Zufälle mitwirken.
      Man kann nie in einem Buch die eigene Zukunft nachschlagen. Das Leben bleibt ein Wagnis. Wie man dann reagiert, hängt nicht von der Vergangenheit ab, sondern vom Charakter, d. h. von den Prinzipien die man befolgen will.
      4 10 Melden
    • Anna Rothenfluh 16.06.2017 11:48
      Highlight @Kaviar: Ich spreche ja nicht von Vorhersehbarkeit. Es geht darum, dass die Gesellschaft und die Politik gute Entscheidungen treffen. Und das können sie unter anderem, wenn sie verstehen, warum gegenwärtige Zustände vorherrschen, warum die Strukturen so gewachsen sind, wie sie sind. Wie will man zum Beispiel Lösungen für den Nahostkonflikt entwickeln, wenn man nicht versteht, woraus er überhaupt entstanden ist? Ist mir schon klar, dass das nicht einfach ist. Vielleicht sogar unmöglich. Aber Bemühen sollte man sich trotzdem. Alles andere dünkt mich dann doch sehr fatalistisch.
      18 0 Melden
    • Kaviar 16.06.2017 13:30
      Highlight @Anna: Der Nahostkonflikt wäre schon lange keiner mehr, wenn die Palästinenser die Herrschaft Israels akzeptieren würden. Das Elsass ordete sich dem neuen Besitzer problemlos unter, die Krim auch. In Ruanda kehrte Friede ein, trotz des grausamen Völkermordes der Hutu an den Tutsi 1994. In der Geschichte finden sich immer Beispiele für die Tauglichkeit, und andere Beispiele für die Untauglichkeit derselben Strategie. Daraus kann man nichts lernen. Der Nahostkonflikt ergibt sich aus der Unbeugsamkeit der Palästinenser. Anders gesagt: die Überzeugungen der Menschen schreiben die Geschichte.
      3 14 Melden
    • Schneider Alex 16.06.2017 13:40
      Highlight @Rothenfluh: Wer eine andere Flüchlingspolitik will als der Mainstream, wird ziemlich erfolgreich mit der Nazi-Keule totgeschlagen. Das meine ich beispielhaft mit dem Missbrauch, der mit dem Fach "Geschichte" heute undifferenziert betrieben wird.
      3 15 Melden
    • Gummibär 16.06.2017 20:38
      Highlight @ Schneider Alex Es ist richtig, dass von der Geschichte keine direkt anwendbaren Rezepte abgeleitet werden können weil jedes Geschehnis in in einem anderen Kontext stattgefunden hat : religiös, kulturell, politisch, ethnisch, philosophisch, kommerziell, technologisch usw. Was Geschichte interessant und anwendbar macht, sind die Zusammenhänge die sichtbar werden und das resultierende "Selbstbewusstsein" das Leute reagieren lässt wie sie es wegen ihrer Herkunft eben gewöhnlich tun. Mit zunehmender Globalisierung ist es nützlich zu wissen warum Mitarbeiter,Kundem und Regierungsstellen ........
      4 0 Melden
    • Gummibär 16.06.2017 20:51
      Highlight .........anders agieren und reagieren als vielleicht erwartet. International Tätige und Politiker täten gut daran zu lernen warum Nigerianer nicht wie Japaner funktionieren, Warum Iraner mit Arabern nichts am Hut haben und wieso Indien und China Gegner sind. Was ein Ignoramus wie W.Busch oder D.Trump anrichten können sehen wir täglich.
      Wer ohne Elternhilfe unter Zeit-und Geld-druck lernt und studiert, der weiß, dass es am Schüler liegt zu lernen, auch von weniger charismatischen Lehrern. In der Schweiz gibt es KEINE Entschuldigung ein ungebildeter Pflock zu bleiben und dann zu motzen.
      8 0 Melden
    600
  • Lady A 16.06.2017 00:27
    Highlight Liebe Anna
    Wie gerne würde ich mit dir ein, zwei Gläser Wein trinken und darüber "weinen", wie unser schulisches System in gewissen Bereichen komplett versagt. Und ja, wir sprechen über unsere Zukunft! In der heutigen Zeit ist es nicht mehr einfach das ursprüngliche Ziel des Lehrplans zu erreichen. Wieso, warum und weshalb würde den Rahmen dieses Kommentares sprengen. Aber, ich lade dich herzlichst gerne auf eine Flasche Wein ein... ganz à la Wein doch...
    Ach ja, die guten alten Zeiten finden sicherlich auch Platz (ksbg✌️)
    17 4 Melden
    • Anna Rothenfluh 17.06.2017 21:37
      Highlight Lady A, das klingt doch wunderbar! Schreib mir doch eine Mail an anna.rothenfluh@watson.ch und dann lass uns enorme Mengen Rotwein trinken.
      6 0 Melden
    • Anam.Cara 19.06.2017 07:08
      Highlight Wenn dabei noch jemand platz hat, bringe ich gerne den Wein mit.
      VIelleicht können wir uns auch noch ein bisschen über den praktischen Wert von Hintergrund-Wissen im Alltag unterhalten. Und damit meine ich auch den Rest der breiten Pallette, die Schule früher vermittelt hat...
      4 0 Melden
    • Qui-Gon 19.06.2017 14:41
      Highlight Yeah, KSBG. Ist aber so lange her, da hiess sie noch nicht mal so :-)
      3 0 Melden
    600
  • Electric Elephant 16.06.2017 00:16
    Highlight Gut geschrieben und richtig...
    Übrigens finde ich, dass Du, Anna, mit Deinen jeweiligen Artikel zum Thema Geschichte sicher auch dazu beiträgst, den Leuten das Ganze näher zu bringen. Diese Artikel, die meistens "süffige" Begebenheiten leicht verständlich, aber trotzdem fundiert behandeln, haben sicher auch schon bei manchem Geschichtsmuffel Interesse für das Thema geweckt!
    27 2 Melden
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  • Spooky 15.06.2017 23:41
    Highlight Ich bin perplex! Also das ist ja ein ganz super Artikel! Eher schon Philosophie als Geschichte. Chapeau!

    Den besten Satz finde ich diesen:
    "Wahrscheinlich werden wir den Mythos niemals überwinden."

    Das stimmt.

    Warum stimmt das? Weil jeder Augenblick, den wir erleben, ein Mythos ist, und weil die Vergangenheit, also die Geschichte, ein noch grösserer Mythos ist. Die Vergangenheit, also die Geschichte, ist eine Vorstellung unseres Verstandes.

    Aber das ist nicht wichtig. Wir können die Geschichte auch als Realität betrachten. Der Gegenwart ist es egal, so oder so.
    15 4 Melden
    600
  • Gelöschter Benutzer 15.06.2017 23:11
    Highlight Mein Geschichtslehrer war ein ziemlich berühmter Kunstmaler. In seiner alten, grünen Karre lag neben Pinsel und Leinwand immer eine halvolle Pulle Whiskey. Er hatte eine expressive Handschrift. Und schrieb uns an die Wandtafel, was wir wieder schreiben sollten in unsere Hefte. Aber während er das tat tobte die Geschichte! Urgewaltig! Diesen Lehrer liebe ich zu tiefst. Er hat uns das Leben vermittelt, aber immer im Korsett seines Lehrauftrages. Nie hat er uns beeinflusst. Aber inspiriert zum selber denken. Seine Bilder sind ein Farbenrausch. Natur wie sie leibt und lebt. Lehrer? Meister!!!
    27 2 Melden
    600
  • Murky 15.06.2017 23:08
    Highlight Vielen Dank für diesen wunderbaren Kommentar. Ich kann ihn wirklich unterschreiben. Ich bin zwar kein Pädagoge, mache aber Geschichtsvermittlung als Hobby (Living History). Letzthin war unsere Gruppe mal an einer Schule um den Kindern das Hochmittelalter etwas näher zu bringen. Der Lehrer arbeitete da meiner Meinung nach wirklich sehr gut mit den Kindern, die Fragen der Kleinen waren auch entsprechend. Was wir da sonst so erleben ist oft erschreckend, speziell das Mittelalter kam jahrzehntelang zu kurz.
    https://www.facebook.com/pg/comthureyalpinum/photos/?tab=album&album_id=1221291857954176

    12 1 Melden
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  • Rendel 15.06.2017 22:03
    Highlight Bei so manchem Konflikt könnte man auch sagen: Wüssten wir nichts von Geschichte, hätten wir sie nicht.
    13 14 Melden
    • Anam.Cara 19.06.2017 07:13
      Highlight Weil wir die Zeichen nicht erkennen würden und dafür einfach dem Anführer hinterher rennen würden?
      Ja, auch so kann man einen Konflikt vermeiden,..
      2 0 Melden
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  • MikeT 15.06.2017 21:07
    Highlight Geschichte und Geographie versuchen, die Welt zu beschreiben, zu erklären und zu analysieren. Wir müssen verstehen, woher wir kommen, warum wir wie entscheiden und wie wir damit die Gesellschaft und unseren Lebensraum verändern. Aber dieses unverzichtbare Allgemeinwissen wird gekürzt, zusammengelegt, anderen Fächern untergeordnet. Eine fatale Entwicklung.
    44 1 Melden
    600
  • coronado71 15.06.2017 20:07
    Highlight Der beste Geschichtslehrer den ich je hatte war eigentlich ein Deutschlehrer. Als sich im Sommer/Herbst 1989 die gewaltigen Umwälzungen in Osteuropa anbahnten, funktionierte er den Deutschunterricht kurzerhand zu Geschichte um. Trieb Ausgaben des "Neuen Deutschland" auf und wir verglichen/analysierten die Berichte mit denen in der NZZ, dem Tagi usw. Lehrplan? Grammatik und Diktate kann man auch so noch irgendwie einbauen. Nie habe ich so viel über historische u. politische Zusammenhänge gelernt wie damals. Ich hoffe, dass im LP21 solche Typen möglich sind. Danke, KK ;)

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  • Alienus 15.06.2017 19:50
    Highlight Frau Rothenfluh, schön Ihre Ode an die Geschichte!

    1/2

    Verknüpft mit mythologischen Rankwerk. Halleluja: wer wagt, der gewinnt. Aber ein winzig kleines Wermutströpfen gibt’s.

    Homersaga - ohne „Trojanische Pferd“? Der Mythos schlechthin!

    Man möchte diesen Mythos nicht entmythisieren, aber Homer hat‘s nicht gesehen.

    Folgt man der Historie, Militär-, Bau- und Metallgeschichte, drängt sich als die eigentliche Quelle mit superstarken Plausibilität der in der damaligen Zeit entwickelte „Sturmturm“ auf.

    Eine damals neuartige Maschine zum Erstürmen von hohen Verteidigungsmauern.
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    • Anna Rothenfluh 15.06.2017 22:03
      Highlight Danke alienus! Der Herodot wars natürlich, habs korrigiert, danke!
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  • Alienus 15.06.2017 19:48
    Highlight 2/2

    Eine bewegliche Plattform mit 4 Stützen, auf denen ein mit Metallplatten gepanzerter Kasten ist, im dem die Sturmsoldaten geschützt sind. Zum begehen das Kastens ist hinten eine Leiter angebracht.

    Aus diesem Kasten geht vorne ein Turm nach oben und von diesem eine Brücke, die an die zu erstürmende Brüstung gelegt wird.

    Nun, in der Schnelle und für mil. Laien wie Homer ist das Ding ein Pferd!

    Nun, die Militärs lieben nun mal solch ein Pferd, aber auch den Rammbock, die Schildkröte, die Feldschlange, den Rammbär usw.

    Ob Mythos oder Realität: egal. Es ist einfach interessant.
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  • Benot 15.06.2017 19:37
    Highlight Ein guter Tipp für Geschichte lesen ist, immer daran zu denken, dass sie vom Sieger geschrieben wurde, so wie's ihm passt.

    Bsp:

    Römer: "Die Phönizier in Karthago opferten ihrer Gottheit Babys." Tatsächlich waren es die Totgeburten, die man in einem Trog vor der Astarte-Statue kremierte.

    "Der kriegslüsterne Schlächter Napoleon". Die späteren Sieger haben 7 Mal eine Angriffskoalition gebildet, die Frankreich/Napoleon abwehren musste.

    "Die heroische alliierte Invasion in der Normandie", Juni 1944 ... und kein Wort wieso es bis Mai 1945 dauerte, bis sie Berlin erreichten.

    Schweiz: P-26 ...
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    • Laut_bis_10 15.06.2017 19:51
      Highlight Nun ja, Berlin ist ja nicht gleich um die Ecke und die Deutschen werden sie ja auch nicht einfach durchgewunken haben.
      25 1 Melden
    • Benot 15.06.2017 20:29
      Highlight So wird's wohl gewesen sein. Sage nur, dass die Sieger es nicht so erzählen.
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    • coronado71 15.06.2017 21:13
      Highlight "Die Geschichte wird von Siegern geschrieben". Das ist so eine typische Phrase die wie ein Mantra in gewissen Kreisen gerne verwendet wird. Es gibt mittlerweile genug Bücher und wissenschaftlich fundierte Untersuchungen, welche die Taktik und Strategie der Alliierten an der damaligen Westfront kritisch betrachten. Man muss sich halt damit auseinandersetzen...
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    • Kaviar 16.06.2017 11:08
      Highlight @coronado71: Erst das Wörtchen "mittlerweile" macht Deine Aussage stimmig.
      Geschichtliche Ereignisse werden fortlaufend neu beurteilt. Einerseits, weil neue Erkenntnisse geschöpft werden und anderseits, weil sich die Kriterien für die Beurteilung ändern durch neue Menschen mit neuen Ansichten.
      Aber dennoch gibt es Zensur. In meinem Geographiebuch gab es z. B. eine retouchierte Luftaufnahme von Meiringen. Der Militärflugplatz war mit Äckern und Feldern ersetzt. Was und wie es in den Lehrmitteln geschrieben wird, unterliegt offensichtlich politischer Steuerung. Der Russe z.B. ist nie der Gute.
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  • Closchli 15.06.2017 19:36
    Highlight Es war einmal vor langer, langer Zeit. Samstag morgens noch Schule. Einer unserer Lehrer hat uns die Odyssee vorgelesen. Damals hast du über Zyklopen, Skylla und Charybdis gestaunt, und so vieles mehr. Ob der Lehrer bei mir damit das Interesse für Geschichte geweckt hat, kann ich nicht beurteilen, aber ich bin dankbar dafür, dieses Interesse zu haben. Immer spannend und lehrreich sich z.B. bei Auslandreisen über deren Geschichte zu informieren. Kann dazu beitragen vieles zu verstehen. Danke für diesen Beitrag Frau Rothenfluh.
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  • Enzo Duro 15.06.2017 19:35
    Highlight OMG, Anna Rothenfluh! Ganz grosses Kompliment für ihren Beitrag zu einem qualitativ hervorragenden Journalismus. Soeben mit "Glücksgefühlen" von einer faszinierenden Wanderung in meiner Wohngegend (Lago Maggiore) zurückgekehrt, haben Sie mich mit Ihrem Artikel aus folgenden Gründen noch zusätzlich beglückt: Was sie uns mitteilen ist interessant, farbig, fundiert und regt zum Nachdenken an. Weiter so!
    38 0 Melden
    • Anna Rothenfluh 15.06.2017 19:58
      Highlight Vielen Dank für dieses wundervolle Kompliment, ich bin ganz gerührt und freudig.
      21 1 Melden
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  • Gelöschter Benutzer 15.06.2017 19:28
    Highlight Anna Rothenfluh

    Ihren Text erwarte ich sonst eigentlich in einem sehr klugen Buch. Die Überraschung ihn auf Watson zu lesen ist wunderbar, obschon ich hier auch sonst sehr viel hohe Qualität registriere. Ihr werdet da immer besser btw. Mir fiel sogleich dies zu Ihrem Text ein, Frau Rothenfluh:

    "Wer nicht von dreitausend Jahren
    sich weiß Rechenschaft zu geben,
    bleib im Dunkeln unerfahren,
    mag von Tag zu Tage leben."
    West-östlicher Divan, Rendsch Nameh: Buch des Unmuts
    Johann Wolfgang Goethe

    Sie wagen es an die Menschen heran zu treten mit der Forderung und dem Vertrauen des Geistes. Super!
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    • Anna Rothenfluh 15.06.2017 20:00
      Highlight Danke Sensibelchen, für deine lieben Worte und das prächtige Goethe-Zitat💕.
      9 1 Melden
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  • Dogbone 15.06.2017 19:20
    Highlight Anna, wieder einmal 1A, Dein Artikel! Sachlich, umfassend, gut recherchiert und mit der perfekten Prise Leidenschaft geschrieben, die den Inhalt jedoch nicht zu sehr färbt. So macht lesen Spass!
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    • Anna Rothenfluh 15.06.2017 20:02
      Highlight dogbone, auch dir vielen herzlichen Dank, ich bin grad sehr überwältigt von all diesen schönen Kommentaren. So lohnen sich Überstunden haha.
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  • Rendel 15.06.2017 19:19
    Highlight Das ist das gleiche Problem wie mit in den 80ern mit der Mengenlehre in der Grundschule. Man will Schülern Mechanismen, beibringen, bevor sie eine Grundlage haben, um diese zu begreifen, daraus entsteht Unsicherheit und Verwirrung. Viel wichtiger wäre es Schüler zu begeistern. Ihnen Sicherheit in dem was sie lernen zu geben. Dann lernen sie auch als Erwachsene noch gern dazu. Es fehlt oft an Lehrern, die Schüler begeistern können. Und wenn der nicht da ist, kann man jeden Lehrplan in die Tonne kloppen.
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    • Firefly 15.06.2017 21:17
      Highlight Ich liebte die Mengenlehre... war immer viel interessanter, gerade die Mengenlehre schaffte es wohl mich für Mathe zu begeistern wärend mich die üblichen, immergleichen Rechenaufgaben langweilten.
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    • Rendel 15.06.2017 21:27
      Highlight Ja, dann kann der Lehrer diesen Schülern ja entsprechende Aufgaben geben. Viele Schüler sind in der 2. Primarklasse damit überfordert, bzw, etwas später würde es für manchen mehr Sinn machen.
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    • Kaviar 16.06.2017 11:12
      Highlight Mengenlehre ist unnütz für 99.99 %, während Kopfrechnen bei jedem Bewerbungsgespräch auf beiden Seiten bare Münze wert ist.
      Rechnen ist die wichtigste Fertigkeit, noch vor lesen und lange vor schreiben.
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  • Ridcully 15.06.2017 19:10
    Highlight Nur Dank Frau Rothenfluh (früherer Artikel) habe ich von Egon Friedell erfahren, dessen Kulturgeschichte der Neuzeit für mich persönlich die wichtigste Entdeckung des letzten Jahres in Sachen Bücher war. 😀
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    • Anna Rothenfluh 15.06.2017 20:08
      Highlight So schön, das freut mich riesig. Ich hole den Friedell auch immer wieder hervor, ich kenne keinen anderen, der einen ästhetischeren und klugeren Zugang zu Kulturgeschichte hat. (Obwohl ich zugeben muss, dass Spenglers Untergang des Abendlandes noch immer unberührt bei mir im Regal steht. Aber Friedell hat eh alles gelesen haha)
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  • Der Rückbauer 15.06.2017 18:30
    Highlight Interessanter, aber ziemlich komplizierter Artikel, wie es eben heute so ist bzw. heute offenbar sein muss. - Mein Vater, auch Volksschullehrer, sagte zur Geschichte jeweils nur: "Wenn du willst wissen, wohin du gehst, musst du wissen, woher du kommst". Im 2. Weltkrieg war er am Rhein stationiert. Wenn die Schweizer jeweils die Deutschen auf der anderen Seite des Kraftwerkes auf- und abgehen sahen, hatten sie die Hosen voll vor Angst. In der Schule war damals der 2. Weltkrieg kein Thema, zu frisch waren die Wunden. Um so mehr interessiert mich heute, wie es zu Nazi-Deutschland kommen konnte
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  • koalabear 15.06.2017 18:30
    Highlight Geschichte als eigenes Fach hatten wir erst ab der Oberstufe. Das war schon Anfang der 90er so. Mir blieben zwei Aussage: man muss Geschichte verstehen und in Kontext setzen können. Und für mich die Wichtigste: Geschichte wird von den Gewinnern geschrieben.
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  • destin 15.06.2017 18:25
    Highlight Herzlichen Dank für die kompetent geschriebene Unterstützung, Frau Rothenfluh. Allerdings denke ich, dass gewisse Wirtschafts- und Politikerkreise in eine andere Richtung zielen (ab 2015 Reduktion der Geschichtslektionen an den Berufsmaturitätsschulen von 4 auf 3 Lektionen, Abschaffung einer Abschlussprüfung). Aber vielleicht ist das ja auch nur Zufall.
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  • Dan Rifter 15.06.2017 18:08
    Highlight Sackstarch, Frau Rothenfluh. Du sprichst mir aus dem Herzen.

    Geschichte hat mich immer fasziniert. Doch Geschichtslehrer sind armi Sieche.. besonders in der Kanti und im KV unterrichten die nach X Jahren für max. 3 pro Klasse, die's interessiert.

    Einen ähnlichen Niedergang meine ich bei der Gg zu beobachten. Die Pöstlergeografie ist den M+U-Luftibussen an der PH halt zu ordinär..
    28 0 Melden
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  • Linus Luchs 15.06.2017 17:59
    Highlight Ich erlebe im nächsten Umfeld, wie das Lernresultat dieser Sammelfächer aussieht. Ein unstrukturiertes Kuddelmuddel, punktuelles Halbwissen, bei dem laufend Orte, Namen und Zeiträume miteinander verwechselt werden. Ein Desaster.

    Für mich stellt sich die Frage: Wer resp. welche Kräfte treiben diesen Abbau eines nachhaltigen Geschichtsunterrichts voran? Ist es nur Dummheit, die dahintersteckt? Oder könnte es ein Interesse daran geben, dass die Menschen vor allem bei der Arbeit und als Konsumenten funktionieren, ansonsten aber nicht allzu viel hinterfragen und verstehen sollen?
    31 2 Melden
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  • chr_bopp 15.06.2017 17:50
    Highlight Wir brauchen Inscheniöre, also mehr MINT! Unsere Kids können keinen Satz mehr geradeaus schreiben, also mehr DEUTSCH! Die angehenden Jung-Mänätscher verstehen nichts von Wirtschaft, also mehr ÖKO! Um auszurechnen, wie viel 10 Prozent sind, greift die Jugend zum Taschenrechner, also mehr MATH! Jeder muss programmieren können, also mehr INFORMATIK! Zu dick sind sie auch, also mehr SPORT! Galileis Fallgesetz, war der das Wer- oder der Weg-Fall? Also mehr FÜSIK! Jungbürger wissen nicht, wie Demokratie geht, mehr STAATSKUNDE! Und jetzt auch noch mehr GESCHICHTE??? Nur kosten darf es nix.
    13 26 Melden
    • Firefly 15.06.2017 18:34
      Highlight Man nennt es Bildung!
      24 0 Melden
    • Ridcully 15.06.2017 19:12
      Highlight Jemand der Bildung nur als Mittel zum Geldverdienen versteht, disqualifiziert sich selbst.
      24 0 Melden
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  • Firefly 15.06.2017 17:48
    Highlight Auch zu empfehlen, weniger Geschichte dafür der größte Strauss an gesammelten Geschichten von Afrika bis Japan, "Die Geschichten aus 1001 Nacht" übersetzt aus der original Kalkutta-Ausgabe. Das sind sechs Bände voller wundersamer Geschichten und Protagonisten. Kann man immer mal wieder aufschlagen und verweilen.
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  • Luca Brasi 15.06.2017 17:41
    Highlight Hat nicht Herr Löpfe häufig die Idee den Ersten Weltkrieg oder die Zeit des Faschismus 1:1 mit der Trump-Ära zu vergleichen? Oder Eismeister Zaugg häufig die Tendenz heutige Sportereignisse mit Militärgeschichte zu vergleichen.
    Gut, beide haben ihr Handwerk bei einer gewissen Boulevardzeitung gelernt. Wahrscheinlich sind beide noch Kinder des "Verherrlichungszeitalters". ;P

    PS: Der Geschichtsunterricht ist aber heute immer noch eurozentristisch. Kein Konfuzius, Erfindung des Schiesspulvers, Mogulreich oder Sassaniden kommen darin vor. Zumindest im ach so gebildeten Europa...
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    • MaskedGaijin 15.06.2017 18:32
      Highlight Das mit eurozentristisch stimmt schon. Aber in China ist der Geschichtsunterricht wohl auch sinozentristisch (sagt man dem so?).
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    • Dogbone 15.06.2017 19:17
      Highlight Mit Löpfe/Zaugg liegst Du tatsächlich nicht falsch. Das Boulevard offenbart sich bei den beiden gut und gerne. Trotzdem lese ich regelmässig deren Artikel🤔

      Und von wegen eurozentristisch: immerhin ist der Inhalt nicht mehr nur das strahlende Helvetien. Ein viel grösserer Radius liegt bei dem Stundenplan wohl nicht drin...
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    • Anna Rothenfluh 15.06.2017 19:23
      Highlight Herr Brasi, ich hab schon gewartet auf Ihre Eurozentrismus-Kritik. Ich persönlich bin der Ansicht, dass erst die Geschichte Europas gelernt werden soll, weil wir nun mal einen christlich-abendländischen Hintergrund haben. Es ist "unsere" Geschichte. Und weil ja leider zu wenig Zeit bleibt, alles durchzunehmen, gibt man Europa den Vorrang. Und zu Löpfe: da haben Sie recht. Ich bin aber erstens überhaupt nicht grundsätzlich gegen historische Vergleiche (Vergleiche, nicht Gleichsetzungen) und zweitens denkt Löpfe darüber wohl anders, und das darf er auch, watson ist ja nicht eine gleiche Meinung.
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    • Maracuja 15.06.2017 20:08
      Highlight Anna Rothenfluh: weil wir nun mal einen christlich-abendländischen Hintergrund haben. Es ist "unsere" Geschichte

      Besuchen Sie doch mal eine Primarschulklasse in Städten wie Zürich, Basel oder Genf. Für viele Kinder ist das nicht "unsere" Geschichte, damit es auch deren Geschichte wird, wäre es Zeit, wenn unter "unsere" Geschichte, die Geschichte der ganzen Menschheit verstanden würde und der Geschichtsunterricht nicht auf europäische Geschichte beschränkt würde. (Wird ansatzweise ja schon gemacht, aber aus Zeitgründen leider oft nur oberflächlich).
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    • Anna Rothenfluh 15.06.2017 20:32
      Highlight Ich hab es ja darum extra in Anführungsstriche gesetzt. Aber du wirst mir ja sicher nicht widersprechen, dass das Christentum über Jahrhunderte prägend war für Europa. Die Geschichte der Menschheit zu lehren, klingt ja löblich, ist aber unmöglich, erstens zeittechnisch und zweitens kann man verschiedene Kulturen, Imperien, Länder, Grenzen und die Kriege, die deswegen ausgefochten wurden, nicht einfach auf den Begriff "Menschheit" eindämpfen. Das wäre ja höchst unhistorisch.
      9 1 Melden
    • Luca Brasi 15.06.2017 21:13
      Highlight Das Christentum war prägend für Europa, nur schade, dass die Alte Welt einen minimalen Teil des Planeten ausmacht und Erfindungen wie das Schiesspulver oder die mathematische 0 aus Asien kommen und ebenso ihren Weg nach Europa gefunden haben. Aber wie immer hat man für das natürlich "keine Zeit". Ich sage nicht, dass chinesischer, afrikanischer oder indischer Geschichtsunterricht perfekt ist (Stichwort: Sinozentrismus, etc.), aber die lernen Französische Revolution, Marxismus, etc., während in Europa asiatische Erfindungen und Errungenschaften m.E. marginalisiert werden.
      2 3 Melden
    • Alnothur 15.06.2017 21:21
      Highlight Eurozentrisch? Pah. In der Sek hatte ich zwar zwei Jahre mehr oder weniger nicht viel mehr als die Französische Revolution. Im Gymer dann dafür alles ausser Schweizer Geschichte.
      1 4 Melden
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  • Fly Baby 15.06.2017 17:41
    Highlight "Franciso, can you give me the number of this painter, Michel Angel, it's huge, Melania will love it"
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  • Aron777 15.06.2017 17:12
    Highlight Wer die Geschichte der Welt nicht kennt, der wird nie im Stande sein zu verstehen, weshalb die Welt heute so ist, wie sie ist.
    43 7 Melden
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  • dääd 15.06.2017 17:11
    Highlight Leider geil. Mehr söttige Beiträge!
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  • The Origin Gra 15.06.2017 17:09
    Highlight Frau Rothenfluh, ich suche seit langem dieses Buch, bitte geben Sie mir den Titel oder die ISBN 😍
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  • Edel Weiss 15.06.2017 17:09
    Highlight „Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt.“

    Und doch kann ich Gandhi nur zitieren, weil ich mich mit ihm auseinandergesetzt habe. Was mir besonders zu denken gibt ist, dass die Schule zunehmend der Leistungsgesellschaft angepasst wird. Internationale Konkurenz drängt uns dazu, die uns keine Zeit mehr für die Allgemeinbildung zu nehmen. Doch wie bei der Grundlagenforschung ist eben diese breite Bildung ein Nährboden für eine gesunde und florierende Gesellschaft. Ich unterrichte selber MINT, sehe aber mit Bedauern, wie Kunst und Geschichte verdrängt werden
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  • Rabbi Jussuf 15.06.2017 16:53
    Highlight Hey, danke, dass du Egon Friedell erwähntest. Habe den früher verschlungen. Ich werde seine Bücher wieder mal ausgraben und nochmals lesen.
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    • Anna Rothenfluh 15.06.2017 16:56
      Highlight @Rabbi Jussuf: Unbedingt! Friedell war ein Genie, ich liebe seine Kulturgeschichte der Neuzeit. Und in welch grossartigem Stil sie verfasst ist. Man möchte jeden zweiten Satz in einen goldenen Rahmen stecken und an die Wand hängen.
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  • moedesty 15.06.2017 16:38
    Highlight Ich habe erst seit kurzem verstanden wie wichtig die Geschichte ist. Habe ich früher immer gesnobt, weil ja angeblich die Zukunft zählt. Aber nun beim aktuellen Weltgeschehen habe ich verstanden, dass man zuerst die Vergangenheit verstehen muss um die Gegenwart zu begreifen. Vor allem was Länderkonflikte anbelangt. Darum habe ich mir seit kurzem die Historien von Herodot gekauft und fange mal von ganz hinten an.
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  • Cerulean 15.06.2017 16:37
    Highlight Ausgezeichneter Artikel. Dazu gibt schon der genannte französische Kaiser zu bedenken:

    "L'histoire est une suite de mensonges sur lesquels on est d'accord"

    Die Verschmelzung von Geschichte und Mythos, die uns noch heute beschäftigt stammt aber vornehmlich aus dem 19. Jahrhunder als unser heutiges Konzept von Nationalismus entstand und man plötzlich Gründngsmythen brauchte. Das war natürlich aber auch damals nichts neues. Die Julianer in Rom (Julius Caesar) sahen sich als Nachfahren der Göttin Venus und die Mittelalterlichen Briten (z.B. Geoffrey of Monmouth) sahen ihre Ahnen im antiken Troya
    23 2 Melden
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  • Dinolino 15.06.2017 16:36
    Highlight Danke für den guten Artikel! Ich schaue gern "Mit offenen Karten" auf Arte (oder youtube)
    23 1 Melden
    • Majoras Maske 15.06.2017 16:57
      Highlight Haha, habe ich kürzlich auch mal wieder geschaut und finde es nach wie vor etwas vom Besten. Aber für viele kommts wohl etwas zu schnöde daher, auch wenn ich das gerade an der Sendung schätze.
      15 0 Melden
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  • mostindianer 15.06.2017 16:31
    Highlight Mir scheint wichtig, meinen Schülern den Unterschied zwischen Mythos und nachweisbaren Fakten klarzumachen. Die Grenzen verschwimmen da immer mehr. Ich unterrichte nach LP21 und ich unterrichte auch weiterhin (mit Freude übrigens!) auf der Mittelstufe Geschichte, auch wenn das Fach neu NMG heisst, die Inhalte diesbezüglich sind klar: Schweizer Geschichte ist immer noch dabei.

    PS: Lehrer haben in der Schweiz längst keinen Beamtenstatus mehr.
    37 5 Melden
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  • Hosch 15.06.2017 16:30
    Highlight Wir Menschen sind die Summe unserer Teile und unser Wissen ist die Summe unserer Geschichte.
    7 6 Melden
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  • Pasch 15.06.2017 16:25
    Highlight Geschichte weckt bei mir grosses Interesse, viele Dinge lassen sich Ableiten auf das hier und jetzt, man muss nur vorsichtig sein mit allzu schnellen Rückschlüssen, aber Zeichen der Zeit die gibt es.
    Was allerdings im ersten Moment wenig dazu beigetragen hatte war der Geschichtsunterricht aus der Schulzeit, erst mit den Jahren und der medialen Berieselung fallen einem gewisse Dinge auf... so ala hey das gabs doch schonmal oder so ähnlich, und schon hats einen gepackt.
    Kenne die Vergangenheit dann bist du gerüstet für die Zukunft.
    24 1 Melden
    • loplop717 15.06.2017 18:01
      Highlight Ich denke da kommt es sehr draufann was man für einen Geschichtslehrer hatte und auch wie interessiert die Klasse war. Das kann beides einen grossen Einfluss auf die unterrichtsqualität und wie viel man lernt haben.
      11 0 Melden
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  • Kaviar 15.06.2017 16:20
    Highlight Geschichte ist belanglos, aber unterhaltsam, wie Romane.
    Tschechov liegt falsch. Geschichte rechtfertigt nichts. Es sind Menschen, die rechtfertigen. Sie rechtfertigen geleitet von Prinzipien (z.B. Opportunismus, Gier, Gerechtigkeit, Freiheit, etc.) und illustriert mit Beispielen aus der Geschichte.
    Wirklich wichtig sind dabei die Prinzipien, nicht aber die Beispiele aus der Geschichte.
    Je nach Betrachtungsweise, d. h. der geltenden Prinzipien, war z. B. Willhelm Tell ein heldenhafter Freiheitskämpfer, oder aber bloss ein hinterhältiger Mörder.
    Wofür die Story steht, hängt vom Leser ab.
    10 69 Melden
    • moedesty 15.06.2017 16:40
      Highlight Das stimmt aber sowas von nicht. Die Geschichte wiederholt sich immer. Ich könnte dir (nach der Arbeit) zig Beispiele nennen. Will dich nicht beleidigen, aber deine Aussage ist ein wenig ignorant.
      31 6 Melden
    • JoeyOnewood 15.06.2017 16:40
      Highlight Du verwechselt Geschichte und Geschichten...
      37 5 Melden
    • Follbescheuert 15.06.2017 16:43
      Highlight Die Antwort auf die Frage, ob Wilhelm Tell existiert hat und wie er gewirkt hat oder bloss eine Fiktion ist, hängt aber nicht vom Leser ab.
      30 2 Melden
    • Firefly 15.06.2017 18:06
      Highlight Die Geschichte lehrt uns die Vielfalt und den Pluralismus, dass wenig in Stein gemeisselt ist und wir alle Zwerge sind auf den Schultern von Giganten.
      12 1 Melden
    • Kaviar 15.06.2017 18:36
      Highlight @moedesty: Nenne mir eine Geschichte, die sich wiederholt hat. Ich werde Dich wiederlegen. Die Wiederholung, die Du zu erkennen meinst, ergibt sich aus Deiner Interpretation, resp.aus Deinen Mutmassungen über die Beweggründe der Protagonisten, welche immer an Prinzipen geknüpft sind (Deine & ihre).
      @Joey: Die Disziplin Geschichte ist das Sammeln von und Plaudern über Geschichten. Aber das ist eine andere Geschichte.
      @Follbescheuert: Gerade Willhelm Tell führt vor, dass es irrelevant ist, ob eine Geschichte wahr ist, oder nicht. So, oder so wird sie geglaubt und zeigt Wirkung, oder eben nicht.
      3 11 Melden
    • Kaviar 15.06.2017 18:49
      Highlight @Follbescheuert: Nachtrag: Geschichte hängt immer vom Leser ab: entweder glaubt er den historischen Quellen, oder nicht.
      Zu Tell. Es ist gut möglich, dass Schiller sich von einer Volkssage inspieren liess, es doch einen Tell gab, er aber nicht so hiess, und evtl. nie auf dem Rütli war. Das tut der Heldensage aber keinen Abbruch. Denn jede Geschichte, auch jene in den Geschichtsbüchern, transportiert immer eine moralische Botschaft. Und um die geht es letztlich. Aktuell: "Die Krim wurde annektiert." ggüb. "Die Krim hat sich angegliedert". Welches Geschichtsbuch hat da recht?
      2 11 Melden
    • Kaviar 15.06.2017 18:55
      Highlight @Fierfly: Aber nur, wenn Du an genannte Prinzipien glaubst. Ich bin mir sicher, dass ein Taliban so ziemlich das Gegenteil in der Geschichte wiederfindet. Weil er an andere Prinzipien glaubt.
      Wie ich sagte: Es geht um Prinzipien, Attitüden, Mentalitäten; die Eigenen und jene der Figuren in Geschichtsbüchern.
      3 7 Melden
    • Firefly 15.06.2017 19:45
      Highlight Der Taliban glaubt an den Mythos, und ist kein Wissenschaftler. Du scheinst mir ganz allgemein Mythos mit Wissenschaft zu vermischen. Dies ändert jedoch nichts daran, dass du heute nur diesen Kommentar online an mich richten kannst, weil vor dir viele viele Entdeckungen und Erfindungen gemacht wurden die in dieser, deiner und meiner Gegenwart resultieren. Dem Taliban, und nicht nur ihm, fehlt wohl ein allgemeines Geschichtsbewustsein, dass er sich so radikal an einen Mythos klammert.
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    • Kaviar 15.06.2017 21:55
      Highlight @Firefly: Du glaubst der Wissenschaft. Der Taliban glaubt dem Propheten. Da gibt es keinen wesentlichen Unterschied. Beide glaubt ihr an das, was in Büchern geschrieben steht.
      Denn selber beweisen und wissen, könnt Ihr davon nur äusserst wenig. Das allermeiste, oder eher alles glaubt Du. Du glaubst es zu wissen, genau wie der Taliban auch. Der Taliban findet in seinen heiligen Schriften ebenso Erklärungen dafür, wie die Welt ist, wie Du in Deinen wissensch. Schriften. Und beide negiert ihr die Gültigkeit der Bücher des anderen. Wer von Euch zweien, weiss nun wirklich etwas über die Welt?
      0 10 Melden
    • Firefly 15.06.2017 22:33
      Highlight @Kaviar, okay, jetzt wird es mir zu esoterisch. Natürlich kann ma zwischen Mythos oder Glauben und faktenbasiertem Wissen unterscheiden. Wenn für dich alles das Selbe ist, dann nur, weil sie das so sehen wollen.
      7 0 Melden
    • Majoras Maske 15.06.2017 23:41
      Highlight Der Unterschied zwischen einem religiösen oder einem wissenschaftlichen Buch ist sehr wohl, dass sich letzterer Kritik etwa in Form von (professionellen) Rezensionen gefallen lassen muss (und diese von Lesern durchaus auch Beachtung finden).

      Konstruktionen sind vielleicht nicht die Realität, aber sie können welche erzeugen. Je besser die Menschen aber Fakten kennen, desto geringer ist die Chance, dass eine Konstruktion zur neuen Realität wird. Da Geschichte immer als Legitimierung dient, ist dies natürlich besonders gefährlich, wenn breite Kreise keinen Plan mehr haben.
      6 0 Melden
    • Kaviar 16.06.2017 08:03
      Highlight @Firefly: Du kannst Mythos von Fakt unterscheiden? Dann widerlege die Existenz Gottes! Du wirst scheitern. Zu denken geben sollte der mathematische Beweis von Gödel, wonach es gültige, aber prinzipiell nicht beweisbare mathematische Aussagen gibt. Gödel bewies so, dass die Wissenschaft nicht alles beweisen kann, dass es also Dinge zwar gibt, sie sich aber dennoch nicht beweisen lassen.
      D.h. ein Mythos, oder Teile davon können Fakt sein, ohne dass man je einen Beweis dafür findet. D. h. Aber auch,es gibt Fakten die falsch sind, sich aber nicht widerlegen lassen. Ist Gott nun Fakt oder Mythos?
      0 9 Melden
    • Follbescheuert 16.06.2017 08:36
      Highlight @Kaviar:

      «Geschichte hängt immer vom Leser ab: entweder glaubt er den historischen Quellen, oder nicht.»

      Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Aussagen:

      1. Wilhelm Tell nahm am Rütlischwur teil.
      2. Die erste Bundesverfassung stammt aus dem Jahr 1848.

      Der Wahrheitsgehalt beider Aussagen ist also rein subjektiv und hängt Deiner Meinung nach vom Leser ab?
      6 0 Melden
    • Follbescheuert 16.06.2017 08:51
      Highlight @Kaviar:

      «Du glaubst der Wissenschaft. Der Taliban glaubt dem Propheten. Da gibt es keinen wesentlichen Unterschied.»

      Doch, Wissenschaft ist rein rational begründbar, d. h. ihre zunächst hypothetischen Theorien sind prinzipiell und methodisch widerlegbar (i. d. R. empirisch überprüfbar). Wissenschaft ist daher revidierbar (jede Theorie kann jederzeit durch eine bessere Theorie ersetzt werden). Folglich haben wissenschaftliche Theorien immer nur provisorischen Charakter (was das Hausieren und Missionieren damit verunmöglicht).
      7 0 Melden
    • Firefly 16.06.2017 08:58
      Highlight @Kaviar jesses, natürlich gibt es Dinge die man nicht oder noch nicht beweisen kann aber wissenschaftlich gesehen sind sie dann eben nicht bewiesen. Und ein gesunder Menschenvertand mag zu unterscheiden und zu kategorisieren und muss nicht alles in einen Topf werfen oder auf die letzte Gottesfrage beziehen.
      Überigens wissenschaftlich gesehen geht es nicht darum zu beweisen, dass es keinen Gott gibt, sondern dass es einen gibt. Solange dieser Beweis nicht erbracht ist, ist es fraglich ob es einen Gott gibt.
      7 0 Melden
    • Follbescheuert 16.06.2017 08:58
      Highlight @Kaviar (Fortsetzung)

      Der Wahrheitsgehalt wissenschaftlicher Theorien hat nicht esoterischen Charakter (wie etwa religiöse Offenbarung oder die Ideenlehre des Platon, deren letzte Wahrheit sich erst dem Auserwählten zeigt, quasi durch Austritt aus der Höhle, in der alle anderen gefangen sind), sondern ist für jeden, der über entsprechende Kenntnisse verfügt, rational nachvollziehbar und überprüfbar.
      6 0 Melden
    • Follbescheuert 16.06.2017 09:00
      Highlight @Kaviar (Fortsetzung)

      Es lohnt sich aus all dem Gesagten auch nicht, sein Leben für die «Richtigkeit» einer wissenschaftlichen Theorie zu opfern (Blut ist kein gutes Argument für die Wahrheit), und folgerichtig hat Galilei sein kopernikanisches Weltbild vor dem Inquisitionsgericht widerrufen (da es für sich selbst sprechen kann und sich früher oder später so oder so durchsetzen wird), im Gegensatz etwa zu Giordano Bruno, der für seinen christlichen Glauben sein Leben liess.
      4 0 Melden
    • Follbescheuert 16.06.2017 09:02
      Highlight @Kaviar

      «Gerade Willhelm Tell führt vor, dass es irrelevant ist, ob eine Geschichte wahr ist, oder nicht.»

      Für ein anderes historisches Faktum, die Gründung des Bundesstaats 1848, trifft Deine Behauptung aber keinesfalls zu.
      6 0 Melden
    • Follbescheuert 16.06.2017 09:14
      Highlight @Kaviar

      «Du kannst Mythos von Fakt unterscheiden? Dann widerlege die Existenz Gottes! Du wirst scheitern.»

      Prinzipiell und methodisch nicht widerlegbare Aussagen kommen nie in den Status wissenschaftlicher Theorien. Aussagen über Gott fehlt das Kriterium der Falsifizierbarkeit. Um eine Theorie erfolgreich der (empirischen) Überprüfbarkeit zu unterwerfen, muss mindestens eine Methode zu deren (empirischen) Widerlegbarkeit existieren. Der Rest (Überzeugung, Weltanschauung, Werthaltung usw.) ist auch wichtig, und vielleicht sogar unabdingbar für ein gelingendes Leben, aber keine Wissenschaft. http://Ü
      5 0 Melden
    • Kaviar 16.06.2017 10:12
      Highlight @Follbescheuert: Ich bin, wie Du, Rationalist. Die Wissenschaft ist nicht so rational, wie Du meinst.
      Beispiel: anthropogene Erderwärmung. Weil wir das Erdklima nicht zweimal beobachten können, einmal mit und einmal ohne menschlichen Einfluss, ist diese Theorie nicht falsifizierbar und also fundamental unwissenschaftlich. Sie fusst auf Rechenmodellen, die als Dogmata fungieren.
      Ratio ergibt sich aus Beobachtung und Erkenntnis. Der einzelne Mensch kann leider nur einen kleinen Bruchteil selber beobachten und erkennen, alles andere glaubt er, z. B. dass die Bundesverfassung keine Fälschung ist.
      3 4 Melden
    • Follbescheuert 16.06.2017 10:55
      Highlight @Kaviar

      Anthropogene Erderwärmung ist tatsächlich keine allgemeine Theorie (die falsifizierbar wäre) sondern eine Theorie zu einem einmaligen, historischen, aber messbaren Ereignis, fusst jedoch nicht auf Rechenmodellen, die als Dogmata fungieren, sondern auf Theorien und Methoden, die selbst durchaus falsifizierbar und damit gesichert sind. Dazu kommen Modellannahmen, die rational diskutiert werden können. Deshalb sind deren Voraussagen auch nicht exakt, sondern bewegen sich innerhalb einer relativ beträchtlichen Bandbreite (im Vergleich zu Voraussagen über Planetenbahnen zum Beispiel).

      5 2 Melden
    • Follbescheuert 16.06.2017 11:02
      Highlight @Kaviar

      Dass die Wissenschaft kein subjektives Projekt ist, das ein Einzelner überschauen und für sich selbst lückenlos beweisen kann, hat nie jemand behauptet, das wäre auch absurd.

      Aber die Theorien der Wissenschaft sind öffentlich (intersubjektiv), rational, kritisierbar und letztlich falsifizierbar, und unterscheiden sich eben genau dadurch von Mythen und Religionen, die nur geglaubt werden können.

      Und: Wissenschaftliche Theorien sind nicht nur theoretisch überprüfbar, sondern werden praktisch auch täglich hinterfragt und geprüft von Tausenden von Wissenschaftlern auf der ganzen Welt.
      4 0 Melden
    • Follbescheuert 16.06.2017 11:07
      Highlight @Kaviar

      Im Falle der Erderwärmung sind 90% der Wissenschaftler, die sich damit befassen, derselben Meinung.

      Klar, man kann auch den anderen 10% Glauben schenken, die anderer Meinung sind. Vielleicht haben sie ja recht, wer weiss?

      Es ist schon klar, dass Du genau mit diesem Beispiel kommst. Darauf wollen eben viele hinaus, so auch Trump und seine Anhänger. Umweltschutz ist vielen Konservativen ein Dorn im Auge. Und während sie den Splitter im Auge ihrer Gegner kritisieren, nehmen sie den Balken im eigenen Auge nicht wahr.
      4 1 Melden
    • Follbescheuert 16.06.2017 11:12
      Highlight @Kaviar

      Dass die Modelle über die Klimaerwärmung nicht direkt beobachtbar sind, stellt auch keinen Einwand dar. Denn die Bahn des Elektrons um den Atomkern ist auch nicht direkt beobachtbar. Wahrscheinlich sind inzwischen 99% der Modelle der Physik nicht mehr direkt beobachtbar, aber doch so breit abgestützt, dass man sie guten Muts und Gewissens anwenden darf.
      3 1 Melden
    • Follbescheuert 16.06.2017 11:20
      Highlight Anything goes, das Credo der Postmoderne, geht wohl ursprünglich auf Nietzsches Perspektivenlehre zurück, bezieht sich da aber auf Werte und nicht auf Tatsachen.

      So könnte man sagen, obwohl die Klimaerwärmung ein Faktum ist, und wahrscheinlich mindestens zum Teil auf menschlichen Einfluss zurück zu führen ist, wollen wir (als politische Gemeinschaft) darauf nicht reagieren (oder besser: nicht agieren, bis wir nicht mehr anders können, als reagieren).

      Nun, genau so wird es ja gehandhabt, siehe Abstimmung zum Energiegesetz, bloss haben die Wahlberechtigten eben halt anders entschieden.
      4 0 Melden
    • Follbescheuert 16.06.2017 11:31
      Highlight «Überigens wissenschaftlich gesehen geht es nicht darum zu beweisen, dass es keinen Gott gibt, sondern dass es einen gibt. Solange dieser Beweis nicht erbracht ist, ist es fraglich ob es einen Gott gibt.»

      Solange derjenige, der die Existenz Gottes behauptet, keine Methode zu deren Widerlegung beibringen kann, muss auf seine Behauptung nicht einmal eingegangen werden.

      Im Unterschied dazu kann man die Modelle zur Klimaerwärmung problemlos widerlegen, nämlich indem man das Gegenteil zeigt. Es gibt aber weit weniger überzeugende Widerlegungsversuche als umgekehrt.
      4 1 Melden
    • Kaviar 16.06.2017 11:37
      Highlight @Follbescheuert: Eine Theorie ist nur dann eine wissenschaftliche, wenn alle ihre Aspekte falsfizierbar sind.
      Eine bewiesene wissensch. Theorie muss unter Wissenschaftern unumstritten sein. Denn alle Wissenschafter können und müssen den gültigen Beweis erkennen und anerkennen, andernfalls war es kein gültiger Beweis. D.h. wenn die Wissenschafter sich über eine Theorie nicht zu 100.0 % einig sind, dann kann sie nicht als bewiesen gelten.
      Aber wir sind uns einen kleinen Schritt näher gekommen. Du hast eingeräumt, dass man als Laie den Wissenschafter Glauben schenkt, oder eben nicht.
      0 7 Melden
    • Follbescheuert 16.06.2017 11:53
      Highlight @Kaviar

      «Eine bewiesene wissensch. Theorie muss unter Wissenschaftern unumstritten sein. Denn alle Wissenschafter können und müssen den gültigen Beweis erkennen und anerkennen, andernfalls war es kein gültiger Beweis.»

      Das stimmt definitiv nicht. Wo wäre die Grenze: ein einziger Abtrünniger (zehn, hundert?) könnten die ganze Theorie zu Fall bringen. Dann wäre zum Beispiel die Quantenphysik keine anerkannte Theorie, weil Einstein sich mit ihr nicht anfreunden konnte (gut, Einstein ist tot).

      Nein, das ist Quatsch. Es fängt beim «Beweis» an.

      (Fortsetzung folgt)
      5 0 Melden
    • Follbescheuert 16.06.2017 11:56
      Highlight Wahrscheinlich gibt es keine einzige physikalische Theorie, die «bewiesen» werden könnte. Da kommt nun wirklich die Perspektive ins Spiel: und man müsste eine absoluten Standpunkt (quasi ausserhalb des Universums) einnehmen, um eine Theorie «beweisen» zu können, zudem jeden einzelnen Fall bis in alle Zukunft berücksichtigen, inkl. der Möglichkeit, dass sich die Naturgesetze ändern könnten.

      Nimm den Fall der Erde und die Frage, ob sie sich um die Sonne dreht oder umgekehrt. Wie lässt sich das beweisen? Man müsste einen absoluten Bezugsrahmen haben. Aber es wäre absurd, anzunehmen, ...
      4 0 Melden
    • Follbescheuert 16.06.2017 12:03
      Highlight ... dass sich das ganze uns bekannte Universum (eine Kugel mit mehr als 26 Mia. Lichtjahren Durchmesser und hunderten von Milliarden Galaxien mit hunderten von Milliarden Sternen pro Galaxie, die "Hubble Bubble") um die Erde drehte, zudem schon nur die Planetenbahnen sich nur noch mit erheblichem Aufwand exakt berechnen liessen.

      Hier kommt noch ein anderes Kriterium hinzu, und zwar ein pragmatisches. Eine Theorie hat dann bessere Aussichten auf Akzeptanz als eine konkurrierende, wenn sie mit geringerem Aufwand dasselbe leistet wie diese.
      3 0 Melden
    • Follbescheuert 16.06.2017 12:10
      Highlight Und ja, ich glaube «den Wissenschaftlern», wenn auch nicht jedem und auch nicht alles.

      Und ja, in der Frage der Klimaerwärmung gibt es wie überall Positionen und Gegenpositionen (wie auch in der Frage der Schwarzen Löcher oder des Urknalls, ja sogar, wenn auch nicht ernst zu nehmende, in der Frage, ob die Erde flach sei oder eine Kugel, sowie in hunderten von weiteren Fragen). Ich vertraue z. B. den Statikern, bevor ich über eine Brücke gehe, ich vertraue den Ärzten, bevor ich mich ihnen auf den Tisch lege usw. usf.

      Es ist jedem frei gestellt, wem er glaubt, und was er glaubt.
      3 0 Melden
    • Kaviar 16.06.2017 13:48
      Highlight @Follbescheuert: Wir sind uns darin einig, dass man Wissenschaftern nicht glauben muss, aber ihnen glauben kann. Genau das haben Wissenschafter mit Religionsführern gemeinsam.
      Wenn ein einziger Wissenschafter widerspricht, dann kann es der einzige sein, der recht hat, z.B. Galileo Galilei. Entscheidend ist nicht der Dissens, bzw. der Konsens, sondern es sind die zweifelsfrei festgestellten Beobachtungen. Fakten, die nicht auf reproduzierbaren Beobachtungen basieren, sind eigentlich keine Fakten.
      Was einer nicht selbst beobachtete, kann er nicht wissen, aber er kann es glauben, oder verwerfen.
      0 4 Melden
    • Firefly 18.06.2017 22:22
      Highlight Kaviar, zum Glück kann Wissen geteilt und vermittelt werden, so muss das Rad nicht von jedem neu erfunden werden. Das ist der Satz von den Zwergen auf den Schultern von Giganten. Sie benutzen täglich Infrastruktur die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen ohne, dass sie selber wahrscheinlich bis ins Detail verstehen wie das funktioniert. Zum Beispiel das publizieren dieser Diskusion bis ins in die physikalischen Detail der Datenübertragung auf atomarer Ebene. Also, Wissenschaft bringt Dinge hervor die funktionieren. Der Glaube funktioniert nicht er glaubt nur.
      3 0 Melden
    • Follbescheuert 19.06.2017 13:44
      Highlight Im Unterschied zu religiösen Aussagen lassen sich wissenschaftliche Hypothesen, Gesetze, Theorien usw. widerlegen und unterliegen somit empirischer und sozialer Kontrolle.

      Ich kann das Fallgesetz widerlegen, indem ich ein geeignetes Gegenbeispiel finde.

      Die (Nicht-)Existenz Gottes kann ich nicht widerlegen, und bleibt somit eine blosse Behauptung (oder bestenfalls eine innere, subjektive Erfahrung).
      2 0 Melden
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  • JoeyOnewood 15.06.2017 16:20
    Highlight So könnte man das Interesse der Schüler besser wecken und ihnen Werkzeuge mit auf den Weg geben, sich Wissen auch ausserhalb der Schule aneignen zu können.
    13 1 Melden
    600
  • JoeyOnewood 15.06.2017 16:18
    Highlight Sehr guter Artikel, danke! Hoffen wir, dass er gehört wird. Ich denke aber, das Problem mit dem vielen Stoff und den wenigen Lektionen und dem damit verbundenen "Krazen an der Oberfläche" ist nicht nur beim Fach Geschichte das Problem. Hier kommt mir wieder Richard David Precht in Sinn, der ungefär sagt, dass Wissen an sich ist im 21. JH nicht mehr absolute Priorität hat, sondern die Fähigkeit Interesse zu Entwickeln, vernetzt zu Denken und Kritisch zu Hinterfragen. Er schlägt Projektwochen vor, in denen mehrere Fächer anhand eines durchgehenden Themas behandelt werden können...
    17 2 Melden
    • Alnothur 15.06.2017 21:25
      Highlight Einen Grundstock an Wissen braucht man aber auf jeden Fall, um überhaupt auf eigene Faust "weiterforschen" zu können und Interesse zu entwickeln. Und genau dazu reicht das Kratzen an der Oberfläche eben nicht.
      6 1 Melden
    • JoeyOnewood 16.06.2017 06:51
      Highlight deswegen die Themenwocheb, in denen die Schüler genug Zeit kriegen, in ein Thema einzutauchen. eine Lektion Geschichte, 1 Mathe, 2 Deutsch, dann französisch - so kann meiner Meinung nach kein Interesse geweckt werden, da die Schüler immer wieder aus dem Thema gerissen werden. Französisch und erwas über die französische Revolution lernen, das wäre doch interessant....
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    600
  • Wilhelm Dingo 15.06.2017 16:17
    Highlight Geschichte ist unendlich spannend wenn sie in Zusammenhängen und mit Bedeutung in die heutige Zeit erzählt wird. Leider gelingt das den Schulen nicht. Ganz spannend wird es, wenn die Geschichte der vergangenen 50 Jahre erzält werden soll! Leider hört es spätestens bei den Weltkriegen auf. Warum eigentlich?
    16 8 Melden
    • Luca Brasi 15.06.2017 17:32
      Highlight Also bei mir hörte es mit der Gegenwart auf und Geschichten von Menschen wie Caesar, der eine Republik in eine Alleinherrschaft verwandeln wollte, sind heute auch nicht gerade unaktuell.
      Dass es den Schulen per se nicht gelingt Zusammenhänge zur heutigen Zeit herzustellen, kann man generell auch nicht sagen. Ich sehe gerade in der Schweiz Schülerinnen und Schüler, die das können. Aber es gibt eben auch starke Unterschiede bei Kantonen, Schulen und auch Lehrern und die Übergänge zu gewissen Stufen sind auch nicht immer perfekt.
      15 1 Melden
    600
  • Colourreader 15.06.2017 16:10
    Highlight Sehr gut ausgedrückt. Ich staune immer wieder, wie viel klarer einen Krisensituationen und die Lage von Nationen erscheint, wenn man deren Geschichte kennt. Ohne geschichtliche Kenntnis kratzt man nur an der Oberfläche.
    Ich hoffe sehr, dass all die Geschichtslehrerinnen und -lehrer da draussen den Mut haben, diese Kenntnisse zusammen mit dem nötigen Mass an Skepsis weiterhin zu fördern.
    16 3 Melden
    600
  • Follbescheuert 15.06.2017 16:08
    Highlight «Die alten Griechen unterschieden nicht zwischen Geschichte, also tatsächlich geschehenen Dingen, und dem Mythos.»

    Das ist in gewissen Kreisen heute noch so.
    32 4 Melden
    600
  • bossac 15.06.2017 16:00
    Highlight Chapeau! Sehr gut geschriebener Artikel. Als selbst Geschichstbegeisterter kann ich dem nur zustimmen.
    48 1 Melden
    600
  • Frau Dr. Holla die Waldfee 15.06.2017 16:00
    Highlight Wer hätte je gedacht, dass ausgerechnet Anna Rothenfluh und mich doch noch etwas verbindet. Nämlich die Liebe zur Geschichte. Tolle Artikel immer. Bitte weiter so! Danke :-)
    43 4 Melden
    • Anna Rothenfluh 15.06.2017 16:36
      Highlight Danke Waldfee :-)
      18 1 Melden
    • Luca Brasi 15.06.2017 17:33
      Highlight Und beide sind sie Frauen. :D
      8 3 Melden
    • Frau Dr. Holla die Waldfee 15.06.2017 17:52
      Highlight Luca, ich bin verblüfft. Erklär uns bitte, warum du uns auf etwas aufmerksam machst, was wir schon wissen! *g
      10 0 Melden
    • Luca Brasi 15.06.2017 18:34
      Highlight Manchmal gleite ich gerne ins Triviale ab um Gemeinsamkeiten herauszuschälen. ;)
      10 0 Melden
    • Frau Dr. Holla die Waldfee 15.06.2017 22:09
      Highlight :-)
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Allergiker, hier kommt eure Rettung: Gin Tonic!

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