Schweiz

Hat das Koch-Areal-Dossier abgegeben: Sicherheitsvorsteher Richard Wolff. Bild: KEYSTONE

Söhne verkehren im Zürcher Koch-Areal – Sicherheitsvorsteher Wolff gibt Dossier ab 

Publiziert: 28.10.16, 10:00 Aktualisiert: 28.10.16, 12:41

Und weg ist er: Polizeivorsteher Richard Wolff (AL) wird künftig nichts mehr mit dem Koch-Areal zu tun haben. Aus «familiären Gründen» ist er gemäss einer Medienmitteilung der Stadt Zürich am 20. Oktober 2016 in Sachen Koch-Areal in den Ausstand getreten. 

Zu den Hausbesetzern auf dem Koch-Areal sollen Wolffs Söhne gehören. Wolff wich dieser Frage bislang stets aus: Seine Söhne seien volljährig und lebten ihr eigenes Leben, sagte er etwa Anfang Oktober vor den Medien, als die neuen Regeln für das Koch-Areal präsentiert wurden.

Am Freitag nun die Wende: Seine Söhne verkehrten im Koch-Areal, sagte Wolff gegenüber dem «Regionaljournal Zürich-Schaffhausen» von Radio SRF. Er selbst empfinde sich deshalb zwar nicht als befangen, aber von aussen könne dies anders aussehen.

Eine mögliche Befangenheit von Wolff war auch im Gesamtstadtrat mehrfach ein Thema, wie Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) auf Anfrage sagte. Wolff habe dabei immer wieder versichert, unabhängig zu sein.

Im Rahmen der Diskussion um die neuen Regeln forderte der Gesamtstadtrat Richard Wolff erneut auf, seine Unbefangenheit noch einmal zu überprüfen, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Wolff kam dabei zu einem anderen Schluss und tritt wegen familiären Gründen in Ausstand. Gemäss Mauch hat Wolff die richtigen Konsequenzen gezogen und korrekt gehandelt. Es gehe dabei ausschliesslich um dieses Dossier, betonte die Stadtpräsidentin weiter.

Zeitnahe Orientierung

Der Stadtrat hat nun beschlossen, dass das Dossier provisorisch und ab sofort von Stadtrat Daniel Leupi geführt wird. Beim Entscheid wurde die Tatsache berücksichtigt, dass Leupi als Finanzvorsteher auch die Rolle des Grundeigentümers des Koch-Areals wahrnimmt.

Daniel Leupi, Finanzvorsteher der Stadt Zürich, wird sich künftig der Koch-Areal-Thematik annehmen.  Bild: KEYSTONE

Der Stadtrat werde über den aktuellen Stand zu den Entwicklungen auf dem Koch-Areal zeitnah orientieren, heisst es in der Mitteilung weiter. Gemäss Mauch soll dies noch in diesem Jahr sein.

Noch hängig ist ein Aufsichtsverfahren gegen Wolff bei Statthalter Mathis Kläntschi (Grüne). Kläntschi will herausfinden, ob Besetzer regelmässig gegen das Gesetz verstossen haben, ohne dass etwas dagegen unternommen wurde. Wolff hat noch bis Ende Oktober Zeit die Fragen von Kläntschi zu beantworten, wie dieser auf Anfrage sagte.

Ein grosser Teil des Koch-Areals in Albisrieden ist seit mehreren Jahren besetzt. Immer wieder veranstalten die Bewohner auf dem Gelände Konzerte und Partys. Anwohner fühlten sich dadurch zunehmend gestört.

Seit Anfang Oktober gelten auf dem Koch-Areal neue Regeln bezüglich Veranstaltungen. Seither sind die Klagen aus der Nachbarschaft gemäss Angaben des Zürcher Sicherheitsdepartements verstummt.

Die Stadt Zürich hat das Areal im Jahr 2013 der UBS für 70,2 Millionen Franken abgekauft. Auf dem Gelände, das in den Quartieren Altstetten und Albisrieden liegt, sollen dereinst ein Gewerbehaus, gemeinnützige Wohnungen sowie ein öffentlicher Park entstehen.

(gin/sda)

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User-Review:
schlitteln - 18.4.2016
Guter Mix zwischen Seriösem und lustigem Geblödel. Schön gibt es Watson.
20 Kommentare anzeigen
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  • Maria B. 28.10.2016 15:13
    Highlight Schon unverständlich genug, wenn ein Polizeichef, der vom Korps eh nie sonderlich geschätzt und daher kaum als komplett vertrauenswürdig eingestuft wurde, seine beiden Söhne in der Besetzer- und Revoluzzerszene wiederfindet.

    Daher wohl auch seine konstanten Skrupel gegen die früheren illegalen Besetzungen, wie vor Allem auch gegen das berüchtigte Kochareal vorzugehen.

    Hätte man ihm nun das Dossier nicht endlich entzogen, würden die unterschwelligen Korruptionsvorwürfe bzw. solche der Begünstigung wohl kaum verstummen.

    Wurde auch höchste Zeit, dass er nun notgedrungen ins Ausstand trat ;-)!
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    • Rim 28.10.2016 21:22
      Highlight Nun. In der CH gibts de jure keine Sippenhaft. Erwachsene "Kinder" sind freie Bürger wie jeder. Und müssen Verantwortung für ihre Taten übernehmen. Ganz unabhängig wer der Vater ist. Das hat sich Wolff wohl vorerst auch gedacht. Die Tragik der Situation kommt, auf typisch CH Weise, in Ihren Zeilen zum Ausdruck. Dass er nun "notgedrungen" das Dossier abgibt, zeigt, dass er sich der typisch schweizerischen Logik beugt...Tja. Den Söhnen ist zu wünschen, dass ihr Engagement langfristig mehr bewirkt, als bloss die politische Diskretitierung ihres, sehr progressiven Vaters. Abwarten.
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    • Maria B. 28.10.2016 23:51
      Highlight Einfach köstlich, wenn man sieht, wie die offenbar auch hier vertretene junge Revoluzzergarde, vor Allem aber die linientreuen Ultralinken ihre liebe Mühe mit anerkannten Wahrheiten haben :-))!

      Mein Rat : einfach news von TeleZüri gucken, wo sowohl Stadtpräsidentin Corine Mauch, wie sogar der SP-Co-Chef Marco Denoth, unverblümt Kritik an Wolff üben, während er selbst "falsche Einschätzung" zugibt.

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  • PenPen 28.10.2016 14:05
    Highlight Finde den Fehler:
    Auf Watson werden Wolff-Kritische Kommentare eher gutgeheissen, sogar ziemlich deutlich.
    Auf Blick.ch, mit eher Stammtischklopfenden Lesern, werden die Wolff-Kritischen Kommentare deutlich ge-disliked.

    #bot
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  • Pokus 28.10.2016 13:57
    Highlight So ein Hetzlauf wegen 5 Lammfrommen Anwohnern...
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  • axantas 28.10.2016 13:33
    Highlight Ich finde das eine Bankrotterklärung für seine Art der Amtsführung. In so etwas darf man sich doch auch ansatzweise nicht verwickeln.

    Politisch stehe ich eher in seiner Region, aber das enttäuscht mich masslos. Das ist nicht akzeptabel. Gar nicht. Das zuerst verneinen und dann doch einen Rückzieher machen, zeugt nicht von der politischen Reife, die sich die Linke immer wieder gern gibt.
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    • FrancoL 28.10.2016 13:56
      Highlight Man sollte nicht die Linke pauschal erwähnen, die Linke und die AL sind nicht in einen Topf zu werfen. Die politische Ausrichtung ist eines, das Verhalten des einzelnen das andere und da kann doch ein rechter Unterschied gemacht werden.
      Ich habe Wolff nie für besonders fähig gehalten und bin auch nicht der Meinung dass alle linken Politiker besonders fähig sind, links gibt es genau so "Nüsse" wie in anderen politischen Ausrichtungen.
      Wolff ist gescheitert als politische Figur nicht die linke Ausrichtung seiner Ideen.
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    • axantas 28.10.2016 15:20
      Highlight Er ist an einer der sehr zentralen Frage gescheitert, an den Partikularinteressen, die der bürgerlichen Seite durchaus zu Recht immer wieder angekreidet werden.
      Kän Dräck besser...
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  • remeto 28.10.2016 12:21
    Highlight Wieso wurde der Entscheid vom 20.10. erst heute bekannt gemacht? Das begreife ich nicht - ist ja keine Bagatelle, dass der Stadtrat einem Kollegen ein Dossier entzieht.
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  • Fairness_3 28.10.2016 11:54
    Highlight Viel zu spät Herr Wolff. Es war schon längstens bekannt, dass seine Söhne keine Unschuldslämmer sind und in der linksalternativen Szene auch schon in Auseinandersetzungen beteiligt waren.
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    • redeye70 28.10.2016 18:58
      Highlight Warum so zögerlich? Sprechen wir doch mal deutlich und nennen es linksextreme Szene. Oder der rote Haufen? Bei Rechtsextremen geht es doch auch. Diese Befangenheit politisch Linksstehender fällt auf. Wenn man sich mit Leuten beider Spektren unterhält, unterscheiden sie sich nur ideologisch. In Radikalität und latenter Gewaltbereitschaft gibt es keine.
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  • Trader 28.10.2016 10:33
    Highlight Wurde aber auch Zeit - dieser Wolff war ja mehr als befangen in dieser Sache!!
    Der zweite Schritt wäre noch besser - wenn er ganz zurücktreten würde.
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    • Fabio74 28.10.2016 11:52
      Highlight Warum soll er zurück treten?
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    • remeto 28.10.2016 12:57
      Highlight Weil er uU Gesetzesbrueche seiner Soehne toleriert hat und sie direkt oder indirekt dem Zugriff der Justiz entzogen haben koennte (Vermutung) ?
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    • Fabio74 28.10.2016 13:49
      Highlight Reichen Vermutungen wieder aus um Leute aus Ämtern zu entfernen?
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    • Spooky 29.10.2016 00:38
      Highlight So ein Blödsinn! Wieso soll dieser Politiker zurücktreten? Da müssten noch viele Politiker, Richter, Polizisten usw. zurücktreten, wenn man sie nach ihrem Nachwuchs beurteilen würde.
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    • Trader 29.10.2016 09:35
      Highlight Spooky@
      "Wieso soll dieser Politiker zurücktreten" - warum wohl - weil er jahrelang das Vertrauen seiner Ratskollegen missbraucht hat. Wolff hat vor 3 Jahren (drei) eine Anfrage des Stadtpräsidenten erhalten mit der Frage, ob er befangen sei. Er hat dann und auch später die Aussage verweigert. Wie soll man so einem Politiker trauen, welcher nur auf seine Person schaut und die Interessen der Bürger auf die Seite schiebt??
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    • Spooky 30.10.2016 00:30
      Highlight @Trader
      Ach wo! Irgendwie und irgendwo ist doch jeder Politiker nicht unabhängig. Darum soll man doch nicht gleich mit der grossen Keule auffahren, wenn ein Polititiker einen Fehler gemacht hat.
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  • sanmiguel 28.10.2016 10:18
    Highlight Super! Mit Leupi am Ruder geht das jetzt bestimmt super vorwärts. Die bewährte Strategie, Anwohner an Konzerte und Partys auf dem Areal einladen und denen die am blödesten tun Wohnungen der Stadt anbieten, hat bis jetzt ja top funktioniert.
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  • Mafi 28.10.2016 10:07
    Highlight Sehr korrekt. Finde ich gut 🙋
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Alle Jahre wieder: Superreiche sind reicher geworden – auch die Blochers

Das Finanzjahr 2016 präsentiert sich sehr verhalten und doch sind die Superreichen in der Schweiz noch reicher geworden. Dies geht aus der jährlichen Spezialausgaben des Wirtschaftsmagazins «Bilanz» hervor, die die 300 Reichsten der Schweiz im Jahr 2016 vorstellt:

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